Staatliche Förderung: Was das Würmer-Parlament über Deutschland verrät
Wenn Steuergelder Ideologie tragen
von Yorck Tomkyle drucken
Das Bundesinnenministerium bestätigt Fördergelder von insgesamt knapp 110.000 Euro für den Verein „Organismendemokratie / organisms democracy e.V.“, der ein „Parlament“ für Weichtiere, Viren, Bakterien und andere Lebewesen inszeniert und in Berlin ein „Staatsgebiet“ ausgerufen hat. Der Artikel kritisiert, dass dieses Projekt als politische Bildung gilt und mit Steuermitteln finanziert wird, obwohl es wie eine absurde Performance wirkt, während zugleich von Sparzwängen und Reformen die Rede ist.
Der eigentliche Skandal ist nicht der Irrwitz selbst, sondern seine Bezuschussung. Wer erwachsene Menschen mit öffentlichen Geldern dazu anstiftet, Würmerfraktionen zu wählen und Insektenkostüme als Politik zu verkaufen, zeigt nur, wie tief der Verfall schon reicht. Hier geht es nicht um freie Kultur, nicht um private Extravaganz, nicht um den Geschmack einzelner. Hier wird Zwangsabgabe in ideologische Selbstbespaßung verwandelt.
Dass solche Projekte unter dem Etikett der „politischen Bildung“ laufen, ist ein Symptom der Zivilisationsmüdigkeit. Wenn der Staat alles finanziert, wird der Maßstab der Wirklichkeit weichgekocht. Dann gilt nicht mehr, was nützlich, wahr oder nachgefragt ist, sondern was im Fördermilieu gerade als moralisch fortschrittlich durchgeht. Die Folge ist eine Umkehrung der natürlichen Ordnung: Leistung wird besteuert, Abhängigkeit belohnt, und parasitäre Subventionierung tarnt sich als gesellschaftlicher Mehrwert.
Der Artikel trifft einen wunden Punkt, wenn er die Entkopplung von Angebot und Nachfrage benennt. Auf dem freien Markt müsste ein Würmer-Parlament entweder überzeugen oder verschwinden. Genau darin liegt die Disziplin des Marktes: Irrtum wird bezahlt von denen, die ihn wollen, nicht von denen, die ihn erarbeiten. Wo aber Steuergeld fließt, wird aus jeder Marotte ein politisches Projekt und aus jeder Szene eine kleine Herrschaftszone.
Besonders entlarvend ist der Kontrast zur Realität derjenigen, deren Geld hier umverteilt wird. Der Paketbote, der Arbeiter am Band, der kleine Selbständige zahlen die Rechnung für den akademischen Spieltrieb einer Klasse, die sich längst von den alltäglichen Sorgen der Bevölkerung verabschiedet hat. Der Abstand zwischen Produzenten und Förderempfängern wird so groß, dass aus Kulturpolitik bloße Verachtung wird.
Die politische Klasse stärkt dieses System, weil es sie selbst stärkt. NGOs, Programme und Förderstöpfe schaffen loyale Milieus, die vom Staat leben und ihn deshalb verteidigen. Genau so wachsen Zentralisierung und Entmündigung: nicht mit großen Panzern, sondern mit kleinen Zuschüssen für die richtige Gesinnung. Wer das noch für harmlosen Unsinn hält, hat nicht verstanden, wie Herrschaft im modernen Gewand funktioniert.
Am Ende bleibt eine einfache Lehre: Was niemand freiwillig finanzieren würde, sollte auch niemand mit Gewalt finanzieren müssen. Der Markt hätte dieses Würmer-Theater still und sauber aussortiert. Der Staat macht daraus ein Symbol seines geistigen Verfalls.
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