11. Januar 2023 13:00

„Corona“ Aufarbeitung gerne, aber auf welcher Ebene?

Oberflächlicher Strafaktionismus wird nichts bringen

von Axel B.C. Krauss

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In letzter Zeit las ich oft von einer „Aufarbeitung“ der „Corona“- beziehungsweise „Pandemie-Politik“. Vor allem in einigen alternativen Medien ist davon die Rede, man solle „nicht vergessen“, manche fordern gar, „nicht zu vergeben“. Was mir dabei auffiel, war der doch etwas verbissene Fokus auf den sogenannten „medizinischen“ Maßnahmen einer Politik, bei der man sich mit Fug und Recht fragen darf, ob es dabei überhaupt um Gesundheitsschutz ging oder nicht andere Zielsetzungen den Ausschlag gaben.

Ich hatte in den nunmehr fast drei Jahren, nachdem die WHO die Pandemie am 11. März 2020 viral machte, in zahlreichen Beiträgen einige der Agenden beleuchtet, die sich unter dem allseits bekannten, aber ungenauen Oberbegriff „Großer Reset“ zusammenfassen lassen. Es handelt sich dabei um einen „Transformations“-Prozess, der diese „Gesundheitskrise“ – ob man nun an ihre Echtheit glauben mag oder nicht, ist aus dieser Perspektive eine eher randständige Frage – auf politischem Wege eindeutig ausnutzte, um gesellschafts- und wirtschaftspolitische Umwälzungen zu forcieren.

Zumindest das ist nämlich Fakt: Unabhängig von den endlosen Debatten um die Existenz eines SARS-CoV-2-Virus, von der Frage, ob man hier nicht einfach nur eine saisonale Grippe mittels dubioser Testmethodik ummünzte (die Grippe scheint zur Pandemiezeit tatsächlich fast vollständig verschwunden zu sein …), von den ebenso endlosen Diskussionen um Sinn und Zweck von Lockdowns und Masken oder vom Zankapfel der Impfungen wurde eine Politik betrieben, die sich nicht nur aus aufrichtiger Sorge um die Gesundheit der Bürger erklären lässt. Es passte einfach nicht zusammen. Was schon viele Menschen – ich durfte diese Erfahrung in den letzten drei Jahren immer wieder machen – zur Äußerung veranlasste, da könne „doch etwas nicht stimmen“.

Wenn also von „Aufarbeitung“ die Rede ist, müsste ich fragen: Auf welcher Ebene? Geht es dabei um die Recht- und Zweckmäßigkeit von Lockdowns? Um die Versuche, Menschen unter Androhung von Freiheitsverlusten eine experimentelle Impfung aufnötigen zu wollen (was gegen den Nürnberger Kodex verstößt, da solche drastischen Maßnahmen medizinisch gar nicht zu rechtfertigen waren)? Geht es um die psychischen Folgen für Kinder, die wirtschaftlichen Folgen? Oder möchten manche vielleicht nur ein paar besonders impertinenten Journos eins reingeben, die einen rigorosen Ausschluss der Ungeimpften forderten und bei denen man durchaus fragen darf, wie viele von ihnen aus echter Überzeugung handelten oder sich aus dem üblichen Konformitätsdruck heraus als „Klassenbester“ hervortun wollten?

Nur irgendwelche prominenten Lautsprecher „bestrafen“ zu wollen, halte ich für wenig zielführend. Beispiel Alena Buyx, Vorsitzende des „Deutschen Ethikrats“. Auch an ihr erhitzten sich unlängst einige Gemüter. Sie hätte falsche Empfehlungen ausgesprochen und müsse dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Was bringt es denn bitte, kleine Fische zappeln zu lassen? Nichts für ungut, aber der Ethikrat ist – das war schon sehr früh klar – eine politikhörige Veranstaltung. Welche Überraschung, dass der Rat genau die Vorschläge machte, die politisch ohnehin erwünscht waren. Hätte Buyx Drosten und Co regelmäßig scharf widersprochen, darf man sich fragen, wie lange sie wohl Vorsitzende geblieben wäre. Zumal wäre auch hier zu fragen: Handelte es sich wirklich um Vorsatz? Kann man davon ausgehen, dass sämtliche Mitglieder des Ethikrates überhaupt die nötigen Fachkenntnisse besitzen, um Empfehlungen zu geben, oder handelte es sich nur um eine Art „Alibi“-Veranstaltung der Regierung, um einen Anschein von „unabhängiger Prüfung“ und „Kontrolle“ der Politik zu wahren?

