07. Mai 2026 20:00

Besteuerung Kryptowährungen Bitcoin-Besteuerung: Dem Steuerprivileg beim Bitcoin droht das Aus – diese Pläne liegen jetzt auf dem Tisch

Verschärfung trifft Anleger und Fiskus

von Lydia Flaß drucken

Besteuerung: Bitcoin und Steuern im Fokus
Bildquelle: Redaktion Besteuerung: Bitcoin und Steuern im Fokus

Der Bundesfinanzminister will Gewinne aus Bitcoin und anderen Kryptowerten stärker besteuern, um Haushaltslöcher zu stopfen. Im Gespräch sind Modelle von der Abschaffung der einjährigen Haltefrist bis zur Besteuerung nach Einkommens- oder Abgeltungssteuer. Während Grüne und Linke eigene Anträge vorgelegt haben, hält die AfD an der bisherigen Regel fest; zugleich verweisen Kritiker auf massive Vollzugsprobleme und die geplante EU-Meldepflicht DAC8.

Der Reflex ist so alt wie der Fiskus selbst: Wo jemand etwas verdient, steht der Staat mit geöffnetem Beutel daneben und nennt das Gerechtigkeit. Bei Bitcoin ist das besonders bequem, weil hier viele politisch nie freundlich gesinnte Sparer und Spekulanten unterwegs sind. Also wird aus einem technischen Anlagegut schnell eine moralische Baustelle. Dass der Haushalt Löcher hat, soll offenbar zur Lizenz werden, die nächste Gruppe auszuquetschen. So funktioniert Umverteilung im Niedergang: erst den Erfolg verdächtig machen, dann die Rechnung schicken.

Die geplante Verschärfung hätte vor allem eines: mehr Komplexität. Die einen wollen die Haltefrist streichen, die anderen auf die Abgeltungssteuer umstellen, dazu kommen Meldepflichten, EU-Datenflüsse und nationale Durchführungsakte. Ein Fest für Steuerberater, ein Ärgernis für normale Anleger. Wer wirklich Rendite erwirtschaftet, soll sich künftig durch Regelwerke kämpfen, während der Staat mit jedem neuen Formular so tut, als habe er Produktivität geschaffen. Bürokratie wird dann als Modernisierung verkauft. Ein schöner Trick.

Besonders absurd ist die Behauptung, man müsse eine „Besteuerungslücke“ schließen. Eine Steuerlücke ist oft nur der seltene Fall, in dem der Staat noch nicht überall seine Hand drin hat. Dass Menschen Gewinne aus hochvolatilen Assets nach einer Frist steuerfrei realisieren konnten, war kein Skandal, sondern ein kleiner Rest an Planbarkeit. Genau diese Planbarkeit wird nun geopfert. Wer investiert, soll kalkulieren können. Wer stattdessen politische Launen preist, bekommt eben Kapitalflucht, weniger Risikobereitschaft und mehr Ausweichverhalten. Märkte reagieren schneller als Haushaltsreden.

Dazu kommt der Vollzugswitz. Selbst die Linke räumt ein, dass die Erfassung ein Problem ist. Kein Wunder: Je mehr der Staat auf zentrale Plattformen starrt, desto größer der Anreiz, auf dezentrale Börsen oder selbstverwaltete Wallets auszuweichen. Das ist kein Fehler des Marktes, das ist eine erwartbare Reaktion auf Übergriff. Wer Kontrolle verschärft, bekommt nicht automatisch mehr Einnahmen, sondern oft nur mehr Schattenwirtschaft.

Am Ende bleibt der politische Grundsatzsimpel: Der Fiskus will nicht weniger, sondern immer mehr. Bitcoin ist dafür nur die nächste Zielscheibe. Wer Vermögen aufbaut, wird bestraft. Wer Regeln umgeht, wird erfinderischer. Und wer den Haushalt ruiniert, verlangt anschließend von anderen Solidarität. Sehr deutsche Logik. Sehr teuer.

Steuern sind Raub.


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