27. April 2026 21:00

Energiewende Kohle- und Kernkraft statt Sonne und Wind

AfD-Positionspapier zur deutschen Energiepolitik und Kritik an der CO2-Politik

von Klaus Peter Krause drucken

Energiewende: Balance der Energiequellen
Bildquelle: e-Redaktion Energiewende: Balance der Energiequellen

Als in Deutschland einzige Partei ist sie rigoros dagegen und will sie beenden – aber es gibt an sie noch offene Wünsche – würde sie sie berücksichtigen, könnte es ihr Verlangen nach einem Ende der Energiewende noch überzeugender und schlagkräftiger machen – die Hauptursache der hohen Energiepreise in Deutschland deutlich benennen: die Energiewende-Politik – den CO2-Wahn bekämpfen, nicht ihn ängstlich ausklammern – über die CO2-Täuschung aufklären helfen – die Vorteile der Kohle herauszustellen, versäumt die AfD – warum kapriziert sie sich an erster Stelle auf die Kernkraft? – Kernkraft ist etwas für später, mit Kohle geht‘s schneller und kostengünstiger – Vorrang muss die Kohle haben

Die AfD ist in Deutschland die einzige Partei, die die sogenannte Energiewende, weil für Deutschland ruinös, entschieden ablehnt. Auf der jüngsten Klausurtagung ihrer Bundestagsfraktion in Cottbus hat sie das bekräftigt. In ihrem abschließenden Positionspapier nimmt sie Stellung auch zur deutschen Energiepolitik. So klar die Ablehnung ausfällt, so bleiben aber für den einen oder anderen besonders peniblen Energiewende-Kritiker Wünsche auch offen. Sie zu berücksichtigen, könnte das Verlangen der AfD nach einem Ende der Energiewende noch schlagkräftiger machen.

Die Hauptursache der hohen Energiepreise in Deutschland deutlich benennen: die Energiewende-Politik

Dass sich Deutschland in der schwersten wirtschaftlichen Krise seit Jahrzehnten befindet, hat unbestritten etliche Ursachen. Das AfD-Positionspapier von Cottbus (Wortlaut hier, die anschließende Pressekonferenz hier) zählt in seinen drei einleitenden Absätzen eine Reihe davon auf, darunter auch „explodierende Energiepreise“. Die Hauptursache dieser Krise und der zu hohen Energiepreise ist jedoch die deutsche Politik der „Energiewende“. Das wird zwar unausgesprochen (implizit) an späteren Stellen des Papiers deutlich, hätte aber ausdrücklich (explizit) an dessen Anfang gehört. Die anderen Ursachen kommen erschwerend hinzu. So lässt das Papier die Energiewende-Politik zunächst harmloser erscheinen, als sie es ist, was die AfD-Bundestagsfraktion wohl kaum so meint, aber eben nicht klar genug äußert.

Ebenfalls nicht thematisiert: Die Energiewende-Politik stützt sich auf eine Falschbehauptung

Was das AfD-Papier ebenfalls nicht gebührend herausstreicht, ist die Tatsache, dass Deutschland seine rigorose Energiewende allein deswegen begonnen hat und weiterbetreibt, weil Kohlendioxid (CO2) aus dem Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas (industriebedingtes CO2) vorgeblich das Erdklima gefährlichst erwärmt und daher als Schadstoff hingestellt wird. Dass diese Behauptung nicht stimmt, ist belegt. Erläutert habe ich das an anderen Stellen auf dieser Blog-Seite und dabei auf wissenschaftliche Begründungen verwiesen (unter anderem hier, Absatz 9). Gehör fanden schon die ganz frühen Kritiker nicht. So ist – erfunden und ausgehend von den USA aus geschäftlichen, beruflichen und machtpolitischen Gründen – ein globaler CO2-Wahn erzeugt worden.

Den CO2-Wahn bekämpfen, nicht ihn ängstlich ausklammern

Glühende Anhänger hat der Wahn besonders in Deutschland gefunden, und mit deutscher Gründlichkeit und mit bekannter Obrigkeitsgläubigkeit seiner Bürger wird er zu deren Schaden geradezu zelebriert. Industriebedingtes CO2 gefälligst zu vermeiden, ist wohlklingend und Zustimmung heischend zum „Klimaschutz“ avanciert und zur Besessenheit geworden. Unerbittlich und heftigst wird er seit Jahren durchgesetzt. Würde der CO2-Spuk von einer Mehrheit der deutschen Bürger und gar der Menschheit als Täuschung endlich begriffen, hätte Deutschlands Energiewendepolitik schlagartig ihre scheinbar demokratische Grundlage verloren. Den CO2-Wahn zu bekämpfen, sollte die AfD daher ausdrücklich zum Hauptgegenstand ihrer Anti-Energiewendepolitik machen, nicht ihn bewusst und wohl ängstlich ausklammern.

