04. Mai 2026 11:00

Gestahlfedert: {ununterbrochen} von Ben The Rocky Horror Höcke Show

Interview With The Devil

von Michael Werner drucken

Björn Höcke: Ist er der Leibhaftige oder doch nur ein Mensch?
Bildquelle: Eigenes Bild Björn Höcke: Ist er der Leibhaftige oder doch nur ein Mensch?

Schon wieder stand ich vor der Frage, was denn für mich das Thema der Woche war. Für viele war es die vermeintliche Selbstdemontage von Friedrich Merz im „Spiegel“, wo er sich als weinerliche Pussy und damit des Amtes eines Bundeskanzlers unwürdig erwiesen hat. Für mich jedoch keine große Nummer, weil es nur eine weitere Bestätigung des bereits lange vorher Offensichtlichen war: Merz ist nicht nur fachlich eine grandiose Fehlbesetzung, sondern vor allem charakterlich allenfalls für die Führung eines Gulag-Erschießungskommandos geeignet. Der Mann ist – und das kann ich guten Gewissens und in Kenntnis der Rechtslage genauso formulieren – die größte Charakternull in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die es jemals in ein hohes Staatsamt gebracht hat. Er hat nicht nur drei Millisekunden nach seinem Wahlsieg bereits sämtliche Wahlversprechen (außer der „Brandmauer“) gebrochen, sondern zum Bruch dieser Wahlversprechen auch noch zu Lasten der folgenden 87 Generationen einen veritablen Staatsstreich initiiert, mit Hilfe eines bereits abgewählten und aufgelösten Bundestags. Währenddessen hält das BRD-Regime seit dreieinhalb Jahren zahlreiche unschuldige Senioren in politischer Gefangenschaft, die angeblich von einem Putsch mit Rollator und Gulaschkanone schwärmten, was wahrscheinlich auch nur erstunken und erlogen ist.

Für seine gebrochenen Wahlversprechen und seine desaströse Politik bekommt Merz heftige Kritik in den sozialen Medien und jammert nun rum, dass noch kein Bundeskanzler vor ihm so viel ertragen musste. Was nicht wahr ist, denn seine zwei Vorgänger amtierten auch schon zur Zeit von Social Media und bekamen ordentlich auf die Mütze, nur dass sie sich deswegen – das muss man ihnen lassen – nie eingenässt haben, sondern einfach knallhart und stur gegen den marodierenden Pöbel ihre epochalen Fehlentscheidungen zu Lasten Deutschlands durchgezogen haben, denn von Stalin lernen, heißt gewinnen lernen! Außerdem kann ich mich als jemand, der stramm auf die 100 zugeht, noch bestens daran erinnern, dass Helmut Kohl (für die jüngeren unter meinen Lesern: der Dicke mit der Wiedervereinigung) noch wesentlich mehr einstecken musste, obwohl es damals noch nicht mal Internet gab!

Seine Vorvorgängerin Angela Merkel verachtete Merz und vertrat die Ansicht, er eigne sich weder zum Parteivorsitzenden noch zum Bundeskanzler. So ungern ich das zugebe, doch damit lag sie – im Gegensatz zu Merz – wenigstens einmal in ihrem politischen Leben goldrichtig.

Wir reden von einem Mann, den niemand gezwungen hat, dieses Amt zu übernehmen, das dem Hahn auf dem Kirchturm ähnelt, der auch ertragen muss, dass ihn jeder Wind anbläst, sondern von dem Mann, der dieses Amt unbedingt wollte und dafür sogar einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Jener Mann, der seinen Steuersklaven vor Kurzem noch vorgehalten hat, sie seien zu larmoyant, gibt sich gerade als der erbärmlichste Jammerlappen des Universums.

Und damit habe ich diesem weinerlichen Zweimeterlauch auch schon mehr als genug Aufmerksamkeit zukommen lassen. Kommen wir nun zu zwei relevanteren Menschen, deren Zusammentreffen für mich das Thema der Woche ist: Benjamin Berndt und Björn Höcke, von gewissen zwangsgebührenfinanzierten Staatsclowns auch gerne mal „Bernd“ genannt.