Wesentlich erfreulicher fände ich eine möglichst umfassende Aufarbeitung der nicht medizinischen Hintergründe. Um nur ein Beispiel zu nennen: politische Ausnutzung einer Krise zur Einführung eines biometrischen Kontroll- und Überwachungssystems (kein digitales „Impf“-Zertifikat beziehungsweise kein QR-Code: gesellschaftlicher Ausschluss), also Schaffung einer „panoptischen Gesellschaft“, in der die Bewegungen der Bürger möglichst lückenlos nachzuverfolgen sind – ein Versuch in medizinisch getarntem Totalitarismus, der bislang glücklicherweise scheiterte.

Manche anderen Aspekte gingen leider fast vollständig unter. Unter anderem die Frage, welchem Zweck die Lockdowns eigentlich dienten. Dazu gibt es nämlich mehr als nur die medizinische Diskussionsebene. Ich sehe das Problem darin, dass bei allzu einseitiger Betrachtung und „Aufarbeitung“, die sich nur auf die gesundheitspolitischen Streitpunkte fixiert, andere, nicht weniger wichtige vernachlässigt werden – was eine große Wiederholungsgefahr birgt. Denn solange diese anderen möglichen Motive nicht mitberücksichtigt werden, besteht das Risiko, dass sie „beim nächsten Mal“ (das es so schnell hoffentlich nicht geben wird) wieder übersehen werden und denjenigen, die „aufarbeiten“ wollen, wichtige Informationen entgehen, was schlimmstenfalls eine ungestörte Fortsetzung der mit ihnen einhergehenden Politik ermöglichen würde.

Der freie Journalist Michael Bryant hat sich kürzlich um eine Lesart aus finanzsystemischer und machtpolitischer Perspektive bemüht. „Das Covid-Phänomen“, so Bryant, „kann nicht verstanden werden, wenn man nicht auch den noch nie da gewesenen Finanzkollaps 2019–2020 versteht, der das gesamte globale Finanzsystem bedroht. Die Geschichte der Covid-19-Pandemie ergibt wenig Sinn, wenn man sie durch die Brille von Gesundheit, Sicherheit und Wissenschaft betrachtet. Betrachtet man sie jedoch unter dem Aspekt von Geld, Macht, Kontrolle und Wohlstandstransfer, dann ergibt alles einen perfekten Sinn.“

Aus Bryants Sicht haben „die Lockdowns, die Maulkorbpflicht, die unsoziale Distanzierung und die Vielzahl zusätzlicher Maßnahmen nichts zum Schutz oder zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit beigetragen – sie waren auch nie dazu gedacht, dies zu tun. Die zahlreichen Pflichten, die durch den Ausbruch des Covid-19-Szenarios ins Leben gerufen wurden, zielten alle darauf ab, die globale Wirtschaft absichtlich zu zerstören und kleine Unternehmen zu vernichten sowie den Verstand, den Willen und das soziale Gefüge der Menschen zu brechen, um ‚eine bessere Gesellschaft wiederaufzubauen‘, die den dystopischen Visionen der Psychopathen entspricht, die diesen Klassenkrieg führen. Das angestrebte Ergebnis ist eine Utopie der Milliardäre, in der sie den Planeten in Form eines techno-feudalen Lehnsguts besitzen und kontrollieren werden, in dem die digital markierte Menschheit wie Vieh in einer vollüberwachten Technokratie reguliert wird.“

