07. Mai 2026 22:00

Seltene Erden Trumps Milliardenplan könnte Rohstoffe zunächst auch aus China beziehen

Mit „Project Vault“ will Washington kritische Mineralien sichern – und später US-Produzenten stärken.

von Tyler Durden drucken

kritische mineralien: Symbol für Versorgungssicherheit
Bildquelle: e-Redaktion kritische mineralien: Symbol für Versorgungssicherheit

Wie wir im Februar berichteten, würde die geplante Initiative der US Export-Import Bank zur Vorratshaltung bei Seltenen Erden kritische Mineralien zunächst aus der ganzen Welt beziehen – auch aus China, wie ein an dem Projekt beteiligter Beamter gegenüber „Bloomberg“ erklärte. Das 12 Milliarden US-Dollar schwere „Project Vault“ soll später auf ein Wiederauffüllungsmodell umgestellt werden, das zunächst die heimische Produktion bevorzugt, danach verbündete Staaten und erst als letzte Möglichkeit andere Quellen, sagten Manager, darunter Brian Greeley, Chief Banking Officer der Ex-Im, vergangene Woche. Dabei wurden einige der ersten öffentlich bekannt gemachten Details zu dem Projekt vorgestellt.

Greeley sprach gemeinsam mit Vertretern von Glencore Plc. und Hartree Partners LP, die zu den Handelshäusern gehören werden, die Materialien für „Vault“ beschaffen. Das Projekt soll einen sofortigen Puffer gegen Versorgungsschocks bei kritischen Mineralien schaffen und zugleich künftige Käufe nutzen, um US-Produzenten und Herstellern in befreundeten Staaten ein stärkeres Nachfragesignal zu senden.

„Vault“ – das rund 2 Milliarden US-Dollar an privatem Kapital mit einem 10 Milliarden US-Dollar schweren Ex-Im-Kredit verbindet – ist Präsident Trumps jüngster Versuch, eine alternative Lieferkette für diese Materialien aufzubauen. Sie sind entscheidend für die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge, Solarpaneele und andere CO₂-arme Technologien. China ist weltweit der dominierende Lieferant kritischer Mineralien.

Die jüngste Podiumsdiskussion war die bislang ausführlichste öffentliche Erörterung von „Vault“, seit Ex-Im das Programm im Februar vorgestellt hatte. Fast drei Monate lang hatten Metallinvestoren, Händler und Verbraucher nach Details gesucht, während die Regierung hinter den Kulissen daran arbeitete, das Projekt auszugestalten, wie „Bloomberg“ berichtet.

Die Teilnehmer füllten einen Konferenzraum in einem Hotel in Washington, D.C., um Einzelheiten zur Beschaffungshierarchie und Zahlungsstruktur von „Vault“ zu erfahren. Nach kurzen einleitenden Bemerkungen öffnete die Runde unerwartet den Saal für eine fast einstündige Frage-und-Antwort-Runde.

Der sogenannte „Waterfall“ des Programms würde heimischen Lieferanten Vorrang einräumen, selbst wenn ihr Material teurer ist als Alternativen aus verbündeten Staaten. Teilnehmende Hersteller müssten diesen Zielkonflikt als Teil ihrer Teilnahme an dem Programm akzeptieren, sagten die Diskussionsteilnehmer. Die anfängliche Befüllung der Lagerbestände werde jedoch vor allem von der Verfügbarkeit bestimmt sein. Das spiegelt die Realität wider, dass einige der rund 60 in Betracht gezogenen Mineralien nur in wenigen Regionen produziert werden und in manchen Fällen weiterhin stark von China beeinflusst sind.

„Vault“ werde als nachfragegetriebenes Instrument und nicht als staatlich gelenkter Vorratsspeicher aufgebaut, erklärten die Diskussionsteilnehmer. Hersteller würden bestimmen, welche Mineralien eingelagert werden. Das Programm arbeite dann mit Händlern zusammen, um die Versorgung zu sichern. Es soll US-Unternehmen mehr Verhandlungsmacht in undurchsichtigen und zersplitterten Märkten geben, in denen einzelne Käufer häufig Schwierigkeiten haben, kleinere Mengen effizient oder zu transparenten Preisen zu beschaffen.

Zur Lagerung sagte Greeley, das Projekt werde zunächst auf Lagernetzwerke zurückgreifen, die bereits von Handelspartnern und Beschaffungsdienstleistern kontrolliert werden. Mit der Zeit soll „Vault“ ein eigenes Lagernetz aufbauen, entweder durch den Bau von Anlagen oder durch deren Anmietung. Ein ausgereiftes System könnte eigene Standorte mit Lagern Dritter verbinden.

Die Diskussionsteilnehmer sagten, auch der Einsatz spezialisierter Händler werde auf einzelne Metalle zugeschnitten. Statt Aufträge in ein offenes Bieterverfahren zu geben, soll „Vault“ die Beschaffung voraussichtlich Unternehmen zuordnen, die über Fachwissen in bestimmten Märkten verfügen. So könnten Händler mit Beziehungen in den Bereichen Kobalt, Seltene Erden oder andere Nischenmaterialien diese Warenströme übernehmen. Ziel sei es, Preisdisziplin zu wahren, die Ausführung zu verbessern und einen Wettlauf um schwer erhältliche Materialien zu vermeiden.

Information: Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von zerohedge.com zur Übersetzung bereitgestellt.


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