13. April 2023

Erst Baerbock in Indien, dann von der Leyen in China Deutsche Politikerinnen werden bestellt und nicht abgeholt

Der weltdiplomatische Supergau. Oder: Sowas kommt von sowas!

von André F. Lichtschlag

Am deutschen Wesen soll mal wieder die Welt genesen – spätestens seitdem im Dezember 2021 Annalena Baerbock Außenministerin wurde, ist der erhobene moralische Zeigefinger überall auf der Welt das Kennzeichen deutscher „Diplomatie“. Legendär sind etwa Baerbocks Uno-Reden, wo sie die türkischen und einige andere Amtskollegen regelmäßig gerne brüskiert. Zuletzt brachte sie die Afrikaner mit unnachahmlicher Besserwisserei über das dortige Toilettenwesen gegen sich auf.

Vermutlich wird auch Ursula von der Leyen rund um die Erde eher als typisch deutsche Politikerin denn als eine Vertreterin der Europäischen Union wahrgenommen. Auch sie agiert gerne an den Regeln jeglicher von Hause aus zurückhaltender Diplomatie vorbei, macht auf deutschen Herren-, pardon: Herrinnenmenschen auch dann, wenn ganz besondere Demut angebracht wäre.

Und dann war da noch der Tiefpunkt im November 2022, der sogar Baerbocks und von der Leyens Auftritte noch unterbot und wirklich alle Schamgrenzen sprengte, ein Eintrag in die Weltgeschichte, den die arabische Welt so schnell nicht vergessen wird, als nämlich die deutsche Innenministerin Nancy Faeser ihren legendären Armbinden-Stunt im Stadion von Katar vor den Augen der Weltöffentlichkeit vollführte. Die Araber schwiegen damals vornehm, denn sie waren bemüht, ihre so lange ersehnte Fußball-Weltmeisterschaft nicht noch zusätzlich durch eine eigene Reaktion herunterzuziehen.

Aber hatte irgendwer geglaubt, dass die unerträgliche Arroganz als Kennzeichen deutscher Außenpolitik und Diplomatie auf internationaler Bühne mittelfristig ohne Folgen bleiben würde? In einer Welt, die sich ohnehin gerade neu sortiert und in der immer mehr Länder sich den neuen antiwestlichen Bündnissen Brics und SOZ anzuschließen beabsichtigen? Sind es nur zufällig genau diese Staaten in Nahost, auf der Arabischen Halbinsel, in Afrika oder Zentralasien, die von deutschen Politikern eben noch auf unverschämteste und unerträglichste Art und Weise belehrt und brüskiert wurden?

Jetzt jedenfalls ernten sie, was sie gesät haben. Zum Beispiel Annalena Baerbock bei ihrem jüngsten Besuch in Indien. Ihre filmisch festgehaltene und in den sozialen Medien vielfach verbreitete Landung ohne jede protokollarisch übliche Ehrerweisung irgendwo auf dem Rollfeld vor ein paar Hilfsarbeitern – grandios. Später wurde sie an einer Universität des Landes vom indischen Amtskollegen regelrecht vorgeführt, als der sich ihre abermaligen Belehrungen brüsk verbat.

Ursula von der Leyen musste in China kürzlich dasselbe über sich ergehen lassen – sie reiste nicht als Diplomatin ein, wurde nicht empfangen und auch nicht zum Flugzeug geleitet, sondern musste sich in der Passkontrolle mit gewöhnlichen Geschäftsleuten und Urlaubern einsortieren. Kollege Emmanuel Macron war ebenfalls gerade in China, die unterschiedliche, ja gegenteilige Behandlung war von niemanden übersehbar. Der chinesische Präsident bemühte sich die lange Ehrentreppe herunter, um sie gemeinsam mit Macron wieder emporzusteigen. Ursula von der Leyen musste diese Treppe anschließend ganz allein erklimmen. Sie, ausgerechnet sie, deren überbordendes Selbstbewusstsein nie mit ihren Leistungen übereinstimmte, war nun als Aschenputtel angereist und ins Scheinwerferlicht gestellt, während Macron den Prinzen von China spielen durfte.

Die Welt formiert sich neu, und der Westen verliert mehr und mehr die Kontrolle. Das ist der eine, bekanntere Teil der Geschichte. Der andere ist der genuin deutsche Part – hier ist längst der letzte Respekt der Welt verspielt worden, der von Adenauer über Brandt und Schmidt bis Kohl und Schröder, vor allem aber von der deutschen Wirtschaft, als diese noch weltführend war, so mühsam erarbeitet wurde. In Zeiten der neuen deutschen feministischen Außenpolitik und der dreisten teutonischen Elefantendamen in den diplomatischen Porzellanläden dieser Welt könnte nun auch der Rückstoß die hiesigen Politikerinnen hart treffen.

Wann reist eigentlich Nancy Faeser mal wieder auf die Arabische Halbinsel?


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