„Evie“ und „The Conservateur“: Zwei neue konservativen Frauenzeitschriften in den USA
Und was wir in Deutschland daraus lernen können
von Lydia Flaß drucken

In einer Medienlandschaft, die oft von lauten Parolen und starren Narrativen geprägt ist, ist es eine Wohltat, wenn neue Stimmen auftauchen, die das Frausein mit Tiefe und Anmut beleuchten. Als libertäre Autorin aus Deutschland verfolge ich mit Begeisterung die Entstehung zweier neuer US-amerikanischer Frauenzeitschriften: „Evie“ und „The Conservateur“. Diese Publikationen, die kürzlich auch in deutschen Medien wie der „Welt“ und dem „Spiegel“ Aufmerksamkeit fanden, laden Frauen ein, ihre Weiblichkeit neu zu entdecken – fernab von Klischees, mit einem Fokus auf Selbstvertrauen, Beziehungen und mentale Gesundheit. Sie bieten eine erfrischende Alternative zu den oft einseitigen Botschaften, die mehr Druck als Inspiration erzeugen, und bringen neue Perspektiven in die Debatte über weibliche Identität.
„Evie“, gegründet von Brittany Hugoboom und ihrem Ehemann Gabriel, versteht sich als Leitfaden für eine Lebensweise, die feminine Stärke feiert und Freude am Leben in den Vordergrund stellt. Das Magazin greift Themen auf, die im Mainstream oft übersehen werden, wie hormonelle Gesundheit oder die Kritik an flüchtigen Beziehungskulturen. In einem Interview erklärt Hugoboom: „Die Leserin von Evie kann arbeiten. Sie kann Mutter sein. Es ist ihre Wahl. Es ist nur kein Feminismus.“ Dieser Satz unterstreicht echte Wahlfreiheit, die ideologische Schubladen sprengt und Frauen ermutigt, ihren eigenen Weg zu finden – sei es in der Karriere, der Familie oder beidem. Ein Artikel über Lebensstil betont: „Wir streben danach, bewährte Wege zu Langlebigkeit und Freude zu beleuchten.“ Er kritisiert subtil den Druck der „Girlboss“-Mentalität, die Frauen in einen endlosen Wettlauf treibt. Stattdessen plädiert „Evie“ für ein „weiches Leben“, das Glaube, familiäre Bindungen und natürliche Gesundheit vereint. Hugoboom fügt hinzu: „Schönheit ist nicht nur oberflächlich; sie ist mit Werten verbunden. Und Werte, die mit der Wahrheit übereinstimmen, sind von Natur aus schön.“ Wunderbar.
Ebenso inspirierend ist „The Conservateur“, gegründet von Jayme Motler nach ihrem Abschluss an der UC Berkeley. Das Magazin richtet sich an konservative Frauen, die Mode, Lebensstil und Familie mit einem Hauch von Unabhängigkeit verbinden. Es betont die Vielfalt weiblicher Lebenswege und integriert Themen wie Lebensübergänge oder gesellschaftliche Veränderungen. Ein Beitrag zu Mode und Kultur beschreibt den Geist des Magazins als „unerschrocken amerikanisch“. Dies deutet auf eine selbstbewusste Haltung, die Traditionen ehrt, ohne sie zu idealisieren. Beide Magazine teilen eine leise Skepsis gegenüber Trends, die Frauen einschränken könnten – etwa durch einseitige Betonung von Karriere auf Kosten des Privaten – und bieten stattdessen Inspiration für ein ausgewogenes Leben.
Aufschlussreich ist Hugobooms Perspektive im Interview mit dem deutschen Portal „Nius“. Auf die Frage nach Feminismus und Weiblichkeit antwortet sie: „Wir sind gegen Feminismus, wir sind für Weiblichkeit.“ Sie erklärt, dass viele Frauenmagazine Frauen von ihrer natürlichen Stärke entfremden, und betont: „Wahre Freude liegt für viele Frauen nicht im unermüdlichen Karrierismus, sondern in einem weicheren, erfüllteren Leben.“ Ein neuer Aspekt ist ihr Fokus auf hormonelle Gesundheit und die Kritik an Geburtenkontrolle, die sie als Teil eines größeren Dialogs über weibliche Autonomie sieht: „Wir helfen Frauen, ihre Weiblichkeit anzunehmen und zu feiern, statt sie als Schwäche zu sehen.“ Hugoboom betont die Vielfalt ihrer Leserinnen: „Unsere Leserinnen kommen aus allen politischen Lagern, weil Weiblichkeit universell ist.“ Weiter fügt sie hinzu: „Der Feminismus hat Frauen entmachtet, indem er sie von ihrer biologischen Natur entfernt und sie in Konflikt mit sich selbst bringt.“ Und zu gesellschaftlichen Trends: „Viele Frauen sehnen sich nach einem Leben, in dem Familie und Weiblichkeit im Zentrum stehen, ohne dass das als Rückschritt gilt.“ Beide Magazin wollen Brücken bauen, indem sie mentale Gesundheit und gesellschaftliche Veränderungen, wie sinkende Geburtenraten, einbeziehen.
Ein Blick auf den libertären Youtuber Christian Schneider ist aufschlussreich. In einem Video zur „Stark und Unabhängig“-Psyop analysiert er, wie viele Medien ein Bild von weiblicher Stärke zeichnen, das in Wahrheit Abhängigkeiten fördert – vom Staat. Er sagt: „In einer intakten Familie ist man aufeinander angewiesen – und genau in diesem Verbund wird man erst wahrhaft unabhängig.“ Gegenseitige Abhängigkeit in Beziehungen als Quelle von Stabilität und Freiheit, im Gegensatz zu Narrativen, die psychologische Konflikte schüren. Man könnte sagen, feministische Magazine stilisieren Frauen zu Heldinnen, die am Ende doch auf externe Strukturen angewiesen sind.
Während etablierte, linke und feministische Medien manchmal in die Falle tappen, Freiheit zu versprechen, aber Konformität zu fördern, schaffen „Evie“ und „The Conservateur“ einen Raum, in dem Weiblichkeit als Kraftquelle gefeiert wird. Sie respektieren individuelle Wahlen und bringen kulturelle Tiefe ein, ohne zu belehren. Es ist eine sanfte Rebellion gegen Einseitigkeiten, die Frauen ermutigt, ihre Werte selbst zu finden.
In Deutschland fehlen konservative Frauenmedien, von explizit libertären ganz zu schweigen. Eine Marktlücke, wie ich meine. Denn solche Projekte könnten sich an libertären Ikonen wie Ayn Rand orientieren, die die Stärke der Frau so beschrieb: „Für eine Frau als Frau ist das Wesen der Weiblichkeit Heldenverehrung – der Wunsch, zu einem Mann aufzuschauen.“ Ebenso inspirierend ist die libertäre Vordenkerin und Autorin Rose Wilder Lane, die sagte: „Die Vorstellung, dass Frauen erst kürzlich zu arbeiten begonnen haben, ist ein Trugschluss. Frauen haben immer gearbeitet, und hart gearbeitet. Sie haben die härteste Arbeit der Welt geleistet: Kinder zu gebären und aufzuziehen.“ Es gibt noch mehr zu entdecken. Viel mehr. Die Zeit ist reif für ein Magazin, das wieder weibliche Eleganz propagiert – bitter nötig gerade heute in Deutschland. Schauen Sie sich einfach mal um!
Kommentare
Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv nur registrierten Benutzern zur Verfügung.
Wenn Sie bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich mit dem Registrierungsformular ein kostenloses Konto erstellen.