Bürgergeld: Inflation steigt spürbar an
Folgen steigender Kraftstoffpreise
von Lydia Flaß drucken
Neulich las ich einen Artikel bei „Welt“. Er beschreibt den ärgerlichen Befund, dass Inflation und besonders die Kraftstoffpreise spürbar steigen und zugleich ein „Welt“-Plus-Text den Blick auf das Bürgergeld lenkt. Dort wird geschildert, dass jemand ausgerechnet hat, was er mit Bürgergeld bekäme, und darüber schockiert war.
Solche Geschichten sind lehrreich, weil sie einen alten Irrtum wieder frisch verpacken: Wenn der Staat an einer Stelle mehr verteilt, muss er es an anderer Stelle erst einmal nehmen. Die Rechnung landet am Ende immer bei denen, die noch arbeiten, fahren, produzieren und überhaupt etwas erwirtschaften. Benzin wird teurer, der Alltag wird teurer, und gleichzeitig wird der politische Reflex nicht etwa sein, Kosten zu senken, sondern den nächsten Ausgleich, die nächste Transferstufe, die nächste Sonderregel zu ersinnen. Der Apparat reagiert auf Preissteigerungen gern mit noch mehr Apparat. Das nennt man dann soziale Beruhigung.
Bürgergeld klingt freundlich, ist aber vor allem ein politisch gepflegtes System aus Abhängigkeit, Anspruchsdenken und Fehlanreizen. Wer den Abstand zwischen Transfer und Arbeit künstlich klein hält oder weiter vernebelt, wundert sich später über Fachkräftemangel, weniger Produktivität und steigende Löhne am unteren Rand. Kein Markt läuft sauber, wenn der Preismechanismus ständig politisch überlagert wird. Dann wundern sich alle über Mieten, Lebensmittel und Sprit, als kämen sie vom Himmel. Kommen sie nicht. Sie werden durch die üblichen Eingriffe verteuert, verzerrt und verknappt.
Besonders pikant ist das bei Kraftstoffpreisen. Mobilität ist kein Luxus für Wochenendphilosophen, sondern Voraussetzung für Arbeit, Handel und Versorgung. Wer den Kraftstoff verteuert, verteuert die gesamte Kette. Dass anschließend reflexhaft über Entlastungen, Zuschüsse und Ausgleichszahlungen gesprochen wird, ist fast schon komisch. Der eine Eingriff schafft den nächsten. Die Bürokratie beschäftigt sich dann damit, die Folgen der eigenen Politik zu verwalten. Sehr effizient, wenn man Beschäftigung im Amt für einen Wohlstand hält.
Der eigentliche Skandal liegt nicht im Schock eines Einzelnen über Bürgergeld oder Spritkosten. Der Skandal ist, dass man Menschen immer tiefer in ein System hineinzieht, in dem sie von politischen Zuweisungen, Preisdeckelungen und Umverteilungstricks abhängen. Wer Freiheit durch Verwaltung ersetzt, bekommt keine Stabilität, sondern Dauerkrisen mit Formularen. Und die Formulare werden natürlich pünktlich teurer.
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