Kommunisten und Clankriminelle: Gemeinsam gegen Eigentum und Recht
Nur durch den Rückbau des Staates wird die Menschheit wieder zukunftsfähig
Nach dem Wahlsieg der Linken bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin am 20. September tauchten auf ihrer Wahlparty ein paar Vertreter krimineller Clans auf. Da stellt sich die Frage: Was haben Kommunisten und Clankriminelle gemeinsam? Antwort: den Plan, Eigentum gewaltsam umzuverteilen, um sich in gönnerhafter Pose Loyalität zu kaufen und Macht zu sichern. Was ist der Unterschied zwischen den beiden? Die Clans sind ehrlicher und tun nicht so, als dienten ihre Untaten dem gesellschaftlichen Fortschritt. Sie kaschieren ihre Verbrechen nicht mit philosophischer oder gar quasireligiöser Verbrämung, sondern durch schlichtes Leugnen. Das macht sie nicht angenehmer als die Genossen, aber immerhin berechenbarer. Sie haben sich nicht die Idee in den Kopf gesetzt, die Welt nach eigenem Gutdünken zu „verbessern“. Das Einzige, was sie verbessern wollen, ist der eigene materielle Wohlstand und der ihres Clans.
Doch die Schnittmenge zwischen beiden Gruppen ist groß genug. Gleich und Gleich gesellt sich gern. Aber der erwähnte Unterschied ist wichtig. Kommunisten sind Idealisten, realitätsferne Träumer, während die Clans knallharte Pragmatiker sind. Dennoch sind Kommunisten für alle anderen nicht ungefährlich. Genauer gesagt sind sie noch gefährlicher. Sie gehören zu denjenigen, die in den Worten des englischen christlichen Apologeten C.S. Lewis „uns zu unserem eigenen Wohl quälen“ und uns deswegen „endlos quälen werden, denn sie tun dies mit gutem Gewissen“.
Bei der Suche nach diesem Zitat von Lewis schreibt mir die künstliche Intelligenz meines Browsers, dass es „in seinem Essay ‚The Humanitarian Theory of Punishment‘ aus dem Jahr 1948“ erscheint, „der in der Sammlung ‚God in the Dock‘ enthalten ist. Lewis argumentiert, dass eine Tyrannei, die aufrichtig zum Wohle ihrer Opfer ausgeübt wird, die bedrückendste Form der Kontrolle darstellt. Er stellt ‚allmächtige moralische Wichtigtuer‘ den ‚Raubrittern‘ gegenüber und merkt an, dass die Grausamkeit eines Raubritters zwar nachlassen oder gestillt werden kann, diejenigen jedoch, die andere zu ihrem eigenen Wohl quälen, dies endlos tun werden, weil sie glauben, dass ihre Handlungen moralisch gerechtfertigt sind.“
Neben den modernen „Raubrittern“ zu leben, ist heutzutage nicht die dümmste Entscheidung. In räumlicher Nähe zu Mitgliedern von Clanfamilien habe man seine Ruhe, wie mir ein guter Bekannter versichert – ein Großstadtbewohner, der in einer solchen Lage ist. Wie lange das noch gut geht, müssen wir abwarten. Damit ist eigentlich alles über den Zustand des heutigen Rechtsstaats gesagt. Die Kommunisten haben glasklar erkannt, dass die Strukturen des deutschen Rechtsstaats durch etwas anderes ersetzt werden müssen. Sie und ihre etwas weniger weit links stehenden Genossen von den Grünen bis zur CDU haben diese Strukturen in den vergangenen 60 Jahren gründlich aufgeweicht, geschwächt und letztlich ruiniert. Die Clans kommen den Linken da gerade recht. Noch dazu als Lieferanten vieler Wählerstimmen.
Im frühen Mittelalter zerbrachen die Kirchen die Macht der europäischen Clans – Ausnahmen bestätigen die Regel – und schufen mit ihrer Religion und ihren Gemeinden die Grundlage dessen, was wir heute noch Rechtsstaat nennen. Heute löst sich nicht nur der Rechtsstaat auf. Auch die Kirchen haben das Christentum aufgegeben und sich weitgehend zu bommelwedelnden Cheerleadern einer rückwärtsgewandten, menschenopfernden Naturreligion verformen lassen. Kein Zufall also, dass die Clans zurückkehren. Nur stammen sie nun aus anderen Ländern. Aus Ländern, in denen Kirchen, wenn überhaupt, nicht lange genug walten konnten, um Clanstrukturen zu zerstören und Grundlagen für Rechtsstaatlichkeit zu etablieren.
Nebenbei bemerkt: Verschiedenen Quellen ist zu entnehmen, dass der mutmaßliche Chef des Berliner Rammo-Clans, dessen Vorname Issa lautet, eines von zwölf Geschwistern ist und selbst acht Söhne hat. Gut genährte, hochgewachsene Söhne. Angesichts der Mühen, die der deutsche Rest-Rechtsstaat hat, die von diesem und anderen Clans fremder Herkunft begangenen Taten aufzuklären und zu ahnden, fallen einem die Verse vier und fünf des Psalms 127 ein, die der Neuen Genfer Übersetzung zufolge so lauten: „Wie Pfeile in der Hand eines starken Mannes, so sind Kinder, die man in jungen Jahren bekommen hat. Glücklich zu nennen ist der Mensch, der einen vollen Köcher davon hat! Seine Kinder werden nicht unterliegen, wenn sie mit ihren Gegnern einen Rechtsstreit führen müssen.“ Offenbar selbst dann nicht, wenn der Gegner der Staat ist. Auf diese Weise erteilt der mehr als 1.000-köpfige Rammo-Clan Issas – arabisch für Jesus – dem angeblich säkularen Berlin, das sich in Wahrheit einer Naturreligion unterworfen hat, und mithin dem gesamten Westen eine bittere Lehre.
