10. August 2026 16:00

Religion und Wissenschaft Ein Weltklasse-Ingenieur gegen die Ideologie des Zufalls

„Ultimate Engineering“, ein neues Buch gegen den Evolutionismus und für das Intelligent Design aus einer neuen Perspektive

von Robert Grözinger drucken

Für Satelliten wie Envisat ist nur „perfekt“ gut genug: Ingenieur mit Weltraumtechnikerfahrung verteidigt „Intelligent Design“
Bildquelle: e-Redaktion Für Satelliten wie Envisat ist nur „perfekt“ gut genug: Ingenieur mit Weltraumtechnikerfahrung verteidigt „Intelligent Design“

Die religiöse Dimension der Politik ist so unvermeidbar wie die politische Dimension der Religion. Kurz gesagt: Politik ist der Kultur nachgelagert – und die Kultur wiederum der Religion. Religion ist unvermeidbar; auch Atheismus ist ein auf unbeweisbaren Annahmen basierender Glaube. Welche Religion die Mehrheit einer Bevölkerung hat, hat tiefgreifende Auswirkungen auf die herrschende Kultur und somit auf die Politik.

Es gibt zahllose wissenschaftshistorische Untersuchungen über den auffälligen Zusammenhang zwischen weitverbreitetem, gelebtem christlichen Glauben und der Entwicklung der wissenschaftlichen Methode einerseits und der individuellen Freiheit andererseits. Beides zusammen ermöglichte die Industrielle Revolution und die dauerhafte Verbannung wiederkehrender Hungersnöte. Ein Vorgang, der im Alten Testament mehrfach prophezeit wird, sofern sich Gesellschaften an die Gebote Gottes halten. Dort wird auch das Umgekehrte prophezeit: Verelendung und Krieg für jene Gesellschaften, die diese Gebote brechen.

In diesem Zusammenhang ist das zunehmende Interesse in der Naturwissenschaft am Konzept des „Intelligent Design“ (ID) zu sehen. Es wird über kurz oder lang erst kulturelle und dann auch politische Auswirkungen haben. Seit einigen Jahren melden sich etwa Kosmologen und Mikrobiologen zu Wort, die dem vorherrschenden Erklärungsmuster der ungerichteten, zufallsbasierten Entwicklung und Evolution widersprechen – trotz der gegen sie angedrohten und oft ausgeführten „cancel culture“ ihrer derzeit vorherrschenden „religiösen“ (siehe oben) Gegner, die sich von ihren Ideen bedroht fühlen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Korruption der Wissenschaft immer offensichtlicher wird. Sie zeigt sich etwa im Fall Fauci und in der Weigerung der Wissenschaftsgemeinde, die Fehler der Coronazeit aufzuarbeiten, in der Klimahysterie sowie aktuell im Fall Jason Arday, der Professor in Cambridge ist und dessen Berufung die Wissenschaftselite bis auf die Knochen blamiert dastehen lässt. Wahrheit scheint in der Naturwissenschaft immer weniger an Wert zu haben. Das wiederum kommt den Machthabern entgegen, die eine ihnen – finanziell, aber auch ideologisch – hörige Wissenschaftsgemeinde ohne große Widerstände zu Propagandazwecken missbrauchen kann.

Aus einem damit zusammenhängenden Grund findet die Zunahme der Unterstützung innerhalb der Wissenschaftsgemeinde für ID weitgehend „unter dem Radar“ statt. Viele Wissenschaftler halten sich mit unterstützenden Äußerungen zurück, weil sie negative Folgen für ihre Karriere befürchten. Das jedenfalls schreibt Professor Stuart Burgess in seinem neuen Buch „Ultimate Engineering“.

Dass mit Burgess ein Ingenieur in den religiösen Ringkampf steigt, ist bedeutsam. Ingenieure arbeiten dort, wo theoretische Wissenschaft auf harte Realität trifft. Wenn etwa ein Klimamodell fehlerhaft ist, kann der Urheber des Modells nachher nicht für die Millionen Toten verantwortlich gemacht werden, die die darauf basierende Politik verursacht. Wenn aber ein Getriebe fehlerhaft ist, kann der konzipierende Ingenieur für etwaigen Schaden haftbar gemacht werden. Mit anderen Worten: Gestandene Ingenieure haben keine Zeit oder Toleranz für Nonsens.