Benjamin Berndt, kurz Ben, betreibt seit einigen Jahren den YouTube-Kanal „{ungescriptet} by Ben“, der sich dadurch auszeichnet, dass er interessante und gerne auch kontrovers diskutierte (oder wie die Mainstream-Medien sagen: „umstrittene“) Menschen in sein Kölner Studio einlädt und lange, intensive Gespräche mit ihnen führt. Wobei das nicht ganz richtig ist, denn ein Gespräch bedeutet ja, dass beide ihre Standpunkte einbringen und diese ausdiskutieren. Das tut Ben aber nicht: Es geht ihm nur um seinen Gast; er selbst ist allenfalls Stichwortgeber. Insofern ist es mehr das klassische Interview, wo ein Journalist seinem Interviewpartner Fragen stellt, wohl wissend, dass sich das Publikum eher für den Befragten als für den Befrager interessiert. Heutige Journalisten hingegen verstehen sich mehr als Gesprächspartner auf Augenhöhe oder sogar darüber stehend und glauben, ihre Aufgabe bestünde darin, ihrem Gegenüber ständig ins Wort zu fallen, wenn sie auch nur ein Begriff triggert, um ihm mit erhobenem Zeigefinger eine Ladung Moralinsäure in die Augen zu spritzen. Das verkaufen sie dann als „kritischen“ oder „investigativen“ „Journalismus“. Zumindest, wenn sie mit Vertretern der Opposition sprechen. Ist ihr Gegenüber jedoch Vertreter einer linksgrünen Kartellpartei (also CDU, CSU, SPD, FDP, SED, BSW oder die GRÜNEN), geht die hündische Unterwürfigkeit glatt so weit, dass der abgeneigte Zuschauer eigentlich nur noch Angst hat, mitansehen zu müssen, wie sich der sprechende Rollkragenpullover vor seinem Erlöser auf die Knie wirft, um ihm mit seinem Zünglein – je nach Neigung – das Geschlechtsteil oder den Anus zu liebkosen. Dieser Dreck wird übrigens völlig unironisch als „Haltungsjournalismus“ bezeichnet. Na gut – auf den Knien vor der Macht zu robben ist ja so gesehen auch eine Haltung.

Ich schätze Bens Art, mit seinen Gästen umzugehen: Allein der Gast steht im Mittelpunkt, Ben nimmt sich komplett zurück, er wertet nicht, und niemals lässt er sich anmerken, ob er mit seinem Gast inhaltlich übereinstimmt oder nicht. Am meisten schätze ich, dass er seine Gäste nicht unterbricht, sondern sie ausreden lässt, egal wie ausschweifend sie werden: Sie können längere Geschichten erzählen und vor allem ihre Ansichten ausführlich begründen. Jemand von der AfD weiß gar nicht, wovon ich hier rede, weil es für ihn der Normalfall ist, spätestens nach den ersten vier Worten eines Satzes unterbrochen und niedergebrüllt zu werden. Tatsächlich hat Ben in besagter Sendung Höcke einmal unterbrochen, jedoch aus dem absolut gegenteiligen Grund, wie es sonst immer geschieht: Höcke, der es sicher nicht gewohnt ist, die Zeit zu haben, sich ausführlich zu einem Thema auszulassen, hatte bei der Schilderung seines persönlichen Werdegangs ein paar Jahre etwas zu kurz zusammengefasst. Diese beinhalteten den entscheidenden Übergang vom Geschichtslehrer zum Politiker, und gerade das wollte Ben ganz genau wissen: Was ist da passiert, was hat ihn bewegt, wie kam es dazu? Höckes Gesichtsausdruck, als er unterbrochen wurde, nicht etwa, um ihn abzuwürgen, sondern damit er weiter ausholt, war definitiv ein epischer Moment dieser Sendung.

Für jemanden wie mich, der sich weniger fürs Laute und Schrille, sondern für Dinge in der Tiefe interessiert, ist Bens Format ein Fest. Talkshows, wo der Moderator ständig dazwischenredet oder sich alle gegenseitig ins Wort fallen, sind mir ein Gräuel, die finde ich unerträglich und schaue sie mir nie an. Wenn jemand anfängt, etwas zu erklären, und diese Erklärung logisch aufzubauen, und dann kurz bevor er seine Darstellung vollendet hat und man den kompletten Gedanken nachvollziehen kann, quatscht irgendein geistiger Einzeller einfach dazwischen und zerstört alles. Dann erleide ich – vorausgesetzt, der Gedanke interessiert mich – körperliche Schmerzen und werde innerlich so aggressiv, dass ich am liebsten, so wie einst Elvis, den Fernseher zerschießen würde. Daher ist Bens Format mein absoluter Favorit, wenn ich wirklich etwas über die Menschen, die bei ihm zu Gast sind, und ihre Gedanken und Ansichten erfahren möchte.

