24. Juli 2023 13:00

Gestahlfedert: Kenianismus Die klimaneutrale Afrikanisierung Deutschlands

In the jungle, the quiet jungle, there’s no electricity tonight!

von Michael Werner

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Bildquelle: freundschaftspins.de Vom Shithole lernen, heißt Siegen lernen: Große Transformation nach dem Vorbild Kenias

Annalegasthenika Baerbock, ihres Zeichens Oberste Blameuse der Failed Republic of Buntistan auf internationalem Parkett, oder laut Expertise eines ehemaligen Preisboxers, der vielleicht ein paar Schläge zu viel kassiert haben könnte, „eine echte Expertin“ für was auch immer, hielt am 28. März 2023 bei der Eröffnung einer kommunistischen Kader-Party namens „9. Berlin Energy Transition Dialogues“ eine ihrer berüchtigten Contergan-Reden, also ohne Hand und Fuß. Daraus möchte ich einen bemerkenswert verräterischen Absatz zitieren:

„Und ein ganz besonderes Beispiel, wie es gehen kann, wenn man sich vor Ort den Herausforderungen stellt – und nicht sagt ,es geht nicht‘, sondern: ,Wir haben Lösungen für unser spezielles Transformationsprojekt‘ – das sehen wir in Kenia. Kenia zeigt, was wir in Sachen Ambition und Tempo von anderen Staaten lernen können. Schon jetzt bezieht Kenia etwa 90 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen. Im Jahr 2030 soll der Anteil bei 100 Prozent liegen. Das ist beispielhaft. Und wir begrüßen herzlich den Präsidenten Kenias, Herrn Präsident Ruto. Es freut mich wirklich sehr, dass Sie heute hier sind und wir von Ihrem Beispiel lernen können. Herzlich willkommen! Wenn wir von anderen lernen wollen und mit anderen diese Energiewende angehen wollen, braucht es nicht nur politische Führung – wie im Falle Kenias –, sondern wir müssen massiv Investitionen dafür mobilisieren – und bekanntermaßen sind die nicht gerecht verteilt auf der Welt.“

Sensationell: Kenia ist mit seiner Energiewende schon so viel weiter als das rückständige Deppenland, weil es jetzt schon bereits 90 Prozent seines erzeugten Stroms aus sogenannten „erneuerbaren Energiequellen“ gewinnt, womit das Land den internationalen Spitzenplatz einnimmt, und in nur sieben Jahren sollen es 100 Prozent sein. Daher soll Kenia Vorbild für Deutschland sein, oder mit anderen Worten: Deutschland soll mehr so werden wie Kenia. Ausweislich Baerbocks Gestammel explizit auch in puncto „politische Führung“, denn für eine erfolgreiche Energiewende braucht man einen Mann wie den von ihr bei jeder Gelegenheit angehimmelten Präsidenten Ruto.

Ja, William Ruto – ein echter Menschenfreund mit blütenweißer Weste, und obendrein ein noch lupenreinerer Demokrat als der Fachkollege im Kreml, wie ein kurzer Blick in Rutos Wikipedia-Eintrag zweifelsfrei belegt. Klarer Fall, schließlich ist er nicht in der AfD, daher kann er nur einer von den Guten sein! Demokratietest bestanden!

Böse Zungen mögen nun unken, dass das wolkenverhangene, verregnete Deutschland beispielsweise für Photovoltaik vielleicht nicht ganz so optimale Voraussetzungen bietet wie ein Land knapp überm Äquator, doch wollen wir die Große Transformation jetzt bloß nicht an einer Handvoll fossiler Bedenkenträger des braunen Bodensatzes scheitern lassen – also Ruhe jetzt, verdammtes Nazi-Pack!

Noch bösere Zungen unken gar, dass die kenianische Energiewende – wer hätte es ahnen können! – massiv mit Geld zugeschissen wird, das vornehmlich der deutsche Steuersklave erwirtschaften darf. Aber da der ja eh ohne zu murren oder gar aufzumucken für die halbe Welt mitschuftet, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Außerdem ist dieser Egoismus, sein eigenes Geld behalten zu wollen, sowas von rrrääächz!

Neben dem unschönen Umstand, dass 21 Prozent der kenianischen Mädchen und Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung sind, dem die feine Frau Baerbock im Rahmen ihrer „feministischen Außenpolitik“ nur ihr brüllend lautes Schweigen entgegenzusetzen hat, gibt es da noch ein weiteres kleines, schmutziges Geheimnis über die dekarbonisierte Perle Ostafrikas, das in Trampolinas Lobes-Litaneien vorsichtshalber unerwähnt bleibt: Da wird kaum Energie verbraucht! Das liegt allerdings weniger daran, dass Kenia tendenziell eher nicht so das energieintensive Industrieland ist, sondern vor allem daran, dass nur 70 Prozent der kenianischen Haushalte überhaupt elektrifiziert sind, also knapp ein Drittel der Bevölkerung gar keinen Stromanschluss hat. Und da, wo es Strom gibt, kommt es mehrmals am Tag zu flächendeckenden Stromausfällen.

Doch damit nicht genug: Aus unerfindlichen Gründen haben sich in letzter Zeit die Strompreise verdoppelt, weshalb die meisten Haushalte, so sie denn über den Luxus eines Stromanschlusses verfügen, sich den Öko-Saft, wenn denn mal welcher kommt, eh nicht leisten können. Der gemeine Kenianer versteht nun die Welt nicht mehr, glaubte er doch bis dato felsenfest daran, dass die Sonne keine Rechnung schickt!