Burgess ist ein solcher gestandener Ingenieur. Ein Weltklasse-Ingenieur sogar. Der Engländer leitete die Entwicklung des Ketten-Ritzel-Antriebs für die britischen Radsportteams, die in den Olympischen und Paralympischen Spielen von 2016 in Rio de Janeiro, 2021 in Tokyo und 2024 in Paris zum Einsatz kamen. Auf seiner Webseite schreibt er: „Bei den Olympischen Spielen in Rio gewann das Team GB sechs Goldmedaillen und brach den Weltrekord sowohl bei der Mannschaftsverfolgung der Männer als auch bei der der Frauen. Bei allen drei Olympischen Spielen führte das Team GB die Medaillenwertung hinsichtlich der Anzahl der gewonnenen Medaillen an.“

Auch in der Raumfahrt hat Burgess innovative Spitzentechnik entwickelt, und zwar, wie er ebenfalls auf seiner Webseite darlegt, das Ausfahrsystem für die Solaranlagen von vier Erdbeobachtungssatelliten – Envisat im Jahr 2002, Metop A (2006), Metop B (2012) und Metop C (2018). Für diese Satelliten habe er „ein spezielles Getriebe entwickelt, ein sogenanntes doppeltwirkendes Schneckengetriebe, das weltweit patentiert ist und mit zwei nationalen Designpreisen ausgezeichnet wurde.“ Dieses System hatte keine Redundanz; es gab also keinen Raum für Fehler. Die Nutzung dieser viele Millionen Dollar teuren Satelliten hing vom Funktionieren dieses einen Getriebes ab.

Soviel zu Burgess’ Referenzen, der Anhänger der Theorie des ID ist. Stimmen wie seine sind wichtig in einem Umfeld, das einen antiwissenschaftlichen Konformitätsdruck zugunsten des Glaubens an ungerichtete, zufallsbasierte Evolution ausübt. Dieser Glaube war und ist wiederum ein unverzichtbarer Bestandteil aller modernen totalitären Diktaturen. Wenn nämlich die Verbreitung des Glaubens an einen Schöpfergott schwach ausgeprägt ist, dann finden sich schnell Menschen, die sich zum Quasigott ernennen lassen, um die sich in der Ordnungshierarchie auftuende Lücke zu schließen.

Als Kind wuchs Burgess in einem nichtchristlichen Haushalt auf und bekam Bibelverse nur sehr selten zu hören. Als Universitätsstudent lernte er eine Gruppe von Christen kennen und war dort, wie er auf seiner Webseite schreibt, „sofort von der Kraft und der Wahrheit des Wortes Gottes beeindruckt“. Ihm seien seine „eigenen sündigen Taten und Einstellungen vor Augen geführt“ worden. Ihm sei dann bewusst geworden, „dass das Leben sinnlos und unerfüllt ist, wenn man den Schöpfer und Seine Vergebung durch das Werk Jesu Christi am Kreuz von Golgatha nicht kennt“. Diese Bekehrung habe ihn sein Leben lang geprägt. In mehreren Büchern legt er seine Gründe dar, weshalb er, als Ingenieur der Spitzenklasse, fest daran glaubt, dass das Universum und auch die irdischen Lebewesen absichtlich geschaffen wurden und nicht in einem Prozess zufälliger Gegebenheiten entstanden sind. Auf Deutsch ist von ihm im Jahr 2024 das Buch „Wunderwerke: Göttliches Design in einer gefallenen Schöpfung“ erschienen.

