Gestahlfedert: X-it: Die roten Ratten verlassen das blinkende Schiff
Die linksgrünwoke Totalkapitulation kurz vorm 8. Mai
Und wieder liegt eine Woche voller lustiger Geschichten hinter uns, wo ich die Qual der Wahl hatte, was zu stahlfedern ist – daher einleitend ein kurzer Abriss über die Plätze drei und zwei, bevor es ans Eingemachte geht:
Saskia Esken, wegen anhaltender Misserfolge unter parteiinternem Druck entsorgte ehemalige SPD-Vorsitzende mit dem spröden Charme eines Gulag-Erschießungskommandos, wandte sich in einem Instagram-Reel an werbende Unternehmen und rief diese – auf eine Art, die an historisch dunkelste „Deutsche, kauft nicht…“-Parolen erinnert – öffentlich dazu auf, mit einem Werbeboykott („Blacklisting hilft“) die wirtschaftliche Existenz des Podcasters Benjamin Berndt zu vernichten, also eine astreine Nazi-Methode anzuwenden gegen einen unbescholtenen Menschen, der Artikel 5 des Grundgesetzes noch maximal ernst nimmt, um auch jenen eine Stimme zu verleihen, die ansonsten der staatlichen Zensur (die es natürlich offiziell nicht gibt) zum Opfer fallen. Gemeint war in diesem Fall: der „Faschist“ (O-Ton Esken) Björn Höcke, der sich in einem viereinhalbstündigen Gespräch, das inzwischen auch von viereinhalb Millionen Menschen gesehen wurde (danke, Barbra Streisand), dummerweise nicht als die Reinkarnation des braunen Braunauers, sondern lediglich als nationalromantischer Geschichtslehrer entpuppt hat. Daraufhin erntete Esken einen veritablen und verdienten Shitstorm, woraufhin sie wiederum weitere Reels nachlegte, mit denen sie sich nur noch tiefer in die Scheiße geritten hat. Was man an ihrer unkorrekten Definition des Faschismus (den sie fälschlicherweise mit dem Nationalsozialismus gleichsetzte) unschwer erkannte. Aber sie ist halt bei der SPD, und Sozialisten sind nun mal nicht die Schlauesten unter Gottes Sonne, sonst wären sie keine Sozialisten.
Apropos SPD und schlau: Bärbel Bas, das Dumm-Dumm-Geschoss der Spezialdemokraten, behauptete im Bundestag unwidersprochen und uneingeordnet – also fast so, als säße sie völlig „ungeskriptet bei Ben“ – niemand wandere in unsere Sozialsysteme ein. Damit betrieb sie feinstes Gaslighting mit einer Story, die sich selbst Orwell nicht getraut hätte, in „1984“ einzubauen, aus berechtigter Angst, seine Leser könnten ihm deswegen das Buch um die Ohren hauen. Hätte ein AfD-Abgeordneter am Rednerpult des Hohen Hauses das Gegenteil behauptet, nämlich dass die „Einwanderung in die Sozialsysteme“ angesichts eines Ausländeranteils von fast der Hälfte unter den Bürgergeld-Regelleistungsberechtigten keineswegs eine rechte Fata Morgana ist, was im Gegensatz zu Bas’ erbrochener Buchstabensuppe einen erkennbaren Tatsachenkern beinhaltet, dann hätte ihm die streng neutrale CDU-Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (gegen die ich ungern etwas sage, weil sie als eine der wenigen dort wirklich mal etwas geleistet hat, nämlich für den auch von mir hochgeschätzten Weinbau) einen finalen Ordnungsruf erteilt, ihm Ordnungsgelder aufgebrummt und ihn vielleicht sogar von der Sitzung ausgeschlossen. Extra dafür haben die „Unsokratie“-Faschisten dem Bundestag eine überarbeitete Geschäftsordnung verpasst – damit man ausgerechnet im deutschen Parlament alles sagen darf, nur nicht die Wahrheit!
Jedoch geschah noch etwas viel Lustigeres, und das kriegt nun die Stahlfederung:
Es gibt Momente, in denen die Geschichte nicht mit Pauken und Trompeten oder Salut-Salven daherkommt, sondern mit Hashtag, Krokodilstränen und beleidigtem Abgang. Einer dieser Momente ereignete sich am Montagmorgen der vergangenen Woche, als SPD, Grüne und die viermal umbenannte Stasi- und Mauermörder-Partei SED, derzeit firmierend als „Die Linke“, gemeinschaftlich verkündeten, künftig nicht mehr auf X stattfinden zu wollen.
