17. Februar 2024

Bitcoin für Einsteiger Werkzeug der Freiheit oder Weg in die digitale Versklavung?

Ein Erklärungsversuch der Blockchain

von Manuel Maggio

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Bildquelle: 4thebirds / Shutterstock Hat (noch) Seltenheitswert: Bitcoin als Zahlungsmittel im Alltag

Diese Woche kletterte der Wert eines Bitcoins erneut über 50.000 Dollar. Viele haben natürlich schon von Bitcoin gehört, aber für manche ist die Kryptowährung immer noch so eine Art rotes Tuch. Ich bin kein Experte und auf keinen Fall ein Anlageberater, doch ich möchte heute meine Meinung und auch meine Einschätzung zu Bitcoin mit Ihnen teilen. Daher stelle ich mich der provokanten Frage: Bitcoin – Fluch oder Segen?

Nur wer im Kern versteht, was Bitcoin ist und was eben nicht, kann sich selbst eine eigene fundierte Meinung dazu bilden. Genau aus diesem Grund werde ich versuchen, mein Verständnis von Bitcoin auf eine sehr einfache Art und Weise darzulegen, und nehme mein Fazit an dieser Stelle gleich vorweg. Bitcoin ist für mich digitales Gold und dient der Wertspeicherung, und es ist in seiner Urform zwar als Zahlungsmittel für den Alltag weniger geeignet, doch in seinen Eigenschaften als Währung Gold und Edelmetallen teilweise überlegen. Es ist ein dezentrales System, worauf ich später noch genauer eingehen möchte, und Bitcoin ist nicht beliebig vermehrbar und auf eine maximale Anzahl von 21 Millionen begrenzt. Jeder, der Werte in Bitcoin anlegt, umgeht alle Zentralbanken dieser Welt und wird zu seiner eigenen – allein dies ist für mich ein Grund, Bitcoin auch als Teil der Lösung und nicht als Teil der digitalen Versklavung zu sehen. Auch wenn wir davon ausgehen, dass das Internet eine Erfindung der Geheimdienste war, ist sein Nutzen für die Freiheit nicht von der Hand zu weisen, wenngleich uns die Sucht nach Informationen geistig gefangen halten kann.

Der Durchbruch bei meinem Bitcoin-Verständnis lag im Verstehen der Blockchain, der technischen Grundlage des Bitcoin-Netzwerkes. Niemand besitzt Bitcoin selbst, weshalb sich viele auch nur schwer vorstellen können, worin genau die Sicherheit in diesem System liegen soll. Echte Krypto-Heads mögen meinen Erklärungsversuch als ungenau ansehen; ich bitte daher um etwas Nachsicht bei meinem nun folgenden etwas vereinfachten Erklärungsmodell.

Ich stelle mir eine Art Kassenbuch vor, eine Liste mit Transaktionen, angefangen bei der allerersten Transaktion mit den allerersten Bitcoins. Man könnte sich auf der ersten Seite des Kassenbuches folgende Buchungen, sprich Transaktionen vorstellen:

Manuel sendet 10 Bitcoin an Markus.

Manuel sendet 30 Bitcoin an Andrea.

Manuel sendet 40 Bitcoin an Norbert.

Diese drei Buchungen werden dann im ersten Block zusammengefasst und bekommen einen Rechenwert, Hash genannt. Der Hashwert beschreibt die Verarbeitung des Inhalts einer Datei und ordnet dieser einen eindeutigen numerischen Wert zu. Einfach gesprochen, sind Hashwerte die „Fingerabdrücke von Dateien“. Dieser Wert ist eine Art Verschlüsselung genau dieser oben genannten Buchungssätze. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf die Rechenleistung zur Berechnung der Hashwerte eingehen, doch sollte dies als Verständnisgrundlage dienen.

Wir sehen uns nun die zweite Seite in unserem Kassenbuch an, vergleichbar mit dem zweiten Block der Blockchain. Nachdem es sich hierbei um die allerersten Transaktionen mit Bitcoin gehandelt hat, baut die Liste der Transaktionen auf den Ständen der letzten Buchungen auf. Zur besseren Darstellung nachfolgend wieder ein paar mögliche Transaktionen im zweiten Block:

Markus sendet 5 Bitcoin an Alfred.