Sein neuestes Buch, das in diesem Jahr erschienene „Ultimate Engineering“ (bisher nur in englischer Sprache), geht insbesondere auf den Aspekt der Lebewesen ein. Als Ingenieur ist er bestens platziert, zu erkennen, ob etwas ein Zufallsprodukt ist oder nicht. Auf seiner Webseite vergleicht er die Qualität des von ihm für die Radrennfahrer entwickelten Schmiermittels mit dem Knorpel und der Gelenkflüssigkeit in Tieren und im Mensch: „Durch die sorgfältige Auswahl des richtigen Schmiermittels für die jeweilige Art des Rennens lässt sich die Effizienz des Antriebs erheblich steigern. Doch selbst ein olympisches Rennrad ist im Vergleich zur Konstruktion des menschlichen Körpers sehr primitiv. Unglaublicherweise beträgt der Reibungsverlust in einem gesunden menschlichen Kniegelenk nur ein 50stel des Reibungsverlusts in einem olympischen Kettenantrieb! Der Knorpel und die Gelenkflüssigkeit in den menschlichen Gelenken sind so brillant konstruiert, dass sie weit über das hinausgehen, was menschliche Konstrukteure hervorbringen können.“

Burgess hebt darauf ab, dass Evolutionisten bis zum heutigen Tag behaupten, in der Natur sehe man häufig „schlechtes Design“, also genau das, was man erwarten würde, wenn man davon ausgeht, dass Lebewesen das Produkt eines richtungslosen Zufallsprozesses sind. Bei genauer Betrachtung fielen solche Behauptungen aber in sich zusammen. Dazu gehöre eben auch das Schmiersystem in Gelenken. Dieses liege „an der Grenze des physikalisch Möglichen und ist weitaus besser als das beste menschliche Schmiersystem.“

Im hier vorgestellten Buch führt Burgess anhand von 15 Beispielen aus Bereichen des menschlichen Körpers aus, wie „die in Lebewesen zu findende Technologie durchweg besser als die menschliche Technologie“ ist, was die These vom intelligenten Design „stark untermauert“. Diese Bereiche sind: Fuß und Fußgelenk, Kniegelenk, Handgelenk, Finger, Wirbelsäule, Mund, Hals und Nase, Kiefer, Mittelohr, Auge, Haut, die Biomechanik der Geburt, das Blutzirkulationssystem, das Verdauungssystem, Muskeln und Sehnen sowie das Nervensystem.

In all diesen Fällen behaupten Evolutionisten, dass unser Körper durchaus verbesserungsfähig sei. Das ist intern logisch. Wenn ein System zufällig zustande kommt, wird es in aller Wahrscheinlichkeit höchstens „gerade mal gut genug sein“, aber keinesfalls auch nur in der Nähe der Perfektion. Wiederum in allen Fällen zeigt Burgess, wie und warum diese Wissenschaftler falsch liegen. Er schreibt, dass Evolutionisten, die von „schlechtem Design“ sprechen, niemals eine bessere Lösung anböten. Das liege hauptsächlich daran, fügt er sarkastisch hinzu, dass sie „nicht durch das Fachwissen von Ingenieuren belastet“ sind.

Ein Beispiel: Die englische Anatomin, Anthropologin und Paläopathologin Alice Roberts, die oft in BBC-Fernsehprogrammen auftritt, schlägt vor, dass Menschen besser dran wären, wenn sie Füße wie ein Emu hätten. Dieser große, flugunfähige Vogel kann schnell und effizient auf zwei langen, schlanken Beinen laufen, von denen jedes drei Krallenzehen hat. Sie meint das wirklich ernst und hat noch weitere abstruse Vorschläge, wie der menschliche Körper zu optimieren sei, wie sie in einer unten verlinkten BBC-Sendung darlegt. Solche Vorschläge erinnern an die endlosen staatlichen Interventionen in die Wirtschaft, um diese zu „optimieren“ – ein vergebliches Unterfangen, wie Ökonomen der Österreichischen Schule wissen und andere Ökonomen nicht zu widerlegen in der Lage sind. Weshalb letztere dieses Faktum ignorieren, um ihren meist staatlich finanzierten Job zu behalten. Nicht ganz zufällig ähnelt dies der Lage, in der sich viele Naturwissenschaftler im Hinblick auf die ID befinden, wie weiter unten ausgeführt wird.