Fast so, als wollten sie die angebliche rrrääächte Verschwörungstheorie von der linken Einheitspartei auf den letzten Meter völlig unironisch endlich doch noch bestätigen, posteten sie ihren theatralischen Abgang – natürlich auf X! – nahezu zeitgleich und auch wortgleich: Um 09:00 Uhr und ein paar zerquetschte Sekunden drückten Grüne, SPD und SPD-Fraktion auf denselben roten Knopf, und überall poppte derselbe Text, derselbe Hashtag, dieselbe Moralin-Dusche auf. Die Genossen von der SED stolperten elf bis zwölf Minuten später hinterher – vermutlich musste noch basisdemokratisch abgestimmt werden, ob man „nutzen“ oder „bespielen“ sagt, oder die große Uhr in der Parteizentrale lief immer noch auf DDR-Zeit, den Umstand ignorierend, dass das Leben schon einmal die Zuspätkommenden bestrafte.
Zu lesen bekam man – in minimal variierten Fassungen mit „bespielen“ oder „nutzen“ – im Kern Folgendes: „X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht & informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation. Deswegen bespielen wir diesen Account nicht mehr. #WirVerlassenX“
Nein, nicht verschwinden, nicht löschen, nicht konsequent sein – nur nicht mehr bespielen oder nutzen! Das ist wichtig, denn auch beim digitalen Fahnenappell des Fortschrittssozialismus gilt: Die Pose muss größer sein als die Tat! Man verlässt X also ungefähr so, wie der achtjährige Kevin sein Kinderzimmer verlässt, nachdem Mama ihm die PlayStation weggenommen hat: Unter lautem Türenknallen und trotzigem Fußstampfen, mit Ankündigung an alle Hausbewohner und unter ausdrücklicher Beibehaltung des Rechts, jederzeit wiederzukommen, falls im Wohnzimmer jemand einen leckeren Kuchen anschneidet.
Der offizielle Grund lautet natürlich nicht: „Wir halten Widerspruch nicht aus.“ Das wäre nämlich die Wahrheit, und Wahrheit ist bekanntlich nur ein rechtsradikales Narrativ mit Hitlerbärtchen.
Nein, der offizielle Grund lautet: X sei im Chaos versunken, fördere Desinformation und ermögliche keine vernünftigen Debatten mehr. Übersetzt aus dem Neusprech ins Deutsche heißt das: Dort tummeln sich inzwischen zu viele Menschen, denen die einzig erwünschte politische Prägung nicht von der Analdeo-Armleuchter-Stiftung, Correctiv, Hate Aid oder im Kinderzimmer von Jan Böhmermann mit dem Nürnberger Trichter ins Hirn gepresst wurde.
Früher war Twitter für das linke Milieu ein wahres Paradies, so eine Art digitaler Prenzlauer Berg mit Ladebalken: Man war unter sich, roch nach Sojalatte, moralischer Überlegenheit und öffentlich-rechtlichem Sicherungsauftrag. Linke Journalisten, Aktivisten, Politiker, NGOs, Faktenchecker, Gesinnungsblockwarte und weitere staatlich zwangsfinanzierte Berufsempörte bildeten dort ein kartellartiges Meinungskombinat, in dem jeder dieselben zwei Gedanken hatte, sie aber, in 280 Zeichen gefasst, für intellektuelle Avantgarde hielt. Die Twitter-Unternehmensführung in Commiefornia teilte diese Ansichten, so dass Gegenmeinungen entweder mit einem Shadowban belegt, also in der Reichweite auf minus unendlich gedrosselt, oder gleich verbannt wurden. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich wurde auf Twitter bereits lebenslänglich gesperrt, lange bevor Donald Trump es cool gemacht hat.
Dann kam Elon Musk, investierte ein Taschengeld in Höhe von 44 Milliarden in die Meinungsfreiheit, und plötzlich passierte das Ungeheuerliche: Menschen durften antworten! (Sogar ich wurde wieder freigeschaltet, und kurz darauf Donald Trump.)
