08. Februar 2024

Ohrenbetäubendes Schweigen Angriff auf jüdischen Studenten in Berlin

Der Täter gehört zur Schutzgruppe der Linksextremisten

von Sascha Koll

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Bildquelle: Pixel-Shot / Shutterstock Linksextremer Antisemitismus an Freier Universität Berlin: Ein jüdischer Student wurde krankenhausreif geschlagen

Es ist einfach nur noch irre, was in Deutschland abgeht, heißt: Heute wird’s polemisch.

In Berlin wird ein jüdischer Student von einem Kommilitonen zu Klump geschlagen und die #NieWiederIstJetzt-Fraktion hüllt sich in Schweigen, da einer ihrer Schützlinge die Tat zu verantworten hat. Eine häufig geforderte Exmatrikulation des mutmaßlichen Täters ist aufgrund fehlender Rechtsgrundlage nicht möglich. Doch diese fehlende Rechtsgrundlage ist nicht einmal ein Argument für die SPD-Politikerin und Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra. Sie erfindet einfach eine andere Ausrede, da sonst möglicherweise – wie üblich im Etatismus – Forderungen nach einer Gesetzesänderung aufkämen, die linksextremistisch und islamistisch motivierte Menschenfeindlichkeit aus den Unis verbannen könnte. Sie begründet ihre Einschätzung ganz anders: „Exmatrikulation aus politischen Gründen lehne ich grundsätzlich ab.“ Aus politischen Gründen? Ist das ein Scherz? Lebe ich plötzlich in einem anderen Land oder seit wann ist brutalste Gewalt ein Mittel des politischen Austauschs? Oder ist die Gesellschaft durch Gewalt gegen Oppositionelle bereits so sehr abgestumpft, dass es mittlerweile zum guten Ton gehört? Ich bin mir sicher, wäre das eine Stiefel tragende Glatze gewesen, die den jüdischen Studenten auch nur angehustet hätte, wäre eine Möglichkeit gefunden worden, ihn sofort von der Universität zu verbannen. Der mutmaßliche Täter ist einfach nicht ausreichend kartoffelig, wie mir scheint. Zu dumm, dass man diesen Vorfall keinem AfDler in die Schuhe schieben konnte, aber vielleicht findet sich ja noch ein Werbeflyer der Partei bei dem Schläger, mitsamt einer Abschrift von Hitlers „Mein Kampf“. Die Vorwürfe gegenüber Hubert Aiwanger sollen schließlich übertroffen werden. Sonst lockt das nach der Wannsee-Konferenz 2.0 niemand mehr hinter dem Ofen hervor.

Es ist unfassbar, wie sie es schaffen, alle zwei Tage jemand Neuen zum Rechtsextremisten, Antisemiten oder Nazi zu ernennen und dann offenen Hass und ausufernde Gewalt gegenüber jüdisch-stämmigen Mitbürgern wegzulächeln. Man muss sich einmal vorstellen, dass nicht Täter Konsequenzen zu fürchten haben – strafrechtlich wird sicher noch etwas auf ihn zukommen –, sondern den Opfern knallhart ins Gesicht gesagt wird, dass sie sich weiter mit ihren Peinigern in einen Hörsaal setzen dürfen und das gefälligst zu akzeptieren haben, weil „Freiheit der Lehre“.

Der Bruder des Opfers Shahak Shapira meldet sich ebenso entsetzt auf „X“, wie ich es bin: „Okay. How about Exmatrikulation, weil du einem Mitstudenten an mehreren Stellen das Gesicht gebrochen hast?“ und ergänzt mit: „Es ist so ignorant zu behaupten, es wird eine Exmatrikulation gefordert, weil jemand gewisse politische Ansichten hat. Er soll exmatrikuliert werden, weil er einen anderen Studenten ins Krankenhaus geprügelt hat. What the fucking fuck.“

Diese Heuchelei von wegen „Nie wieder!“ geht mir mittlerweile unfassbar gegen den Strich. Wo sind die verdammten Sondersendungen im Fernsehen? Wo? Wann wird sich des Problems wenigstens mal in irgendwelchen schwachsinnigen Laber-Talkshows angenommen? Gar nicht! Und warum? Weil es der AfD nützen könnte. Sie sind mittlerweile bereit, ihre einstigen Schützlinge für den Machterhalt vor den Bus zu schubsen.

Mich interessierte, was der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, dazu sagt, und ich wurde nicht überrascht. Außer mehr Antisemitismus-Beauftragte an den Unis zu fordern, kam selbstverständlich nichts. Die Uni-Leitung habe den „Diskurs“ zu lange laufen lassen. Studenten berichten von unhaltbaren Zuständen, antisemitische Parolen und Anfeindungen gehören dort zum Alltag. Da spricht der doch wirklich von „Diskurs“. Nichts hat mit nichts zu tun. Ich packe mir nur noch an den Kopf und beende hiermit meinen Wutanfall.


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