Krieg: Golf-Firmen bemühen sich um Versicherungsschutz gegen politische Gewalt
Mit der Eskalation im Nahen Osten sichern Unternehmen Infrastruktur und Gewerbeimmobilien gegen Angriffe
von Tyler Durden drucken
Golf-Firmen bemühen sich angesichts wachsender Spannungen um millionenschweren Versicherungsschutz gegen politische Gewalt
Unternehmen in der Golfregion drängen darauf, Versicherungen gegen politische Gewalt abzuschließen, da sich die Kämpfe in der Region verschärfen. Sie wollen große Infrastrukturprojekte und Gewerbeimmobilien gegen das wachsende Risiko von Angriffen und Kollateralschäden absichern, berichtet die „Financial Times“.
Versicherer und Makler sagen, sie hätten in den vergangenen Tagen Hunderte Anfragen von Eigentümern von Vermögenswerten erhalten, die Schutz gegen kriegsbedingte Risiken suchen. Die Policen decken in der Regel Schäden durch Terrorismus, Raketentrümmer, zivile Unruhen, Streiks, Ausschreitungen und andere Formen politischer Instabilität ab.
Die Nachfrage ist sprunghaft gestiegen, seit sich der Konflikt im Nahen Osten ausweitet. Iran und mit ihm verbündete Gruppen haben nach einer gemeinsamen Bombenkampagne der Vereinigten Staaten und Israels Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel und nahegelegene Länder gestartet. Investoren und Unternehmen in Golfstaaten wie Saudi-Arabien und Oman sorgen sich zunehmend, dass die Gewalt auf benachbarte Volkswirtschaften übergreifen könnte.
Branchenexperten sagen, die finanziellen Folgen des Konflikts könnten ungewöhnlich groß ausfallen. Fergus Critchley, globaler Leiter für Terrorismus und politische Gewalt beim Makler Willis Towers Watson – WTW –, warnte, die aktuelle Krise könne Verluste verursachen, die „deutlich größer und katastrophaler“ seien als jene der vergangenen Jahre.
Die „Financial Times“ schreibt, ein großer Teil der neuen Nachfrage komme von westlichen Unternehmen, die am Golf tätig sind und nach Einschätzung der Versicherer oft als wahrscheinlichere Ziele gelten. Raj Rana, der beim Makler Bowring Marsh den Bereich Kriegs- und Terrorismusdeckung leitet, sagte, sein Unternehmen allein habe seit dem vergangenen Wochenende mehr als 50 Anfragen nach Versicherungsschutz gegen politische Gewalt erhalten.
Die Anfragen kommen aus einer Reihe von Branchen, darunter erneuerbare Energien und das Gastgewerbe. Solarprojekte in Saudi-Arabien sowie Hotels in Bahrain und Katar haben Schutz gesucht, weil Unternehmen sowohl direkte Angriffe als auch indirekte Schäden fürchten – etwa durch herabfallende Splitter abgefangener Raketen.
Auch die digitale Infrastruktur ist bedroht. Drohnenangriffe in dieser Woche zielten nach Angaben von Sicherheitsexperten auf von Amazon betriebene Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain. Die Experten vermuten eine Beteiligung Irans. Microsoft erklärte, seine regionalen Aktivitäten seien nicht beeinträchtigt worden.
Einige Unternehmen in der Region verfügten schon vor der Eskalation des Konflikts über Terrorismusversicherungen. Makler empfehlen nun jedoch einen weiter gefassten Schutz gegen politische Gewalt, der auch Unruhen wie Ausschreitungen, Streiks und zivile Unruhen abdeckt.
Der Nachfrageschub hat die Prämien stark steigen lassen. Versicherer sagen, die Preise seien zu Beginn der Woche auf ein Mehrfaches ihres bisherigen Niveaus gestiegen. Zuvor konnte eine Versicherung gegen politische Gewalt für ein Energieprojekt in Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten weniger als 1 Prozent des versicherten Werts kosten. Bis Donnerstag war der Preis auf etwa das Fünffache dieses Satzes gestiegen. So könnte es nun etwa 500.000 Dollar kosten, einen Versicherungsschutz von 10 Millionen Dollar für ein Projekt im Wert von 20 Millionen Dollar zu sichern – verglichen mit weniger als 100.000 Dollar vor der jüngsten Eskalation.
Information: Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von zerohedge.com zur Übersetzung bereitgestellt.
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