Parteienherrschaft: Die letzten Tage der Bundesrepublik
Das Bas-Merz-Schulze-Theorem und seine Auflösung
von Oliver Gorus drucken
Drei Aussagen von zeitgenössischen Regierungspolitikern bilden zusammen das Bas-Merz-Schulze-Theorem, das den aktuellen Zustand des deutschen Verfalls treffend beschreibt. Die Auflösung des Theorems ist bereits klar. Und die anschließenden Schritte auch.
Zunächst der erste Term: Bas sagte bei Miosga, sie fahre mit dem Motorrad bei Stau immer in Schlangenlinien durch die Autos und erwarte, dass die Autofahrer Platz machen, denn bliebe sie stehen, würde ihr Motorrad anfangen zu brennen. Ein solches Verhalten im Straßenverkehr ist eine Ordnungswidrigkeit, mit der der Normalsterbliche derzeit 240 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot riskiert. Auf Nachfrage, ob sie das dürfe, meinte die Ministerin: „Natürlich! Ich muss Fahrtwind haben!“ Miosga: „Ich dachte, das sei nicht erlaubt.“ – Bas: „Doch.“ Keine weiteren Fragen, euer Ehren.
Der zweite Term: Merz sagte auf einer CDU-Veranstaltung am Rednerpult wörtlich: „Und da ist, um es mal im Bild zu sagen, sozusagen auf der anderen Straßenseite eine Partei, die in der Tradition des schlimmsten Unrechts unseres Landes steht, den es in der Geschichte jemals gegeben hat.“ Der Grammatikfehler und das allgemeine Verständnis belegen, was er mit dem schlimmsten Unrecht der deutschen Geschichte gemeint hat: den (sic!) Holocaust. Er behauptet damit also, die AfD setze die industrielle Ermordung von Juden, Homosexuellen, Behinderten, psychisch Kranken, Kommunisten, Sozialdemokraten, Widerständlern, Zeugen Jehovas, Kriegsgefangenen und Zigeunern fort. Keine weiteren Fragen, euer Ehren.
Der dritte Term: Schulze, der (nicht gewählte) Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, will sich nach der Landtagswahl am 6. September zügig zur Wahl zum Ministerpräsidenten stellen. Seine Partei kommt in aktuellen Umfragen auf 24 Prozent, die AfD auf 42 Prozent. Um knapp gewählt zu werden, müsste er sich bei einem den Umfragen entsprechendem Wahlergebnis nicht nur von seiner CDU und der SPD (vorausgesetzt, die schafft es über die Fünfprozenthürde) wählen lassen, sondern auch von der SED. Ohne die Mauerschützenpartei ist seine Wahl rechnerisch gar nicht möglich. Wenn er also antreten will, strebt er damit ohne mit der Wimper zu zucken an, von Kommunisten mit reichlich Dreck am Stecken gewählt zu werden. Keine weiteren Fragen, euer Ehren.
Setzen wir die Gleichung zusammen: Die regierenden Parteifürsten gehen davon aus, über dem Gesetz zu stehen und auf Kosten des Pöbels weiter machen zu dürfen, was sie wollen. Ihre Strategie des Machterhalts reduziert sich mittlerweile alleine auf die Brandmauer, über die hinweg sie auf den politischen Gegner argumentfrei und beleglos mit der maximal großen Nazikeule einprügeln, dabei die Opfer des Holocausts instrumentalisieren und die NS-Zeit grob verharmlosen. Sie gehen davon aus, dass sie ihre Pöstchen und Pensiönchen erhalten können, indem sich alle verwesenden Parteikadaver links von der AfD zusammenschließen, einschließlich der ehemaligen Verbrecherstaatspartei der DDR.
Das aber ist ein Tathergang, auf den auch in einer korrupten Parteienherrschaft die Abwahl durch absolute Mehrheit und Fünfprozenthürde steht. Es ist nur eine Frage der Zeit. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Strafvollzug bereits am 6. September beginnt. Und dann wird es Schlag auf Schlag weitergehen. Jede eskalierende rechtsbrüchige Gegenwehr des linken Parteienkartells gegen den Wählerwillen wird sie weitere Stimmen kosten, bis zuerst die SPD und dann die CDU der FDP auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit gefolgt sind.
Ich gehe davon aus, dass die abfaulenden Parteiglieder bei den Rückzugsgefechten, dem deutschen Gemüt entsprechend, noch jede Menge bundesrepublikanisches Porzellan zerschlagen werden und das politische System unter diesen Schlägen zersplittern wird.
Wenn wir Glück haben, das hohe Gericht der Geschichte uns nochmal Gnade gewährt und wir gut vorbereitet sind, wird dann in einigen Splittern ein freiheitlicher Neuanfang möglich werden, befreit von den moralisch und intellektuell verrotteten Parteifürsten und befreit von dem System der Parteienherrschaft.
In anderen Splittern, vor allem im Norden und Westen, werden die Parteien sicher weiter ihr Unwesen treiben dürfen, dann wohl ganz in Grün. Aber auch Sozialisten haben nunmal ein Recht, irgendwo ihr Dasein zu fristen und davon zu leben, sich gegenseitig die bunten Haare zu schneiden, bis der Muezzin ruft.
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