04. Mai 2026 16:00

Porno-Skandal an sächsischer Schule Hänsel und Gretel im Staatswald

Warum Eltern ihre Kinder nicht dem Staat überlassen sollten

von Robert Grözinger drucken

Schulbesuchszwang: Wie das Aussetzen von Hänsel und Gretel im Hexenwald
Bildquelle: e-Redaktion Schulbesuchszwang: Wie das Aussetzen von Hänsel und Gretel im Hexenwald

Wer sich trotz generationenlangen konstruktivistischen oder „gesellschaftsklempnerischen“ Trommelfeuers von links bis rechts einen Restbestand christlich geprägten zivilisatorischen Anstandes bewahrt hat, konnte nicht anders als entsetzt sein ob der Geschehnisse an einer Schule im sächsischen Schleife, die vor zwei Wochen von der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ aufgedeckt wurden.

In jener Schule ließen trommelfeuergestörte Behörden und Lehrkräfte zwei anscheinend noch trommelfeuergestörtere junge Menschen unbeaufsichtigt in einer Klasse von minderjährigen Jugendlichen herumfuhrwerken. Diese zwei Gestalten legten unter anderem ein Hardcore-Pornoheft zur Bearbeitung durch die Klasse aus. Aus Versehen, wie es später hieß – worauf jeder, der noch ausreichend sprungfreie Tassen im Schrank hat und mit mindestens einem offenen Auge durch die Welt geht, denkt: „Har, har.“

Michael Paulwitz hat in der „Jungen Freiheit“ den Vorgang angemessen kommentiert: „Das aufgeflogene unappetitliche ‚Projekt‘ von Schleife steht in einer langen Reihe von politisch-gesellschaftlichen Manipulationen an Schülern, Kindern und Schutzbefohlenen in Bildungseinrichtungen, von Transvestiten-Vorlesestunden in Kindergärten über ‚Antirassismus‘-, ‚Klimaschutz‘-, ‚Vielfalts‘- und Islamversteherprojekten in Grundschulen, Gymnasien, Haupt- und Realschulen bis zur Mobilisierung ganzer Schulklassen zu Quasi-Staatsdemos gegen ‚Rechts‘, Klimawandel, ‚Rassismus‘ oder was immer gerade auf der Agenda stehen mag.“

Paulwitz weiter: „Als Organisatoren und Durchführende treten staatsfinanzierte Pseudo-‚Nichtregierungsorganisationen‘ mit allen möglichen Etiketten an, Schulleiter, Lehrer, Elternvertreter, politische Entscheidungsträger und Mainstream-Medien reihen sich als Helfer und Multiplikatoren willig ein. Der Skandal von Schleife ist nur insofern ein aus der Reihe geratener ‚Einzelfall‘, als die Betroffenen und ihre Erziehungsberechtigten die Propagandamaschine nicht klaglos oder gar zustimmend über sich ergehen ließen.“

Unbewusst, so scheint es, zirkelt Paulwitz den zentralen Schwachpunkt des staatlichen Schulkonzepts ein, ohne ihn als solchen zu benennen. Dieser Schwachpunkt ist genau der, den Feinde der Zivilisation als Einfallstor nutzen, um sie von innen auszuhöhlen. Der „Junge Freiheit“-Autor spricht davon, dass Schulen und Bildungseinrichtungen als „neutrale Orte der Wissensvermittlung, des Lehrens und Lernens“ gedacht sind. Von dieser ihrer „ursprünglichen Bestimmung“ versuchten die von ihm so dargestellten „Extremisten“ diese Einrichtungen „zu entfremden und zu Werkzeugen der politischen und ideologischen Indoktrination umzufunktionieren“.

Richtiger wäre gewesen, zu sagen: Schulen und Bildungseinrichtungen waren schon immer „Werkzeuge der politischen und ideologischen Indoktrination“. Das ist unausweichlich und unvermeidbar. Je schneller die Freunde der Freiheit und Zivilisation das begreifen, desto eher werden sie in der Lage sein, ihre Feinde auf geistigem Feld zu schlagen und unschädlich zu machen. Diese Erkenntnis kommt aber nicht kostenlos. Sie kostet das Loslassen von der liebgewonnenen Idee staatlich garantierter Neutralität. Gerade in Deutschland werden diese Kosten als besonders hoch empfunden werden.

