10. Juli 2023 08:00

Gestahlfedert: Verbotsfetischismus Rechtsruck oder Mad Max?

Ein paar Gedanken zur heißersehnten Karlsruher Endlösung der Blauen-Frage

von Michael Werner

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Bildquelle: Statista Blauer Horror für das Altparteienkartell: AfD bereits bei 20 Prozent

Aktuell stehen die alteingesessenen, im Bundestag vertretenen Parteien, insbesondere die drei an der Regierung beteiligten, jedoch auch die zwei von der Pseudo-Opposition, vor einem massiven, wenn nicht sogar existenziellen Problem: Die AfD mit ihren kontinuierlich steigenden Umfragewerten. Aktuell steht der personifizierte Alptraum des gesamten politmedialen Komplexes mit bundesweit rund 21% an zweiter Stelle hinter CDU/CSU. Wertet man die beiden Unionsparteien einzeln, ist die AfD sogar stärkste Partei. In einigen östlichen Bundesländern führt sie mit noch weitaus größerem Abstand. Zudem stellt sie mittlerweile einen Landrat und einen Bürgermeister.

Um ein Problem zu lösen, muss man zunächst seine Ursachen finden und verstehen. Erst dann hat man eine realistische Chance, es zu lösen. So auch hier. Spaßeshalber versetze ich mich einfach mal kurz in die Altparteien hinein, um die Ursachen für das blaue Wunder, das sie gerade erleben müssen, zu finden, zu benennen und sogar eine Lösung aufzuzeigen – und das alles aus der hohlen Hand in nur wenigen Sätzen:

Die Ampel-Parteien müssten als Ursache für den immensen Zuspruch für eine Oppositionspartei ihre desaströse Politik ausmachen, die bisher bereits jeden Bürger spürbar ärmer gemacht hat und die meisten bald schon richtig arm machen wird. Die quasi nicht mehr vorhandene innere Sicherheit sowie peinliche Personalien, dreiste Begünstigungs-Skandale und das sinnlose Verpulvern von Steuermilliarden für allerlei Mumpitz, der dem Bürger letztendlich nichts nützt oder gar schadet, sind weitere Aspekte, die erschwerend hinzukommen. Die Lösung wäre ein einschneidender Politikwechsel, der den Menschen zeigt, dass die Signale verstanden wurden. Für die FDP wäre es sogar die einzige Lösung, die Koalition zu verlassen, wenn sie nicht für längere Zeit aus allen Parlamenten fliegen will, falls es dafür nicht bereits zu spät ist.

Die Union müsste als Ursache für ihre Verluste an die AfD erkennen, dass sie dem ökosozialistischen Planwirtschafts-Wahn der Ampel absolut nichts entgegenzusetzen hat, weil sich ihre Oppositionsarbeit auf die Bekämpfung nicht etwa der Regierung, sondern der AfD fokussiert, während sie schamlos mit den Grünen – der Wurzel des allergrößten Übels – flirtet, in der Hoffnung auf eine künftige gemeinsame Regierung. Inzwischen melden sich sogar die ersten Stimmen zu Wort, zur Verhinderung der AfD notfalls auch mit der SED zu koalieren. Zudem haben noch längst nicht alle Wähler vergessen, dass die Union 16 Jahre lang eine Kanzlerin gestellt hat, die in weiten Teilen bereits fast dieselbe Politik betrieben hat wie die Ampel, welche das Werk Satans jetzt lediglich mit Warp-Antrieb vollendet. Die einzige Lösung für die Union wäre eine gnadenlose öffentliche Abrechnung mit der Merkel-Ära, verbunden mit einer knallharten Trennung von sämtlichen personellen Altlasten ihres Sündenfalls, gefolgt von einer konsequenten Rückbesinnung auf ihren konservativen, marktwirtschaftsfreundlichen Markenkern, um der AfD – die es nur gibt, weil Merkel die Union auf linksgrün gedreht hat – an allen entscheidenden Stellen das Wasser abzugraben. Die in jedem zweiten Satz betonte „Brandmauer“ zu einer Partei, die – mit einigen Abstrichen in beide Richtungen – so etwas wie die CDU von 2002 ist, sollte vielleicht durch eine klare Abgrenzung nach links ersetzt werden, insbesondere zu den Grünen. Niemand, der eine wirtschaftsliberale, bürgerlich-konservative Politik haben will und diese ausschließlich von der AfD glaubwürdig vertreten sieht, würde zurück zur CDU umschwenken, wenn nicht ausgeschlossen wäre, dass diese nach der Wahl mit den Grünen koaliert und dann dieselbe linksgrüne Politik macht wie alle anderen.