Selbstverständlich ist X auch heute kein perfekter liberaler Garten Eden – vor allem nicht in der EU, diesem totalitären Shithole, wo wegen des „Digital Services Act“ ständig Inhalte gelöscht werden müssen, die Uschis Magda-Goebbels-Gedenk-Frisur zerzausen könnten. Meinetwegen kann man X als eine Mischung aus Kneipe, Boxring, Bahnhofsmission und Irrenhaus mit WLAN bezeichnen. Aber genau das ist ja der Punkt, denn damit ist die Plattform näher am wirklichen Leben, als es dem betreuten Diskurs-Simulations-Kindergarten der rotgrünwoken Sprachpolizei lieb ist. Und das halten diese Weicheier natürlich nicht aus, denn deren Problem mit X ist nicht, wie sie immer behaupten, Hass – wohl kaum, da sie selbst nichts anderes als Hass anzubieten haben. Deren wahres Problem mit X ist: Reichweite ohne eigenes Hausrecht!
Jahrzehntelang hatten sie gelernt: Wer den zwangsbeitragsfinanzierten moralischen Lautsprecher besitzt, besitzt die Wahrheit. Wer die Redaktionen kontrolliert, kontrolliert die Wirklichkeit. Wer die Begriffe besetzt, besetzt die Hirne. Und wer widerspricht, ist nicht etwa ein Mensch mit einer anderen Meinung, sondern ein „Nazi“ und damit ein Fall für Meldestelle, Verfassungsschutz, Staatsanwaltschaft oder notfalls Psychiatrie.
Auf X ist ihnen jedwede Kontrolle entglitten: Da zitiert unter einem staatstragenden Empörungspost der SPD doch glatt einer kackendreist eine offizielle Statistik der Regierung. Ein anderer postet unter ein grünes Klimamärchen den Strompreis oder gar seriöse Wissenschaft. Ein Dritter unter die Antifa-Romantik irgendeines Krummdödels ein Video aus der knüppel- oder hammerharten Realität. Mittlerweile entpuppte sich der einstige moralische Prunkwagen als Lastenrad-Trümmer nach einem Frontalcrash mit der lange verdrängten Wirklichkeit.
Diese plötzliche ungebremste Konfrontation nicht nur mit anderen Meinungen, sondern vor allem mit Fakten, die diese Meinungen bekräftigen, wirkt auf linksgrünwoke Sissis schwer traumatisierend. Man muss sich das so vorstellen: Da sitzen ganze Parteiapparate voller Gestalten, die sich seit Jahren unwidersprochen einreden, sie seien die Guten, die Demokraten, die Anständigen, die Haltungsolympioniken der „Bunten Republik Deppenland“, ungestört in einer linken Echokammer – und dann kommen irgendwelche ungewaschenen Bürger mit lustigen Accounts, noch bunteren Profilbildern sowie realer Lebenserfahrung und sagen einfach: „Stimmt nicht, weil...“
Das alles ist natürlich Hass, Hetze, Desinformation und damit eine Gefahr für die Demokratie. Sorry, für „unsere Demokratie“!
In der linken Nomenklatur ist „Hass“ alles, was deren Selbstvergottung stört. „Hetze“ ist Kritik an linksgrünwokem Ideologiemüll vor Publikum. „Desinformation“ ist Information, die nicht vorher durch die kulturmarxistische Fleischbeschau der zertifizierten Wahrheitsministerien gelaufen ist. Und „unsere Demokratie“ bedeutet: Alle dürfen mitreden, sofern vorher sichergestellt wurde, dass sie alle dasselbe sagen.
Darum also der rot-blutrot-grüne X-it: Nicht etwa, weil sie dort mundtot gemacht würden, wie sie gerne behaupten. Im Gegenteil: Schlechte Verlierer, die sie sind, gehen sie als beleidigte Leberwürste unter dem Absingen schmutziger Lieder, weil sie dort nicht mehr alle anderen mundtot machen können!
Das muss man erst einmal schaffen: Drei Parteien, die seit Jahren von Vielfalt, Teilhabe, Partizipation, Dialog, Respekt, Toleranz, Offenheit und demokratischer Debattenkultur schwadronieren, fliehen ausgerechnet vor echter Debattenkultur, sobald sie nicht mehr allein bestimmen, wer reden darf, welche Worte erlaubt sind und nach welchem Absatz das Mikrofon abgeschaltet wird.
Und ausgerechnet kurz vor dem 8. Mai, jenem Tag, den das linke Milieu sonst jedes Jahr mit der Inbrunst eines staatsreligiösen Hochamts begeht, legt es nun selbst eine Totalkapitulation mit Regenbogenarmbinde hin – nicht vor Armeen, nicht vor Panzern, nicht vor Bomben und Kanonen, nicht vor alliierten Siegermächten, sondern vor Kommentaren und Memes. Man könnte fast sagen, diesmal kam die Befreiung von rechts unten in der Kommentarspalte.