Speziell zum Vorschlag, Menschen Emu-Beine zu verpassen, schreibt Burgess: „Die Beine und Krallenzehen des Emus erfüllen nur einen recht begrenzten Funktionsumfang (hauptsächlich Laufen und Selbstverteidigung), während menschliche Füße für zahlreiche Funktionen ausgelegt sind.“ Weiter führt er aus: „Emu-Füße würden für den Menschen viele Probleme mit sich bringen. Stehen, das Gleichgewicht halten und nach etwas greifen wären schwieriger, da der Emu-Fuß eine kleinere Aufstandsfläche und weniger Bewegungsrichtungen aufweist. Auch Bewegungen wie das Hocken wären sehr schwierig. Sport zu treiben wäre wesentlich schwieriger, da es nicht möglich wäre, auf dem Vorderfuß zu stehen und präzise die Richtung zu wechseln. Ballsportarten, bei denen gelaufen wird, wären praktisch unmöglich, ebenso wie viele der realen Überlebensaktivitäten unserer technologisch weniger fortgeschrittenen Vorfahren, für die viele der heutigen Sportarten als grobe Entsprechung dienen.“

Ähnlich sieht es im Fall des Auges aus. Burgess: „Seit langem ist es ein beliebtes Argument der Verfechter der Evolutionstheorie, dass das Auge der Wirbeltiere ‚verkehrt herum‘ verdrahtet sei, das heißt auf eine Weise, die kein versierter Ingenieur gewählt hätte, die aber dem chaotischen Evolutionsprozess durchaus zugeschrieben werden könnte.“

In seinem Buch „Der blinde Uhrmacher“ schreibt Dawkins, dass „jede Photozelle praktisch verkehrt herum verdrahtet“ sei, „wobei ihr Kabel an der dem Licht am nächsten gelegenen Seite herausragt“. In den 23 Jahren seit der Veröffentlichung dieses Buches habe man Dawkins „mehrfach auf seinen Irrtum hingewiesen“, schreibt Burgess. Doch dieser bleibt bei seinem Urteil, dass das Auge nicht nur ein schlechtes Design sei, sondern sogar „das Design eines völligen Idioten“, zitiert ihn der Ingenieur.

Den Fehler erklärt uns Burgess mittels eines Zitats eines Kollegen, Jonathan Wells. Der schreibt: „Wenn die Stäbchen und Zapfen dem einfallenden Licht zugewandt wären, wie es die Evolutionisten behaupten, müssten sich die blutgefüllte Choriocapillaris und das RPE (kurz für Retinale Pigmentepithel) vor der Netzhaut befinden, wo sie fast das gesamte Licht blockieren würden. Im Gegensatz dazu sind Nervenzellen vergleichsweise transparent und blockieren nur sehr wenig des einfallenden Lichts. Aufgrund des hohen Stoffwechselbedarfs von Stäbchen und Zapfen und ihrer Notwendigkeit, sich selbst zu regenerieren, ist die umgekehrte Netzhaut tatsächlich viel effizienter als das von Evolutionsbiologen vorgestellte ‚ordentliche‘ Design.“

Im zweiten Teil des Buches diskutiert Burgess in größerer Breite die evolutionäre und ID-Weltsicht und welche realweltlichen Auswirkungen diese Sichtweisen auf unser Leben haben. Zum Beispiel führt die evolutionistische Sichtweise dazu, zu glauben, Menschen und andere Lebewesen hätten eine Anzahl an sogenannten Rudimentärorganen. Angeblich überflüssige Körperteile, wie etwa der Blinddarm, das Steißbein, die Mandeln und „Junk DNA“, hätten irgendwann in der evolutionären Vergangenheit eine Funktion ausgeübt und seien jetzt nur noch biologischer Restmüll, der, wenn überhaupt irgendetwas, nur Probleme verursacht. Aufgrund dieser, auf der evolutionären Sichtweise basierenden Fachmeinung wurden Blinddärme und Mandeln lange Zeit oft ohne Grund „vorsorglich“ entfernt – und damit langfristige, negative Nebenwirkungen riskiert. Diese tauchten so oft auf, dass man in jüngster Zeit weniger vorschnell geworden ist. Mit einer ID-Weltsicht wäre das von vornherein nicht passiert, so Burgess.

