Energieversorgung: Jetzt fehlt was: Strom aus Kernkraft, Gas aus Russland
Der Frost packt zu, Gas wird knapp – Speicher-Füllstand schon auf ein Drittel geschrumpft
von Klaus Peter Krause drucken
Strom aus Kernkraft, Gas aus Russland
Der Frost packt zu, Gas wird knapp – Speicher-Füllstand schon auf ein Drittel geschrumpft – Die Frau, die den Ausstieg aus dem Kernkraftstrom auf dem Gewissen hat – Der böse Putin darf nicht mehr liefern – Der tolle Herr Merz – Womit die Bürger heizen, sollen sie auf keinen Fall selbst entscheiden dürfen – Die beiden Arten von Schildbürgern
Das Erdklima wird wärmer? Ach, täte es das doch. Man wünschte es sich jedenfalls in diesen frostigen deutschen Wintertagen. Wetterberichte teilen mit: „Eisige Luftmassen fluten Deutschland.“ Frost zwischen minus 9 und 13 Grad Celsius. Frost die ganzen nächsten Tage. Strenger Nachtfrost im Nordosten. Medien fragen: Kommt die Eiszeit bald in ganz Deutschland an? Der Winter beißt sich fest im Land. Ich sage: Na, und? Es ist Winter, Leute. Gewiss, die Menschen frieren – draußen an der frischen Luft. Das ist normal, sogar gesund. Nicht normal ist, wenn sie auch drinnen frieren müssten, also zuhause und an ihren Arbeitsplätzen, dort, wo für uns verwöhnte Wohlstandsbürger meist Gasheizungen die nötige, wohlige Wärme vermitteln. Das Nicht-Normale scheint erstmals möglich zu werden: Die Erdgasspeicher leeren sich schneller als gedacht und üblich.
Speicher-Füllstand nur noch ein Drittel
Der Füllstand der Speicher beträgt nur noch rund ein Drittel, in manchen deutschen Regionen deutlich weniger. So niedrig sollen die Erdgasvorräte Ende Januar seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren noch nie gewesen sein. An kalten Wintertagen wird mehr als die Hälfte des deutschen Gasverbrauchs aus diesen Vorräten gedeckt. Zu Beginn der Heizperiode sind die Speicher nur zu drei Vierteln gefüllt gewesen.
Noch keine eigene staatliche Notfallreserve
Eine eigene staatliche Reserve (ähnlich wie die für Erdöl schon lange) gibt es in Deutschland noch nicht, nur Überlegungen dazu. Entscheidungen aber fehlen noch. Beschaffen und lagern würde die Reserven der Staat und sie in Notlagen freigeben. Bloße Überlegungen helfen derzeit aber nicht weiter. Österreich dagegen hat eine nationale Erdgasreserve für Notfälle schon.
„Die Versorgung ist auf Kante genäht“
Der größte Lieferant von Erdgas ist für Deutschland derzeit Norwegen mit einem Anteil von rund einem Drittel des Bedarfs. Kaum eine Rolle zum Absichern der deutschen Gasversorgung spielt der Import von Flüssiggas (LNG). Es kommt als Direktimport zu 95 Prozent aus den USA. „Die Versorgung ist auf Kante genäht, und das ist eigentlich zu wenig. Es wäre gut, wenn diesen Winter nichts Unvorhergesehenes mehr passiert. Viel Puffer hat das System nicht mehr“, meint Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (INES) der Gaswirtschaft (Quelle für alle diese Angaben: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 1. Februar 2026, Seite 23).
Ach, eine schon so ferne Zeit
Wir hatten mal eine Zeit, da klappte die Energieversorgung mit Gas und Strom technisch ganz prima und war, gemessen an heute, auch spottbillig. Das ist (gefühlt) Urzeiten her, sagen wir: bis vor 2011. Damals saß jemand im Bundeskanzleramt, dessen Namen ich vergessen habe. Nur so viel, es war vom 22. November 2005 bis 8. Dezember 2021 die erste Frau in diesem dritthöchsten Amt unserer Republik. Wir wissen doch von alters her, Frauen sind klüger als Männer. Also durfte man hoffen. Diese Frau von der CDU handelte in der Tat klug, aber nur für sich selbst, um ihre Position nicht zu gefährden, nicht dagegen für Volk und Vaterland. Warum?
Die Frau, die den Ausstieg aus dem Kernkraftstrom auf dem Gewissen hat
Sie ordnete den Ausstieg aus der Stromversorgung mit Kernkraftwerken an. Im japanischen Fukushima hatte es im März 2011 eine Kernschmelze mit Austritt von Radioaktivität gegeben, aber nur deswegen, weil ein Tsunami das Bauwerk zerstört hatte, kein Fehlvorgang im Kraftwerk selbst. Gleichwohl, fanatische Atomgegner, sekundiert von vielen Medien und Grünen-Politikern, wussten die Katastrophe zu nutzen. Sie hatten schon die Jahre vorher zu viele Deutsche mit Angst vor radioaktiver Verstrahlung durchseucht. Deutsche sind für Angstmache schon immer empfänglich.