Wo wir gerade von Recht und Gesetz reden: Ein Rechtsstaat kann nur in einer Gesellschaft funktionieren, in der zwei Voraussetzungen gegeben sind: erstens ein hohes Vertrauensniveau – damit er nicht materiell überlastet wird – und zweitens ein nüchterner Realitätssinn – damit ihm nicht die Rolle des Erlösers zugeschustert wird. Beides ging verloren, weil man dem falschen Narrativ der staatlichen Neutralität Glauben schenkte. Der seit den 1960er Jahren stattfindende linke Marsch durch die Institutionen hat nur noch abgeräumt, was zuvor in drei Jahrhunderten säkularer Neutralitätsillusionen verrottet war.
Die Clans hingegen haben keine solchen Illusionen. Sie sehen die riesigen Lücken in der Logik des unpersönlichen Sozialstaats und des aufgeweichten „Resozialisierungs“-Rechtsstaats – und nutzen sie gnadenlos aus. Warum auch nicht? Das Geld des Sozialstaats liegt für sie auf der Straße, sie brauchen es nur einzusammeln. Anderes Geld und andere Wertsachen liegen in schlecht gesicherten Banken und „Gewölben“. Sollten Clanmitglieder einmal erwischt werden, verhängt der Rechtsstaat Strafen, die sie als Erlebnisurlaub empfinden – wenn sie überhaupt vollzogen statt wegverhandelt werden. Anderswo im Westen ist man ebenso naiv. Eben erfahren wir, dass der britische Staat für illegale Migrantinnen, die es über den Kanal schaffen, islamische Kopfbedeckungen bereithält, natürlich auf Kosten des Steuerzahlers. Das ist die Logik des säkularen, „neutralen“, angeblich der Menschenwürde verpflichteten Sozial- und Rechtsstaats.
Naivität ist auch bei den Kommunisten im Spiel. Man sehe sich beispielsweise ein kürzlich geführtes Interview an, das die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Linken, Heidi Reichinnek, dem Format „Take me Späti“ gab. Sie erzählt, ihre Eltern hätten ihr immer gesagt, sie könne alles werden, was sie wolle. Und sie ergänzt – hier zitiere ich aus dem Transkript: „Also nicht dieses typische streng dich an, sondern ey, lass dich von niemandem irgendwie eingrenzen, ne?“ Hat Reichinnek vielleicht aufgrund dieser Empfehlung ihrer Eltern geglaubt, sie könne Prinzessin, Einhorn oder Astronautin werden? Und ging sie, als sie nichts davon wurde, aus Rache an der Realität zu den Linken? Aus welchem Grund wird man heutzutage sonst noch Kommunist? Im Kommunismus, der historisch spektakulär an der Realität gescheitert ist, sammeln sich anscheinend Leute, deren Träume an der Realität gescheitert sind und die sich dafür an ihr rächen wollen. Zur Rache gehört, Migranten aus Ländern ohne Rechtsstaatstradition voraussetzungslos einbürgern lassen zu wollen, mit dem Hintergedanken, sie als Wähler zu gewinnen.
Die Realität, der sich Kommunisten verweigern, sagt uns, dass Wünsche durchaus erfüllbar sind, dass aber jemand für ihre Erfüllung arbeiten, Leistung erbringen und Verzicht üben muss. Von allen Zivilisationen hat die westliche diesen Grundsatz am besten verstanden und umgesetzt. Deshalb war sie es, die die Technik entwickelte, die etwa den Beruf des Astronauten überhaupt erst denkbar machte. Eine von mehreren Voraussetzungen dafür war die weitgehende Eliminierung des Clansystems. Denn je schwächer es ist, desto höher ist das Vertrauensniveau unter Unbekannten und desto stärker der Anreiz, jene langfristigen Investitionen und Anstrengungen zu unternehmen, die den Griff nach den Sternen in den Bereich des Möglichen bringen.
Nun sind sie zurück, die Clans. Sie sind es schon eine Weile, doch nun sieht sie jeder. Nun sind sie zurück, die Kommunisten. Sie sind es schon eine Weile, doch nun sieht sie jeder. Erstere hat der Staat hereingelassen, gefüttert und mit Samthandschuhen behandelt. Letztere hat der Staat nicht verboten und auch nicht ihr Parteivermögen konfisziert, als er es hätte tun können, nämlich vor genau 36 Jahren, am Tag nach der deutschen Wiedervereinigung. Er war schon damals zu sehr durchsetzt von Kommunisten und Leuten, über die deren „Schwert und Schild“-Geheimdienst zu viel wusste. „Staat“ zieht solche Leute an. Einerseits Leute, die kein Problem damit haben, vom Geld anderer zu leben. Andererseits Leute, die von der Illusion staatlicher Allmacht getrieben sind – einer Illusion, die ihnen an staatlichen Schulen eingetrichtert wird – und im Staat den Erfüllungsgehilfen all ihrer Wünsche sehen.
Deswegen wird die Menschheit erst wieder zukunftsfähig, wenn sie den Zuständigkeitsumfang und die finanziellen Mittel ihrer Staaten drastisch reduziert. Erst dann sind Clanmitglieder und Kommunisten gezwungen, sich selbst zu versorgen und ihre Träume der Realität anzupassen. Die wenigen, die sich ihr weiterhin verweigern, müssen dann mit rechtschaffenen Eigentümern rechnen, die sich wehren dürfen und auch zu wehren wissen.
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