18. Februar 2026 12:00

Energiewende und Windkraft Thema verfehlt

Das Windkraft-Symposium der AfD-Bundestagsfraktion – Nicht die Windkraft ist das wirkliche Problem, sondern die Energiewende

von Klaus Peter Krause drucken

Windkraft: Symbol der Energiewende-Debatte
Bildquelle: e-Redaktion Windkraft: Symbol der Energiewende-Debatte

Das Windkraft-Symposium der AfD-Bundestagsfraktion – Nicht die Windkraft ist das wirkliche Problem, sondern die Energiewende – Lauter treffende Argumente gegen die Windkraft, die sich aber politisch als zu schwach erweisen – Medien als politisch gefällige Lakaien – Die Opfer von Windkraftanlagen sind eine Minderheit und werden es bleiben – Für noch zu viele Menschen klingt die Erzählung vom CO2 als Klimaerwärmer glaubhaft – Mit dem CO2-Wahn gegen die Energiewende zu argumentieren, bewirkt nichts – Die Energiewende ist mit ihren Folgen anzugreifen, die sie spürbar für alle hat – Wie das Symposium wirksamer hätte sein können

Die AfD-Fraktion im Bundestag hat neulich mit ihrem großen Windkraft-Symposium im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin das eigentliche Thema verfehlt: Nicht die Windkraft ist das wirkliche Problem, sondern die Energiewende. Wohl ist die Erzeugung von Strom aus Windkraft ein Bestandteil dieser Wende, dieser Abkehr von der Strom- und Wärmegewinnung aus Kohle, Erdöl, Erdgas und Kernkraft. Wohl hat sie viele unheilvolle Auswirkungen. Aber nur gegen die Windkraft zu wettern, geht am Notwendigen vorbei, nämlich die ganze Energiewende zu beenden, sie abzuschaffen, sie in den politischen Abfalleimer zu kippen, sie nachhaltig zu entsorgen. Raus aus dem Subventions- und Bürokratiemonster. Raus aus der künstlichen Strom- und Gasverteuerung durch verblendete, unfähige, eigennützige oder gar mit Absicht gegen das Gemeinwohl agierende Politiker. Dies zu verlangen, fand in Berlin nicht statt.

Ein Geschäftsmodell, als Klimaschutz nur getarnt

Die Klimaschutzpolitik mit der deutschen Energiewende hat immensen Schaden schon mehr als genug angerichtet. Sie tut es in sich steigernder Weise weiterhin. Sie ist ein Geschäftsmodell, als Klimaschutz nur getarnt. Warum hat die AfD nicht dies zum Thema ihres Symposiums gemacht? Warum nicht aufgegriffen, dass fünf physikalisch-technische Hindernisse der Energiewende unabänderlich entgegenstehen? Warum nicht, dass die Energiewende eine ungeheure finanzielle Belastung und volkswirtschaftliche Verschwendung ist? Nichts davon war auf dem Symposium zu hören. Warum nicht? Dabei hat sich die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel in diesem nötigen Sinn doch schon oft am Rednerpult im Bundestag geäußert, hat in ihren Reden dort gegen die Energiewende deren volkswirtschaftliche und elektrotechnische Unsinnigkeit umfassend zur Sprache gebracht und gegeißelt. Warum dann diese eher nur nebensächliche Veranstaltung ihrer Fraktion?

Nichts gegen Windkraft, aber bitte nicht dort, wo ich wohne

Zwei Tage hat dieses AfD-Symposium gedauert. An beiden Tagen nahmen, mal mehr, mal weniger, rund 200 Besucher teil, dazu 20 AfD-Bundestagsabgeordnete und zusätzlich auch Mitarbeiter dieser MdB. Die Beifallsbekundungen aus dem Publikum zu Einzelthemen ließen erkennen, dass vor allem Opfer und Gegner von Windkraftanlagen mit dieser Veranstaltung die Gelegenheit wahrnahmen, sich ihr Anliegen bestätigen zu lassen, nämlich solche Anlagen in ihrem direkten Wohnumfeld und/oder in einem ihnen nahen Wald zu verhindern. Wer zu dieser Gegnergruppe gehört, wird auch als „Nimby“ bezeichnet, eine Abkürzung von Not In My BackYard. Das sind jene Menschen, die im Prinzip gegen Klimaschutz- und Energiewendepolitik nichts haben und insofern auch nichts gegen Windkraftanlagen, nur sollen diese Anlagen bitte nicht dort stehen, wo sie wohnen. Daher argumentieren sie nicht damit, dass die flächendeckende Stromerzeugung mit Windkraft für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland untauglich ist, sondern damit, dass Windkraftanlagen der Umwelt schaden, zum Beispiel Insekten, Vögel und Fledermäuse vernichten und das Landschaftsbild verschandeln.