Vor allem kam sie jedoch von den „Community Notes“, denn das war in ihren Augen Elons großer Sündenfall: Er hat sie kurzerhand einfach rausgeschmissen, all die handverlesenen linksgrünwoken „Faktenchecker“, die jeder fundierten nicht-linken Äußerung mit Reichweitenpotenzial sofort das Gütesiegel „Fehlinformation“ antackerten und sie mit einer hanebüchenen „Begründung“, in der sie die Wahrheit zur Lüge umlogen, in den digitalen Orkus schickten. Stattdessen hat Musk diese Funktion privatisiert und gleichzeitig demokratisiert, indem er das bereits als „Birdwatch“ angelegte System unter dem Namen „Community Notes“ massiv aufwertete und zum zentralen Gegenmodell der alten Wahrheitswächterei machte. Dabei können User, die sich eine Weile als seriöse Nicht-Bots bewährt haben, in Form einer direkt an den Beitrag gehefteten Notiz Hinweise auf eventuelle Fehler geben – vorzugsweise mit Begründung und Quellenangaben. Andere User können diese Hinweise wiederum dahingehend bewerten, ob sie informativ, zutreffend, hilfreich und seriös sind, was den konzertierten Missbrauch dieser Funktion durch Aktivisten verhindert oder wenigstens erheblich erschwert. Nun ist das mit der Wahrheit bekanntlich immer so eine Sache für sich, und eine perfekte Lösung gibt es auch hier nicht – aber diese Idee ist meiner Ansicht nach immer noch der beste Kompromiss, und vor allem der transparenteste.
Damit killte Elon Musk mit einem Schlag die linke Deutungshoheit darüber, was „Wahrheit“ und was „Fake News“ ist, und es traf die linksgrünwoke Bubble mit voller Wucht, denn ihre Protagonisten konnten fortan kaum mehr etwas posten, das über eine substanzlose Parole hinausging: Sobald sie es ausnahmsweise mal mit einem Sachargument versuchten oder gar eine Faktenbasis vorschützten, wurden sie in den „Community Notes“ gnadenlos zerfickt. Das dürfte sie wahrscheinlich noch mehr in die Flucht geschlagen haben als alle Shitstorms und Pöbelexzesse.
Eine Flucht, die jetzt natürlich als „Zeichen“ verkauft wird. Linke Politik ist bekanntlich die Bewirtschaftung von Scheinproblemen mit Unmengen an Steuergeldern und besteht im Ergebnis zu neunzig Prozent aus Zeichensetzerei: Zeichen gegen rrrääächz. Zeichen gegen Hass und Hetze (also gegen Meinungsfreiheit). Zeichen für Vielfalt. Zeichen für Demokratie. Zeichen fürs Klima. Zeichen für Solidarität mit wem auch immer. Zeichen für Menschenwürde. Zeichen für Buchstabenmenschen, die sich allein über ihre Sexualität definieren. Zeichen für Sichtbarkeit. Zeichen für Unsichtbarkeit. Und last but not least noch Zeichen für das Zeichen als solches.
Greifbare Ergebnisse gibt es bei diesem gratismutigen „virtue signalling“ in aller Regel nicht, und wenn versehentlich doch, dann ausnahmslos schlechte, was aber niemanden juckt, solange man auch dagegen wieder neue „Zeichen setzen“ kann: Die Energiewende scheitert? Zeichen setzen! Die Industrie flieht? Zeichen setzen! Die Schulen verrotten? Zeichen setzen! Die Innenstädte kippen? Zeichen setzen! Die Sozialkassen ächzen? Zeichen setzen! Der Bürger wird arm und friert? Zeichen setzen! Der Bürger muckt auf? Alle ab auf die Straße und ein ganz großes Zeichen setzen! Doch nachdem auf X mittlerweile zu viele Menschen durchschaut haben, dass das alles nur ein riesiger inzestuöser, steuerfinanzierter Moral-Zirkus mit brennender Manege ist: Schnell ein letztes Zeichen setzen und dann abhauen mit Getöse!