Was viele noch lernen müssen, ist dies: Es gibt keine Neutralität. Nicht im realen Leben. Nicht bei der Vermittlung von Werten. Nicht, wenn es darum geht, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und Richtiges von Falschem. In diesen Bereichen gibt es unterschiedliche Meinungen, aber keine Neutralität. Prove me wrong, wie man im Englischen sagt.

Deswegen ist der staatliche Schulzwang so schädlich. Dort wird zwangsläufig das vermittelt, was diejenigen, die an der Macht sind, für wichtig und richtig halten. Das bedeutet langfristig ebenfalls zwangsläufig, dass dort Werte von Menschen vermittelt werden, die kein Problem damit haben, Macht um ihrer selbst willen zu erlangen. Die also, um sich und ihrer Macht zu dienen, auch mal über Leichen gehen. Für solche Menschen ist es überhaupt kein Problem, Kinder mit Pornographie zu konfrontieren. Im Gegenteil, es ist ihren Zielen zweckdienlich.

Noch schädlicher als der Schulzwang ist der Schulbesuchszwang, eine weltweite Besonderheit Deutschlands. Gut möglich, dass der Schulbesuchszwang ein wesentlicher Grund für den speziellen Hang der Deutschen ist, auch im Verlieren und Verrennen Weltmeister sein zu wollen, siehe Weltkriege, Migrationskrise, Corona und Energiewende. Deshalb ist der Vorstoß der AfD in einigen Bundesländern, die Schulbesuchspflicht durch eine Unterrichtspflicht – also wahlweise zu Hause ausgeführte Schulbildung – zu ersetzen, ein begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung, wenn auch längst nicht genug. Der Staat sollte sich ganz aus dem Schul- und Unterrichtssystem heraushalten.

Natürlich gibt es sogar gegen diesen kleinen Schritt der AfD gewaltigen Gegenwind. „Wenn man die Kinder der schulischen Bildung entzieht, dann kann man natürlich ganz anders seine eigenen rassistischen Ideen unterbringen“, sagte laut tagesschau.de Anja Bensinger-Stolze, die bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft den Bereich Schule verantwortet. Den Satz kann man einfach umwandeln: „Wenn man die Kinder der elterlichen Bildung entzieht, dann kann man natürlich ganz anders seine eigenen pornographischen und klimahysterischen Ideen unterbringen“ und die Kinder zu gestörten, zu reifem, selbstständigem Leben unfähigen, lebenslang vom Staat abhängigen Erwachsenen „ausbilden“.

Vor vielen Jahren, als spiegel-online.de alle seine Inhalte noch barrierefrei anbot, konnte man folgendes Phänomen beobachten. Jedes Mal, wenn dort über eine renitente Sekte oder Familie berichtet wurde, die ihre Kinder partout nicht in die Schule schicken wollte, war in den Leserkommentarspalten der Teufel los. Weit mehr als je bei einem anderen Thema. Nicht, dass da kontrovers diskutiert wurde. Ganz im Gegenteil. Hier konnte „der Deutsche“, sagen wir mal, genauer: der über viele Generationen zwangsbeschulte Deutsche, seinen inneren Faschisten ungeniert austoben. Was fiel diesen Leuten ein, war da der Tenor regelmäßig und in jedem, ihre Kinder der gütigen Beschulung durch den Staat zu entziehen? Entzug der Erziehungsberechtigung war noch die mildeste Forderung, die da geäußert wurde. Jedes Mal, wenn ich das sah, dachte ich, was bin ich froh, nicht mehr unter diesen Leuten leben zu müssen. Was bin ich froh, dass meine Kinder nicht in diesem Land aufwachsen müssen. Ich kenne viele liebe, nette Deutsche. Insbesondere unter den Libertären. Die meine ich natürlich nicht.

