04. März 2026 11:00

Krieg „Und dann erledigen wir den Iran“: Umstrukturierung oder Wiederaufbau nach der „Gaza-Blaupause“?

Steigt bald ein weiterer Techno-Phönix aus der „kreativen“ Zerstörungsasche?

von Axel B.C. Krauss drucken

Technokratie: Globale Vernetzung und Kontrolle
Bildquelle: Redaktion Technokratie: Globale Vernetzung und Kontrolle

„Und dann erledigen wir den Iran“: Umstrukturierung oder Wiederaufbau nach der „Gaza-Blaupause“?

Steigt bald ein weiterer Techno-Phönix aus der „kreativen“ Zerstörungsasche?

Mein Gott, ist das schon lange her. Fast zwanzig Jahre. Jedenfalls gab ein ehemaliger US-Vier-Sterne-General namens Wesley Clark, Oberbefehlshaber der NATO-Truppen im Jugoslawienkrieg 1999, der Journalistin Amy Goodman von „Democracy Now“ im Jahre 2007 ein sehr interessantes Interview. Er berichtete von einer Begegnung mit einem Kollegen desselben militärischen Ranges im Pentagon, der ihm etwas Wichtiges zu sagen habe. Sie hatten sich bereits einige Wochen zuvor getroffen, als noch nicht klar war, welches Land die US-Regierung zuerst angreifen würde.

„[Ich] suchte ihn ein paar Wochen später nochmal auf, als wir bereits Afghanistan bombardierten. Ich sagte: »Werden wir immer noch Krieg im Irak führen?«, und er antwortete: »Oh, es ist viel schlimmer als das«. Er beugte sich über seinen Tisch und nahm ein Papier in die Hand. Und er sagte »Ich habe das hier von oben hereingereicht bekommen« – er meinte damit das Büro des Verteidigungsministers – »Und zwar heute«. Dann sagte er »Dies ist ein Memo, das beschreibt, wie wir sieben Länder in fünf Jahren ausschalten werden, beginnend mit dem Irak, dann Syrien, den Libanon, Libyen, Somalia, Sudan, und dann erledigen wir den Iran«.“ (Global Research, „Global Warfare: »We’re going to take out 7 countries in 5 years: Iraq, Syria, Lebanon, Libya, Somalia, Sudan & Iran ...«“)

Sieben Länder in fünf Jahren also. Nun, der Plan hat sich etwas verzögert, aber an der Länderliste selbst hat sich ganz offensichtlich nichts geändert. Fragt sich nur, warum dieser Krieg wirklich begonnen wurde, wie lange er dauern wird und vor allem – die wichtigste Frage – welchem Zweck (oder Zwecken) er dienen wird.

Denn wie schon öfter erläutert: Versucht man, die Kriege der jüngeren Zeit nur durch die Brille konventioneller geopolitischer oder -strategischer Analytik zu verstehen, wird man nicht nur nicht weit kommen, sondern steckenbleiben. Die Kriege in der Ukraine und im Gaza-Streifen haben gezeigt, dass es dabei nicht mehr um „klassische“ imperialistische Konflikte geht, nicht mehr um Armdrückereien zwischen Großmächten und ihren Einflusssphären, sondern um „Nutzkriege“ zur Umsetzung globaler politischer Agenden.

Dr. Robert J. Burrowes brachte diese Problematik in seinem Artikel „Die Geopolitik des Wahnsinns der Elite: Die gefährliche Täuschung, dass Regierungen, einschließlich der BRICS, souverän wären und die technokratische Übernahme stoppen könnten“ (27. Januar 2025) auf den Punkt:

„Da die geopolitische Ordnung derzeit schnell umgestaltet wird, um den Interessen der Elite besser zu dienen, lassen sich die meisten Analysten, die zu diesem Thema schreiben, dazu verleiten, die BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, die kürzlich um Ägypten, Äthiopien, Indonesien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate erweitert wurden) als eine Art »Alternative« wahrzunehmen. [...] [Die] Wahrheit ist, dass die […] gesamte Welt schnell und schrittweise in eine planetarische Technokratie verwandelt [wird] [...] Das bedeutet, dass Wahrnehmungen, die auf althergebrachte Weltanschauungen beschränkt sind, die die Welt beispielsweise als etatistisch und/oder kapitalistisch/sozialistisch betrachten, die tiefgreifenden Veränderungen, die sich vollziehen, nicht erkennen oder falsch wahrnehmen.“

Aber wäre das nicht ein Widerspruch? Warum sollte man dann im Iran Krieg führen, ihn also als „Gegner“ wahrnehmen und bekämpfen, wo er doch zum Block der BRICS+ gehört? Es könnte sich dabei um eben jene „kreative Zerstörung“ handeln, die, wie Patrick Wood unlängst berichtete („Gaza entwickelt sich zum ersten kontrollierten Experiment für Technokratie“, 26. Februar 2026), „Tabula Rasa“ macht, um neue „Modellgesellschaften“ zu errichten:

„Der 32-seitige Entwurf »Project Sunrise« von Jared Kushner und Steve Witkoff – der Ende 2025 von der Trump-Regierung offiziell bewertet wurde – sieht die »freiwillige« Umsiedlung der 2,3 Millionen Einwohner Gazas, den Abriss der bestehenden städtischen Struktur und den Bau von sechs bis acht KI-gestützten Smart Cities auf gerodetem Land vor. [...] Das ist Social Engineering auf territorialer Ebene, durchgeführt von einer Führungsklasse, die sich selbst die Befugnis übertragen hat, über das Leben von 2,3 Millionen Menschen zu entscheiden, ohne dass diese an der Gestaltung beteiligt sind. [...] Auf der Währungsebene wird die Architektur der Technokratie vollständig sichtbar. Das Board of Peace – Trumps privat geführtes Wiederaufbauorgan, das 1 Milliarde Dollar pro ständiger Mitgliedschaft benötigt und dessen Vorsitz Trump auf Lebenszeit innehat und über ein Vetorecht verfügt – untersucht aktiv eine dollarbasierte Stablecoin für das Nachkriegswährungssystem Gazas.

