Gestahlfedert: Stahlis Wochenshow 4: Aloha From Paraguay
Die Aufreger der Woche, aus sicherer Entfernung betrachtet
Auch eine Stahlfeder braucht mal Urlaub, und so bin ich der Einladung einer guten, alten Freundin gefolgt, sie für zehn Tage in Paraguay zu besuchen, wohin sie vor einiger Zeit ausgewandert ist. Hier ist gerade Hochsommer, und sie hat einen wunderschönen Pool im wunderschönen Garten ihres wunderschönen Hauses – und 18 Katzen! Wer kann da nein sagen, auch wenn die An- und Abreise eine 32-Stunden-Ochsentour sind? Die Flucht vorm Karneval, den ich als Kölner einst geliebt habe und nun, wo er zu einem kulturlosen Massenbesäufnis mit Ballermann-Mucke, Angrapschen und Messergefahr verkommen ist, zutiefst verabscheue, war eine weitere Motivation.
Wenn mein Frühstück aus einem Glas eiskaltem Chardonnay besteht, genossen im Pool oder auf der Veranda, ist der Tag mein Freund, und 38 Grad sind leicht zu ertragen – viel besser noch beim nächsten Glas Chardonnay. Oder beim Caipirinha, den meine Gastgeberin ganz vorzüglich mixt und der richtig gut knallt.
Hier in der Gegend um Hohenau sind Deutsche auch keine Seltenheit, ganz im Gegenteil: Die ersten haben schon vor über hundert Jahren hier angesiedelt, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen weitere, die ganz besonders doitsch waren und sich unter Onkel Alfredo pudelwohl gefühlt haben, und die jüngste Auswanderungswelle hat die Clownsgrippen-Diktatur ausgelöst.
Einige solche habe ich kennenlernen dürfen, und ich muss sagen, das sind großartige Menschen, freie Geister, denen man nicht erklären muss, dass der Staat nicht ihr Freund ist, oder dafür gar ungläubig angeschaut wird. Eine ehemalige Lehrerin hat mir in beeindruckender Detailtreue ihren Kampf für ihre Schüler und gegen die Corona-Maßnahmen geschildert, und was der Drecksstaat daraufhin mit ihr veranstaltet hat. Ich habe selbstverständlich mit meiner Meinung nicht hinterm Berg halten müssen und dafür Sympathie erfahren dürfen, anders als in Deutschland.
Der Satz der Woche stammt von einem der Auswanderer, den ich auf einer tollen Gartenparty kennenlernen durfte: „Die einzigen Corona-Toten waren die, die ein Sixpack davon auf ex gesoffen haben!“
Das meiste, was im hunderttausend Kilometer (I feel you, Annalena!) entfernten Deppenland und auch im Rest der Welt passiert, ließ mich dann doch kalt, dank Pool und Caipi. Tatsächlich erreichten mich nur drei Großereignisse:
Donald Trump hat dem Klimaschwindel endgültig den Garaus gemacht. Während unser Lügenkanzler diese genozidale Scheißhausideologie noch vor weniger als einem Jahr in einem kriminellen Akt des Hochverrats auf Verfassungsrang gehoben hat, hat der – ich bleibe dabei! – beste US-Präsident aller Zeiten sämtliche Gesetze kassiert, die irgendwelche harmlosen Furzgase mit homöopathischem Anteil an der Erdatmosphäre zu Killern erklärten, und gleichzeitig – nach eigener Aussage – die größte Deregulierungskampagne der Geschichte der USA angeworfen. An alle, die mir immer vorhalten, Trump sei kein Libertärer: Klar, aber es gibt nichts Libertäreres als Deregulierung, und am Ende des Tages ist mir ein Nicht-Libertärer, der libertäre Dinge tut, immer noch lieber als ein Nicht-Libertärer, der nicht-libertäre Dinge tut. Oder hätte irgendjemand lieber einen Typen wie Friedrich Merz im Weißen Haus?
Auf der Münchener Sicherheitskonferenz hat US-Außenminister Jack Rubio da weitergemacht, wo letztes Jahr Vizepräsident J. D. Vance angefangen hatte und den Europäern klipp und klar gesagt, dass sie ein Haufen geisteskranker Vollidioten sind, die mit ihrem Klimawahn und der ungeregelten Migration von gewaltaffinen Kulturfeinden ihre gesamte Zukunft zerstören. Ein gewisser Herr Whatafool, seines Zeichens Rubios deutscher Amtskollege, verbat sich daraufhin weitere gute Ratschläge, da man hier ja schließlich selbst alles besser wisse. What a fool!
Harald Martenstein hat bei der Schauprozess-Inszenierung eines Parteiverbotsverfahrens gegen die AfD im Hamburger Thalia-Theater eine grandiose Rede gehalten, von der alle hochgradig begeistert waren, außer den anwesenden Linksgrünversifften. Und ich – natürlich aus völlig anderen Gründen. Ja, ich muss leider in die Suppe spucken, insbesondere den Libertären, die die Rede feiern: Sie war sicher großartig, wenn man die Ausgeburt des Teufels namens „Demokratie“ anbetet. Was ich aber nicht tue, und was Libertäre normalerweise auch nicht tun. Zumindest nicht, wenn sie Hoppe gelesen und verstanden haben.
Der zweite Kritikpunkt: Solange alle weiterhin über das linke Stöckchen springen, die Nationalsozialisten seien „Rechte“ gewesen, wird das nichts mit der Aufklärung und dem richtigen Verständnis des eigentlichen Problems. Die Nationalsozialisten waren Linke, die nach der Schande des verlorenen Weltkriegs und des Holocausts von ihren Gesinnungsgenossen verschämt nach rechts umgelogen wurden, insbesondere von den Sowjets und ihren Sprachrohren, also der DDR und den 68ern der Frankfurter Schule. Seitdem wird jeder Nicht-Linke mit der Nazikeule erschlagen, obwohl es genau umgekehrt laufen müsste. In einem rein zweidimensionalen Links-Rechts-Schema wären wir Libertären die absoluten Rechtsextremisten, und nichts ist weiter von einem Anarchokapitalisten entfernt als ein Nationalsozialist.
Der größte Fehler aller Nicht-Linken war, da brav mitgespielt zu haben, so wie bei allen anderen kulturmarxistischen Umkehrungen, statt mit aller Kraft dagegenzuhalten und die roten Ratten in ihre Löcher zurückzutreiben, aus denen sie gekrochen kamen – dieses Strauß-Zitat hat Martenstein übrigens in seiner Rede bemüht.
Ansonsten – also wenn man Demokratie liebt und kein Problem damit hat, die braunen Schmuddelkinder wahrheitswidrig in den eigenen Reihen zu verorten – war es selbstverständlich eine brillante Rede, rhetorisch und auch inhaltlich, und Martenstein hat damit – wie an den Publikumsreaktionen erkennbar war – so einige roten Ratten in ihre Löcher zurückgejagt.
Ich will nur hoffen, dass die jetzt nicht hier in Paraguay aufschlagen, passenderweise gar über die Rattenlinie…
Kommentare
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