Andrea sendet 10 Bitcoin an Alfred.

Norbert sendet 10 Bitcoin an Markus.

Das Ergebnis dieser Transaktionen ist dann folgende neue Verteilung der im Netzwerk vorhandenen Bitcoin.

Markus hat aktuell 15 Bitcoin.

Andrea hat noch 20 Bitcoin.

Norbert hat noch 30 Bitcoin.

Alfred ist neu im Netzwerk und hat jetzt 15 Bitcoin.

Ich denke, dass Sie das Prinzip nun verstanden haben. Bitcoin ist nichts weiter als eine Art Buchhaltung, und jede Transaktion, die jemals damit stattgefunden hat, wird in der Blockchain auf alle Ewigkeit abgespeichert. Die Reihenfolge der Blöcke ist dabei fest verankert und die Datenmenge der aktuellen Blockchain liegt bei 548.92 Gigabyte – ständig steigend. Nach meinem Verständnis besitzt niemand selbst Bitcoin, sondern man hat lediglich ein eindeutiges Anrecht auf erhaltene Transaktionen, wie in meinem Beispiel Alfred, der von Markus und Andrea Bitcoin erhalten hatte. Diese 15 Bitcoin kann Alfred jetzt theoretisch auch weiterschicken. Wichtig ist, dass die Rechnung immer bis zur allerersten Buchung aufgehen muss. Das Kassenbuch kann geprüft werden – und hier kommt nun der Punkt der Dezentralität ins Spiel. Jeder, der möchte, kann sich die gesamte Blockchain auf seinen Rechner laden und Teil des Sicherheitsnetzwerkes hinter Bitcoin werden. Wäre dieses Kassenbuch nur einmal vorhanden, also zentral verwaltet, dann wäre es kein Problem, eine der Buchungen zu fälschen. Da die Blockchain aber aktuell bei 15.000 bis 19.000 Usern dezentral gespeichert und zur Überprüfung von Transaktionen zur Verfügung steht, ist in meinen Augen ein Betrug ausgeschlossen. Markus kann nicht einfach 100 Bitcoin an Norbert senden, da er diese ja auch niemals, für alle in der Blockchain nachvollziehbar erhalten hat.

Ich hoffe, dass ich Ihnen dabei helfen konnte, Bitcoin und die Sicherheit der Dezentralität etwas besser zu verstehen. Auf viele Aspekte konnte ich nicht wirklich eingehen, aber mir hat damals der Vergleich mit dem Kassenbuch und den eindeutigen Buchungen sehr geholfen, die Blockchain etwas vereinfacht zu verstehen. Wer am Bitcoin-Netzwerk teilnehmen möchte, benötigt noch einen Wallet, eine eindeutige Adresse, die ebenso eindeutig und einmalig wie eine E-Mail-Adresse ist. Der Vergleich passt insofern, da es sich bei beiden um eine Art elektronisches Postfach handelt. Nur wenn ich genau Ihre E-Mail-Adresse als Empfänger eintrage, werden Sie eine E-Mail von mir erhalten. Ohne E-Mail-Adresse kann ich Ihnen keine E-Mail senden. Ohne Wallet, also Adresse im Bitcoin-Netzwerk, kann man Ihnen keine Transaktion senden. So einfach ist das. Wenn Sie die Zugangsdaten zu Ihrem E-Mail-Account verlieren und es nicht möglich ist, diese wiederherzustellen, dann werden Sie niemals wieder Zugriff auf E-Mails in diesem Postfach haben. Dies erklärt auch, wieso einige Bitcoins für immer verschollen auf Wallets liegen und niemals mehr aktiv gehandelt werden können.

Falls Sie das Thema interessiert, kann ich Ihnen einen Besuch im Bitcoin Hotel Nummer eins, dem Hotel „Princess“ im Herzen von Plochingen empfehlen, wo man sich zu diesem Thema umfassend informieren und vom Hotelzimmer bis hin zu Snacks im Automaten auch alles mit Bitcoin bezahlen kann.


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