Lauter treffende Argumente gegen die Windkraft, die sich politisch aber als zu schwach erweisen

Alle diese und andere Umweltschutz-Argumente werden gegen die Windkraftanlagen und das seit 2000 bestehende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nun schon seit 25 Jahren vorgebracht, aber weitere Windkraftanlagen nach wie vor errichtet. Erfolg also sieht anders aus. Warum dann ein aufwendiges Symposium, auf dem Altbekanntes nur wiederholt und geradezu heruntergebetet worden ist, aber die Begriffe „Energiewende“ und „EEG“ in den Themen der vielen 20-Minuten-Vorträge gar nicht vorkamen? Auch das derzeit noch geltende AfD-Grundsatzprogramm gibt für die AfD-Fraktion im Bundestag argumentativ genug her, um gegen die Energiewende und das EEG als des Übels Ursachen aufzutreten und so zu einem Rückzug von den sogenannten „erneuerbaren“ Energien beizutragen, statt nur hilfsweise damit zu argumentieren, dass Windkraftanlagen der Umwelt und Natur schweren Schaden zufügen, also mit Argumenten, die sich politisch als zu schwach erweisen, weil sie bei der Mehrheit der Bevölkerung und damit in der Politik nicht durchdringen.

Die sechs Themenblöcke des Symposiums

Die AfD-Bundestagsfraktion hatte ihr Symposium angekündigt als „Die bundesweit größte Vernetzungs- und Informationsveranstaltung zu diesem Themenfeld“. Sie richte sich an Bürgerbewegungen, Landwirte, Förster, das gastgebende Gewerbe, betroffene Bürger sowie Vertreter der Freien Medien. Die Teilnehmer erwartete ein vielseitiges Programm mit Impulsbeiträgen von über 25 Fachreferenten. Zudem würden die zuständigen Arbeitskreise der Fraktion ihre Anträge zum Thema Windkraft präsentieren. Unterteilt war das Symposium in sechs Themenblöcke:

Erstens: Auswirkungen der Windkraft auf Umwelt und Natur mit den Vorträgen Beeinflussung des lokalen Klimas, Vegetation und Bodenerosion, Brände an WKA – fiese Fasern, Schäden im Grundwasser, Schäden an Vögeln, Fledermäusen und Insekten, Parlamentarische Initiativen des Arbeitskreises Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Zweitens: Sind Windkraftanlagen zum Schutz des Klimas notwendig? Mit den Vorträgen „Freispruch für CO2?“, „Wie kosmische Strahlen das Klima beeinflussen“, „Key conclusions on state of climate science from EPA report and personal update“.

Drittens: Podiumsdiskussion/Diskussionsrunde mit dem Thema Windkraftanlagen in den Medien und in der Klimadebatte.

Viertens: Auswirkungen der Windkraft auf die Menschen mit den Vorträgen „Schädigung der Menschen durch Infraschall“, „Blackout und Notfallvorsorge“, „PFAS in Natur und Lebensmitteln“, „Verführung von Landwirten“.

Fünftens: Widerstand gegen die Windkraft mit den Vorträgen „Der Kampf der Bürgerinitiativen gegen die Windkraft“, „Bürgerinitiativen und Öffentlichkeit“, „Ein Insider packt aus“, „Behörden, Gesetze, Genehmigungen“, Parlamentarische Initiativen des Arbeitskreises Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen.

Sechstens: Wege in eine bessere Zukunft mit den Vorträgen „Parlamentarische Initiativen des Arbeitskreises Wirtschaft und Energie“, „Moderne Kohlekraftwerke“, „Zukunft der Kernkraft“, „Vorstellung der Arbeitsgruppe Kernkraft der AfD-Bundestagfraktion“, „Emotionale Aspekte der Energiediskussion“, „Energiekonzepte weltweit“, „Ökologischer Realismus“.

Medien als politisch gefällige Lakaien

Alles sind wichtige Themen, behandelt von kompetenten Rednern. Aber dass und wie Windkraftanlagen Umwelt und Natur massiv schädigen, steht seit langem fest und ist unbestreitbar. Doch hat sich die Energiewendepolitik mit dem Hinweis auf diese Schäden bis heute nicht stoppen und beenden lassen. Die als maßgeblich wahrgenommenen Medien haben als politisch gefällige Lakaien agiert, aber nicht als objektive Beobachter und neutrale Berichterstatter. Gerade sie haben diese Schäden nie zu den ständig bedeutsamen Teilen ihrer Berichterstattung und Kommentierung gemacht, zwar nicht immer völlig verschwiegen, sonst aber als – teils offen bekundete, teils heimliche – Akklamateure für Strom aus Windkraft durchweg unter den Teppich gekehrt. Daher ist die breite Bevölkerung damit nie wirklich konfrontiert und nicht dafür sensibilisiert worden.

Die Opfer von Windkraftanlagen sind eine Minderheit und werden es bleiben

Für Windkraftanlagen interessieren sich im Wesentlichen nur Menschen, die von solchen Anlagen direkt heimgesucht werden. Sie konzentrieren sich verständlicherweise auf die von den Anlagen verursachten Schäden, vor allem dann, wenn sie selbst deren Opfer sind oder zu werden drohen. Aber gegenüber der Gesamtbevölkerung sind sie eine Minderheit und werden es bleiben. Folglich fühlt sich die politische Führung noch immer nicht dem notwendigen Druck ihrer Wähler ausgesetzt, den für Deutschland ruinösen Energiewende-Spuk in den Orkus zu schicken. Bei aller Bedeutsamkeit dieses Unheils durch Windkraftstrom war es argumentativ bisher nur ein Nebenkriegsschauplatz.

