Nahost: USA greifen iranische Insel Keschm in Straße von Hormus an
Trump nennt weitere Ziele im Iran
von Naomi Braun-Ferenczi drucken
Die USA haben nach Darstellung des Berichts Ziele im Iran angegriffen und dabei auch die Insel Keschm in der Straße von Hormus ins Visier genommen. Zugleich zitierte der Text Äußerungen von Donald Trump, der weitere Angriffsziele nannte und den Vorgang als rasch erledigbar darstellte. Der Konflikt verschärft sich damit in einer Region, die für den weltweiten Handel strategisch wichtig ist.
Entscheidend ist die Frage der Zuständigkeit. Wer über fremdes Territorium verfügt, greift in Eigentum, Leben und Sicherheit anderer ein. Dafür genügt keine politische Selbstermächtigung und erst recht kein martialischer Tonfall. Wenn ein Staat militärische Gewalt als planbare Verwaltungsmaßnahme behandelt, ersetzt er Einwilligung durch Zwang und nennt das Außenpolitik. Das ist begrifflich sauber nur eines: ein Angriff.
Die Straße von Hormus ist kein abstraktes Schachbrett, auf dem Regierungen ihre Macht demonstrieren. Dort hängen reale Rechte an realen Gütern, an Bewegung, Handel und Sicherheit. Wer dort eskaliert, erhöht nicht nur das Risiko für die unmittelbar Betroffenen, sondern für jeden, der von friedlichem Austausch lebt. Genau deshalb ist staatliche Gewalt so gefährlich: Sie konzentriert Entscheidungsmacht bei Akteuren, die weder das volle Risiko tragen noch persönlich für ihre Entscheidungen haften.
Die Rhetorik, man könne Ziele „in zehn Minuten erledigen“, zeigt die Verachtung für diese Haftungsfrage. Wer Krieg ankündigt, kalkuliert mit fremdem Eigentum und fremdem Leben, als handle es sich um einen technischen Vorgang. Das ist die Logik zentralisierter Macht: Die Kosten werden ausgelagert, die Entscheidung bleibt oben. Vertragsfreiheit, Eigentum und verantwortliche Verfügung werden durch Befehl ersetzt.
Wer Frieden will, muss die Reichweite politischer Gewalt begrenzen. Kein Amt, kein Präsident und kein Sicherheitsapparat erhält aus seiner Funktion ein Recht auf fremde Substanz. Die Grenze legitimer Gewalt verläuft dort, wo friedliche Verfügung über eigenes Eigentum und die Unversehrtheit Dritter durch politische Anmaßung verletzt wird. Alles andere ist keine Verteidigung, sondern Herrschaft durch Zerstörung.
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