Anhand anderer Beispiele von angeblichen Rudimentstrukturen, auch in anderen Lebewesen, zeigt Burgess, warum Evolutionisten hier mit großer Wahrscheinlichkeit insgesamt falsch liegen. Zum Beispiel die Walflosse. Deren Knochenstruktur hat eine auffällige Ähnlichkeit mit der der menschlichen Hand. Burgess: „Darwin ging davon aus, dass die Gliedmaßenstruktur der Wirbeltiere nicht für alle diese Tiere gleichermaßen optimal sei, und folgerte daraus, dass sich die Ähnlichkeit der Bauweise nur durch evolutionäre Vererbung erklären lasse, da ein weiser Schöpfer, wie etwa Gott, sicherlich von Grund auf optimale Entwürfe entwickelt hätte, anstatt immer wieder auf dieselbe grundlegende Konstruktionsarchitektur zurückzugreifen und sich mit dem Suboptimalen zufrieden zu geben.“

Burgess übernahm dieses Dogma Darwins nicht ungeprüft. „Im Laufe der letzten 30 Jahre, in denen ich mich mit der Biomechanik von Tieren befasste, gelangte ich zu der Überzeugung, dass Darwin in diesem Punkt im Unrecht war und dass die Gliedmaßenform tatsächlich für alle Tiere, die sie besitzen, optimal ist (ähnlich wie das Rad oder die Riemenscheibe in einer Vielzahl von technischen Kontexten optimal ist) und sich somit gut mit dem Konzept des intelligenten Designs erklären lässt.“ Die „Finger“ und das „Handgelenk“ der Walflosse würden benötigt, „um Veränderungen der Flossenform fein abzustimmen. Sind die Flossenspitzen beispielsweise gekrümmt, kann dies die Spitzenwirbel verringern – also die wirbelnden Wasserströmungen, die den Luftwiderstand erhöhen.“

Der Professor weiter: „Charles Darwin waren diese hydrodynamischen und aerodynamischen Überlegungen nicht bekannt. Er ging einfach davon aus, dass die Flossen Rudimentstrukturen oder von gemeinsamen Vorfahren abgeleitete Strukturen seien und nicht von Grund auf für den jeweiligen Zweck konzipiert worden seien.“ In der breiten Öffentlichkeit gilt dies immer noch fälschlicherweise als der Stand der Wissenschaft. Burgess: „Mehr als anderthalb Jahrhunderte später liest man auf Museumswebseiten häufig, dass die Walflosse ein starres Paddel sei, was impliziert, dass die Finger und das Handgelenk Rudimentstrukturen seien. Meine Arbeit hat jedoch gezeigt, dass dies ein Irrtum ist.“

Burgess’ Schlussfolgerung ist, dass das Ingenieurwesen, nicht evolutionäres Dogma, der Schlüssel zum Verständnis der Biologie ist. Seine eigene Erfahrung untermauert das: „Ich habe festgestellt, dass Ingenieurwissenschaftler oft eher bereit sind als Biologen, anzuerkennen, dass ID ein durch und durch wissenschaftliches Konzept ist, da sie die Schwierigkeit verstehen, komplexe Systeme zu entwerfen.“

Mehr noch: Das Evolutionsparadigma sei „schlecht für die Wissenschaft“. Es führe zu falschen Schlussfolgerungen und zu vergeblichen Forschungs- und Entwicklungspfaden. Das ID-Paradigma dagegen sei gut für die Wissenschaft. Die Design-Perspektive, die Wissenschaftsgiganten wie Kopernikus, Galileo, Robert Boyle – der „Vater der modernen Chemie“ –, Kepler und Newton hatten, gab ihnen die Zuversicht, dass in der Natur „Schichten rationaler Ordnung“ zu entdecken waren. „Sie machten sich auf die Suche nach dieser verborgenen Ordnung – und fanden sie.“ Ohne ihre theistische Perspektive, ist sich Burgess sicher, hätten diesen Wissenschaftlern, wie auch später Faraday, Maxwell, Fleming und Kelvin, um nur einige weitere zu nennen, „eine wichtige Motivation für ihre wissenschaftliche Arbeit gefehlt.“

