24. August 2026 16:00

Neokommunismus in der Krise Bildung den Freiheitsfeinden entreißen

Von der Berliner Mauer zur Brandmauer, von DEI-Tragödien bis zum Hausunterricht als „Rübermachen“

von Robert Grözinger drucken

Bildungspolitik: Mit Hausunterricht über die Brandmauer „rübermachen“
Bildquelle: e-Redaktion Bildungspolitik: Mit Hausunterricht über die Brandmauer „rübermachen“

Wer Freiheit bewahren oder wiederherstellen will, kommt nicht umhin, die Klauen des Staates aus der Bildung zu lösen. Oder ihnen zu entkommen. Staatliche Bildungsfinanzierung führt unweigerlich, wenn auch über mehrere Generationen hinweg, zu unkritischen, staatshörigen Bürgern. Schlimmer noch: Solche staatlichen Institutionen ziehen markt- und freiheitsfeindliche Ideologen an, die sie kapern und in vielen leicht beeinflussbaren Gehirnen ihre realitätsfernen, lebensgefährlichen Weltbilder einpflanzen.

In den kommenden Wochen werden wir Zeugen davon, wie die Bevölkerung im Osten Deutschlands zum zweiten Mal innerhalb von 40 Jahren Anstalten macht, eine vom Kommunismus errichtete Mauer zu überwinden oder zu durchbrechen. Die Menschen könnten damit durchaus Erfolg haben. Die Zeichen mehren sich, dass sich der Neokommunismus, der Erbauer der neuen, also der „Brandmauer“, nicht nur in Ostdeutschland im Niedergang befindet.

Die Volksbühne Berlin zum Beispiel, eine offenbar von Kommunisten gekaperte Institution, musste kürzlich zähneknirschend klein beigeben, als sie eine von ihnen organisierte rassistische Veranstaltung absagen musste, weil kaum noch jemand ihre betrügerische Umdeklarierung ihres Rassismus als Antirassismus hinnimmt. Immer mehr Menschen erkennen, dass ihr angeblich empathischer Antirassismus in Wahrheit eine Empathiesimulation ist, die ihren Gutmensch-Narzissmus und „Weißer-Erlöser-Komplex“ gleichzeitig kaschieren und füttern soll.

Wie bei jedem Drama kam das Beste am Ende: Gegenüber allen Menschen mit gesundem Menschenverstand stießen die Volksbühnenmitarbeiter einen Fluch aus, der überlebensgroß auf ein vor der Institution angebrachtes Banner geschrieben war. So reden Verlierer. Genauer gesagt: schlechte Verlierer. Noch genauer gesagt: schlechte Verlierer mit schlechtem Charakter.

Die relativ neue Masche der Kommunisten, die jetzt im Scheitern begriffen ist, entwickelten sie im Windschatten der historischen moralischen Niederlage der vorangegangenen Manifestation ihrer Ideologie: Ihre Genossen hatten vor 65 Jahren ihre erste Mauer der Realitätsverweigerung in Berlin vollendet. Propagandistisch war die Berliner Mauer vom August 1961 bis zu ihrem Ende für den Betonkommunismus ein vernichtendes Desaster. Aufgrund der abgrundtiefen, nicht zu leugnenden Dauerpeinlichkeit dieses Bauwerks entwickelten die Genossen im Westen auf der Grundlage der sogenannten „kritischen Theorie“ der Frankfurter Schule eine neue Strategie. Sie bestand darin, die Menschen durch die Übernahme kultureller Institutionen nicht physisch einzumauern, sondern „nur“ ihr Denken und damit ihr Handeln einschließlich ihrer Rede. Damals, in den 1960er-Jahren, legten die Neokommunisten den Grundstein der heutigen neuen Realitätsverweigerungsmauer, der eben erwähnten Brandmauer.

