10. Februar 2024

Als der Faschismus wiederkehrte … … starb auch die Pressefreiheit in Deutschland

Auch libertäre Magazine werden im Einzelhandel bereits „aussortiert“

von Johann A. Hellerich

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Bildquelle: eigentümlich frei Freiheitsfunken-Partnermagazin eigentümlich frei: Jetzt allenfalls noch als Bückware erhältlich

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ,Ich bin der Faschismus.‘ Nein, er wird sagen: ,Ich bin der Antifaschismus.‘“ Dieses Zitat entstammt der Feder des italienischen Schriftstellers Ignazio Silone. Er kämpfte gegen Mussolini und seine Faschistenbande. Er war Sozialist, bis er erkannte, dass der Sozialismus gleichermaßen faschistisch ist, die beiden Totalitarismen quasi aus demselben vermaledeiten Schoß entspringen. In seiner seherischen Fähigkeit, die in dem obigen Zitat zum Ausdruck kommt, erinnert er an Roland Baader, der kurz nach dem Zusammenbruch des sogenannten real existierenden Sozialismus, als fast alle die gleichmachenden Verfechter des Todestriebes erledigt wähnten, mit seinem Buch „Kreide für den Wolf“ vor den roten Zombies, den anthropologischen Untoten, mahnte und warnte.

Knapp 25 Jahre später sind wir live und in Farbe dabei. Die Farben sind sogar äußerst bunt und das „Live“ ist nahezu unausweichlich. In jeder S-Bahn flackern Bildschirme, selbst am Bahnsteig große Fernseher, Volksempfänger schallen allerorten und beim Öffnen fast jeder Website drängen sich Laufbänder mit aktuellen „Nachrichten“ auf den Bildschirm. Es ist, als würden wir – wie Protagonist Alex in Anthony Burgess’ Buch „Clockwork Orange“, das von Stanley Kubrick verfilmt wurde – stundenlang mit durch Klammern an den Lidern gewaltsam aufgesperrten Augen durch die für uns speziell aufbereitete Realität wandern müssen.

Vermutlich sollten wir dankbar dafür sein, Zeitzeugen dieses einzigartigen, hollywoodreifen vermeintlichen Endkampfes zwischen Gut und Böse sein zu dürfen. Die Republik war fast schon verloren geglaubt. Nach all den Querdenkern und Corona-Leugnern marschierte nun ein rechter Bauernmob, mit Tausenden von Zugmaschinen rollend und mit Millionen von Pferdestärken galoppierend, durch die Republik und stellte Forderungen. Die Landvergifter, Feinstaubfrevler, Monokulturisten, Subventionsabgreifer, Düngerverschwender, die ihre nicht manikürten Fingernägel selten gänzlich sauber, ihre groben Hände niemals frei von Schwielen und den Stallgeruch nicht aus ihrer Kleidung heraus halten können, kurzum: diejenigen, die die Planetin auf dem Gewissen haben, verweigern sich, ihren solidarischen Beitrag zu leisten und wollen das Land wortwörtlich auf ‚Rechts pflügen oder den Acker für die rechte Saat bestellen und so weiter. (Im Sozialismus mangelt es an allem, nur nicht an Metaphern.)

Doch diese Knechte auf eigenem Land haben die Rechnung mit der Milchmänn*In gemacht. Hunderttausende, nein Millionen stehen auf und erheben sich aus freien Stücken, quasi gratismutig gegen Fliegen, Ratten, Parasiten, den Mistgabelmob und Russen-Bots. Der Fehdehandschuh ist aufgehoben. Für viele ist es ein Gänsehautmoment. Alle steuerbezahlten Demokraten stehen beisammen und haken sich unter: Staatsbedienstete, Beamte, Aktivisten von Nichtnichtregierungsorganisationen (sogenannte NNGOs) , Mitarbeiter des ÖRR, die sich himmelhochjauchzend selbst interviewen (aus Gründen), dauerstudierende Bafög-Junkies, Bürgergeldnehmer und Mitglieder aller Parteien der neuen (inter-) nationalen Front sowie natürlich haufenweise Bodyguards mit ihren vermeintlich schützenwerten politischen Maskottchen. Geeint mit der fast schon vom Trecker überfahrenen Regierung geht es nun in den Kampf für Demokratie, gegen Volksabstimmungen, für Meinungsfreiheit, gegen Leugner der öffentlich-rechtlichen Narrative, für Pluralismus und gegen rechte Meinungen, für Vielfalt und Toleranz und gegen neue Parteien, für Waffen in Kriegsgebiete, gegen Kriegsmüdigkeit, gegen ein neu erstarkendes Drittes Reich, für eine Europäische Union (mindestens) in den Grenzen von Frühjahr ’42.

Solidarisch mit der gebeutelten Regierung erklärten sich am Mittwoch nun endlich auch die beiden Bahnhofsbuchhandlungsketten Lagardère Travel Retail und Dr. Eckert. Sie stehen nach eigenem Bekunden für Meinungs- und Pressefreiheit ein und wollen deswegen keine missliebigen, da möglicherweise rechtsextremen, rechten, regierungskritischen, kurz: die eigentlich sehr gute Stimmung trübenden Blätter mehr anbieten. Das erklärten sie nahezu gleichzeitig im gleichgeschalteten Gleichschritt. Lagardère ist dabei noch solidarischer als der Mitbewerber. Hier würden neben „Compact“ unter anderem auch die Magazine und Wochenzeitungen „Deutsche Militärzeitschrift“ (Protipp: eine Umbenennung in „Ukrainische Militärzeitung“ könnte helfen), „Junge Freiheit“ sowie „Eigentümlich Freitag“ aus den Auslagen der Filialen genommen, wie der „Spiegel“ schreibt. Das letztgenannte Magazin existiert unter diesem Namen (noch) nicht, aber wer weiß, ob die Herausgeber André Lichtschlag und Jakob Augstein nicht dereinst so verzweifelt sein werden, dass sie journalistisch kopulieren, um wieder ins Regal der Bahnhofsbuchhandlung zu kommen. Denn wir brauchen uns ja nichts vorzumachen. Die Säuberungen im Sinne der Presse- und Meinungsfreiheit, die jetzt auf der freiheitlichen und rechten Seite ablaufen, werden alsbald auch auf der linken Seite vonstattengehen – Stichwort BSW und so weiter. Der Faschismus braucht nur einen sehr schmalen Meinungskorridor. Am besten gar keinen.

Man fragt sich, was wohl als Nächstes kommt. Wann wird die Deutsche Post ihre Solidarität mit der Regierung unter Beweis stellen und sich endlich weigern, regierungskritische Schriften zu befördern?

Der mediale Aufschrei der Vierten Gewalt bleibt indes aus. Und das erinnert wiederum an Martin Niemöller und ich erlaube mir, seinen berühmten Aphorismus zum Faschismus aufgrund der tagesaktuellen Schlagzeile zur Pressefreiheit etwas abzuwandeln:

Als die Verfechter der Meinungsfreiheit die „Compact“ verboten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein „Compact“-Leser.

Als sie die „Junge Freiheit“-Abonnenten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein „Junge Freiheit“-Abonnent.

Als sie die „Tichys Einblick“-Leser holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein „Tichys Einblick“-Leser.

Als sie mich, den „FAZ“-Leser holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

Oder anders ausgedrückt: Wenn erst alle, die rechts stehen, Rechtsextreme sind, sind nur noch die Linksextremen wirklich links.

Oh Gulag, Dein Hunger muss grenzenlos sein.


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