Das war’s schon. Und es war kinderleicht, denn die Ursachen des Problems und daraus logisch folgende Lösungswege brüllen einen quasi an. Doch nichts davon geschieht, die Betroffenen scheitern schon daran, die Ursachen zu erkennen.

Wie kommt das? Cineasten erinnern sich mit einem süffisanten Grinsen an Clint Eastwoods epischen letzten Satz in „The Good, The Bad And The Ugly (Zwei glorreiche Halunken)”: „You see, in this world there's two kinds of people, my friend. Those with loaded guns and those who dig. You dig.” Analog dazu teilen sich die Menschen bei der Suche nach den Ursachen für ihre Probleme ebenfalls in zwei Sorten auf: Jene, die auch unschönen Wahrheiten schonungslos ins Gesicht blicken wollen. Und jene mit einem ausgeprägten Hang zum Selbstbetrug, die sämtliche möglichen Ursachen, die nicht ins eigene Weltbild passen oder gar mit ihnen selbst zu tun haben, bei der Suche per se ausschließen.

In diese Kategorie fallen Staatsanbeter, Planwirtschaftler und Sozialisten aller Couleur, die zudem das Galaxy-Level des Selbstbetrugs beherrschen, so felsenfest an ihre eigenen Lügen zu glauben, dass sie sich sogar lichte Momente, in denen sie sich des Selbstbetrugs gewahr werden könnten, komplett verunmöglichen. Das geschieht allerdings aus einem leicht nachvollziehbaren Motiv, nämlich zum reinen Selbstschutz, weil sie ansonsten an kognitiver Dissonanz zugrunde gehen würden. (Um auf dieses sozialpsychologische Phänomen nicht näher eingehen zu müssen, empfehle ich wärmstens die Lektüre des unlängst erschienenen Freiheitsfunken von Markus Krall, den ich all jenen, die ihn noch nicht gelesen haben, unten verlinke.)

Weil alle Beteiligten aufgrund dieser psychischen und geistigen Disposition (oder besser gesagt Deformation) die wahren Ursachen für den rasanten Aufstieg der AfD nicht erkennen können, warten sie mit irgendwelchen abstrusen Ersatz-Erklärbär-Modellen auf, von denen sich zwei als besonders beliebt herausgestellt haben:

Zum einen – vornehmlich seitens der Regierung – das als Pseudo-Selbstkritik getarnte Mantra „wir haben es nicht geschafft, den Bürger abzuholen und ihm unsere Politik richtig zu erklären“. Was im Klartext heißt: „Wir haben alles richtig gemacht, unsere Politik war makellos. Insofern der Bürger nicht eh zu blöd ist, unsere gottgleiche Genialität zu erkennen, haben wir sie allenfalls nicht verständlich genug kommuniziert.“ Was natürlich ein schlechter Witz ist angesichts des Umstands, dass sich diese Bruchpiloten einer durch Zwangsgebühren finanzierten Neun-Milliarden-Propagandaschleuder plus einer Armada an freiwillig gleichgeschalteten Systemmedien bedienen, die dem Steuersklaven rund um die Uhr in der Frequenz einer Stalinorgel irgendeinen Klima-Kappes vor die Schädeldecke dreschen, flankiert von zahlreichen Bataillonen an Bodentruppen aus angstpsychotischen Kindersoldaten, die freitags die Schule schwänzen oder sich auf der Straße festkleben, um dann zur Erholung von den Strapazen ihres selbstlosen Revoluzzer-Daseins mit dem garantiert CO2-neutralen TUI-Bomber ins Tropenklima von Bali zu jetten.

Als zweite Ursache des Aufstiegs der AfD benennt man ihre „permanente Hetze“, mit der die Partei die Menschen gegen die beste Regierung seit dem Urknall aufwiegelt.