Man stelle sich diese historische Tapferkeit vor: Da spielen sie seit Jahren – bewaffnet mit Abermillionen an Steuergeldern – lautstark die heldenmütigen Frontkämpfer gegen digitale Desinformation, um nun in einer infantilen Trotzreaktion kampflos die eigene Reichweite aufzugeben. Das ist ungefähr so, als würde die Feuerwehr ein brennendes Haus verlassen, weil ihr der Rauch etwas zu beißend in die Nase stieg, um anschließend in einem veganen Safe Space einen Stuhlkreis zu bilden, ihren Namen zu tanzen und sich dann gegenseitig darin zu bestärken, dass Brandbekämpfung doch nur ein antifeministisches, rechtes Narrativ und die tradierte Heroisierung mutiger Feuerwehrleute in Wahrheit ein verzweifeltes letztes Aufbäumen toxischer Männlichkeit sei.
Wobei der Vergleich hinkt, denn die Feuerwehr löscht wenigstens Feuer. Rot-Blutrot-Grün hingegen kippt seit Jahren Benzin in jeden selbst angezettelten gesellschaftlichen Konflikt und lügt anschließend die dadurch verursachte Explosion zum Beweis um, dass es jetzt dringend noch mehr steuerfinanzierte „Demokratieförderung“ geben muss.
Was dem eh schon immensen Unterhaltungswert dieser Aktion allerdings die Krone aufsetzt, ist die Flucht nach Bluesky: Schon der Name klingt wie ein ökologisch zertifiziertes Antidepressivum für Salon-Ideologen mit Realitätsschaden. Bluesky – das ist der digitale Himmel für all jene, denen X zu sehr nach Erde riecht, oder gar nach Heimaterde. Auf Bluesky hingegen kann man wie früher bei Twitter ungestört unter sich sein, im kollektiven Wohlfühlmodus zwischen lauter linken Journalisten, Parteireferenten, NGO-Sprechern, Klimaaktivisten, Genderbeauftragten, Habeck-Witwen und sonstiger Ausschussware des politmedialen Komposthaufens.
Bluesky ist betreutes Twittern mit Wolkenlogo: Da kann man endlich wieder unwidersprochen posten, dass die Demokratie in Gefahr sei, weil man die Opposition nicht verbieten konnte, während alle ergriffen nicken, Herzchen verteilen und sich gegenseitig versichern, wie mutig es sei, vor der Öffentlichkeit zu fliehen. Endlich wieder Diskurs ohne Störung durch echte Diskutanten! Endlich wieder Öffentlichkeit ohne aufmüpfiges Volk! Endlich wieder Meinungsfreiheit ohne Gegenmeinungen!
Das ist der eigentliche Traum dieser dünnhäutigen verkrachten Existenzen: Ein Parlament ohne Opposition, eine Presse ohne kritische Recherche, eine Justiz ohne rechtsstaatliche Skrupel und ein Internet ohne Bürger. Oder wahlweise Bürger ohne Internet – Nordkorea macht’s vor, und die EU arbeitet schon fleißig daran.
Apropos EU: Es kursiert bereits die Verschwörungstheorie, dieser geplante gemeinsame Abgang sei eine gezielte Aktion, um in der Bevölkerung Rufe in Richtung Brüssel nach einer strengen Zensur oder gar einem Verbot der Plattform X laut werden zu lassen, oder zumindest eine breite Akzeptanz für derartige Schritte zu schaffen. So wie ja bereits wegen einer frei erfundenen Wannseekonferenz ein Parteiverbot gefordert wurde und wegen einer ebenfalls frei erfundenen „virtuellen Vergewaltigung“ um noch restriktivere Einschränkungen der Nutzung moderner Zukunftstechnologien gebettelt wurde.
Es kann aber auch damit zusammenhängen, dass just in diesen Tagen der Start eines neuen europäischen sozialen Netzwerks namens „W Social“ für den 17. Juni um 16 Uhr ins Schaufenster gestellt wurde. Anders als vielerorts fälschlicherweise vermutet, ist es kein offizielles EU-Netzwerk, aber derart perfekt auf Brüsseler Kontrollfantasien lackiert, dass man den Sternenkranz schon durch den Quellcode blinken sieht. Diese angebliche Alternative zu X besticht durch penibelste Einhaltung strengster EU-Datenschutzregeln sowie die Verifizierung ihrer User durch Ausweis- und Gesichtsscan. Das wird ganz garantiert der absolute Burner – da kann X einpacken, und dem Elon geht gerade mächtig der Kackstift auf große Hafenrundfahrt!
