Preis-Verleihung: Wie politisch und woke waren die Oscars 2026?
Ein ausführlicher Rückblick auf die 98. Oscar-Verleihung
Die 98. Oscar-Verleihung fand am 15. März 2026 im Dolby Theatre in Hollywood statt, und zwar pünktlich, trotz einer FBI-Warnung vor möglichen Angriffen im Zusammenhang mit dem laufenden Iran-Konflikt sowie mit etwa 1.000 privaten Sicherheitskräften vor Ort. Gastgeber war zum zweiten Mal Conan O’Brien, produziert von Raj Kapoor und Katy Mullan und inszeniert von Hamish Hamilton. Die Show dauerte knapp drei Stunden und 45 Minuten und wurde auf ABC sowie Hulu ausgestrahlt.
Von Anfang an war klar, dass die Academy die Bühne nicht nur für Filmkunst, sondern auch für politische und woke Botschaften nutzen würde. Der große Gewinner des Abends war die Warner-Bros.-Actionkomödie „One Battle After Another“ unter der Regie von Paul Thomas Anderson. Dieser Film holte sechs Oscars, darunter Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller für Sean Penn als Col. Steven J. Lockjaw – der allerdings nicht persönlich erschien – sowie die neue Kategorie Bestes Casting und Bester Schnitt.
Auf Platz zwei folgte Ryan Cooglers „Sinners“ mit vier Trophäen, unter anderem Bester Hauptdarsteller für Michael B. Jordan in einer Doppelrolle, Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik für Ludwig Göransson und Beste Kamera für Autumn Durald Arkapaw, die erste Schwarze in dieser Kategorie. Beste Hauptdarstellerin ging an Jessie Buckley für „Hamnet“ und Beste Nebendarstellerin an Amy Madigan für „Weapons“.
Weitere Preise erhielten der norwegische Film „Sentimental Value“ von Joachim Trier als Bester internationaler Film, „Mr. Nobody Against Putin“ als Bestes Dokumentarfilm und „All the Empty Rooms“ als Bester Dokumentar-Kurzfilm über Opfer von Schulmassakern.
Schon lange vor der eigentlichen Show hatte sich die Nominierungsliste als Rekord an Diversität präsentiert, was von vielen als klarer Beweis für den woke Unterbau der Academy gewertet wurde. „Sinners“ erhielt 16 Nominierungen, einen neuen Rekord, darunter zehn für schwarze Künstlerinnen und Künstler, während Warner Bros. insgesamt auf 30 Nominierungen kam. Es gab erste Nominierungen für einen Brasilianer wie Wagner Moura als Hauptdarsteller und für einen nicht-englischsprachigen Nebendarsteller wie Stellan Skarsgård. Ruth E. Carter wurde zur meistnominierten Schwarzen Frau und Chloé Zhao zur ersten Schwarzen mit zwei Regie-Nominierungen.
Die Academy betonte bewusst diese Repräsentation, und das spiegelte sich in den Gewinnen wider, etwa mit der ersten Schwarzen als Gewinnerin in der Kategorie Beste Kamera und einem Rekord für Black Cinema. Kritiker auf der rechten Seite sprachen bereits vorab von einer erzwungenen DEI-Quote, und genau das war es auch: ein klassischer woke Versuch, Quoten über Qualität zu stellen, statt einfach die besten Filme zu ehren.
