Regionalkonflikt: US-Militär greift Tanker auf dem Weg zu iranischem Hafen an
USA greifen iranische Ziele an
Die USA haben laut eigenen Angaben in der Nacht erneut Ziele im Iran angegriffen und dabei auch einen unbeladenen Tanker beschossen, der sich auf dem Weg zu einem iranischen Hafen befand. Begründet wird das mit iranischen Fähigkeiten, die angeblich Handelsschiffe in der Straße von Hormus bedrohten. Teheran spricht von einem existenziellen Krieg; zugleich meldeten beide Seiten weitere Angriffe, Drohungen und Gegenschläge in der Region.
Wenn ein Staat einen Tanker in internationalen Gewässern beschießt, weil er behauptet, daraus werde vielleicht irgendwann einmal eine Gefahr, dann nennt man das nicht Schutz, sondern Machtpolitik mit Raketenunterstützung. Der Schornstein als Ziel, das Schiff manövrierunfähig, die Begründung fertig. Natürlich nur zu unserem Besten. Die Bürokratie entdeckt ein Problem, das ohne sie deutlich kleiner wäre, und verkauft den nächsten Schlag dann als Sicherheitsmaßnahme.
Besonders elegant ist der bekannte Trick mit der Sprache. Aus einem Angriff wird eine Reaktion. Aus Gewalt wird Verteidigung. Aus Blockade wird Ordnung. Und wer sich auf freie Schifffahrt beruft, darf sie offenbar zuerst mit Gewalt einschränken, damit anschließend niemand mehr so genau weiß, wer hier eigentlich wen bedroht. Der Bürger, der Händler, der Reeder, der Seemann – sie alle sollen glauben, militärische Eingriffe hätten mit Frieden zu tun. Das ist die alte Magie der Macht: erst zerstören, dann erklären.
Trump legt noch eine Schippe drauf, wenn er von zerstörten Kraftwerken und Brücken spricht, es aber zugleich bei großen Formeln über Verhandlungen belässt. So sieht der moderne Kriegsstil aus: Drohung als Diplomatie, Eskalation als Botschaft, Unbestimmtheit als Strategie. Wer so redet, will nicht kalkulieren, sondern einschüchtern. Und wenn danach wieder von einem Friedensabkommen die Rede ist, darf sich die Welt über die Wunderwirkung von Bomben staunen.
Der Iran wiederum antwortet mit Beschuss in der Region und der Behauptung eines existenziellen Krieges. Das ist der andere Teil derselben Tragödie: Staaten, die ihre eigenen Machtspiele gern als Zwangslage der Nation ausgeben. Am Ende zahlen nicht die Strategen, sondern die Menschen zwischen Häfen, Häuserschluchten und Seewegen. Handel wird zur Geisel, Zivilverkehr zur Zielscheibe, und irgendwo erklärt ein Sprecher, das sei alles notwendig.
Wer Frieden will, beginnt nicht mit Blockaden, Luftschlägen und imperialem Muskelspiel. Wer freie Schifffahrt will, beschießt keine Tanker. So simpel ist das. So schwer fällt es offenbar einer politischen Klasse, die jeden Konflikt erst verschärft und ihn dann verwaltet, als hätte sie die Ordnung erfunden.
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