Doch bis zum finalen Showdown im großen Rückzugsgefecht gegen die Realität erholen sich unsere kriegsmüden Lordsiegelbewahrer der Spezialdemokratie erst mal auf Bluesky von zu viel Bürgerkontakt. Okay, ab und zu darf auch dort mal ein Bürger auftauchen, aber dann bitte nur als Opfer von Rrrääächten, untertänigster Zustimmer, überzeugter Steuerzahler – oder als Beschuldigter in medialen Schauprozessen. Ansonsten: Blockliste, die wohl prominenteste Funktion dieses virtuellen Lummerlands.
Werfen wir einen kurzen Blick auf die beteiligten Parteien und ihre individuellen Befindlichkeiten:
Da haben wir die zu einer peinlichen marxradikalen Splittergruppe verkommene ehemalige große Volkspartei SPD, die in grauer Vorzeit angeblich einmal Arbeiter vertreten wollte, aber heute schon den Anblick arbeitender Menschen für eine rechte Provokation hält und als Zumutung empfindet, sofern diese Subjekte nicht bei einem Transformationsprojekt, einer Diversity-Abteilung oder einem rot-blutrot-grünen Partei- oder Gewerkschaftsbüro beschäftigt sind. Auf X trifft die SPD dummerweise gelegentlich noch auf Restbestände jener werktätigen Bevölkerung, die morgens aufstehen, arbeiten gehen, Kinder erziehen, unter den von linker Politik in astronomische Höhen getriebenen Kosten für Miete, Strom und Lebenshaltung ächzen und horrende Steuern zahlen, damit all das nicht nur so bleibt, sondern sogar noch schlimmer wird. Wen wundert es, dass diese Menschen nicht mehr ganz so empfänglich sind für die Mär vom sozialen Fortschritt durch permanente Enteignung?
Daher wird es für die Genossen zunehmend ungemütlich, denn früher konnte man dem Malocher noch erzählen, die SPD kämpfe für ihn. Doch inzwischen hat jeder ehrlich arbeitende, fleißige Bürger kapiert, dass die einzigen, die in 163 Jahren spezialdemokratischer Vollverarschung immer reicher und fetter geworden sind, Parteibonzen, Gewerkschaftsfunktionäre und Rote-Socken-Günstlinge waren, von denen kaum einer jemals wertschöpfend gearbeitet hatte. Und das alles vornehmlich auf Kosten derer, die die SPD zu vertreten vorgab, die sie aber in Wahrheit immer nur verraten, verkauft, belogen und ausgebeutet hat. Deshalb kommentiert heute der ehrliche Malocher irgendeinen Sozialromantik-Schmonsens auf dem X-Profil der SPD gerne mal so: „Ihr Verräter habt meine Heizung verboten, mein Auto verteuert, meine Miete explodieren lassen, meine Stadt unsicherer gemacht und mein Geld an Leute verteilt, die mich verachten.“ Na, wer will denn schon so eine Hetze hören?
Die Grünen wiederum verlassen X aus Gründen der politischen Hygiene. Das ist nur konsequent: Wer ganze Volkswirtschaften ins frühe Mittelalter transformiert, sollte sich wenigstens vor Kritik schützen können. Schließlich ist es schwer, die Rettung des Planeten zu verkünden, wenn darunter jemand den CO₂-Fußabdruck der letzten privaten Langstreckenflüge steuerfinanzierter Klimaaktivisten postet.
Die Grünen hassen X nicht, weil dort gelogen wird – sie hassen X, weil ihre Lügen dort zu schnell schlecht altern. Früher dauerte es Wochen, Monate oder meist sogar Jahre, bis der Bürger merkte, dass die aktuelle grüne Weltrettungsmaßnahme auch nur auf einem Märchen basierte und ihn lediglich ärmer, abhängiger und kälter gemacht hat. Heute dauert es zwölf Minuten und drei Screenshots, den neuesten Klimakappes zu widerlegen. Das hält kein Kinderbuchautor aus, schon gar nicht einer mit eigenem Vetternwirtschaftsministerium.
Und die SED? Ach, Die Linke? Die verlässt X, weil sie dort angeblich nicht mehr mitmachen kann. Das ist ungefähr so glaubwürdig wie ein Bankräuber, der mangelnden Respekt vor fremdem Eigentum anprangert – wo es doch gerade diese längst totgesagten Poststalinisten waren, die bei der letzten Bundestagswahl am allermeisten von ihrer Präsenz auf Social Media profitiert haben, weil ihre Vortänzerin Neidi Reichenschreck ihren ganz persönlichen Sozialismus in der ADHS-Variante dort reichweitenstark propagieren konnte!
