12. Dezember 2025 18:00

Missbrauch Die Corona-Zeit und die Kinder

Der Staat als kältestes Ungeheuer – Ein Buch gegen das Vergessen

von Thomas Jahn drucken

Generation Corona: Kinder als Opfer des Maßnahmen-Staats
Bildquelle: e-Redaktion Generation Corona: Kinder als Opfer des Maßnahmen-Staats

Die Corona-Zeit und die Kinder

Der Staat als kältestes Ungeheuer – Ein Buch gegen das Vergessen

Vor einigen Monaten erschien das Buch „Die Corona-Generation“. Die Autorinnen Eva Demmerle und Birgit Kelle haben damit einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen geleistet, denn ihr Buch listet den skandalösen Umgang der Politik und der Medien mit Kindern und Jugendlichen in der Corona-Zeit akribisch auf.

Während der vermeintlichen Pandemie liefen Etatisten, Sozialisten und machthungrige Politiker leider zur Höchstform auf, stets willig unterstützt durch eine Vielzahl regierungsnaher Medienvertreter. Das Buch „Die Corona-Generation“ benennt die verheerenden Folgen der übergriffigen „Maßnahmen-Politik“ für Familien, Kinder und Jugendliche, aber auch den ökonomischen Schaden mit Fokus auf den Bildungssektor. Beispielsweise hielt Deutschland mit bis zu 292 Unterrichtsausfalltagen bei beiden Lockdowns den internationalen Negativrekord. Das Ifo-Institut bezifferte den ökonomischen Schaden für diese Unterrichtsausfälle in einer Studie auf drei Billionen Euro.

Dramatisch sind auch die physischen und psychischen Schäden: Laut einer Analyse der Krankenkasse DAK konnte schon nach dem ersten Lockdown eine Zunahme von klinisch zu behandelnden Depressionen und Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen unter 17 Jahren um 42 beziehungsweise 40 Prozent festgestellt werden. In derselben Altersgruppe sei laut DAK auch der Konsum von Suchtmitteln um 39 Prozent, tiefgreifende Entwicklungsstörungen wie ADHS um 35 Prozent und Depressionen um 28 Prozent gestiegen. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch die Kaufmännische Krankenkasse KKH, die zusätzlich noch einen Anstieg der Sprechstörungen bei Kindern um 60 Prozent feststellte.

Kelle und Demmerle können auch beim Thema Kindesmissbrauch auf alarmierende Zahlen verweisen. Im „Noch-Corona-Jahr“ 2022 weist die bundesweite Statistik bei Kindeswohlgefährdungen mit 62.300 Kindern einen traurigen Höchststand auf. Allerdings stieg auch die Kriminalität bei Kindern und Jugendlichen im Zeitraum von 2019 bis 2023 signifikant an: bei Kindern unter 14 Jahren um 35,4 Prozent und bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren um 22,1 Prozent.

Das Resümee der Autorinnen ist natürlich eindeutig und kann wie folgt zusammengefasst werden: „Nein, Deutschland ist nicht gut durch die Corona-Zeit gekommen.“

Das Buch stellt auch die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass Medien, Politik und Gesellschaft die Belange von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Zeit völlig ausblendeten, obwohl sich die Politik ansonsten immer gerne zum Fürsprecher der Jüngsten aufschwingt, vor allem wenn dadurch die elterlichen Erziehungsrechte ausgehebelt werden können. Das Buch sieht eine der Hauptursachen in einer bewussten Kommunikation der Angst, die Kinder fälschlich als „Pandemietreiber“ bezichtigte. Die Autorinnen listen auch eine Reihe von abstoßenden Beispielen auf, wie die staatlichen Institutionen im Bildungssektor Ungeimpfte systematisch ausgegrenzt oder sogar stigmatisiert und gerade gegenüber Kindern und Jugendlichen einen enormen Konformitätsdruck erzeugt hatten, der nicht nur an den Film „Die Welle“ erinnert.

Von einer echten Aufarbeitung dieser Herrschaft des Unrechts sind Deutschland und die meisten anderen europäischen Staaten noch meilenweit entfernt. Am Beginn dieser Aufarbeitung muss die Analyse der Ursachen gestellt werden, die die freiheitsaffinen Leser dieser Kolumne natürlich schon lange kennen: Je mehr Macht dem Staat und vergleichbaren Zwangskollektiven eingeräumt wird, desto mehr kann diese Macht missbraucht werden. Und auch diejenigen unter den liberal-konservativ und libertären Freiheitsfreunden, die bis 2020 daran glaubten, dass Demokratie, Rechtsstaat, Machtkontrolle und Gewaltenteilung in Deutschland eigentlich funktionierten, mussten sich seitdem leider eines Besseren belehren lassen. Die Fragen nach einer effektiven Kontrolle und Begrenzung der Macht eines Staates sind auch im vermeintlich liberalen Verfassungsstaat des Grundgesetzes leider weitestgehend ungelöst, vor allem nachdem die Effektivität von Herrschaftstechniken im digitalen Zeitalter leider signifikant zum Nachteil des Individuums und seiner natürlichen Grundrechte gesteigert werden konnte.

Aber es gibt auch Anlass zur Hoffnung, denn aktuelle Umfragen von Forsa im Auftrag des Beamtenbunds und des Allensbach Instituts im Auftrag der „FAZ“ zeigen, dass das Vertrauen der Deutschen in den Staat dramatisch gesunken ist. Laut Forsa vertrauen nur noch 27 Prozent der staatlichen Problemlösungskompetenz, 73 Prozent halten ihn für überfordert. Allensbach lieferte vor wenigen Tagen ähnliche Zahlen, die belegen, dass immer mehr Menschen die Ansicht von Friedrich Nietzsche aus „Also sprach Zarathustra“ teilen, wonach der Staat das kälteste aller Ungeheuer sei.

Quellen:

Einfacher, schneller, digitaler: Das erwarten die Deutschen vom Staat

Allensbach-Umfrage: Weniger Deutsche vertrauen dem Bundesverfassungsgericht


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