09. September 2025 18:00

Freiheit der Popkultur James Gunns Superman: Eine neue Ära für den Mann aus Stahl

Hoffnung und Humor statt Dunkelheit

von Sascha Blöcker drucken

Dynamische Darstellung von Superman im farbenfrohen Metropolis, mit modernen urbanen Elementen und symbolischer Hoffnung im Vordergrund, helles Tageslicht.
Bildquelle: KI-generiert (DALL-E) Dynamische Darstellung von Superman im farbenfrohen Metropolis, mit modernen urbanen Elementen und symbolischer Hoffnung im Vordergrund, helles Tageslicht.

James Gunns Superman (2025) markiert einen Wendepunkt in der filmischen Darstellung des ikonischen DC-Helden. Als erster Film des neu gestalteten DC Universe (DCU) unter der Leitung von Gunn und Peter Safran bringt er eine frische, moderne Interpretation des letzten Sohnes von Krypton. Mit David Corenswet in der Hauptrolle als Clark Kent/Superman, einem talentierten Ensemble aus Schauspielern wie Rachel Brosnahan als Lois Lane, Nicholas Hoult als Lex Luthor und Isabel Merced als Hawkgirl sowie einer Geschichte, die Hoffnung, Menschlichkeit und Humor in den Vordergrund stellt, setzt Gunns Vision neue Maßstäbe für den Superheldenfilm. Dieser Artikel beleuchtet die zentralen Aspekte von Gunns Superman, von der Charakterentwicklung über den Ton bis hin zur Weltgestaltung. Da Superman jetzt im Streaming erhältlich ist, schreibe ich darüber, denn noch dazu kostet er stolze 20 Euro.

Die Handlung

Superman (2025) erzählt die Geschichte von Clark Kent, der versucht, seine Rolle als Beschützer der Menschheit zu finden, während er mit seiner kryptonischen Herkunft und seiner irdischen Identität ringt. Im Gegensatz zu früheren Superman-Filmen, die sich oft auf seine Ankunft auf der Erde oder seine epischen Kämpfe konzentrierten, legt Gunn besonderen Wert auf Clarks Alltag als Reporter beim Daily Planet. Die Handlung zeigt Superman nicht nur als übermenschlichen Helden, sondern auch als jemanden, der mit den Herausforderungen des Lebens kämpft: Bürointrigen, zwischenmenschliche Beziehungen und die Balance zwischen seiner öffentlichen und privaten Identität. Lex Luthors Intrigen, die darauf abzielen, die Welt gegen Superman aufzubringen, bilden den Kern des Konflikts, wobei der Film geschickt Themen wie Misstrauen, Medienmanipulation und die Bedeutung von Hoffnung anspricht. Die Handlung ist straff, emotional ansprechend und bietet genug Raum für Nebencharaktere wie Jimmy Olsen und Perry White, um die Welt von Metropolis lebendig wirken zu lassen.

Charakterentwicklung

Ein herausragendes Merkmal von Gunns Superman ist die Betonung von Clark Kent als eigenständiger, greifbarer Figur. David Corenswet verkörpert einen Superman, der weniger distanziert und göttlich wirkt als frühere Iterationen. Sein Clark ist ein freundlicher, etwas unbeholfener Reporter, der seine Kräfte nicht als Bürde, sondern als Möglichkeit sieht, Gutes zu tun. Diese Darstellung steht im Kontrast zu früheren Filmen, in denen Clark oft als bloßes Alter Ego von Superman behandelt wurde. Rachel Brosnahans Lois Lane ist ebenso zentral und wird als scharfsinnige, mutige Journalistin dargestellt, die Superman nicht nur als Partnerin, sondern auch als intellektuelle Ergänzung begegnet. Nicholas Hoults Lex Luthor ist ein charismatischer, manipulativer Antagonist, dessen Intellekt und Skrupellosigkeit eine glaubwürdige Bedrohung darstellen. Die Nebencharaktere, wie Nathan Fillions Green Lantern Guy Gardner oder Anthony Carrigans Metamorpho, bringen Humor und Vielfalt in die Geschichte, ohne den Fokus von Superman zu nehmen.