Das einzig Abschreckende an Bens Format ist die dadurch fast zwangsweise entstehende Länge der Interviews, die nie unter zwei Stunden ablaufen, mitunter sogar weit über das Doppelte, so wie auch hier das Gespräch mit Höcke mehr als viereinhalb Stunden dauerte. Wenn ich, als jemand mit einem normalen Leben, mir diese Zeit nehmen soll, die ich meist nicht habe, so dass ich den Konsum des Videos über mehrere Tage verteilen muss, so wie hier, dann muss mich der Mensch, der dort spricht, oder sein Thema, am besten beides, schon massiv interessieren. Als jemand, für den Äußerungsrecht interessanter ist als jeder Porno, hänge ich beispielsweise an den Lippen von Juristen wie Joachim Steinhöfel, Ralf Höcker, Ulrich Vosgerau, Markus Haintz oder Volker Boehme-Neßler wie ein Bahnhofsjunkie an der Nadel und lasse nichts aus, was diese Herren öffentlich von sich geben. Daher habe ich mir die drei Stunden, als Simon Bergmann von der berühmt-berüchtigten und gefürchteten Berliner Medien-Kanzlei „Schertz-Bergmann“ (Till Lindemann, Christian Ulmen) im Januar bei Ben zu Gast war, quasi intravenös gegeben.

Zugegebenermaßen interessieren mich weder Björn Höcke noch die AfD so sehr, dass ich mir das in Kombination viereinhalb Stunden geben müsste: Ein Etatist redet Etatisten-Zeug – so what? Das kann für einen Libertären sehr schnell zur Qual werden. Jedoch war mir als politisch und medial interessiertem Menschen und selbstverständlich auch als Kolumnist sofort klar, dass das hier nicht nur eine weitere Folge von „{ungescriptet} by Ben“ mit einem kontroversen Gast sein wird, sondern ein Dammbruch, ein Tabubruch, fast so ein Skandal wie der um Rosi, vielleicht sogar ein Glitch in der Matrix oder der Scheinwerfer, der vom Himmel fällt. Oder gleich alles zusammen. Also auf jeden Fall ein mediales Ereignis, das ich nicht ignorieren kann. Ergo habe ich mir die komplette Folge gegeben, so wie bisher (Stand Samstagabend) über zweieinhalb Millionen weitere Zuschauer.

Da hat also ein Mann gesessen und seine Lebensgeschichte erzählt, aus der seine Weltanschauung erwachsen ist, die er dargelegt und begründet hat. Ungeachtet dessen, ob man seine Ansichten teilt oder nicht: Das alles war in sich schlüssig.

Ganz am Anfang, als es um seine Jugend ging, hat er etwas rumgeeiert, weil er sich zunächst als ursprünglich unpolitisch bezeichnete, aber dann von einem recht frühen Eintritt in die „Junge Union“ berichtete, als Folge der Begeisterung über die von Helmut Kohl gemanagte deutsche Wiedervereinigung. Ist das ein eklatanter Widerspruch oder macht es ihn gar zum Lügner? Nein! Das kann ich so sagen, weil ich es bestätigen kann, und ich bin ja seine Generation: Je nach Blickwinkel könnte ich meine eigene Jugend ebenfalls als unpolitisch bezeichnen, weil ich mich in erster Linie für Musik, Mädels und Partys interessiere, und bei alldem spielte Politik keine Rolle. Ich erinnere mich aber auch an einige engagierte politische Diskussionen, in die ich geriet, weil ich heftig gegen den damals schon in der Schule herrschenden linken Zeitgeist war: Für Atomkraft, für Kapitalismus, für Ronald Reagan und daher auch für Wettrüsten mit den Scheißcommies, um sie endlich plattzumachen. Und als die Mauer fiel, packte mich dieselbe Begeisterung, aus der heraus ich sogar in die CDU eingetreten bin. Dort war ich – genauso wie Höcke es schildert – allerdings nur eine beitragzahlende Karteileiche und bin nur wenige Jahre später wieder ausgetreten, weil mir die CDU – der Auslöser war Rita Süßmuth! – zu links wurde. Klingt verrückt, aber rückblickend hat sich der heutige Irrsinn damals schon abgezeichnet. Der Auslöser, oder besser gesagt der Augenöffner, dass Höcke politisch aktiv wurde, war Thilo Sarrazins 2010 erschienenes Buch „Deutschland schafft sich ab“, vor allem, weil Höcke in seinem Beruf als Lehrer exakt die Zustände, die Sarrazin beschrieb, alltäglich erlebte, aber es durfte nicht darüber gesprochen werden. Das Buch habe ich damals zwar auch gelesen und fand es sogar noch zu optimistisch, aber mein politischer Wiedererweckungsmoment lag da bereits zwei Jahre zurück, nämlich die internationale Finanzkrise und die folgende „Euro-Rettung“, die meiner Ansicht nach auf einer Ebene mit dem Hochverrat steht und daher auch so geahndet werden sollte. Aber als das Bundesverfassungsgericht dieses Jahrhundert-Verbrechen einfach durchwinkte, habe ich mich innerlich aus der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet. Und zwar dergestalt, dass ich ernsthaft versucht habe, meine Staatsangehörigkeit loszuwerden, was mir aber verwehrt wurde, weil das Gesetz verhindern will, dass jemand staatenlos wird – was für mich ein wahrer Traum wäre. Die deutsche Staatsbürgerschaft könne ich, so sagte man mir, nur verlieren, wenn ich Staatsbürger eines anderen Landes würde. Was aber mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist, da außer diesem Shithole hier kein anderes Land der Welt so geisteskrank ist, jedem dahergelaufenen Bajuffen sofort die Staatsbürgerschaft in den Rachen zu werfen.

