29. Juni 2023 14:00

„Stimmung gegen Andersdenkende“ Aussteigerin rechnet mit der „heute-show“ ab

Was wir alle schon wussten

von Sascha Koll

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Bildquelle: Stefan Müller / Wikimedia Christine Prayon alias Birte Schneider: Tritt nicht mehr in der „heute-show“ auf

Christine Prayon (49), dem Zuschauer der ZDF-Satiresendung „heute-show“ besser bekannt als „Birte Schneider“, stand über zehn Jahre für das Format vor der Kamera. Jetzt rechnet sie ab.

Machen wir uns nichts vor: Die Frau steht nicht auf unserer Seite. In einem Interview mit Susanne Stiefel von der „Kontext:Wochenzeitung“ bezeichnet sie sich selbst als Klimaflüchtling, weil sie aus einer warmen Dachgeschosswohnung in eine kühlere Wohnung im Berliner Osten gezogen ist. Zudem würde sie gerne die Überwindung des Kapitalismus feiern und ein wenig Anarchie bevorzugen, wenn es darum gehe, nach einer Parade des Christopher Street Day mal nicht sofort aufzuräumen. Dennoch hat sie Interessantes zu berichten.

Ihren letzten Auftritt in der „heute-show“ hatte sie im September letzten Jahres. Sie habe die Zusammenarbeit mit dem Format wegen einer „Post-Vac-Erkrankung“ – früher nannte man das Impfschaden – aufgeben müssen. Zudem habe sie mit der Art, wie die großen gesellschaftlichen Themen seit Corona behandelt werden, zunehmend Bauchschmerzen bekommen. Sie sagt: „Ich habe auch mit den Verantwortlichen dort geredet und betont, dass ich mich nicht daran beteiligen will, Andersdenkende der Lächerlichkeit preiszugeben.“ Sie ist der Meinung, dass sich Satire nicht daran beteiligen dürfe, den Diskurs zu verengen. Diese Diskursverengung sieht sie auch jetzt wieder beim Russland-Ukraine-Krieg: „Da werden Narrative und Positionen von Gruppen, die gesellschaftlich in der Hierarchie weit oben stehen, unablässig wiederholt, und gleichzeitig wird Stimmung gegen Andersdenkende gemacht.“ Gleichzeitig sieht sie aber auch, gerade beim links-rot-grünen Rundfunk, dass man das Fass der Kapitalismuskritik besser nicht aufmachen sollte. Wovor hat sie denn Angst? Damit rennt man doch offene Türen bei ihren Kollegen und Vorgesetzten ein.

Weiter gibt sie zu Wort, dass sie auch keine Freundin mehr der „Anstalt“ und Böhmermann sei. Denn auch Böhmermann habe die gängigen Narrative verstärkt. Eine Geste mit zwei Stinkefingern von ihm, die Ungeimpften galt, prangert sie an: „Ich dachte, wie kann man das machen?“

In der Corona-Krise sei alles eskaliert. Sie hatte selbst Fragen zu den Impfstoffen, doch es war ihr unmöglich, diese beantwortet zu bekommen, da immer nur die gleichen Leute ihre Meinung dazu kundtun durften und die anderen auf „obskuren“ Kanälen stattfanden: „Oje, auf keinen Fall anklicken.“ Diese Verunmöglichung des Diskurses verschärfte ihrer Ansicht nach die Spaltung. Es sei mittlerweile nicht mehr viel nötig, um als rechts gebrandmarkt zu werden. „Wann bin ich rechts, wann bin ich eine Verschwörungstheoretikerin, eine Schwurblerin? Ich habe Fragen, ich habe Kritik, ich möchte mich äußern dürfen, ich möchte auch zuhören dürfen, ich möchte auch den hören, der für das Letzte gehalten wird“, wendete sie ein. Meiner Meinung nach hat sie aber auch nicht alles richtig gemacht, wenn sie sich einreden lässt, ja nicht mit den Schmuddelkindern zu spielen oder ihnen wenigstens zuzuhören. Immerhin bemerkt sie, dass viele nicht über das Gleiche reden, wenn von „Demokratie“ und „Freiheit“ die Rede ist. Leider versteht sie nicht, dass sich beides gegenseitig ausschließt.

Weiter ist dem Interview nichts für mich Interessantes zu entnehmen. Dennoch bestätigt es mich und sicher auch viele andere in ihrer Ansicht, dass während der Maßnahmen-Pandemie massiv gegen Andersdenkende gehetzt, der Diskurs verweigert und sich auf Kosten der Opfer lustig gemacht wurde. Noch heute haben Impfgeschädigte damit zu kämpfen, anerkannt oder überhaupt angehört zu werden. Tief sitzt das immer wieder wiederholte Mantra, die Impfung sei nebenwirkungsfrei und jeder, der Probleme damit habe, sei ein Schwurbler, wenn nicht sogar ein Rechtsextremer.

Wer sich das antikapitalistische Geschwurbel der beiden Interview-Partner zu Gemüte führen möchte, dem sei hiermit der Weg bereitet:

Birte spielt nicht mehr mit („Kontext:Wochenzeitung“)


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