Der verordnete Kernkraftausstieg als Leckerli
Die Kanzlerin, deren Name mir partout nicht einfallen will, nutzte die Gunst der Stunde ebenfalls, nicht aus Angst vor Radioaktivität, sondern vor befürchteten unschönen Wahlergebnissen. Der verordnete Kernkraftausstieg sollte als Leckerli dienen, um zögerlichen atom-ängstlichen Wählern die Kanzlerpartei näher zu bringen und bekömmlich zu machen. Ob’s geholfen hat, sei dahingestellt. Entscheidend dagegen ist, der Kernkraftausstieg gelang. Es hat zwar etwas gedauert, denn schwerwiegende staatliche Enteignungseingriffe in Eigentumsrechte pflegen in Demokratien, die sich der Rechtsstaatlichkeit rühmen, nicht üblich zu sein. Die letzten drei Reaktoren sind offiziell am 15. April 2023 vom Netz genommen worden. Aktive kommerzielle Kernkraftwerke gibt es in Deutschland nicht mehr. Betrieben werden nur noch Forschungsreaktoren und Anlagen für die nukleare Ver- und Entsorgung, aber keine zur Stromerzeugung.
Der Kernkraftstrom fehlt jetzt, ebenso das Erdgas aus Russland
Der elektrische Strom aus Kernkraft fehlt jetzt. Zwar kann Kernkraftstrom das in diesen kalten Wintertagen knappe und vielleicht ausbleibende Erdgas nicht direkt ersetzen, aber indirekt durchaus. Denn es gibt elektrische Heizgeräte. Vor allem aber fehlt Erdgas selbst, nämlich das aus Russland. Am 26. September 2022 hat ein Terror-Anschlag Abschnitte der Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 zersprengt: beide Stränge von Nord Stream 1 und einen der zwei Stränge von Nord Stream 2.
Der böse Putin darf nicht mehr liefern
Die Erdgasleitung nicht zu reparieren, war dumm und leichtfertig. Die Zeit eines SPD-Bundeskanzlers, der Olaf Scholz hieß und der das hätte tun müssen, übergehe ich mal. Der böse Putin, der doch die Ukraine überfallen hat, sollte mit dem Erlös aus dem Erdgasverkauf den Krieg gegen die Ukraine nicht finanzieren können, den ihm allerdings die USA und die Nato gleichsam aufgezwungen haben. Das ist gut belegt. Dabei würden wir Russlands Gas gerade jetzt gut gebrauchen können.
Der tolle Herr Merz
Jene CDU-Kanzlerin hat einen tollen CDU-Nachfolger. Er heißt bekanntlich Merz. Der hat, als er noch Opposition spielte, gar viel versprochen, hält es aber nicht ein. Wir kennen das von solchem Politpersonal, es ist üblich. Merz beendet das Zerstörungswerk nicht, er setzt es fort. Auch er lehnt eine Nord-Stream-Reparatur ab. Solange wir von Russland kein Gas beziehen dürfen, bleibt die deutsche Gasversorgungslage prekär. Die politische Führung, die uns Bürgern das aufzwingt, hält das für richtig. Dann hält sie es auch für richtig, dass die meisten von uns frieren müssen, falls die Gasspeicher noch in diesem Winter kein Gas mehr hergäben. Den Klimaschutz- und Energiewende-Gläubigen müsste das sogar gefallen. Für sie ist das Verbrennen von Erdgas mit dem Ausstoß von CO2 eine Art Pest. Dass CO2 das Erdklima aufheizt, ist zwar widerlegt, aber darauf kommt es nicht an, der (scheinbar) gute Wille genügt ihnen. Merz und andere mit ihm schert das nicht. Sie sehen sich ebenfalls als Gutmenschen.
Womit die Bürger heizen, sollen sie auf keinen Fall selbst entscheiden dürfen
Doch wie Kernkraftstrom soll auch Erdgas zum Heizen verschwinden. Dabei hat jeder zweite Haushalt in Deutschland eine Gasheizung weiterhin. Und für den Betrieb von Fabriken ist auch die Industrie auf eine sichere Gasversorgung angewiesen. Doch geheizt werden soll gefälligst mit Strom aus Wind und Sonnenschein. Das dürfen wir Bürger auf keinen Fall frei selbst entscheiden, sondern ordnet uns der deutsche autoritäre Interventionsstaat an. Das ist von allen Staatseingriffen gegen die Selbstbestimmung der Bürger der wohl schwerste und folgenreichste gegen die marktwirtschaftliche Freiheit. Staatliche Willkür erledigt die freie Marktwirtschaft scheibchenweise. Weil das ruinöse Folgen hat und die Wirtschaft zwangsläufig strauchelt, greifen inkompetente Politiker zu Folgeinterventionen, die die Lage nur verschlimmern. Vielleicht sogar sollen?
Die beiden Arten von Schildbürgern
Liebe Landsleute, bedanken Sie sich bei den Schildbürgern in diesem unserem Land. Die sitzen im Bundestag und Kanzleramt, in Länderparlamenten und Landeskanzleien. Sie haben diese Typen gewählt. Aber aufgepasst, falls Ihnen das entfallen sein sollte: Wen Sie gewählt haben, den können Sie auch abwählen. Leider nur alle vier Jahre. In dieser langen Zeit belassen es die Gewählten bei ihren Streichen und ersinnen sogar neue. Die Schildbürger der Märchenwelt waren nur dämlich, die von heute sind intelligent und damit gemeingefährlich.
Quellen:
Aktuelle Nachrichten online - FAZ.NET
Kommentare
Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv nur registrierten Benutzern zur Verfügung.
Wenn Sie bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich mit dem Registrierungsformular ein kostenloses Konto erstellen.