Conan O’Brien eröffnete die Veranstaltung mit einem klaren Warnhinweis an das Publikum. Er sagte: „I should warn you, tonight things could get political.“ („Ich sollte euch warnen, heute Abend könnte es politisch werden.“) Anschließend schlug er vor, es gäbe eine alternative Oscar-Verleihung, moderiert von Kid Rock. Dann folgten gezielte Spitzen, darunter ein Witz über die Epstein-Akten und Prince Andrew mit den Worten: „Yeah? Well, at least we arrest our pedophiles.“ („Ja? Nun, zumindest verhaften wir unsere Pädophilen.“) als Anspielung auf britische Verhaftungen im Trump-Umfeld. Ein weiterer Seitenhieb richtete sich gegen die Umbenennung des Kennedy Centers: „Welcome back, we’re coming to you live from the ‘Has a Small Penis’ Theater.“ („Willkommen zurück, wir senden live aus dem ‚Hat einen kleinen Penis‘-Theater.“) Schließlich stellte er ernüchtert fest: „These are very chaotic, frightening times.“ („Das sind sehr chaotische, beängstigende Zeiten.“) und rief zum Optimismus auf, was jedoch wie ein subtiler Appell an globale Zusammenarbeit in Zeiten von Kriegen und Restriktionen klang. Das war kein harmloser Humor mehr, sondern bereits der Einstieg in eine leicht politische und linksgerichtete Tonlage, die konservative Kommentatoren sofort auf die Barrikaden brachte.
Der erste wirklich politische und woke Moment kam von Javier Bardem bei der Vergabe des besten internationalen Films zusammen mit Priyanka Chopra Jonas. Er trug Anstecker mit der Aufschrift „No a la Guerra“ und dem palästinensischen Handala-Symbol und rief laut: „No to war, and free Palestine!“ („Nein zum Krieg und Freiheit für Palästina!“) Der tosende Applaus zeigte, wie sehr das Publikum solche Einmischungen feierte. Was übrigens wie viele andere Momente bei den Oscars von Verschwörungstheoretikern noch nicht erwähnt wurde. Wahrscheinlich, weil es die eigene Erzählung vom Juden besetzten Hollywood zerstört.
Andere Medien sprachen von einem Hijacking der Show für eine woke Predigt, und genau das war es: Bardem nutzte die Bühne bewusst für eine politische Intervention, die nichts mit Filmkunst zu tun hatte, sondern den gesamten Abend in eine einseitige Pro-Palästina-Agenda lenkte.
Jimmy Kimmel lieferte bei der Präsentation der Dokumentarfilme den nächsten woke Höhepunkt. Er sprach von „Mut, der einen das Leben kosten kann“ und stichelte: „As you know, there are some countries whose leaders don’t support free speech. I’m not at liberty to say which. Let’s just leave it at North Korea and CBS.“ („Wie ihr wisst, gibt es einige Länder, deren Führer freie Meinungsäußerung nicht unterstützen. Ich darf nicht sagen, welche. Lassen wir es einfach bei Nordkorea und CBS.“) Dazu kam ein direkter Seitenhieb auf die nicht nominierte Melania-Trump-Dokumentation: „Fortunately for all of us there’s an international community of filmmakers dedicated to telling the truth… and there are also documentaries where you walk around the White House trying on shoes.“ („Zum Glück gibt es eine internationale Gemeinschaft von Filmemachern, die der Wahrheit verpflichtet sind … und es gibt auch Dokumentationen, in denen man im Weißen Haus herumlaufen und Schuhe anprobieren kann.“) Das war nichts anderes als eine klare Anti-Trump-Attacke, verpackt als Humor, die die Academy erneut als linke Blase entlarvte.
Die Dokumentarfilm-Gewinner setzten die woke Linie nahtlos fort. Gloria Cazares, Mutter eines Uvalde-Opfers und Gewinnerin für „All the Empty Rooms“, erklärte: „Gun violence is now the No. 1 cause of death in kids and teens. We believe that if the world could see their empty bedrooms, we’d be a different America.“ („Waffengewalt ist jetzt die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen. Wir glauben, wenn die Welt ihre leeren Zimmer sehen könnte, wären wir ein anderes Amerika.“) Der stehende Applaus zeigte, wie sehr die Academy solche klassischen Gun-Control-Statements liebte. Dass die letzten Schulmassaker allesamt von „Transmenschen“ begangen worden, fiel dummerweise unter den Tisch.