Die AfD muss über die CO2-Täuschung aufklären helfen

Davor scheut sie zurück, es fehlt der Mut dafür. Verständlich ist das wohl, denn zu viele Bürger haben in diesem Klimaschutz ihre Ersatzreligion gefunden. Aber die AfD könnte diese Ersatzreligion auf den wirklichen Klimaschutz (Beispiel Tropenwälder, Chemtrails) lenken und über die CO2-Täuschung aufklären helfen. Klar, das ist schwer, vielleicht auch zu viel verlangt, weil sie Wahlen kurzfristig zu gewinnen hat, aber Aufklärung der Wähler – zumal gegen den Widerstand der politisch hörigen und einseitigen Medien – dauert deutlich länger. Somit würde sich die AfD einreihen in die Gruppe jener Menschen und Institutionen, die zaudern und sich auf Unkundigkeit berufen (wie zum Beispiel hochangesehene Ökonomen in Sachen CO2-Emissionshandel) und sich auf die Position zurückziehen, die Sache sei umstritten. Gewiss, umstritten. Aber wer will, dass sie umstritten wenigstens bleibt? Es sind die Gewinner dieser CO2-Politik, und das sind inzwischen viele, wohl schon zu viele, darunter viele mit Macht. Den Zauderern sollte zusätzlich zu denken geben, welche Mengen von CO2 durch Kriege in die Luft geschleudert werden. Keinen Politiker kümmert das, keiner verliert darüber ein Wort.

Die Vorteile der Kohle, sie herauszustellen, versäumt die AfD

Als Primärenergie für die Strom- und Stahlerzeugung geradezu prädestiniert ist die Kohle. Diese ideale Eignung besteht darin, dass Deutschland eigene Vorkommen hat (Braunkohle), dass Kohlelagerstätten über den Erdball breit verteilt sind, dass Kohle daher global gut verfügbar ist, dass sie sich mit Bahn und Schiff preiswert transportieren lässt sowie kostengünstig gelagert werden kann. Gerade diese Lagermöglichkeit ist in der gegenwärtigen, durch den Israel-USA-Iran-Krieg verschärften Krisensituation von besonderem Wert, der jedoch weder für Politiker noch für Medien eine Rolle spielt. Aber diese Vorteile der Kohle stellt die AfD-Bundestagsfraktion in ihrem Positionspapier von Cottbus überhaupt nicht heraus.

Warum kapriziert sich die AfD an erster Stelle auf die Kernkraft?

Wohl formuliert sie: „Wir werden alle grundlastfähigen Energieträger weiter nutzen, einschließlich Gas und Kohle, über das Jahr 2030/38 hinaus.“ Oder: „Wir werden die Versorgung mit Gas und Öl im deutschen Interesse weiter diversifizieren.“ Warum aber nicht auch die Versorgung mit Kohle? Stattdessen setzt sie an die erste Stelle ihrer Maßnahmen, um den gegenwärtigen energiepolitischen „Irrweg“ zu beenden, die Kernkraft: Diese sei politisch neu zu bewerten, womit die AfD recht hat, und sie sei technisch zu reaktivieren – allerdings nicht „technologisch“, wie sie fälschlich formuliert. Dazu gehöre für abgeschaltete Kernkraftwerke ein Rückbaumoratorium, das Ertüchtigen und Reaktivieren bestehender Anlagen, ein Verlängern der Laufzeiten und eine Eignungsprüfung moderner Reaktortypen.

Kernkraft ist etwas für später, mit Kohle geht‘s schneller und kostengünstiger

Doch mit Kernkraft kommt Deutschland in seiner derzeit prekären Lage nicht weiter. Abgeschaltete und im Rückbau befindliche Kernkraftwerke zu reaktivieren sowie gar neue zu bauen, dauert zu lange. Kernkraft ist etwas für später, nicht schnell genug für jetzt. Und zu teuer. Mit Kohle, zumal mit ihren genannten Vorteilen, geht es schneller und kostengünstiger. Nicht anders scheint es China zu sehen. 2025 hat es Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 78 Gigawatt ans Netz gebracht, Kernkraftkapazität mit nur 1,2 Gigawatt. Im laufenden Jahr 2026 sollen es zwar rund 8 Gigawatt werden, doch im Vergleich zur Kohle sind auch die minimal.

Kohlekraftwerke sind die günstigste Lösung, sie müssen vor Kernkraftwerken Vorrang haben

Übersehen wird, dass es in Deutschland ohne die nun einmal bestehenden Windkraft- und Fotovoltaik-Anlagen und nach dem Sprengen von Kohlekraftwerken und dem Rückbau von Kernkraftwerken schon gar nicht mehr geht. Deutschland hat sich von ihnen abhängig gemacht, willentlich und auf längere Zeit. Sie funktionieren aber für eine stets verlässliche Stromversorgung nur dann, wenn auch genügend grundlastfähige Kraftwerke laufen und mit ihren großen Schwungmassen ständig die Netzstabilität sichern. Für dieses Zusammenwirken sind Kohlekraftwerke, zumal in dieser gegenwärtigen Krisenlage, kosten- und technisch bedingt die günstigste Lösung. Das verkennt die AfD-Bundestagsfraktion in ihrem Positionspapier und setzt mit ihrem Hervorheben der Kernkraft eine falsche Priorität. Vorrang muss die Kohle haben.