Hierzu muss man zunächst einmal wissen, dass „Hetze“ eine Neusprech-Vokabel ist für jedwede oppositionelle Kritik an öko-sozialistischer Politik, egal wie sachlich, fundiert und faktenbasiert sie daherkommt. Die galoppierende Verarmung der Bürger durch Inflation, Steuern und Abgaben zur Sprache bringen – Hetze! Die Sinnhaftigkeit des Atomausstiegs anzweifeln, wenn dafür nun dreckige Kohlekraftwerke auf Volllast laufen und trotzdem noch für teuer Geld Atomstrom aus dem Ausland hinzugekauft werden muss – Hetze! Den Nutzen der Zerschlagung der heimischen Wirtschaft mit all ihren verheerenden Folgen in Frage zu stellen, um den homöopathischen Anteil von 0,00003 Prozent deutschen CO2 in der Erdatmosphäre zu reduzieren – Hetze! Zahlen aus der offiziellen Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamts zitieren – Hetze!

Hier drängt sich die Frage auf, wie diese „permanente Hetze“ überhaupt so massenwirksam unters Volk gelangt sein konnte: Weder in der Staatsglotze noch in der linksgrünen Einheitspresse werden die inhaltlichen Positionen der AfD dargestellt. Falls alle Pflaumenpfingsten mal ein AfD-Politiker an einer politischen Talkshow teilnehmen darf, dann nur, um sich ausbuhen, beschimpfen und permanent ins Wort fallen zu lassen. Über die AfD berichtet wird nur, wenn Björn Höcke mal wieder sein LTI-Tourette nicht im Griff hatte. Plakate der AfD bleiben keine drei Sekunden hängen, und ihre Wahlkampfstände kann man nur unter Lebensgefahr aufsuchen. Weil so gut wie niemand der AfD Versammlungsstätten vermietet, finden äußerst selten öffentliche Veranstaltungen oder Kundgebungen statt, und wenn ausnahmsweise doch, dann unter massivem Polizeischutz, was jeden potenziellen Adressaten aus der Mitte der Gesellschaft maximal abschreckt. Halten wir fest: Selbst wenn die AfD tatsächlich „permanente Hetze“ betriebe, wie stetig kolportiert wird, so müsste sich ein halbwegs politikinteressierter Normalbürger schon proaktiv intensiv bemühen, um davon überhaupt etwas mitzubekommen, wohingegen ihn die Regierungspropaganda auf allen Kanälen in Dauerschleife anplärrt – was übrigens eine Reaktanz auslösen kann. Im Marketing bezeichnet man so den Effekt, dass zu häufige, zu aufdringliche und zu penetrante Werbung beim Rezipienten bis hin zur völligen Ablehnung des angepriesenen Produkts führen kann. Aber woher sollen die auch sowas wissen?

Geht man beim Versuch der Lösung eines Problems von den falschen Ursachen aus, dann wird durch die Bekämpfung oder Beseitigung dieser falschen Ursachen das Problem entweder nicht gelöst oder gar noch verschlimmert. Nachdem hier also zwei falsche Ursachen für den Aufstieg der AfD ausgemacht wurden, werfen wir einen kurzen Blick auf die falschen Lösungen, die nun angestrebt werden.

Nun, das vermeintliche Kommunikationsproblem wird einfach mit tonnenweise Geld zugeschissen: Noch mehr Öffentlichkeitsarbeit, noch mehr Show – also noch mehr Propaganda. Und bald schon kommt ja noch das feine „Demokratiefördergesetz“ hinzu. Ein Witz schlechthin: Was ist diese Demokratie überhaupt wert, wenn man sie per Gesetz und mit horrenden Steuermitteln „fördern“ muss? Bei allen wichtigen Erfindungen, egal ob es Schuhe waren oder Autos oder Smartphones, haben die Menschen von allein deren Sinnhaftigkeit und Nutzen erkannt und sich diese Dinge freiwillig und gern zugelegt, ohne dass es beispielsweise ein „Schuhfördergesetz“ geben musste. Naja, wurscht, das Ding ist eh nur eine Mogelpackung! Ein kurzer Blick auf die Homepage der Bundesregierung: „Das neue Gesetz soll Projekte stärken, die sich für eine starke Demokratie und gegen Extremismus einsetzen.“ Man muss sich schon über Monate mit dem Hammer gekämmt haben, um nicht sofort zu erkennen, dass dieses Gesetz einzig und allein dem Zweck dient, die AfD zu bekämpfen, genauso wie der milliardenschwere „Kampf gegen rechts“.

Und da kommen wir auch schon zum letzten Punkt: Was tun gegen die „permanente Hetze“ seitens der AfD? Oder direkt gefragt: Was tun gegen die AfD?

Na, ganz einfach: Die AfD verbieten!

