19. Mai 2026 10:00

Entschädigungsfonds Harsche Kritik an Trump

Politischer Zugriff auf Steuergelder

von Oliver C. Racke drucken

Entschädigung: Geheimer Fonds und politische Intrigen
Bildquelle: Redaktion Entschädigung: Geheimer Fonds und politische Intrigen

Die US-Regierung plant einen 1,7-Milliarden-Dollar-Fonds aus Steuergeld, um angeblich unrechtmäßig verfolgte Trump-Anhänger zu entschädigen. Auslöser ist ein juristischer Vergleich im Umfeld einer Klage der Trumps gegen die Steuerbehörde IRS. Kritiker werfen dem Vorhaben vor, eine schwarze Kasse ohne klare gesetzliche Grundlage zu schaffen; im Raum steht zudem, dass auch begnadigte Beteiligte am Sturm auf das Kapitol profitieren könnten.

Der Vorgang zeigt vor allem eines: Wenn staatliche Stellen über Geld verfügen, das ihnen nicht gehört, wird jeder Vergleich zum politischen Instrument. Ob nun Demokraten oder Republikaner empört sind, ändert daran wenig. Entscheidend ist, dass hier mit fremdem Eigentum hantiert wird, als sei es eine taktische Reserve für Machtspiele zwischen rivalisierenden Lagern. Wer Steuergeld in einen geheimnisvollen Fonds umleitet, baut keinen Ausgleich, sondern einen weiteren Kanal für Willkür.

Besonders auffällig ist die Intransparenz. Ein Gremium, dessen Mitglieder Trump auswählen und wieder entlassen kann, das geheim arbeitet und keine Rechenschaft ablegen muss, ist keine neutrale Einrichtung. Es ist eine Einladung zur Begünstigung der eigenen Leute. Genau solche Strukturen erzeugen jene Korruption, die dann mit moralischer Empörung begleitet wird, als wäre sie ein Betriebsunfall. Tatsächlich ist sie das logische Ergebnis zentralisierter Verfügungsgewalt über Ressourcen.

Auch die Berufung auf den Schutz vor politischer Verfolgung klingt nur auf den ersten Blick überzeugend. Wer rechtsstaatliche Fehler beheben will, braucht klare Regeln, transparente Verfahren und individuelle Haftung. Ein pauschaler Entschädigungstopf für eine politisch definierte Gruppe erfüllt das nicht. Wenn viele der möglichen Empfänger zuvor rechtskräftig verurteilt wurden und später begnadigt wurden, wird die Sache noch heikler: Dann geht es nicht um Entschädigung für ein klar bestimmtes Unrecht, sondern um die nachträgliche Umverteilung zugunsten eines Machtlagers.

Die IRS-Klage der Trumps verstärkt den Eindruck, dass hier juristische Mittel und politische Interessen ineinander greifen. Ein Vergleich, der zehn Milliarden Dollar Forderung in einen Fonds verwandelt, den das Finanzministerium aus einem Sondervermögen speist, wirkt weniger wie Konfliktlösung als wie Bilanzkosmetik mit politischem Beigeschmack. Solche Konstruktionen wären in einem freien Markt undenkbar, weil niemand auf Kosten Dritter über ein Sondervermögen verfügen könnte.

Der Schaden bleibt nicht abstrakt. Jeder solcher Fonds signalisiert: Wer nah genug an der Macht ist, kann Ansprüche, Begnadigungen und Entschädigungen in dieselbe Maschine werfen. Genau darin liegt die eigentliche Gefahr. Nicht nur die Höhe der Summe ist problematisch, sondern die Gewöhnung an ein System, in dem politischer Zugriff auf fremdes Geld als normal gilt.


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