11. Juni 2026 22:00

Arbeitsmarkt Banken kürzen Jobs, Absolventen rivalisieren mit KI

Automatisierte Auswahlverfahren erschweren Einstieg

von Tyler Durden drucken

Banken: Junge Absolventen vor digitalen Auswahlverfahren
Bildquelle: e-Redaktion Banken: Junge Absolventen vor digitalen Auswahlverfahren

„Humankapital von geringerem Wert ersetzen“: Banken bauen Stellen ab, während Hochschulabsolventen im Wettbewerb um Jobs gegen KI antreten.

Während künstliche Intelligenz das Bankwesen verändert, stehen Studenten, die in die Branche einsteigen wollen, vor einer doppelten Herausforderung. Sie müssen sich heute durch KI-gesteuerte Bewerbungsverfahren bewegen und fragen sich zugleich, wie viele klassische Finanzjobs es morgen noch geben wird. Das berichtet „Bloomberg“.

Der Student Andre Bonnick von der Warwick University etwa verbringt Stunden damit, sich auf automatisierte Auswahlgespräche vorzubereiten, statt Gespräche mit menschlichen Personalverantwortlichen zu führen. Zwar hofft er, eine Stelle im Finanzsektor zu bekommen. Zugleich prüft er aber auch Alternativen wie ein weiterführendes Studium, weil Einstiegspositionen immer umkämpfter werden.

Branchenführer äußern sich zunehmend offen über die Folgen von KI für die Beschäftigung. Jamie Dimon, Vorstandschef von JPMorgan, erklärte, die Technologie „wird Arbeitsplätze vernichten“. Andere Bankmanager räumten ein, dass manche Tätigkeiten mit der Ausweitung der Automatisierung möglicherweise nicht mehr gebraucht werden. Bill Winters, Vorstandschef von Standard Chartered, beschrieb den Wandel als „in manchen Fällen Humankapital von geringerem Wert durch Technologieinvestitionen zu ersetzen“. Für diese Äußerung entschuldigte er sich später.

„Bloomberg“ schreibt, dass der Druck auf der Nachwuchsebene bereits sichtbar ist. Banken reduzieren ihre Programme zur Aufnahme von Analysten und investieren massiv in KI-Fähigkeiten. Das veranlasst viele Absolventen, die langfristige Stabilität von Karrieren infrage zu stellen, die einst als sicher und lukrativ galten. Dennoch argumentieren Fachleute, dass Banken die Einstellung von Nachwuchskräften nicht vollständig abschaffen können, weil die Branche weiterhin darauf angewiesen ist, künftige Führungskräfte über laufbahnähnliche Ausbildungswege zu entwickeln.

Derzeit setzen die meisten Institute KI in bestimmten Bereichen ein, etwa im Kundendienst, bei der Einhaltung von Vorschriften, der Transaktionsüberwachung und der Vermögensverwaltung, statt ganze Funktionen zu ersetzen. Banken wie Citigroup und Barclays berichten von Effizienzgewinnen durch KI-Werkzeuge. Digital ausgerichtete Unternehmen wie Revolut binden KI dagegen direkt in kundennahe Produkte ein.

Doch die Unsicherheit bleibt. Arbeitsrechtler warnen, dass Automatisierung vor allem Rollen im „Middle Office“ und in der Verwaltung treffen könnte. Einige Branchenbeobachter fragen sich zudem, ob Unternehmen Personalabbau der KI zuschreiben, obwohl breitere Kostensenkungen der eigentliche Treiber sein könnten.

Obwohl große Banken weiterhin Praktikanten und Absolventen einstellen, streben viele Produktivitätsgewinne an, ohne die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen. Dadurch wird der Einstieg in die Finanzbranche schwieriger, gerade während KI beginnt, die Natur der Jobs selbst zu verändern.

Quellen:

Information: Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von zerohedge.com zur Übersetzung bereitgestellt.


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