Was diese Sichtweise anbetrifft, hat Höcke mich auch ein Stück weit abgeholt, jedoch bevor es noch jemand mit der Angst zu tun kriegt: Hiermit enden dann auch die Parallelen zwischen Björn Höcke und mir, denn mich hat das zum Libertären gemacht, ihn leider nicht. Aber immerhin hat er in den viereinhalb Stunden bei Ben mehrfach betont, dass er sehr freiheitsliebend ist. Und an der Stelle findet sich dann auch sein tatsächlicher Widerspruch, da ein freiheitsliebender Mensch eigentlich kein allzu großer Fan vom Staat sein dürfte. Komischerweise hat sich ausgerechnet an diesem wohl größten Widerspruch niemand gestoßen…

Überhaupt ist es schwer, sich an irgendwas zu stoßen, was er gesagt hat – außer man ist libertär, weil man sich dann an allem stößt, was ein Etatist sagt. Doch betrachtet mit dem Mindset eines Demokraten, der diesen Mehrheits-Mumpitz ernsthaft für den Stein der Weisen hält, hat Höcke dort nur absolut legitime Ansichten und Standpunkte vertreten, mit denen er bis zur Entkernung durch Merkel noch in der CDU zuhause gewesen wäre, und bis zum Ende der Ära Schmidt sogar noch in der SPD.

Und genau da liegt das Problem, das der politmediale Komplex mit dieser Sendung hat: Gar nicht mal das, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht! Da saß ein ruhiger, besonnener, kluger und sehr gebildeter Mann, der völlig unaufgeregt in ganzen, wohlformulierten Sätzen gesprochen hat, und dabei sogar recht sympathisch rüberkam. Mir persönlich an einigen Stellen vielleicht etwas zu pathetisch und zu nationalromantisch, aber selbst damit ist er nur ein legitimes Gegengewicht zum allgegenwärtigen, suizidalen Selbsthass in der deutschen Politik. Da war nichts, aber auch rein gar nichts, was die Dämonisierung dieses Menschen der letzten zehn Jahre auch nur ansatzweise rechtfertigen könnte. Nichts, was er gesagt hat, rechtfertigt es, ihn als Faschisten oder gar als Nazi zu bezeichnen – außer man hält es für angemessen, die mörderische Ideologie und die unsäglichen Verbrechen des Nationalsozialismus zu bagatellisieren, indem man sie einem Typen unterstellt, der ausschließlich Dinge gesagt hat, die in jedem anderen Land der Welt nicht nur als völlig normal, sondern sogar als selbstverständlich angesehen werden.

Nun könnte man mir vorhalten, es sei dumm, einem Politiker zu glauben, der könnte sich da ja gezielt anders gegeben und seine wahren Absichten verborgen haben. Ja, das stimmt, das Risiko, dass jemand schon einen Tag nach dem Wahlsieg exakt das Gegenteil von allem tut, was er versprochen hat, besteht in einer Demokratie immer! Wer weiß das besser als die Deutschen, die gerade vom größten Lügner und Wahlbetrüger der Geschichte regiert werden? Auf diesem „Argument“ basiert ja auch das gesamte Konstrukt, die AfD als „gesichert rechtsextrem“ einzuordnen: Zwar findet sich dafür weder im Parteiprogramm noch in den Aussagen führender Politiker auch nur der Hauch eines Belegs, aber das liegt ja nur daran, dass sie es vorher nicht sagen! Aber sobald sie die Macht ergriffen haben, wird hier gleich am ersten Tag alles auf Schwarzweißfilm umgestellt, und bereits am zweiten Tag rollen die Züge nach Ihr-wisst-wohin, und das sogar pünktlich – trust me, bro!

