08. März 2023 13:00

Kalkulierte Kompromisse Jetzt wächst vermeintlich zusammen, was von Anfang an zusammengehörte

Über eine inszenierte „Annäherung“ an jahrzehntealte „klimapolitische“ Forderungen

von Axel B.C. Krauss

von Axel B.C. Krauss drucken

Wer meine ef-Beiträge zu dieser Thematik regelmäßig gelesen hat, weiß: Die vorgeblich umweltpolitischen Grundlagen waren bereits fix und fertig ausgearbeitet, bevor die ersten vermeintlichen „Graswurzel“-Aktivisten der „letzten“, sprich nutzidiotischsten Generation sich auf Straßen festklebten, Gemälde mit Essen beschmissen, Denkmäler mit Erdöl salbten oder andere sinnlosen Vandalismus pflegten, um der Politik die längst eingepreiste Gelegenheit zu geben, darauf zu „reagieren“ und die Sorgen der Reset- und Rückbau-Fußtruppen „ernst zu nehmen“.

Und damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt.

Es sei denn, irgendjemand möchte, dass ich die malthusianischen, technokratischen und transhumanistischen Wurzeln dieser Politik noch einmal ausführlich durchkaue. Oder mithilfe einer langen Reihe an Zitaten belege, dass die Fundamente dieser Politik schon vor Jahrzehnten gelegt wurden. Ich könnte natürlich auch zum wiederholten Male die Namen der federführenden Köpfe von G wie Gorbatschow (Mitglied des „Club of Rome“) über M wie Maurice Strong über K wie König Charles oder S wie Soros oder Schwab et cetera et cetera auflisten. Oder die Namen der finanziellen Unterstützer von „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“.

Ich könnte abermals darauf verweisen, dass es Maurice Strong war (der zusammen mit Gorbatschow die „Erdcharta“ entwickelte), der einmal ein – selbstverständlich rein hypothetisches – Gedankenspiel zum Besten gab: Es könne ja sein, so Strong, dass Politiker der nahen Zukunft aufgrund der Dringlichkeit des Klima-Armageddon auf die Idee kommen könnten, sich zu fragen, ob es nicht sogar ihre Aufgabe sei, den Niedergang der industriellen Zivilisation absichtlich herbeizuführen – also genau die Politik, die derzeit zügig umgesetzt zu werden scheint. Besser rückbauen halt. Einfach mal resetten. Doch das wäre überflüssig, schließlich handelte es sich ja um ein reines Gedankenspiel.

Das Einzige, was ich stattdessen aufgrund aktueller und absolut vorhersehbarer Ereignisse wiederholen werde: Ich gehöre nicht zu den Leuten, die hinterher sagen, ich hab’s ja gesagt.

Deshalb sage ich jetzt: Ich hab’ ja gesagt, und zwar schon vor vielen Monaten in mehreren ef-Beiträgen, dass hier ein ganz altbekanntes Rezept zur Anwendung kommt. Es soll der (falsche) Eindruck einer „Graswurzel“-Bewegung erweckt werden, die mit der Politik (vermeintlich) rein gar nichts zu tun habe. Die permanenten flächendeckenden Berichte in den Massenmedien sollen die (längst vorgefertigten) Forderungen der Aktivisten in den Köpfen verankern sowie a) den falschen Eindruck einer breiten Bewegung und b) einer dramatischen Situation künstlich schaffen, auf die man seitens der Politik dann lediglich „reagiere“, um den „sozialen Frieden“ zu wahren und, aber das versteht sich von selbst, die Welt zu retten.

Am 3. März 2023 war es dann so weit: Danke für die Bestätigung, dass es eben doch Dinge gibt, die man ganz wunderbar vorhersagen kann. Es stimmt zwar, dass niemand die Zukunft vollumfänglich voraussagen kann. Es gibt allerdings Dinge, die man – sofern sie einem bekannt sind – mit beinahe mathematischer Präzision vorausberechnen kann.

Wie zum Beispiel das folgende vorprogrammierte Event.

Der „Focus“, 3. März 2023: „Hannovers grüner Bürgermeister Belit Onay verspricht der letzten Generation, ihre Forderungen zu unterstützen, wenn sie sich in seiner Stadt nicht mehr festkleben.“

Nach diesem Zitat schrieb ich ursprünglich diesen Satz: „Dieses war der erste Streich. Weitere werden folgen.“

Diesen Satz kann ich mir nun sparen, denn heute, am 6. März, da ich diesen Beitrag fertigzuschreiben gedachte, kam mir der „Focus“ wieder zuvor: „Nach einem Einlenken in Hannover hat sich auch der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) nach eigenen Angaben mit Klimaaktivisten der Letzten Generation verständigt.“

Hochverehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir bitten Sie um Verständnis. Sie sehen ja selber, dass es so nicht weitergehen kann. Und Sie haben sich ja auch selber immer wieder über diesen schrecklichen, schrecklichen Klimakleber aufgeregt. Wir verstehen das, wirklich. Zuweilen sind Sie sogar schon handgreiflich geworden, um sie von Straßen zu entfernen. Sie werden sicher einsehen, dass wir deshalb zur Wahrung der öffentlichen Ordnung und des sozialen Friedens auch mal ein paar Schritte auf diese ob des bevorstehenden apokalyptischen Weltenbrandes hochbesorgten Aktivisten zugehen müssen. Da muss man auch mal Kompromisse schließen, Brücken bauen, Gräben schließen, aufeinander zugehen und Aktivisten dort abholen, wo sie sind, statt der Spaltung der Gesellschaft und dem Zerschlagen gesellschaftspolitischen Porzellans untätig zuzuschauen.

Deshalb haben wir uns darauf verständigt, einige der von diesen Aktivisten vertretenen beziehungsweise dieser erfolgreich einprogrammierten Forderungen, die bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreichen, nun doch zu berücksichtigen. Sie werden dann endlich wieder freie Fahrt haben und brauchen sich nicht mehr ständig damit herumzuärgern oder gar übergriffig zu werden. Es könnte allerdings sein, dass die Umsetzung dieser Forderungen dazu führt, dass sie irgendwann vielleicht doch keine freie Fahrt, sondern gar kein Auto mehr haben. Kein Problem, es gibt ja die öffentlichen Nahverkehrsmittel. Sie könnten auch zu Fuß gehen. Ist eh gesünder. Sollten Sie unterwegs Hunger bekommen, können Sie sich an einer der zahlreichen Imbissbuden in Ihrer 15-Minuten-Stadt mit einer Tüte gerösteter Heuschrecken, kandierter Kellerasseln oder gelierter Borkenkäfer stärken.

Die Zukunft wird grün!

Bis nächste Woche.


Sie schätzen diesen Artikel? Die Freiheitsfunken sollen auch in Zukunft frei zugänglich erscheinen und immer heller und breiter sprühen. Die Sichtbarkeit ohne Bezahlschranken ist uns wichtig. Deshalb sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Freiheit gibt es nicht geschenkt. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit.

PayPal Überweisung Bitcoin und Monero


Kennen Sie schon unseren Newsletter? Hier geht es zur Anmeldung.

Artikel bewerten

Artikel teilen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv nur registrierten Benutzern zur Verfügung.

Wenn Sie bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich mit dem Registrierungsformular ein kostenloses Konto erstellen.