Freiheit: Freiheitsimpuls
Pflöcke in den Boden schlagen
von David Andres drucken
Wer nicht von jedem neuesten Zeitgeist-Sturm umgeblasen werden möchte, erhält durch Grundlagenfestigkeit festen Boden unter den Füßen.
„Man muss irgendwo erst einmal einen Pflock einschlagen“, sagt der Pastor Oliver Dembski in seinem Video über die aus gesellschaftlicher Sicht „toxische Theologie“ – also die konsequente Überzeugung, „dass es eine absolute Wahrheit geben muss“. Der radikale Katholizismus, den Dembski auf seinem YouTube-Kanal (der mittlerweile auch den Titel konsequent katholisch trägt) vertritt, sieht sich als ebendiese absolute Wahrheit, ohne Relativierung. Priester hätten die Aufgabe, diese zu vertreten, zu verkünden und immer wieder für die aktuelle Zeit darzulegen. Letzteres hieße dabei eben nicht, sie dem Zeitgeist anzupassen, sondern sie als unverrückbare, jahrtausendealte Botschaft eben diesem Zeitgeist entgegenzustellen.
Was hat das nun mit uns oder gar mit einem Freiheitsimpuls zu tun? Nun, das Entscheidende bei Dembski ist, dass diese absolute Wahrheit nicht die Wahrheit des einzelnen Priesters ist, auch nicht die eines Bischofs, ja nicht einmal die des jeweils amtierenden Papstes. Es ist die Wahrheit der Bibel und die Wahrheit der Kirche, die sowohl im Katechismus sowie in den zahlreichen, wenig bekannten katholischen Handbüchern steht, die Antworten auf nahezu jede Frage geben, die sich in Glaubensdingen stellt. Diese sogenannte Handbuchtheologie ist unter den meisten modernen Kirchenvertretern eher verpönt, doch stellt sie den Pflock dar, um den es Dembski geht. Man könne überhaupt nur mit dem Diskutieren anfangen, wenn man nicht von persönlichen Befindlichkeiten ausginge, sondern von dem, was die Bibel und die Kirche definiert haben.
Stellen Sie sich vor, wie das entlastet. Wie jemand, der dieser Wahrheit folgt, sich nicht jeden Tag neu ausrichten muss. Wie er davon befreit ist, zu jeder durchs Dorf gejagten Sau seinen Standpunkt neu arrangieren zu müssen. Diese Wahrheit, diese Pflöcke in Form grundsätzlicher Schriften, haben wir als Libertäre ebenfalls. Der Freiheitsimpuls diese Woche lautet daher: Schlagen wir Pflöcke ein! Schauen wir doch einmal wieder in unsere Grundlagen. Unsere Weltanschauung mag keine Religion sein, aber ihre elementaren, zeitlosen Schriften stecken das geistige Gelände ähnlich gut und klar ab.
Seien Sie so gut oder auch so mutig und schreiben Sie einmal in die Kommentare: Wann haben Sie Werke wie Die Ethik der Freiheit von Murray N. Rothbard, Der Weg zur Knechtschaft von Friedrich A. Hayek, Liberalismus von Ludwig von Mises oder – noch älter und philosophischer – Der Einzige und sein Eigentum von Max Stirner zuletzt aufgeschlagen? So, wie der Christ regelmäßig seine Bibel zur Hand nimmt, der Muslim seinen Koran und der Marxist sein Kapital, so könnten auch wir uns es zum Ritual machen, wenigstens alle paar Jahre einmal die Grundlagen unseres Denkens durch Lektüre der klassischen Texte aufzufrischen. Die nun bald kommende Zeit zwischen den Jahren wäre eine gute Gelegenheit dafür; eine Zeit, in der selbst die Vielbeschäftigten sich hier und da die Ruhe nehmen, im Sessel vor dem Kamin zu sitzen und einfach nur zu lesen. Neben den Ursprungstexten des freiheitlichen Denkens kann man sich natürlich auch die Klassiker der Sekundärliteratur genehmigen, die ganz eng am Text der Originale dieses Denkens erläutern. So etwa das erste und das zweite Buch, die jemals im Lichtschlag Verlag erschienen sind – Libertarianism von Meister Lichtschlag himself und Das libertäre Manifest von Stefan Blankertz, das allerdings nur noch aus zweiter Hand zu haben ist. Ferner gern auch einen Hans-Hermann Hoppe und vor allem das Lebenswerk von Roland Baader, der als wichtigster Vertreter des Libertarismus in Deutschland auf die schönste und kürzeste Weise unsere Haltung zu den Dingen auf den Punkt gebracht hat: „Das einzig wahre Menschenrecht ist das Recht, in Ruhe gelassen.“
Auch wir haben sie – jede Menge Pflöcke, die wir einmal in den Boden rammen können, auf deren Grundlage wir untereinander und mit anderen der Welt sicherer und selbstbewusster begegnen und durch welche wir jedem Zeitgeistgewitter gewappnet sind.
Quellen:
Impuls: "Toxische Theologie? -- Warum es eine absolute Wahrheit geben muß"
Programm - Lichtschlag Buchverlag
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