Ja, kann sein, das ist halt das Restrisiko, das man bei jeder Wahl hat. Auch ich glaube nicht daran, dass die AfD ihre wichtigsten, entscheidenden Wahlversprechen halten können wird, wenn sie tatsächlich mal regieren sollte, aber in einer anderen Version als der Verfassungsschutz: Die politische Realität in Form des Deep State wird ihre Ambitionen massiv ausbremsen, während die Macht und der Wunsch nach ihrem Erhalt sie genauso glattschleifen und korrumpieren wird wie alle anderen zuvor. Nach spätestens einem Jahr ist die AfD dann auch eine „Kartellpartei“ und wird zusammen mit den „Altparteien“ jede neue aufstrebende Kraft wegbeißen. Das Problem ist systemimmanent.

Ich schweife ab, zurück zum lustigsten Teil des Themas: Der totale Meltdown des politmedialen Komplexes, dass einer das ultimativ Verbotene gewagt hat, nämlich mit dem ultimativ Bösen zu sprechen. Oder wie man es bei Linken formuliert: Ihm „eine Bühne zu bieten“. Ben wurde massiv kritisiert und selbstverständlich auch auf unterstem Niveau persönlich angegriffen. Vor allem dafür, dass er Höcke einfach hat reden lassen, nicht nur ohne ihn nach jedem halben Satz zu unterbrechen und ihm nach jedem ganzen Satz vehement zu widersprechen, wie sich das für linientreue System-Maulhuren gehört, sondern dann auch noch ohne „das Gesagte einzuordnen“. Dieser pathologische Zwang linker Journalisten, die eigentlich nur getarnte Aktivisten sind, alles „einordnen“ zu müssen, ist zunächst einmal anmaßend und übergriffig, weil das im Klartext heißt: „Der Zuhörer ist zu blöd, zu verstehen, was hier gesagt wurde, daher müssen wir ihm das im Rahmen des betreuten Denkens nochmal richtig erklären.“ Tatsächlich heißt es aber: „Der Zuhörer könnte so schlau sein, sehr wohl verstanden zu haben, was hier gesagt wurde, aber da das Gesagte nicht in unserem Sinne war, müssen wir ihm nachher unbedingt einreden, dass alles ganz anders war.“

Merke: Wenn sie sagen „einordnen“, dann meinen sie „gaslighting“!

Das sieht in der Praxis dann so aus: Björn Höcke sagt, abgelehnte Asylbewerber, vor allem gefährliche Kriminelle, müssten abgeschoben werden. Dann springt aus dem Off Judith Rakers ins Bild und kreischt: „Liebe Zuschauer, das ist nur ein rechtsextremer Code und bedeutet in Wahrheit, dass Höcke alle Ausländer vergasen will, angefangen bei Ihrem Lieblings-Pizzabäcker Luigi!“

Ben arbeitet anders: Er fragt nach, hakt bei offensichtlichen Unstimmigkeiten nach und konfrontiert seine Gäste auch mit der Kritik, der sie öffentlich ausgesetzt sind. Aber dann lässt er sie antworten, ohne das nachher „einzuordnen“ oder ihnen keck zu widersprechen von wegen „nee, stimmt aber trotzdem nicht“. Und das macht er immer so, bei jedem Gast. Das ist sein Konzept und wohl auch das Geheimnis seines Erfolges.