Eine Partei, deren ideologische DNA aus Mauer, Stacheldrahtzaun, Bautzen, Stasi, Verstaatlichung, Unterdrückung, Klassenkampf und sonstigen zivilisatorischen Unfällen mit häufiger Todesfolge besteht, entdeckt plötzlich die zarte Seele des demokratischen Austauschs und ist vom angeblich so rauen Ton im Internet schockiert – lustiger wird’s heute leider nicht mehr! Ausgerechnet jene politische Tradition, die Andersdenkende historisch wahlweise eingesperrt, enteignet, überwacht, umerzogen oder gleich erschossen hat, zieht heute mit bebender Unterlippe aus X aus, weil dort jemand „Kommunismus funktioniert nicht“ schreiben darf, ohne im Gulag zu landen.
Und natürlich werden sie alle weiterhin lautstark lamentieren über die schreckliche „digitale Gewalt“ auf X – dieser wunderbare Kampfbegriff, diese intellektuelle Nebelmaschine, dieser rhetorische Allzweckschraubendreher zur Umdeutung von Widerspruch in Verletzung. So etwas wie „digitale Gewalt“ existiert nicht – es handelt sich lediglich um Jammerei über Worte, die ihnen weh tun, weil sie von den Falschen kommen und insbesondere ihre ideologischen Lügengebäude zum Einsturz bringen.
Wenn ein linker Aktivist einen Menschen mit anderer Meinung einen „Faschisten“ nennt, ist das „Zivilcourage“. Wenn ein Bürger einen Minister, der permanent versagt, einen Versager nennt, ist das Majestätsbeleidigung in Tateinheit mit verfassungsschutzrelevanter Delegitimierung des Staates. Wenn eine zwangsbeitragsschmarotzende Sprechpuppe des öffentlich-knechtlichen Schundfunks zwangsbeitragszahlende Menschen als „Pack“, „Abschaum“, „Aluhutträger“ oder „Nazis“ verspottet, die man auch mal „keulen“ könnte, ist das Satire und damit von der Kunstfreiheit gedeckt. Wenn ein Rentner unter einen Regierungspost schreibt, er fühle sich verarscht, steht morgens die Polizei im Flur. Das ist, kurz beschrieben, der traurige Rest dessen, was die „Unsokratie“ von unserer ehemals freiheitlich-demokratischen Grundordnung übriggelassen hat.
Darum ist dieser X-it so entlarvend, denn er zeigt, was diese Parteien wirklich unter Öffentlichkeit verstehen: Die imposante, sorgfältig ausgeleuchtete Kulisse eines Schmierentheaters, in dem irgendwelche verkrachten Existenzen, die unter Normalumständen nur mit viel Glück auf einen Job als Parkplatzputzer beim McDrive hoffen könnten, auf der ganz großen Bühne in der tragischen Heldenrolle dilettieren können, wo die Presse den Souffleur gibt, NGOs den Chor bilden und die Bürger die Statisten sind, denen der Staat die überteuerten Tickets verkauft – wohlgemerkt als Angebot, das man nicht ablehnen darf.
X aber ist ihnen zu unordentlich. Zu laut. Zu unberechenbar. Zu wenig kuratiert. Zu wenig gebührenfinanziert. Zu wenig Correctiv-Laminat auf dem Boden. Zu viele Menschen, die sich nicht vor jedem Einloggen bei X noch schnell von der Tagesschau oder vom Spiegel ideologisch haben festigen lassen, damit sie wissen, was sie denken dürfen.
Kurz: X ist ihnen zu frei. Nicht perfekt frei im idealen Sinne, also nicht frei von Manipulation, Idiotie, Propaganda, Trollen, Bots, Narzissmus, Eitelkeit und digitalem Wahnsinn. Diese sicher nicht angenehmen Begleiterscheinungen sind nun mal die Nebenkosten der Freiheit, womit wirklich freiheitlich denkende Menschen übrigens problemlos umzugehen lernen können.