Der Benzinpreis ist ebenfalls rapide in die Höhe geschossen, woraufhin die Regierung ihn mit einer saftigen Benzinsteuer nochmal verdoppelt hat, damit es sich auch lohnt – bloß keine halben Sachen!

Ach ja, da war doch noch was… Na, was passiert doch gleich, wenn die Energiepreise durch die Decke knallen? Ooops – die Lebensmittelpreise ereilt ein ähnliches Schicksal! Mit anderen Worten: Kenias Bevölkerung, die zuvor schon nicht gerade zu den wohlhabendsten des Planeten zählte, verarmt gerade im Zeitraffer.

Tja, was will man machen? Wo gehobelt wird, fallen Späne! Decarbonisation comes at a price! Wer die große Klima-Apokalypse verhindern will, muss halt Opfer bringen! Notfalls auch mal die eigene Existenz. Man kann den Kuchen nicht gleichzeitig essen und behalten, Freunde!

Doch was macht dieses undankbare Pack, statt stolz auf der Wolke der Glückseligkeit dahinzuschweben, aktiver Teil der ultimativen Weltrettungsmission in der Geschichte des Universums sein zu dürfen? Proteste! Aufstände! Randale! Aufgestachelt von Oppositionsführer Raila Odinga, einem Verschwörungs-Schwurbler, der ernsthaft behauptet, Präsident Ruto wäre nur mit Wahlbetrug an die Macht gekommen. Wahlbetrug? In einem afrikanischen Land? Ich brech‘ ins Essen…

Das von seinem geliebten Volk tief enttäuschte Staatsoberhaupt griff indes zu einem genialen Schachzug, den er sich während der Corona-Zeit von seinen Big Buddys in unserer Bundesregierung abgeguckt hatte, und verbot die Demonstrationen einfach. Doch hatte er die Rechnung leider ohne die unterschiedliche Mentalität beider Völker gemacht, denn anders als der Kartoffel-Köter, der bereits wegen eines banalen Platzverweises vom geplanten Systemsturz ablässt, gestaltet sich für den Kenianer ein Aufstand gegen die Regierung erst dann als sinnstiftend, wenn die Regierung mit dem Aufstand nicht einverstanden ist. Also besann Ruto sich zurück auf die gute, alte Tradition und ließ seine Sicherheitstruppen die Luft mit Blei anreichern, was zahlreiche renitente Querdenker nicht nur mundtot machte.

Überraschenderweise berichteten deutsche Medien darüber eher verhalten. Lediglich die üblichen rechten Hetzer, allen voran Julian Reichelt, feixten, dass das krachende Scheitern der Energiewende des ach-so-vorbildlichen Kenias Baerbocks liebstes Luftschloss hat explodieren lassen.

Doch mit Verlaub, lieber Herr Reichelt, hier irren Sie gewaltig! Da ist mitnichten ein naiver Kleinmädchen-Traum geplatzt wie eine Seifenblase! Für Frau Baerbock ist Kenia immer noch das große Vorbild, jetzt noch mehr als zuvor, und William Ruto ist für sie immer noch der Politiker der Stunde, der zeigt, wie man es richtig macht! Die kenianische Energiewende ist keinesfalls gescheitert, denn sie wird – mit unserem Geld – stur und konsequent weiter durchgezogen, egal was das Volk sagt oder will.

Wir müssen Annalena Baerbock und ihre öko-totalitären Spießgesellen hier beim Wort nehmen, denn diese fanatischen Ideologen meinen es genauso, wie sie es sagen, wenn sie vom „Vorbild Kenia“ reden, weil es das ist, was sie auch hier installieren wollen: Einen autokratischen Herrscher im Bananenrepublik-Style, der seinem Volk den Strom abdreht, ihm mit horrenden Spritpreisen die Mobilität nimmt und es mit horrenden Lebensmittelpreisen auf Diät setzt, bis es Insekten frisst. Die Opposition wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kaltgestellt, jedweder Bürgerprotest gegen den Regierungskurs und seine fatalen Folgen wird verboten. Und wer sich dennoch erdreistet, aufzumucken, wird einfach abgeknallt. 

Das klingt zwar auf den ersten Blick nicht besonders nett, jedoch geht es hier schließlich um ein höheres Ziel, oder besser gesagt, das Ziel aller Ziele, nämlich um nicht weniger als die letzte Chance zur Rettung des Planeten und der gesamten Menschheit. Da kann man keine Rücksicht auf individuelle Befindlichkeiten nehmen, da muss man klotzen statt kleckern! Oder um es mit den salbungsvollen Worten des großen italienischen Poeten Mario Draghi auszudrücken: Whatever it takes!

Ave Ruto, morituri te salutant!

Quellen:

Rede der Bundesministerin des Auswärtigen, Annalena Baerbock, bei der Eröffnung des 9. Berlin Energy Transition Dialogues am 28. März 2023 in Berlin (Website der Bundesregierung)

William Ruto (Wikipedia)

Deutschland unterstützt Kenia mit mindestens 112 Millionen Euro (Welt)

Warum in Kenia die Proteste eskalieren (Frankfurter Allgemeine)

Gewalt und Tote: Hier explodiert Baerbocks Traum vom Vorbild Kenia (Nius)


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