Wo bleibt das Verlangen nach Erdgas aus Russland?

Ferner zu vermissen ist im Positionspapier ein Verlangen, die westlichen, auch deutschen Embargo-Maßnahmen gegen Russland aufzuheben, hier also vor allem gegen den Import von russischem Erdgas. Das kann man aus taktischen Gründen für vertretbar halten, wenn die AfD damit nicht das Ziel gefährden will, bei den nächsten Wahlen eine handlungsfähige Mehrheit zu erzielen, um mit ihr die verkündeten Änderungen in der Energiepolitik zu verwirklichen. Die geschürte und teils wirksame Angst vor Putin und Russland sowie die Zustimmung von Wählerteilen, die Ukraine im Kampf gegen Russland mit unverantwortlich hohen (und nicht wieder einbringlichen) deutschen Milliardenbeträgen zu unterstützen, lassen wohl davor zurückschrecken. Nützen wird es schwerlich. Doch immerhin geht das Verlangen nach russischem Gas nicht völlig unter, sondern ist indirekt in der Bemerkung untergebracht: „Wir werden … die Inbetriebnahme vorhandener Lieferwege wie der Nord-Stream-Pipeline ermöglichen.“ Das heißt, die gesprengte Leitung reparieren (lassen), damit das Gas aus Russland wieder fließen kann.

Wieso nur den subventionierten Ausbau von Wind- und Solarenergie beenden?

Nicht sauber genug ist in dem Positionspapier die Formulierung „der subventionierte Ausbau von Wind- und Solarenergie … ist zu beenden“. Aber nicht nur der subventionierte ist zu beenden, sondern der Ausbau überhaupt. Er macht die Stromversorgung noch unsicherer, zerstört Natur, Vögel, Insekten, Fledermäuse und erreicht den er- und verlogenen Klimaschutz ohne nicht. So weit darf die „Technologieoffenheit“ denn doch nicht gehen, wie sie das Positionspapier in seiner Zeile 68 „als das Gebot der Stunde“ sonst durchaus zutreffend formuliert. Alles, was technisch möglich ist, erlauben berechtigte Einwände auch in anderen Lebensbereichen nicht. Hinzukommen die physikalisch-technisch bedingten, inhärenten Mängel von Wind- und Sonnenenergie (hier), die ihre Verwendbarkeit unter freiem Wettbewerb auf natürliche Weise verhindern würde. Was nur mit Subventionen durchgepaukt wird, taugt nichts.

Entscheidend ist des Positionspapiers Botschaftskern, und der ist treffsicher

Wohl ließe sich die eine oder andere nur allgemeine Formulierung noch präzisieren. Es fehlt im Papier auch der Hinweis, dass die EEG-Abschaffung Knall auf Fall nicht möglich ist und ihre Zeit dauert. Bei den vielen Beteiligten an einem solchen Papier pflegt nicht alles perfekt zu gelingen. Entscheidend ist der Botschaftskern. Und der ist durchaus treffsicher und lautet:

das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aufheben, den Ausbau von Wind- und Solarenergie nicht mehr subventionieren, das Klimaschutzgesetz (KSG), das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) und das Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) abschaffen, Strom- und Energiesteuern auf das EU-Minimum senken, die nationale CO2-Abgabe (Brennstoffemissionshandelsgesetz, BEHG) streichen, die Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipeline ermöglichen, den Staatshaushalt von EEG-Förderung, Klimaschutzprogrammen und Klima-NGO entlasten, alle grundlastfähigen Kraftwerke über 2030/38 hinaus weiter nutzen, einschließlich Gas und Kohle, das Verbrennerverbot durch die Flottengrenzwerte der EU aufheben, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beziehungsweise Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vollständig abschaffen, um das Heizen mit Gas und Öl weiter zu ermöglichen.

Diesem Kern stehen die dargestellten Vorbehalte gegenüber. Sie ergänzen und bekräftigen, was ich unter dem Titel „Thema verfehlt“ schon in meiner Kritik am Windkraft-Symposium der AfD-Bundestagsfraktion (23. und 24. Januar 2026) geäußert habe (hier). Man kann die Vorbehalte und Einwände als Beckmesserei abtun. Gewiss, kann man. Aber kennen sollte man sie, und die AfD sie berücksichtigen.

Der Beitrag erschien zuerst auf der Seite des Autors

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*) Stattgefunden hat sie vom 10. bis 12. April 2026. Beendet hat die Fraktion ihre Tagung mit einem „Positionspapier“. Überschrieben ist es mit „Neue Wirtschaftskraft entfesseln – Bürger und Unternehmen entlasten“.

**) Einer von Ihnen ist der Diplommathematiker Heinrich Duepmann, ehemaliger Vorsitzender des Vereins NAEB Stromverbraucherschutz e.V. Ihm verdanke ich den Anstoß zu diesem Beitrag. Auf seine Gedanken stützen sich diese Ausführungen. NAEB-Mitglied bin von Beginn an (2008) auch ich gewesen.


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