Ton und Stil: Hoffnung und Humor statt Dunkelheit

James Gunn, bekannt für seinen einzigartigen Mix aus Herz, Humor und Action (Guardians of the Galaxy, The Suicide Squad), bringt diese Sensibilität in Superman ein. Der Film ist farbenfroh, optimistisch und feiert die klassischen Tugenden des Helden, ohne dabei naiv zu wirken. Die Kameraarbeit und die visuellen Effekte unterstreichen diese Leichtigkeit: Metropolis strahlt in lebendigen Farben, und die Actionsequenzen sind dynamisch, ohne übertrieben bombastisch zu sein. Der Soundtrack, der moderne und klassische Elemente kombiniert, verstärkt die emotionale Tiefe des Films. Im Gegensatz zu Gunns früheren Werken, die oft mit schwarzem Humor durchsetzt waren, bleibt Superman familienfreundlich und fokussiert sich auf universelle Themen wie Akzeptanz und Zusammenhalt. Dennoch schafft es Gunn, ernste Momente mit Leichtigkeit auszugleichen, etwa durch humorvolle Interaktionen zwischen Clark und seinen Kollegen.

Der Beginn eines neuen DCU

Superman legt den Grundstein für das neue DC Universe, indem es eine kohärente Welt erschafft, in der andere Helden wie Green Lantern, Hawkgirl und The Authority bereits existieren. Dies unterscheidet den Film von früheren Superman-Adaptionen, die ihn oft isoliert darstellten. Gunn nutzt diese erweiterte Welt, um Superman als Teil eines größeren Gefüges zu präsentieren, ohne dass die Nebencharaktere die Hauptgeschichte überladen. Metropolis wird als pulsierende, moderne Stadt dargestellt, die sowohl die Höhen als auch die Schattenseiten der Menschheit widerspiegelt. Die Krypton-Szenen sind visuell beeindruckend und bieten eine neue Interpretation der untergegangenen Welt, die weniger dystopisch wirkt als in früheren Filmen. Diese Weltgestaltung schafft eine solide Basis für zukünftige DCU-Projekte, wie die angekündigte Fortsetzung Woman of Tomorrow.

Vergleich mit Man of Steel

Im Vergleich zu Zack Snyders Man of Steel (2013) zeigt sich Gunns Superman als bewusste Abkehr von der düsteren, existenziellen Tonalität des DCEU. Während Snyders Film mit Henry Cavill als Superman den Helden als isolierten, fast gottgleichen Außenseiter darstellt, der mit seiner Identität und seiner Rolle in der Welt ringt, setzt Gunn auf eine zugänglichere, menschlichere Darstellung. Man of Steel zeichnet sich durch seine epische, fast biblische Ästhetik und seine fokussierte Origin-Story aus, die jedoch oft kritisiert wurde für ihre düstere Atmosphäre und die Zerstörungswut in den Actionsequenzen. Gunns Superman hingegen bringt die Figur zurück zu ihren Wurzeln als Symbol der Hoffnung, mit einem Fokus auf Clark Kents Alltagsleben und einer farbenfrohen, optimistischen Welt. Während Man of Steel durch seine Intensität und die Darstellung von Jor-El und Lara (Russell Crowe und Ayelet Zurer) als treue Hüter der kryptonischen Werte punktet, überzeugt Gunns Film durch die Balance zwischen Clark und Superman sowie die Integration eines größeren Superhelden-Universums. Beide Filme haben ihre Stärken: Snyders Vision ist mutig und visuell beeindruckend, während Gunns Ansatz zugänglicher und emotionaler ist.

Fazit

Der neue Superman ist weit weg von Perfektion, und er ist auch nicht der beste Superman. Zeitweise fühlt er sich nicht mal wie ein Film an, sondern mehr wie ein Pilotfilm einer neuen TV-Show. Der Film ist an vielen Stellen sehr beschäftigt damit, uns ganz nebenbei alles über Superman zu erzählen, das wir bereits wissen (Außerirdischer, auf einer Farm groß geworden, Job etc.) und uns auf alles vorzubereiten, das noch kommen wird, sodass er nicht so richtig die Zeit findet, uns das aktuelle Geschehen näherzubringen. Hinzu kommt, dass er wirklich sehr seicht ist, und ich glaube, das liegt daran, dass er sich entsprechend weit von Zack Snyders Man of Steel distanzieren wollte. Das ist ihm auch gelungen, der direkte Vergleich fällt schwer. Abschließend kann ich über den Film sagen, dass er nicht geworden ist, was ich sehen wollte, und er wurde dem Hype in mir nicht gerecht, aber ich halte ihn für sehenswert und freue mich auf die kommenden DC-Projekte. Diese sollten dann aber etwas fokussierter sein. Der Glaube an James Gunns Version lebt in mir weiter, aber er muss mit seinem nächsten Film einen Hit landen, sonst könnte das Ganze schneller vorbei sein, als mir lieb ist.


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