12. August 2026 20:00

Bundesverwaltung Bundesregierung beschäftigt 548 Frauenbeauftragte – was machen die?

Mehrausgaben trotz weiblicher Mehrheit

von Lydia Flaß drucken

Gleichstellung: Bürokratie wächst weiter.
Bildquelle: Redaktion Gleichstellung: Bürokratie wächst weiter.

In der Bundesverwaltung arbeiten laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion insgesamt 548 Frauenbeauftragte. Allein in den Bundesministerien und Bundesgerichten ist ihre Zahl von 369 im Jahr 2020 auf 388 im Jahr 2025 gestiegen. Gleichzeitig liegt der Frauenanteil in mehreren Bereichen längst bei oder über der Mehrheit, etwa in der Bundesagentur für Arbeit mit 71,9 Prozent, in den Bundesministerien mit 55,9 Prozent und im Bundesfamilienministerium mit 66 Prozent.

Das ist der eigentliche Kern: Eine Verwaltung baut eine weitere Verwaltungsebene auf, obwohl der behauptete Anlass längst entfallen ist. Früher mag man so etwas noch mit einem Rest von Realität begründen können. Heute wirkt es wie institutionelle Selbstbeschäftigung mit Dauergehalt. Kosten verschwinden nicht. Sie wechseln nur die Adresse. Bezahlt wird es trotzdem. Nur nicht dort, wo es beschlossen wird.

Die Funktion soll Gleichbehandlung sichern, Personalgespräche begleiten und bei vermuteten Benachteiligungen eingreifen. Das klingt ordentlich. In der Praxis bedeutet es vor allem mehr Beteiligte, mehr Abstimmung, mehr Absicherung. Jemand muss prüfen, dokumentieren, einschreiten, weiterleiten. Das produziert keine Leistung wie ein Markt, sondern Aufwand wie eine Behörde. Und wenn die Mehrheit der Beschäftigten ohnehin weiblich ist, wird aus Schutz schnell Routine und aus Routine ein Privileg mit Etat.

Besonders hübsch ist die Logik bei freigestellten Stellen: voll bezahlt, teilweise oder ganz vom Dienst entbunden, also mit Geld aus dem allgemeinen Steuerstrom ausgestattet. Die Rechnung wird nicht kleiner, nur unsichtbarer. Die Bundesregierung kann laut Text keine belastbare Begründung für den Umfang liefern und auch keine positiven Effekte benennen. Trotzdem soll nichts reduziert werden. So sieht ein System aus, das seine eigenen Strukturen ernährt. Nicht, weil es muss. Weil es kann.

Auch das Einsparversprechen der Regierung bleibt damit Makulatur. Wer auf der einen Seite Verwaltung abbauen ankündigt und auf der anderen Seite Sonderposten unangetastet lässt, verschiebt nur die Lasten. Der Apparat wächst weiter, die Begründungen schrumpfen. Am Ende ist die Gleichstellung dann vor allem eines: ein teurer Kreisverkehr. Viele fahren mit. Niemand kommt voran.


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