Ich meine eher Typen wie die Klassenlehrerin meiner fünften und sechsten Klasse. Um zurück zum Eingangsthema zu kommen: Diese Pädagogin beschwerte sich nach den ersten paar Unterrichtsstunden in Sexualkunde, dass wir so unbeteiligt waren. Sie fragte uns, ob wir wüssten, weshalb Sex stattfinde. Wir antworteten sinngemäß: Um Kinder zu zeugen. Sie belehrte uns gereizt: „Nein, weil es Spaß macht.“ Ihr Gesichtsausdruck suggerierte uns dabei, dass sie Spaß weder verstand noch kannte. Sie schaute uns sogar leicht angewidert an, vermutlich aufgrund unserer kindlichen, bourgeoisen Moral. Sie sah übrigens ein wenig aus wie die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, war vielleicht fünf bis zehn Jahre jünger. Vielleicht war die Pfarrerstochter ihr eine Inspiration. Es war Mitte der 70er Jahre, und rückblickend betrachtet kann ich sagen, dass sie auf jeden Fall linksgestrickt war. Solche Leute wurden schon damals auf wehrlose Kinder losgelassen. Genauer gesagt: Solchen Leuten haben Eltern schon damals ihre Kinder zumindest gedankenlos überlassen. Da muss man sich heute über Vorgänge wie in Schleife nicht wundern. Es muss nicht immer so peinlich und abartig ablaufen, aber es kann. Und das ist schlimm genug.

Warum waren wir damals so „unbeteiligt“? Ich kann nur für mich sprechen. Ich war von der Erwartung Lehrerseits peinlich berührt, vor relativ fremden Leuten beiderlei Geschlechts, die genauso unreif waren wie ich, im Alter von elf oder zwölf über ein so sensibles Thema wie Sexualität reden zu sollen. Ich wollte das nicht, jedenfalls nicht vor der Klasse, nicht in dem Alter, wusste aber, dass ich mich dieser „Zwangsmassenpornographisierung“ nicht entziehen konnte und fühlte mich „gestört“.

Diese „Störung“ von Kindern ist offenbar integraler Bestandteil des institutionellen geistigen Kindesmissbrauchs, der ganz natürlich aus dem Konzept des Schulbesuchszwangs erwächst. In Deutschland seit zwei Jahrhunderten. In anderen, vergleichbaren Ländern findet diese Störung von Kindern auch statt. Dort aber gibt es wenigstens die Option für Eltern, ihre Kinder zu Hausealtersgerecht zu bilden und ihnen das Thema Sex mit der nötigen Behutsamkeit und einer der Befindlichkeit eines jeden Kindes gerecht werdenden Sensibilität heranzutragen. Jedoch nehmen die wenigsten Erziehungsberechtigten von dieser Gelegenheit Gebrauch.

Warum lassen Eltern das Gegenteil zu? Ganz einfach: Sie sind erleichtert, dass ihnen die Schule, also der Staat, die teilweise anstrengende Aufgabe abnimmt, den Kleinen alles für ein gutes Gedeihen in dieser Welt Nötige beizubringen. Erst recht die leicht unangenehme Aufgabe, die Sache mit den Blumen und Bienen zu erklären. Sie sind erleichtert und fühlen sich gerechtfertigt, denn schließlich zahlen sie Steuern. Außerdem kennen sie das nicht anders, gerade in Deutschland, siehe oben.

Es gibt keine Neutralität. Genau deswegen sollten Eltern und Erziehungsberechtigte ihre Kinder, also das Wertvollste, das sie haben, nicht den schmutzigen Fingern und Gedanken des Staates überlassen. Sie sollten eine radikale Steuersenkung fordern und mit dem eingesparten Geld selbstbestimmten Privat- und Hausunterricht finanzieren, selbstverständlich unreguliert vom Staat. Dazu wird es aber in der Masse erst kommen, wenn der Staat restlos pleite ist. Denn Eltern sind größtenteils viel zu sehr etatistisch konditioniert, um die Gefahr zu erkennen, der sie ihre Kinder seit Generationen aussetzen. „Aussetzen“ ist dabei das richtige Wort. Wie Hänsel und Gretel im Hexenwald.

Quellen:

Der Porno-Skandal in Sachsen hat System


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