Wie bereits vor drei Wochen in meiner Kolumne „Idiocracy“ erwähnt, kam das „Deutsche Institut für Menschenrechte“ völlig überraschend zu dem „Ergebnis“, dass die Voraussetzungen für ein Parteiverbot vorliegen. Zum besseren Verständnis erlaube ich mir ausnahmsweise ein kurzes Eigenzitat aus der damaligen Kolumne: „Über diesen ominösen Verein muss man eigentlich nur zwei Dinge wissen: Er wird aus Mitteln des Bundestags finanziert, und im Kuratorium sitzt die Stasi-Schranze Anetta Kahane. Unter den restlichen Mitgliedern befinden sich dann erwartungsgemäß die ,üblichen Verdächtigen‘, also linke Geschwätzwissenschaftler mit größtmöglichem Sicherheitsabstand zu jeder Art von Wertschöpfungskette.“

Dieses „Gutachten“ einer vermeintlich „neutralen“ Stelle mit einem gleichermaßen unverdächtigen wie hochtrabenden Namen, bei dem nur so schäbige Lumpen wie Julian Reichelt oder unsereiner mal etwas genauer hinschaut, war die sorgsam inszenierte Initialzündung der AfD-Verbots-Debatte, bei der schon lange nicht mehr nur laut nachgedacht oder sorgsam abgewägt wird.

Als bisher brachialster Befürworter eines Parteiverbots gerierte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz. Nein, ich mache jetzt keinen Namenswitz, der käme zu flach. Die besten Pointen liefert eh immer wieder zuverlässig die Realität: Der feine Herr Wanderwitz ist nur aufgrund eines Listenplatzes in den Bundestag gezogen. Das Direktmandat seines Wahlkreises hat er bei der Bundestagswahl 2021 verloren – an die AfD. So sehen schlechte Verlierer aus!

Kurz zu den Formalitäten: Nur die Bundesregierung, der Bundestag und der Bundesrat sind berechtigt, beim Bundesverfassungsgericht einen Antrag auf das Verbot einer Partei zu stellen, das daraufhin prüfen muss, ob die Voraussetzungen für ein solches Verbot erfüllt sind, welche sich in Artikel 21 Satz 2 des Grundgesetzes finden, wo es heißt: „Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.“

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien dem feuchten Traum eines „vereinigten Europas“ anhängen, also einem europäischen Superstaat, in dem Deutschland dann aufgeht. Womit sie streng genommen den Bestand der Bundesrepublik Deutschland gefährden. Müssten sie daher nicht viel eher verboten werden als die AfD, die als einzige große Partei den Erhalt des deutschen Nationalstaates mit größtmöglicher Souveränität befürwortet?

Es entbehrt ebenfalls nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die AfD, die von Politikern aller anderen Parteien, die sich selbst neuerdings in jedem zweiten Satz plakativ „Demokraten“ schimpfen, ständig als „demokratiefeindlich“ bezeichnet wird, als einzige im Bundestag vertretene Partei mehr direkte Demokratie fordert, zum Beispiel Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild. Also die einzige noch halbwegs erträgliche Form von Demokratie. Außerdem will die AfD, dass der Bundespräsident vom Volk direkt gewählt wird und nicht mehr von einer elitären Klüngel-Kaste, bestehend aus den Bundestagsabgeordneten und ihren handverlesenen Günstlingen, garniert mit ein paar systemtreuen Staatsclowns, um Volksnähe anzutäuschen.

An der Stelle noch ein kurzer Einschub: Viele Menschen benutzen die Begriffe „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ und „Demokratie“ synonym; das ist jedoch nicht ganz richtig. „Demokratie“ bedeutet lediglich, dass die Regierung – im Optimalfall in freien, geheimen und gleichen Wahlen – demokratisch gewählt wird. An der Stelle steht „Demokratie“ bereits im Widerspruch zu „Freiheit“, denn wer der Willkür einer Mehrheit beziehungsweise der Willkür eines von dieser Mehrheit auf ein paar Jahre gewählten Herrschers ausgeliefert ist, ist genauso wenig frei wie jemand, der der Willkür eines Monarchen oder Diktators ausgesetzt ist. Falls Sie an der Stelle einwenden möchten, dass ein demokratischer Rechtsstaat derartige Willkür verhindert, dann haben Sie die Corona-Zeit inzwischen wohl erfolgreich verdrängt.