Ich selbst hatte in einem meiner ersten Beiträge zur „Corona-Pandemie“ auf die Auffälligkeit hingewiesen, dass nach einer Phase stark zunehmender Meldungen über eine möglicherweise bald drohende mittelschwere bis schwere weltwirtschaftliche Rezession ein Szenario auftauchte, das es erlaubte, die Gründe einfach samt und sonders einer Krankheit – in diesem Fall Covid-19 – anzulasten und, wie es tatsächlich der Fall war, nur noch von der „Corona-Rezession“ zu sprechen, statt überfällige und wichtige geld- und finanzsystemische Fragen zu stellen.  

„Das Timing des Covid-Betrugs“, so Bryant weiter, „wurde notwendig, als die Weltmärkte im Herbst 2019 mit einer Notfall-Schuldenkrise konfrontiert wurden, die in den zuvor meist liquiden Märkten auftauchte: Repo-Märkte, Geldmärkte und Devisenmärkte. Die westlichen Regierungen begannen in aller Eile, dieses verfallende System zu retten, diesen katastrophalen Erdrutsch aufzuhalten, Großanleger zu retten und proaktiv eine Sicherheitsinfrastruktur zu installieren, um die unvermeidliche soziale Unordnung, die aus diesem Zusammenbruch resultierte, zu kontrollieren. Nach einer Phase der Hyperinflation, in der sowohl der Wert der Schulden als auch die entsprechenden Papierforderungen vernichtet werden, sollte ein globaler Finanz-Reset folgen. Das Finanzsystem befand sich im Herbst 2019 bereits in einem fortgeschrittenen Stadium des Niedergangs, wie die Übernahme des Repo-Marktes durch die Fed im September zeigt, um die Repokalypse abzuwenden. Der Zusammenbruch begann 2008/09, und die Versuche der letzten anderthalb Jahrzehnte, dieses korrupte Wirtschaftssystem zu retten, haben das Unvermeidliche nur verzögert.“

Gibt es weitere Anhaltspunkte, die solche Einschätzungen untermauern?

Im Juni 2019 läutete die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, auch „Zentralbank aller Zentralbanken“ genannt), in ihrem Jahreswirtschaftsbericht international die Alarmglocken. Das Dokument hob die „Überhitzung auf dem Markt für fremdfinanzierte Kredite“ hervor, wo „sich die Kreditstandards verschlechtert haben“ und „Collateralized Loan Obligations (CLOs) in die Höhe geschnellt sind – was an den steilen Anstieg der Collateralized Debt Obligations [CDOs] erinnert, die die Subprime-Krise [im Jahr 2008] verstärkt haben“.

Am 9. August 2019 veröffentlichte die BIZ ein Arbeitspapier, in dem „unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen“ gefordert werden, um „die Realwirtschaft vor einer weiteren Verschlechterung der finanziellen Bedingungen zu schützen“. In dem Papier heißt es, dass Zentralbankkredite während einer Krise „die Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe an Unternehmen ersetzen können“, indem sie „direkte Kredite an die Wirtschaft“ anbieten.

Am 15. August 2019 veröffentlicht der größte Vermögensverwalter der Welt, BlackRock Inc., ein Papier mit dem Titel „Dealing with the next downturn“. Darin wird die US-Notenbank im Wesentlichen angewiesen, dem Finanzsystem direkt Liquidität zuzuführen, um, Zitat, „einen dramatischen Abschwung“ zu verhindern.