Die Kritik, er habe das Gesagte einfach stehenlassen, ohne zu widersprechen oder „einzuordnen“, ist zudem bigott: Warum stört das nur bei Björn Höcke? Vor knapp zwei Monaten war Jan van Aken, Vorsitzender der viermal umbenannten Stasi- und Mauermörder-Partei SED, derzeit firmierend unter „Die Linke“, zu Gast bei Ben und durfte dort zweieinviertel Stunden ungestört seinen sozialistischen Kackscheiß ausdünsten. Warum hat sich bei dieser Folge niemand daran gestört, dass Ben ihn hat reden lassen, ohne ihn ständig zu unterbrechen, um ihm zu widersprechen oder das Gesagte „einzuordnen“? Eigentlich hätte Ben nach jedem Satz sagen müssen: „Liebe Zuschauer, was der hier redet, klingt zwar lieb und nett und sozial gerecht, ist aber lebensgefährlicher Unsinn, weil Sozialismus immer und ausnahmslos alle in die Armut, ins Massengrab oder in den Gulag bringt – mit Ausnahme der Aufseher!“ Dasselbe gilt für die Folgen mit Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht. Wenn es der deutschen Mainstream-Journaille ernsthaft darum ginge, das Publikum nicht ungebremst mit irgendwelchen brandgefährlichen, totalitären Ideologien zu konfrontieren, dann hätte man hier mal anfangen müssen. Hat man aber nicht, und damit ist alles gesagt!

Der wohl am meisten bezeichnende Vorwurf lautete, Ben habe Höcke hier viel zu „menschlich“ erscheinen lassen, wobei man sich auch nicht entblödete, Ben generell vorzuhalten, Höcke wie einen „ganz normalen Menschen“ wirken zu lassen. Ich will ja nur ungern spoilern, aber die schmutzige Wahrheit lautet, dass Höcke tatsächlich ein Mensch ist, und zwar ein ganz normaler! Bevor jetzt die ersten an Schnappatmung zu verenden drohen: Das trifft selbstverständlich auch auf Adolf Hitler zu! Puuuh – gerade nochmal die Kurve gekriegt! Bezeichnend ist das, weil Linke stets völlig ausrasten, wenn man im Zusammenhang mit ungeregelter Massenmigration aus inkompatiblen Kulturkreisen völlig sachlich auf Kriminalitätsstatistiken hinweist, weil man damit ja die geschenkten Goldstücke „entmenschlichen“ würde. Entmenschlichen geht natürlich gar nicht! Nur bei Höcke ist alles umgekehrt: Da gilt es als heilige Pflicht, ihn zu entmenschlichen, und als Häresie, ihn auch nur als Menschen erscheinen zu lassen.

Und da sind wir auch schon bei einem Satz, den man von mir recht häufig hört: Man muss Linken nicht widersprechen – man muss sie nur lange genug reden lassen, dann tun sie es selbst! Daher vertrete ich auch die Ansicht, man sollte insbesondere Menschen, denen man nicht zustimmt, ausgiebig zu Wort kommen und ausreden lassen. Und das sage ich nicht aus Anstand und Gründen der Fairness, sondern aus einem fast schon hinterfotzigen Motiv: Lass deine Gegner ausreden, gib ihnen ausreichend Gelegenheit, sich selbst zu widersprechen oder sich bestenfalls sogar um Kopf und Kragen zu reden! Wenn man sie unterbricht, wenn man sie ständig mit irgendwelchen kritischen Einwürfen oder „Einordnungen“ konfrontiert und damit eine feindselige Haltung zeigt, werden sie vorsichtig, gehen in die Defensive und sind eher verschlossen. Bens ruhige, freundliche Art, seine Offenheit und sein aufrichtiges Interesse an dem Menschen, mit dem er redet, und dessen Gedanken und Motiven, sowie das gesamte Setting seines mit Bedacht eingerichteten Studios und die Atmosphäre, in der diese Gespräche stattfinden, sind der optimale Rahmen, um die Zunge zu lockern und dem Gast so ein paar Dinge zu entlocken, die er normalerweise vielleicht nicht gesagt hätte.

Das Beste wie immer zum Schluss, zur Belohnung für alle, die bis hierher durchgehalten haben: Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass Björn Höcke gendert? Er hat mehrfach von den „Müttern und Vätern des Grundgesetzes und der Landesverfassungen“ gesprochen! Doch wer jetzt glaubt, dass selbst Höcke heimlich linksgrün-versifft und oberwoke tickt: Weit gefehlt! Hier haben wir ihn endlich, exklusiv in dieser Kolumne: Den heißersehnten, ultimativen Nazi-Beweis! Denn wer hat’s erfunden, bereits vor 100 Jahren? Dääärrr Föööhrrrääärrr! 1925 ist Adolf Hitler dazu übergegangen, seine Reden mit „Volksgenossinnen und Volksgenossen“ zu beginnen, um auch die Frauen sprachlich in die NS-Ideologie einzubinden.

In your face, Bernd!

Quellen:

Ich habe mich getraut, Björn Höcke einzuladen

VolksgenossInnen: Gendern wie Hitlers NSDAP - WELT


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