Das Demokratieverständnis derjenigen, die sich aktuell selbst bei jeder Gelegenheit als die einzig wahren Gralshüter der Demokratie anpreisen, offenbart seine volle Niedertracht an etlichen Stellen, wenn man nur mal genau hinschaut. Der gerade noch in letzter Sekunde höchstrichterlich gestoppte Versuch von Vetternwirtschaftsminister Habeck, ein menschenverachtendes Gesetz zur Verarmung und Enteignung eines Großteils der Bevölkerung noch schnell vor der Sommerpause durch den Bundestag zu peitschen, ohne dass sich jemand den umfangreichen Bettel in Ruhe anschauen, geschweige denn darüber nachdenken konnte, war da nur die Spitze des Eisbergs. Die Grundhaltung dieser „Demokraten“ besagt: „Ich bin für vier Jahre gewählt, und in denen kann ich machen, was ich will, scheißegal was der Pöbel denkt und wünscht.“ Dass eine überwältigende Mehrheit nicht nur den sogenannten „Heizhammer“, sondern auch die Abschaltung der Atomkraftwerke, die unkontrollierte Massenmigration aus Kulturkreisen mit inkompatiblen Wertvorstellungen und die kulturmarxistische Gender-Ideologie mitsamt ihrer einhergehenden Sprachverkrüppelung ablehnt, ist diesen „Demokraten“ komplett wurscht.

Eine „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ hingegen stellt (ungeachtet der späteren Definitionen des Bundesverfassungsgerichts von 1952 und 2017) in ihrer eigentlichen Bedeutung zunächst einmal auf den freiheitlichen Charakter einer Gesellschaft ab. Die Privatautonomie des Individuums ist oberstes Gebot. Demokratisch abgestimmt wird nur, was sich anders nicht regeln lässt.

Unter diesen Umständen wird es schwer, der AfD nachzuweisen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung beeinträchtigen oder gar beseitigen zu wollen. Tatsächlich stellt sie sich gegen ein verrottetes Parteiensystem, dessen Vorturner sich den Staat längst zur Beute gemacht haben und sich nur alle paar Jahre mal dazu herablassen, das lästige Volk in blauen Lügendunst einzunebeln, wodurch lediglich die Verteilungsquoten der fetten Beute ein bisschen variieren.

Auch an dieser Stelle sollte man sich nicht allzu großen Hoffnungen hingeben: Selbst wenn es der AfD gelingen sollte, den Laden kurzfristig ein bisschen aufzumischen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass auch sie recht bald vom Rausch der Macht und vom Zugang zur schier unendlichen Ressource „Steuerkohle“ genauso korrumpiert wird wie die Grünen, die anfangs ebenfalls mit dem hehren Ziel angetreten waren, verkrustete Strukturen aufzubrechen und mehr Basisdemokratie einzuführen, und mittlerweile schlimmer sind als alle, die sie seinerzeit bekämpft haben, zusammen. Das ist nämlich eine unvermeidbare Folge des Konstrukts „Staat“ in Verbindung mit Demokratie, und ihre Ursache liegt in der menschlichen Natur, die man auch mit noch so gut gemeinten Krücken wie „Gewaltenteilung“ und „Rechtsstaat“ nicht ausgehebelt bekommt.

Doch zurück zum Thema „Parteiverbot“: Es bleibt spannend zu sehen, ob die Bundesregierung oder der Bundestag tatsächlich einen Verbotsantrag gegen die AfD stellen wird, und noch spannender wird sein, wie das Bundesverfassungsgericht entscheidet.

Wird der Verbotsantrag abgelehnt, dann mutiert dieser zum ultimativen Bumerang für das Altparteienkartell und wird die AfD in noch schwindelerregendere Höhen bei Umfragen und vor allem bei Wahlen katapultieren.

Sollte das Bundesverfassungsgericht die AfD verbieten, was bei einem so politisch besetzten Gericht keineswegs auszuschließen ist, dann ist zunächst einmal die Begründung hochinteressant. Das Parteiprogramm der AfD gibt jedenfalls absolut nichts her, das auch nur ansatzweise den Hauch einer Bedingung für ein Parteiverbot erfüllt. Ich vermute, dass man die Einflugschneise über die 2017 im Rahmen des NPD-Verbotsverfahrens verengte Definition der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nehmen wird, und zwar auf der Basis dieses Satzes: „Die Garantie der Menschenwürde umfasst insbesondere die Wahrung personaler Individualität, Identität und Integrität sowie die elementare Rechtsgleichheit.“ Daraus müsste man irgendwas stricken wegen der Haltung der AfD, speziell einzelner Mitglieder, zur Flüchtlingsfrage. Das wird Jura-Schwurbelei am Hochreck!