Auf jeden Fall ist X aber frei genug, um die mit Alleinstellungsanspruch verbundene Herrschaftsästhetik der Linksgrünwoken empfindlich zu stören, und damit zu frei. Und genau deshalb gehen sie, denn sie wollen keine freie Plattform. Sie wollen einen moralisch gesäuberten Schrebergarten mit Zugangskontrolle durch eine Torwächter-Kaste, wo sie wieder ihre gewohnten Rituale aufführen können.
Das sieht dann so aus, dass einer schreibt: „Wir müssen die Demokratie schützen!“ Der Nächste antwortet: „Danke für deine mutige Haltung, Genosse!“ Ein Dritter ergänzt: „Nazis raus!“ Den ganzen Mumpitz retweetet dann eine vierte Person mit Pronomen im Profil und Fördermitteln im Lebenslauf: „So wichtig!“ Daraufhin bestätigt ein steuergeldgepimperter Faktenchecker, dass es dazu keine zwei Meinungen geben kann, und ein öffentlich-rechtlicher Redakteur bastelt daraus einen kompletten „Brennpunkt“ über die akute Bedrohung von rrrääächz. Fertig ist die demokratische Debatte!
Dass die Bürger dabei fehlen, stört nicht. Im Gegenteil. Bürger sind in linken Debatten ohnehin nur dann nützlich, wenn sie Angst haben, betroffen sind, gefördert werden, migriert sind oder den Hitzetod sterben. Als selbstdenkende Erwachsene mit lästigen Gegenargumenten ruinieren sie bloß die fein choreographierte Dramaturgie.
Die Reaktionen auf den Auszug sind entsprechend vorhersehbar: Die einen feiern ihn als mutiges Zeichen gegen „Hass und Hetze“. Die anderen lachen sie schallend aus. Was diesmal die angemessenere politische Analyse ist, denn wer eine Plattform verlässt, auf der Millionen Bürger offen und ungehindert diskutieren, und sich anschließend einredet, er habe mit seiner Flucht die Demokratie verteidigt, hat nicht die Demokratie verteidigt, sondern sein eigenes Nervenkostüm vor zu viel Basisdemokratie in Sicherheit gebracht.
Man kann auch sagen: Rot-Blutrot-Grün hat nicht X verlassen. X hat Rot-Blutrot-Grün als Realitätstest bestanden.
Natürlich werden sie zurückkommen, sobald ihnen der Nutzen größer erscheint als ihre narzisstische Kränkung. Spätestens im Wahlkampf, wenn Reichweite plötzlich wieder wichtiger wird als ideologische Reinheit, wird man irgendeine windelweiche Formulierung finden: Man habe die Lage neu bewertet, wolle den demokratischen Raum nicht den Falschen überlassen, sondern müsse dort präsent sein, wo Menschen sich informieren, und überhaupt sei direkter Dialog mit dem Wähler wichtiger denn je. Mit anderen Worten: Man wird so tun, als sei der peinliche Abgang nie passiert.
Die Parteien, die seit Jahren mit unfairen, totalitären und faschistoiden Mitteln und Methoden Andersdenkende aus der Öffentlichkeit, aus Diskursen, Vereinen, Berufen, Bankverbindungen, Förderungen und Veranstaltungen vertreiben und sie am liebsten sogar ihrer kompletten ökonomischen und gesellschaftlichen Existenz berauben wollen, erleben zum ersten Mal, wie sich schleichender Machtverlust anfühlt, während die Gegenwehr stetig wächst. Da es jedoch eine Lektion gibt, der sich Sozialisten stets mit aller Kraft verweigerten, nämlich dass Freiheit immer auch ein Stück Zumutung ist, verlassen die roten Ratten nun das bunt blinkende Schiff, in der Hoffnung, es damit zum Sinken zu bringen. Nur: Das Schiff sinkt nicht, sondern blinkt weiter: laut, grell, nervig, chaotisch, überdreht, vulgär, brillant, bescheuert, anarchisch, manchmal vielleicht widerwärtig, manchmal aber auch großartig – also ungefähr so wie eine freie Gesellschaft, wenn man sie nicht alle drei Minuten von einer Bundesbeauftragten für betreutes Denken und Sprechen desinfizieren lässt.
Und die roten Ratten? Die bauen sich jetzt ein neues Nest, wo sie endlich völlig ungestört „ihre“ Demokratie retten können, ohne dabei noch irgendwem mit einer abweichenden Meinung zuhören zu müssen. Und das alles bei Bluesky – einer Plattform, so blau wie die Parteifarbe der AfD.
Wohl bekomm’s, bis bald – Freundschaft, Genossen!
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