19. Oktober 2026 10:00

Berlin Jetzt kommen die Enteignungen!

Warnung vor wachsender Macht politischer Mehrheiten

von Oliver C. Racke drucken

Staatliche Macht: Symbolbild zum Spannungsverhältnis zwischen Eigentum und politischen Mehrheiten.
Bildquelle: Redaktion Staatliche Macht: Symbolbild zum Spannungsverhältnis zwischen Eigentum und politischen Mehrheiten.

In Berlin kündigt das rot-grün-rote Rathaus offenbar Enteignungen und ein schnelles Ausländer-Wahlrecht an. Im selben Umfeld wird über Gewalt, Polizei-Einsätze und politische Verschiebungen berichtet. Der Vorgang steht damit für zwei Ebenen zugleich: für den Ausbau staatlicher Eingriffe in Eigentum und für Versuche, die politische Zugehörigkeit rascher zu öffnen.

Der Kern liegt in der Anreizstruktur. Sobald Enteignung als politisches Werkzeug auf den Tisch kommt, wird Eigentum von einem geschützten Anspruch zu einer verfügbaren Ressource der Mehrheitspolitik. Damit verschiebt sich die Verantwortung von Vertrag und Besitz zu parteipolitischen Zugriffen. Das ist kein technischer Detailstreit, sondern eine Änderung der Spielregeln. Wer Eigentum nicht mehr als Grenze staatlicher Macht behandelt, macht politische Entscheidungen planbar auf Kosten derer, die etwas aufgebaut haben.

Enteignungen sind besonders problematisch, weil sie selten als Ausnahme stehen bleiben. Aus einer Ausnahme wird die Regel, wenn der Zugriff einmal legitimiert ist. Dann reicht nicht mehr die Frage, ob ein Eigentümer rechtmäßig handelt. Entscheidend wird, ob eine politische Koalition genug Druck aufbauen kann. Genau so wächst Machtkonzentration: nicht durch einen großen Schlag, sondern durch schrittweise Normalisierung von Zugriffen.

Das geplante schnellere Ausländer-Wahlrecht folgt derselben Logik. Wer politische Rechte an immer neue Kriterien knüpft und sie rasch ausweitet, verändert den Charakter der Wahl. Nicht mehr die Bindung an die bestehenden Rechts- und Eigentumsverhältnisse zählt, sondern die möglichst breite Mobilisierung kurzfristiger Mehrheiten. Das begünstigt jene, die staatliche Leistungen, Umverteilung und Zugriffspolitik versprechen. Für diejenigen, die die Folgen tragen, wird die demokratische Hürde niedriger, nicht der Eingriff kleiner.

Der Eingriff erscheint klein, verändert aber die Zuständigkeit. Eigentum wird politisiert, Wahlrecht wird instrumentell, und beide Prozesse stärken denselben Apparat. Wer auf mehr staatliche Verfügung über Grundstücke und auf eine schnellere politische Integration setzt, erweitert nicht Freiheit, sondern die Reichweite der Macht.

Die nüchterne Folgerung lautet: Wo Enteignung und politische Zugangssteuerung zur Routine werden, schrumpft der Raum, in dem Menschen unabhängig von Mehrheiten handeln können. Genau dort beginnt der Freiheitsverlust.


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