Burgess bedauert, dass „die entscheidende Rolle, die der christliche Theismus im Denken dieser wegweisenden Wissenschaftler spielte, in unserem westlichen Bildungssystem in der Regel nicht gewürdigt“ wird. „Ebenfalls nicht bekannt gemacht wird, dass große Wissenschaftler wie Maxwell, Kelvin und Fleming nach Darwin lebten und nicht zum Darwinismus konvertierten.“

Zum Schluss seines Buches diskutiert Burgess, weshalb ID aus der wissenschaftlichen Debatte ausgeschlossen wird. Er führt fünf Gründe auf. Erstens: die Furcht vor dem Verlust der akademischen Karriere. „Die Befürchtung, wegen der Infragestellung der Evolutionstheorie die eigene Karriere zu verlieren, ist nicht aus der Luft gegriffen. Einige haben Forschungsaufträge oder Beförderungen verloren, weil sie das Evolutionsparadigma in Frage gestellt haben. Ich kenne erfahrene Biologen, die ihre akademischen Positionen verloren haben, weil sie an der ID-Theorie festhielten.“

Der zweite Grund sei akademische Faulheit: „Die meisten Wissenschaftler, mit denen ich in Großbritannien und Europa zu tun hatte, würden sich selbst nicht als Atheisten, sondern als Agnostiker bezeichnen und haben keine ausgeprägte Meinung zum Thema ‚Intelligent Design‘. Viele dieser Männer und Frauen haben eingeräumt, dass das Evolutionsparadigma durchaus falsch sein könnte, sind jedoch zu dem Schluss gekommen, dass es zu aufwendig und mühsam wäre, eine tief verwurzelte Sichtweise in Frage zu stellen und zu ändern.“

Der dritte Grund ist, dass Forscher die Schlussfolgerung der ID nicht mögen: Wo es Design gibt, muss es einen Designer geben. Ein in unserer Zeit für viele sehr unbequemer Gedanke.

Der vierte Grund ist Karriereträgheit: Wer sich eine lange Zeit damit beschäftigt hat, die Makroevolution zu verteidigen, hat kein Interesse daran, zu sehen, ob an der ID etwas dran sein könnte.

Der fünfte Grund ist schiere Angst. Burgess: „Einige meiner Kollegen aus der Wissenschaft haben mir gegenüber zugegeben, dass ein Grund dafür, dass ID ausgeschlossen wird, darin liegt, dass die Beweise dafür zu überzeugend sind. Insbesondere was den Ursprung des Lebens betrifft, haben meine Kollegen erklärt, dass es, wenn Intelligent Design in die Diskussion über mögliche Erklärungen einbezogen würde, einfach zu schwierig wäre, eine vollständig naturalistische Hypothese zum Ursprung des Lebens zu verteidigen. Die Lösung für diejenigen, die dem evolutionären Naturalismus verpflichtet sind, besteht darin, Intelligent Design außen vor zu lassen. Diese Strategie ähnelt der eines Diktators, der, unzufrieden mit seinen Umfragewerten, dem Oppositionspolitiker die Kandidatur bei der Wahl verbietet.“

Womit wir am Ende wieder bei der politischen Dimension wären. Die ID verdient es, ernst genommen zu werden. Die Integrität der Naturwissenschaft verlangt es sogar. Sie braucht diese Integrität heute mehr denn je. Der Evolutionismus dagegen hat uns nicht nur unnötig operierte Blinddärme und Mandeln beschert, sondern auch Eugenik, Euthanasie, Werteverlust, harte und weiche Totalitarismen bis hin zum Transhumanismus sowie einen immensen Schaden am Selbstbewusstsein der westlichen Zivilisation.

Es ist Burgess hoch anzurechnen, dass er seinen unangreifbaren Ruf dafür nutzt, einen Beitrag dafür zu leisten, dass hier eine Umkehr eintritt.

Quellen:

Website von Professor Stuart Burgess

Should evolution have created this as the perfect human body? - BBC - YouTube


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