Die in Betracht gezogene Stablecoin ist strukturell und institutionell identisch mit dem USD1, der von World Liberty Financial herausgegeben wird, einem Unternehmen, das von Steve Witkoff mitbegründet wurde – dem gleichen Mann, der gleichzeitig als Trumps Nahost-Beauftragter und operativer Leiter des Board fungiert. Der Interessenkonflikt ist kein Zufall. Er ist Teil der Architektur. [...] Die Überwachungsinfrastruktur, die dieses Management durchsetzt, wird bereits benannt. Palantir Technologies und Oracle sind in das Zivil-Militärische Koordinationszentrum integriert, das den Wiederaufbau in Gaza überwacht, wobei Palantir KI-gestützte biometrische Identifizierungsplattformen und Oracle eine Cloud-Infrastruktur in Militärqualität bereitstellt. Starlink sorgt für die Konnektivität im gesamten Gebiet. Die Bewohner der geplanten Smart Cities in Gaza werden biometrische Kontrollpunkte passieren müssen, an denen ihre Sicherheitsfreigabe überprüft wird, bevor ihnen Zugang zu den Zonen gewährt wird.“

Ähnliches gilt für die Ukraine: Auch dort sollen die im Artikelauszug von Wood genannten Systeme eingeführt und zum festen Bestandteil des täglichen Lebens werden, wie Stavroula Pabst bereits am 9. Mai 2023 („Die Zukunft der Ukraine liegt im Großen Reset“) sowie am 15. Oktober desselben Jahres berichtete („Wie die mit Peter Thiel verbundene Technologie den Ukraine-Krieg anheizt“). Thiel ist bekanntlich Gründer von Palantir – einer Firma, bei der es sich im Wesentlichen um die private Auslagerung eines ehemals staatlichen Programms handelt, das sowohl in der Bevölkerung als auch in Teilen der US-Politik auf zu große Widerstände stieß: „TIA“, „Total Information Awareness“. Statt es jedoch ganz einzustampfen, wurde es einfach auf mehrere Unternehmen verteilt, zu denen eben auch Palantir sowie Oracle gehören. Sie liefern die technokratischen Dienstleistungen, vor allem umfassende Datensammlung und -analyse sowie in jüngerer Zeit KI-Systeme zur Überwachung.

Bereits vor Beginn des Militärschlags gegen den Iran wies auch der Blog ESC gewohnt hellsichtig auf diese Parallelen hin („Die Architektur der Notlage“, 3. Januar 2026):

„Und Gaza ist kein Einzelfall. Während dieses Rahmenwerk voranschreitet, greifen US-Streitkräfte Caracas an – wobei Maduros Rücktritt nun als »ausgehandelter Rückzug« dargestellt wird. Gleichzeitig ist die Regierung in Bezug auf den Iran »bereit zum Angriff« und droht mit einer Intervention aufgrund wirtschaftlicher Proteste. Drei Schauplätze, eine Woche, dieselbe Notfalllogik. Dieses Muster ist kein Zufall – es handelt sich um eine Replikation in großem Maßstab. Die Vorlage ist nun sichtbar:

- Krisen rechtfertigen Interventionen

- Interventionen ermöglichen einen Regimewechsel oder eine Delegitimierung

- Übergangsbehörden (nicht gewählt, von außen kontrolliert) ersetzen die souveräne Regierungsgewalt

- Bedingte Finanzierungen verankern die neue Struktur

- Ressourcen fließen nach außen, während die Bevölkerung zu Begünstigten wird, die es zu verwalten gilt, anstatt zu Bürgern, die es zu konsultieren gilt

Der Wiederaufbau der Ukraine war wegweisend für dieses Modell. Gaza verfeinert es derzeit. Venezuela und Iran könnten als Nächste folgen.“

Ob dieser Krieg sich ausweiten und zu welchem Ausmaß an Zerstörung er führen wird, muss sich natürlich erst noch zeigen. Tatsache ist jedenfalls, und da braucht sich niemand zurückzuhalten: Die offiziellen Begründungen auch für diesen Krieg kann man gleich dem Sondermüll anvertrauen – und die Berichterstattung der Presse natürlich gleich dazu, samt und sonders.

Ein weiterer „Erfolg“ dürfte in der sich bereits abzeichnenden Verteuerung fossiler Brennstoffe liegen – aufgrund der Sperrung der Straße von Hormus, einem der wichtigsten Seehandelswege der Welt für Öl. Passt perfekt zur „Netto-Null“-Politik beziehungsweise der Nachhaltigkeitsagenda. Doch genug von Zufällen.

Zum Schluss noch eine ganz persönliche Bemerkung, die von Herzen kommt: Wer jetzt immer noch nichts merken will, wer immer noch glaubt, einen Trump verteidigen, sein Vorgehen schönreden oder diesen Krieg allen Ernstes als „Befreiung“ feiern zu müssen, kann nur noch Chefredakteur der „Welt“ werden. Mein Beileid.

Bis nächste Woche.

Quellen:

https://www.globalresearch.ca/global-warfare-seven-countries-five-years/2007

https://www.democracynow.org/2007/

https://www.globalresearch.ca/

https://escblog.com/architektur-der-notlage/2026

https://www.project-sunrise.com

Home - Palantir

https://www.oracle.com


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