David Borenstein und Pavel Talankin von „Mr. Nobody Against Putin“ sprachen ebenfalls von „small acts of complicity“ („kleine Akte der Komplizenschaft“) und forderten: „Stop all of these wars now.“ („Beendet alle diese Kriege jetzt.“) Auch Joachim Trier zitierte bei der Annahme des Preises für „Sentimental Value“ James Baldwin und schloss mit den Worten: „Let’s not vote for politicians who don’t take this seriously into account.“ („Lasst uns nicht für Politiker stimmen, die das nicht ernst nehmen.“) und verwies explizit auf Verantwortung für Kinder in Kriegen wie in Palästina, der Ukraine und dem Sudan.
Zusätzlich trugen zahlreiche Gäste Artists4Ceasefire-Anstecker, und Red-Carpet-Statements von Schauspielerinnen wie Charithra Chandran und Saja Kilani forderten einen permanenten Waffenstillstand in Gaza. Ein palästinensischer Darsteller durfte wegen eines Trump-Reiseverbots nicht einreisen, was die Academy als weiteren Beweis ihrer einseitigen Haltung nutzte.
Der Begriff woke ist seit Jahren politisch aufgeladen, und bei den Oscars 2026 zeigte sich erneut, warum. Klassische Themen wie Geschlechtsidentität oder extreme DEI-Quoten standen zwar nicht im Vordergrund, doch geopolitische und soziale Botschaften dominierten: Anti-Krieg, Pro-Palästina, Waffenkontrolle, Kritik an Medienfreiheit und implizite Trump-Kritik.
Rechte Kritiker titelten prompt „Oscars zurück zu einem woke Desaster“ oder „so verzweifelt bemüht, nicht woke zu sein, dass es am Ende woker als je zuvor war“. Linke und moderate Stimmen sprachen dagegen von einem Protest gegen die eigene Irrelevanz.
Im Faktencheck war die Veranstaltung weniger ideologisch als in den MeToo- oder BLM-Hochzeiten, aber deutlich politischer als neutrale Jahre. Die Academy hatte offenbar gelernt, dass zu viel offenes Wokeness Zuschauer kostet, doch statt neutral zu bleiben, schob sie punktuelle, aber umso gezieltere woke Statements ein.
Die Oscars 2026 waren eindeutig politischer und woker, als viele erwartet hatten, und genau das machte sie zum Problem. Conan O’Briens Warnung, dass es politisch werden könnte, bewahrheitete sich in vollem Umfang, doch in einer dosierten Form, die den Abend trotzdem zur Plattform für Aktivismus machte.
Die stärksten Momente lieferten Bardem, Kimmel, die Dokumentarfilm-Gewinner und Trier, die Hollywood nutzten, um gegen Krieg, Waffengewalt und Teile der aktuellen US-Politik zu wettern. Gleichzeitig feierte man zwar Blockbuster wie „One Battle After Another“, doch der Gesamteindruck blieb: Die Veranstaltung ist längst kein reiner Filmabend mehr, sondern ein Spiegel einer polarisierten, woken Welt.
Wer pure Unterhaltung wollte, wurde enttäuscht. Wer einen Blick auf das aktuelle Hollywood und seine einseitige Haltung zur Weltpolitik werfen wollte, bekam genau das geliefert – und das ist der eigentliche Skandal. Die Oscars haben sich wieder einmal selbst geschadet, indem sie eine woke Agenda über gute Filme stellten.
Ich will aber nicht unerwähnt lassen, dass Michael B. Jordan die bedeutendste Trophäe nicht unverdient erhalten hat. Neben Timothée Chalamet war er mein Favorit. Alles in allem muss ich aber sagen, dass die nominierten Filme in einem Jahr wie 1993 allesamt keine Rolle gespielt hätten. Sie können dem „unpolitischen“ Film einfach nicht das Wasser reichen.
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