03. August 2023 13:00

Klima-Propaganda Penny zeichnet die „wahren Kosten“ aus

Preise um bis zu 94 Prozent erhöht

von Sascha Koll

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Bildquelle: Vytautas Kielaitis / Shutterstock „Erstmal zu Penny“: Derzeit vielleicht keine gute Idee …

Der Lebensmittel-Discounter Penny wirbt derzeit mit „wahren Kosten“. „Erst mal zu Penny“, dachte ich mir – Preise ohne Umsatz-/Mehrwertsteuer, ohne Unternehmenssteuer, ohne Steuern auf die Löhne der Mitarbeiter, ohne Bürokratiekosten, ohne Zölle, ohne CO2-Abgaben auf den Transport der Waren, ohne Energiesteuern, die praktisch überall anfallen, und den Sekt gibt es nun auch ohne Schaumweinsteuer. Ich könnte sicher noch viel mehr Steuern und Abgaben benennen, die die Preise in die Höhe treiben, aber ich denke, dass es den Rahmen dieser Kolumne sprengen würde, weit über 50 Steuern aufzuzählen. Ich lag falsch, die kaiserliche Hochseeflotte scheint noch immer nicht durchfinanziert zu sein, denn unter „wahren Kosten“ versteht er nicht Preise ohne staatliche Beeinflussung, sondern etwas ganz anderes. Die Preise sind offensichtlich noch nicht ausreichend staatlich belastet, es geht um nicht mehr als um Klima-Propaganda. Zu den Preisen, auf die ich gleich zu sprechen kommen werde, wird der Discounter seinen Umsatz sicher nicht steigern können. Die meisten Kunden werden wohl zu Substituten greifen.

In der Woche vom 31. Juli bis zum 5. August 2023 werden genau neun Produkte teurer angeboten als üblich. So wird unter anderem der Lindenhof Maasdamer in der 300-Gramm-Packung für 4,84 Euro statt 2,49 Euro angepriesen – ein Aufschlag von 94,38 Prozent. Penny begründet diesen angeblich „wahren“ Preis mit einem Aufschlag von 84 Euro-Cent für das Klima, zwölf Cent für Wasser, 76 Cent für Boden und 63 Cent für Gesundheit.

Wie kommt Penny auf diese angeblich „wahren Kosten“? Die Berechnungen hat ein Team der Universität Greifswald und der Technischen Hochschule Nürnberg für den Lebensmittel-Einzelhändler durchgeführt. Die Projektleitung hatten dabei Prof. Dr. Tobias Gaugler und Dr. Amelie Michalke, die seit einigen Jahren im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts „HoMaBiLe” sowie dem EU-Projekt „FOODCoST” an den externen Kosten der Landwirtschaft forschen. Es handelt sich also wahrscheinlich nicht um eine unabhängige Berechnung. Man kann davon ausgehen, dass die angegebenen Werte stark in Richtung des herrschenden politischen Willens verzerrt sind.

Ein von Penny veröffentlichtes Pamphlet begründet die Aktion so: Unsere Lebensmittel hätten von der Erzeugung bis hin zum Verkauf soziale und ökologische Auswirkungen, zum Beispiel durch den Ausstoß von Stickstoff und Treibhausgasen oder den Einsatz von Pestiziden. Diese Auswirkungen spiegelten sich bisher nicht im Verkaufspreis wider, würden aber unsere Gesellschaft indirekt Geld kosten – weil sie vorwiegend den Klimawandel und somit Extremwetterereignisse fördern würden, für deren Schäden wir wiederum alle mit erhöhten Steuer- oder Versicherungsgeldern zahlen müssten. Wenn man diese Kosten zu den normalen Produktionskosten von Lebensmitteln hinzurechnete, würde man auf die „wahren Kosten“ kommen. Das hört sich ja fast so an, als wären Penny und die Forscher darum bemüht, die Steuerlast niedrig zu halten. Doch ich halte diesen Punkt für vorgeschoben. Zudem stellen sie Steuern so dar, als seien sie notwendig, als könne man die Folgen höherer Temperaturen nicht anders kompensieren, als den Staat mit Geld zu bewerfen.

Die „wahren Kosten“ sind sicher schwer zu beziffern, da wir in einer Welt leben, in der alles in irgendeiner Weise bezuschusst oder besteuert wird. Und auch Externalitäten müssen eingepreist werden – da bin ich mir sicher mit den Forschern einig. Doch ich bin überzeugt, dass der Markt Externalitäten besser einpreisen kann, als es eine Zentralinstanz könnte. Die ungewünschten Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion wurden jahrzehntelang nicht berücksichtigt. Wer sich als Betroffener beschwerte, scheiterte am Gesetz: Negative Folgen werden rechtlich geduldet, es gibt keine Möglichkeit als Individuum, zu seinem Recht zu kommen. Da ich mich in der Lebensmittelproduktion nicht genügend auskenne, würde ich gerne eine mir bekannte Externalität, die nie eingepreist wurde, anführen. In meiner Region gab und gibt es teilweise noch Probleme mit dem Kohle-Tagebau. Es kam immer wieder dazu, dass Kohlestäube überall in der Region niederschlugen. Reinigungskosten blieben beim Geschädigten hängen, bis der Gesetzgeber sich der Sache annahm und Wasser-Sprinkleranlagen gebaut wurden, die die staubigen Emissionen der Kohlegrube weitestgehend eliminierten. Doch warum musste erst der Gesetzgeber aktiv werden? Weil es im besten und freiesten Deutschland aller Zeiten mit den besten Gesetzen weltweit (alles selbstverständlich ironisch gemeint) keine Möglichkeit gab, eine Kompensation zu erwirken. Der Respekt von Eigentumsrechten wäre meiner Meinung nach das geeignetste Mittel, um Externalitäten einzupreisen. Doch über den Respekt vor Eigentum in Deutschland brauchen wir uns sicher nicht mehr unterhalten, wenn sogar das Selbsteigentum die letzten Jahre massiv attackiert wurde.

Wahre Preise werden wir wohl so schnell in Deutschland nicht sehen. Der Trend zeigt in die Gegenrichtung, zu immer höheren Eingriffen des Staates in den Markt. Es wird eher teurer als günstiger. Stellen Sie sich schon einmal darauf ein.

Penny: Wahre Kosten

Bürger leiden unter dem Tagebau-Dreck („Rheinische Post“)


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