Für noch zu viele Menschen klingt die Erzählung vom CO2 als Klimaerwärmer glaubhaft

Mehr noch ist das bei der Argumentation gegen den geschürten CO2-Wahn der Fall. Für die Behauptung, Kohlendioxid, emittiert durch menschliche („anthropogene“) Aktivitäten, heize das Erdklima auf, fehlt nach wie vor jeder Beweis. Bewiesen dagegen ist, dass die Behauptung falsch ist. Wohl wird sie eines Tages auch offiziell falsifiziert sein, also politisch und amtlich, aber darauf zu warten, dauert zu lange. Um das Energiewende-Aus zu erreichen, wäre es viel zu spät. Für noch zu viele Menschen klingt die Erzählung von der „Anthropogenen Globalen Erwärmung“ (AGW) glaubhaft. Allerdings ist der Rückhalt für die Klimaschutz- und Energiewendepolitik in der deutschen Bevölkerung deutlich geringer geworden.

Mit dem CO2-Wahn gegen die Energiewende zu argumentieren, bewirkt nichts

Was Lobbyisten lange genug in breiter Öffentlichkeit behaupten, was scheinbar glaubwürdige Institutionen übernehmen und durchsetzen, was Massenmedien nicht anzweifeln, wird für die meisten Menschen zur sich selbst erfüllenden Bestätigung, gilt als erwiesen und als unumstößliche Wahrheit. Das Märchen vom „CO2 als Klima-Killer“ ist für Teile von ihnen sogar zu einem Religionsersatz geworden, zu einem festen Glauben. Glaube versetzt bekanntlich Berge. So ist geworden und mit gesetzlichem Zwang durchgepaukt, was in Deutschland Energiewende heißt. Gegen Glauben kommen Aufklärer nicht an. Folglich ist das Argumentieren gegen die Energiewende mit dem CO2-Wahn untauglich. Es bewirkt einfach nichts. Ein Nebenkriegsschauplatz argumentativ also auch dies.

Die Energiewende ist mit ihren Folgen anzugreifen, die sie spürbar für alle hat

Die Energiewende ist mit ihren Folgen anzugreifen, die sie spürbar für alle hat. Das gelingt nur, wenn immer wieder deutlich gemacht wird, welche Folgen der Energiewende der gesamten Bevölkerung blühen, aber am besten, wenn die gesamte Bevölkerung die Folgen am eigenen Leib faktisch bereits zu spüren bekommt. Begonnen haben die Folgen längst. Unweigerlich weiten sie sich schleichend aus. Es ist die dramatische Verteuerung von Strom und Gas. Elektrischer Strom ist die alles beherrschende Energie. Ohne Strom kommt niemand aus, die Menschen im Privatleben nicht, die Betriebe beim Produzieren nicht und die ganze Wirtschaft mit ihren Branchen nicht. In allen Waren und Dienstleistungen steckt elektrische Energie, daher auch in der Wasserversorgung, in der Verkehrslenkung, in der Nachrichtenübermittlung.

Die Stromversorgung ist zu teuer und nicht mehr verlässlich wie einst

Aber die Stromversorgung ist nicht mehr verlässlich, wie sie es vor der Energiewende stets gewesen ist. Strom aus Wind und Sonnenschein ist nur Zufallsstrom, Strom aus Kohle, Erdöl, Erdgas und Kernkraft sind es nicht. Nur mit herkömmlichen Kraftwerken ist die Frequenzstabilität des Stromnetzes zu gewährleisten, wenn Wind und Sonnenschein ausfallen. Aber zu viele von ihnen sind schon abgeschaltet oder dümmlich gar zerstört, weil Wind- und Solarstrom interventionistischen Vorrang genießen. Noch immer werden weitere Windkraft- und Fotovoltaikanlagen aufgestellt. Fällt Strom von ihnen aus, und es fehlt Ersatz, werden energieintensive Betriebe gezwungen, ihre Produktion zeitweise einzustellen. Unternehmen, für deren Betriebe Strom und Gas als Folge der Energiewende zu teuer geworden ist und die daher im Wettbewerb nicht mehr mithalten können, hören auf oder verlagern ihre Tätigkeit ins Ausland. Erdgas wird unbezahlbar gemacht, aber die Hälfte der deutschen Haushalte heizt mit Erdgas nach wie vor, doch die Energiewende macht es für sie unbezahlbar.

Wie das Symposium wirksamer hätte sein können

Nur Fakten wie diese können und werden der Energiewende den Garaus machen. Die Macht des Faktischen ist auf Dauer unbezwingbar. Wer Irrgläubige bekehren, sie von ihrem Glauben abbringen will, muss diesen Glauben erschüttern. Fakten vermögen das. Aber sie sind ständig vorzubeten und ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu bringen. Dies zu tun, wäre ein wirksameres AfD-Symposium gewesen.

Dieser Artikel, gemeinsam mit weiteren interessanten Links, erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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