„All in“ bei KI: Deutsche Bank sagt, Tesla sei nicht mehr nur ein Autohersteller
Tesla transformiert sich zum führenden Anbieter KI-gestützter Mobilität und Automatisierung
von Tyler Durden drucken
Die jüngste Analyse der Deutschen Bank argumentiert, dass Tesla Inc. nicht mehr hauptsächlich ein Autohersteller ist, sondern eine langfristige Wette auf Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und Autonomie. In dem Bericht schreiben Edison Yu und sein Analystenteam bei der Deutschen Bank, dass nach Teslas jüngsten Quartalszahlen jeder Zweifel an der Ausrichtung verschwunden sei – und beschreiben das Unternehmen als nun „all in“ bei „Physical AI“.
Das deutlichste Zeichen für diesen Wandel sind die Ausgaben. Tesla will die Investitionsausgaben mehr als verdoppeln – möglicherweise auf über 20 Milliarden Dollar. Der Großteil des Geldes soll in KI-Trainingssysteme, Rechenzentren, maßgeschneiderte Chips, Robotikfabriken und neue Plattformen fließen. Die Analysten schätzen, dass allein in Rechenleistung Milliarden investiert werden, während Tesla die Infrastruktur aufbaut, die nötig ist, um Systeme für autonomes Fahren und Robotik im großen Maßstab zu trainieren. Das Management, so merken sie an, ziele darauf ab, arbeitsintensive Dienstleistungen durch vertikale Integration „strukturell aufzubrechen“.
Autonomie und Robotik stehen nun im Zentrum des langfristigen Ausblicks der Deutschen Bank. Das Institut hebt Teslas 1,1 Millionen „Full Self-Driving“-Abonnenten („Full Self-Driving“ (FSD), etwa „Vollautonomes Fahren“) hervor und erwartet, dass FSD langfristig bis zu 10 Milliarden Dollar Jahresumsatz generieren könnte. Außerdem rechnet es damit, dass das Robotaxi-Netzwerk bis zum Ende des Jahrzehnts auf Hunderttausende Fahrzeuge wächst – und mehr als 15 Milliarden Dollar pro Jahr einbringt.
Beim humanoiden Roboter Optimus zeigen sich die Analysten optimistisch, aber realistisch. Sie warnen, dass komplexe Ingenieursarbeit, neue Lieferketten und eine langsame Anfangsproduktion die Stückzahlen kurzfristig begrenzen werden.
Trotz der optimistischen Sicht auf KI hat die Deutsche Bank ihre Zahlen leicht reduziert. Sie senkte Gewinn- und Umsatzprognosen und reduzierte das Kursziel von 500 auf 480 Dollar, behielt aber die Kaufempfehlung bei. Die Kürzung spiegele konservativere Annahmen zu Fahrzeugverkäufen und langsameren Modellanläufen wider – zusammen mit einer überarbeiteten Bewertung, die FSD, Robotaxis und Robotik als getrennte Geschäftsfelder betrachtet.
Der Großteil von Teslas langfristigem Wert, so ihr Modell, stammt nun aus Software, Autonomie und Robotern – und nicht aus dem Autoverkauf.
Die Analyse nennt auch Risiken, darunter eine schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, intensiven Wettbewerb, hohe Umsetzungshürden bei KI und Robotik, regulatorische Prüfungen sowie Teslas Abhängigkeit von Elon Musk. Dennoch argumentiert die Deutsche Bank, dass Teslas Größe, sein Datenvorsprung und die vertikale Integration dem Unternehmen eine starke Chance geben zu gewinnen – sofern die Strategie aufgeht.
Insgesamt zeichnet der Bericht Tesla als Unternehmen mitten in einer großen Transformation. Kurzfristige Prognosen wurden gekürzt, doch die Deutsche Bank glaubt, die eigentliche Geschichte sei Teslas Vorstoß, zum führenden Anbieter KI-gestützter Mobilität und Automatisierung zu werden – mit dem Potenzial, in den nächsten zehn Jahren mehrere Branchen umzuformen.
Information: Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von zerohedge.com zur Übersetzung bereitgestellt.
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