Vom 22. bis 24. August 2019 trafen sich die Zentralbanker der G7-Staaten in Jackson Hole, Wyoming, um das BlackRock-Papier und dringende Maßnahmen zur Verhinderung des drohenden Kollapses zu diskutieren. James Bullard, Präsident der St. Louis Federal Reserve, sagte auf diesem Treffen: „Wir müssen einfach aufhören zu denken, dass nächstes Jahr alles wieder normal sein wird.“

Am 19. September 2019 – also vor der offiziellen Ausrufung der Pandemie – unterzeichnete US-Präsident Donald Trump die „Executive Order 13887“, mit der eine „National Influenza Vaccine Task Force“ eingerichtet wird, deren Ziel es ist, einen „nationalen Fünfjahresplan (Plan) zu entwickeln, um den Einsatz flexiblerer und skalierbarer Technologien zur Impfstoffherstellung zu fördern und die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, die gegen viele oder alle Grippeviren schützen“. Damit sollte einer „Grippepandemie“ entgegengewirkt werden, die „im Gegensatz zur saisonalen Grippe das Potenzial hat, sich schnell über den Globus zu verbreiten, eine größere Anzahl von Menschen zu infizieren und hohe Krankheits- und Todesraten in Bevölkerungsgruppen zu verursachen, die nicht immun sind“. Auch in Europa liefen entsprechende Vorbereitungen.

Am 18. Oktober 2019 fand in New York das „Event 201“ statt, eine strategische Übung, die vom „Johns Hopkins Center“ für Biosicherheit und der „Bill and Melinda Gates Foundation“ koordiniert wurde. Dabei wurde eine globale Zoonose-Pandemie simuliert. Die Mainstream-Presse zitierte in den ersten Pandemie-Monaten nach Ausrufung durch die WHO in ihren Berichten fast ausschließlich die Johns-Hopkins-Universität, als wären alle anderen Universitäten plötzlich verdampft und hätten nichts beizutragen. Das wirft die berechtigte Frage auf: Produziert die Johns Hopkins tatsächlich nur unverzichtbare Genies oder wurde sie deshalb zur vermeintlich „obersten Instanz“ erklärt, weil sie vorab „gebrieft“, sprich in das weitere Vorgehen eingeweiht war?

„Das Mainstream-Narrativ sollte daher umgedreht werden“, schreibt Prof. Fabio Vighi in seinem Artikel „A Self-Fulfilling Prophecy: Systemic Collapse and Pandemic Simulation“ („Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Systemischer Zusammenbruch und Pandemie-Simulation“, 16. August 2021): „Der Aktienmarkt brach (im März 2020) nicht zusammen, weil Lockdowns verhängt werden mussten; vielmehr mussten Lockdowns verhängt werden, weil die Finanzmärkte zusammenbrachen. Die Lockdowns führten zur Aussetzung von Geschäftstransaktionen, wodurch die Nachfrage nach Krediten sank und die Ansteckung gestoppt wurde. Mit anderen Worten: Die Umstrukturierung der Finanzarchitektur durch eine außerordentliche Geldpolitik setzte voraus, dass der Motor der Wirtschaft abgestellt wurde. Hätte die enorme Menge an Liquidität, die in den Finanzsektor gepumpt wurde, die Transaktionen vor Ort erreicht, wäre ein monetärer Tsunami mit katastrophalen Folgen ausgelöst worden.“ Unglücklicherweise bezieht Vighi sich in seiner Analyse der „kapitalistischen“ (eigentlich: finanztechnokratisch-geldsozialistischen) Ursachen ausgerechnet auf Marx’schen Murks – ansonsten dürfte er mit obiger Einschätzung richtigliegen.

Diese kurze Übersicht sollte genügen, um zu verdeutlichen, dass eine „Aufarbeitung“, die sich lediglich auf eine Bestrafung irgendwelcher gesundheitspolitischen Fehltritte und eher niederrangiger Dramatis Personae fokussiert, nicht genügen wird, um das ganze Ausmaß der Vorgänge und geplanten Umwälzungsprozesse zu erfassen, die unter dem Pandemie- beziehungsweise Krisendeckmantel durchgewunken werden sollten (einige davon stehen nach wie vor auf dem politischen Programm). Das Risiko ist groß, dass es – ein wohlbekanntes Phänomen der Geschichte – beim Hängen von Goldfischen bleiben wird, während so mancher Megalodon ungeschoren davonkommen wird. Wenn schon, dann bitte richtig.  

Bis nächste Woche.


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