Noch interessanter wird allerdings die Reaktion der Bevölkerung auf das Verbot. Nicht der hysterische Jubel der selbsternannten „Guten“ und „Demokraten“, die sich nun der einzigen real existierenden Oppositionspartei entledigt haben, sondern das Verhalten der 20 oder bis dahin vielleicht sogar schon 25 oder mehr Prozent, die eigentlich gerne ihr Kreuzchen bei den Blauen gemacht hätten, nun aber nicht mehr können. Ganz sicher werden die nicht sagen: „Ooops, sorry, ich hab mich wohl verwählt, hab gar nicht mitbekommen, dass die AfD irgendwie ein bisschen komisch war, danke für den Hinweis, na gut, dann wähle ich wohl jetzt besser mal die Grünen!“ Werden diese Menschen, die ja durchaus eine kritische Masse darstellen, resignieren, sich innerlich endgültig von der Demokratie verabschieden und zu Nichtwählern mutieren? Wird es gar Aufstände geben? Naja, in Deutschland ist das wohl eher nicht zu erwarten.

Was wir dann auf jeden Fall haben: Eine Quasi-Diktatur. Man kann zwar noch wählen gehen, hat aber nur die Wahl zwischen vier linksgrünen Klima-Sekten, die sich lediglich marginal unterscheiden und alle untereinander in jedweder Konstellation problemlos koalitionskompatibel sind. Diese Blockparteien kontrollieren dann noch ungehemmter und ungehinderter die Medien und alle staatlichen Einrichtungen, insbesondere die Lehrpläne an Schulen und Universitäten. Das ist dann endgültig DDR 2.0, nur halt mit Bananen und ohne Mauer. Wobei letzteres auch nicht ganz auszuschließen ist – es gibt heute subtilere Formen von Mauern. Eine davon steht bereits und nennt sich „Wegzugsteuer“. Eine weitere winkt bereits in Sichtweite und trägt den schönen Namen „klimaschutzbedingte Mobilitätseinschränkung“.

Es mögen sich zwar neue Parteien gründen, oder verschiedene bereits existierende kleinere Parteien mögen das als Gunst der Stunde betrachten und den Versuch unternehmen, in die Lücke, die die AfD hinterlassen hat, zu stoßen, wo plötzlich ein Wählerpotential von 20 Prozent aufwärts vermeintlich nur noch abzuholen ist, aber die werden erst mal alle kein Bein auf die Erde bekommen. Oder beim kleinsten Achtungserfolg sofort vom Altparteienkartell und seiner Medien-Meute mit voller Wucht die Schwurbler-Rassisten-Spalter-Verschwörungstheoretiker-Demokratiefeinde-Nazi-Keule übergebraten kriegen.

Danach dürfte es voraussichtlich wohl rund 10 Jahre dauern, bis sich wieder eine ernstzunehmende, von der breiten Bevölkerung akzeptierte wirtschaftsliberal-konservative Partei gegründet und nach überstandenen Kinderkrankheiten stabil genug aufgestellt haben wird, um so etwas wie eine realistische Wahlchance zu haben. Falls unsere tolle, mit zahlreichen Gesetzen und Abermilliarden an Steuern mühsam geförderte „wehrhafte Demokratie“ bis dahin nicht bereits genau der Demographie zum Opfer gefallen ist, die abzuwenden die AfD einst angetreten war.

Das klingt ziemlich trostlos und äußerst deprimierend, nicht wahr? Fürwahr, das tut es, aber „jet Schläächtes hät och jet Joodes“, wie wir in Köln so schön sagen: Die Grünen sind dann Geschichte, man muss nicht mehr Müllologie studiert haben, um seinen Abfall ohne mit einem Bein im Knast zu stehen entsorgen zu können, keine hässlichen, schlecht gelaunten Feministinnen vermiesen einem mehr den Tag, Gender-Formen werden durch „wallah, Alder“ und „isch schwör“ ersetzt, Autofahrer sind keine entrechteten Melkkühe mehr, und es gibt endlich wieder nur noch zwei Geschlechter.

Was ist kognitive Dissonanz? (Markus Krall, Freiheitsfunken)


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