Was haben sie seit damals nicht alles übernommen: zunächst Schulen, Universitäten und Medien. Die in diesen Institutionen und mit Hilfe dieser Institutionen gezüchteten Denkklone wurden losgeschickt, um Parteien, Vereine, Kirchen, NGOs und so weiter zu übernehmen – oder überhaupt erst zu schaffen und zu finanzieren. Dadurch zauberten sie sich die Illusion einer Mehrheit für ihre Ideologie hervor. Eine Ideologie, die sich heutzutage in zwei Formen manifestiert: in der Wirtschaftsvernichtung zur angeblichen Klimarettung zum einen und in der Gleichstellung aller Menschen im Ergebnis, nicht in den Chancen, zum anderen. Also in der Vernichtung von Leistungsanreizen aus dem angeblich empathischen Impuls heraus, „historische Ungerechtigkeiten“ auszugleichen.

Letzteres ist im englischsprachigen Raum unter dem Kürzel „DEI“ bekannt, das für „diversity, equity and inclusion“ steht. Vor einigen Wochen schrieb ich über einen Fall in England, der zeigte, wie die DEI-Politik zum Tod eines jungen Mannes in England beitrug. Mit DEI-Programmen indoktrinierte Polizisten schenkten dem nichtweißen Täter eines Messerangriffs voreilig Glauben, er sei rassistisch beleidigt worden, während sie dem am Boden röchelnden weißen Opfer, dessen letzte Worte „ich kann nicht atmen“ waren, die Handschellen anlegten. Der Titel meines Artikels lautete: Kommunismus tötet noch immer.

Das bestätigte sich jetzt wieder in Großbritannien, ausgerechnet im auch in England weitgehend neokommunistisch besetzten Bildungssektor, und zwar in Form des tragischen Todes des schwarzen ehemaligen Cambridge-Professors Jason Arday. Er hat allem Anschein nach Selbstmord begangen und hinterlässt eine junge Familie. Dies geschah, nachdem er von seinem Lehrposten zurückgetreten war, weil ihm Medienenthüllungen über angebliche Plagiate in seiner akademischen Arbeit und Unstimmigkeiten in seinem Lebenslauf zusetzten.

Die genauen Hintergründe dieses Vorfalls und die Frage, inwiefern welche Vorwürfe stimmen oder nicht, müssen noch abschließend aufgeklärt werden. Aber eines steht fest: Als Arday vor wenigen Jahren erstmals aus dem akademischen Raum Anfragen bezüglich Plagiaten in seiner Doktorarbeit erhielt, drohte er dem Fragesteller mit der Polizei, weil er sich rassistisch diskriminiert fühle. Seine Fakultät drohte Medien, die den Faden aufgriffen, mit Anwälten. Eines steht außerdem fest: Selbst linke Medien wie der sonst sehr DEI-freundliche „Guardian“ hatten sich kürzlich der Sache angenommen und Unstimmigkeiten in Ardays Angaben und Schriften recherchiert.

Folgendes vorläufige Bild ergibt sich dem Beobachter: Arday, der fast beispiellos schon mit 37 Jahren eine Vollprofessur in Cambridge erhielt – im Fach Bildungssoziologie –, war ein „DEI-hire“, also jemand, der aufgrund seines Status als Vertreter einer oder mehrerer Minderheiten bei der Einstellung „positiv diskriminiert“, also bevorzugt wurde. So froh war man in Liverpool, wo er promovierte, und später in Cambridge über diesen in vielfacher Hinsicht „diversen“ Akademiker – neben seiner Hautfarbe als angebliche strukturelle Benachteiligung soll er in seiner Jugend eine Anzahl von Behinderungen und Krankheiten überwunden haben –, dass man seine Doktorarbeit und seinen Lebenslauf nicht allzu penibel überprüfen wollte. Man wollte sich, so scheint es, mit ihm schmücken. Der Vorwurf des „Weißer-Erlöser-Syndroms“ liegt auch hier nahe. In dieses Bild passt, dass Arday seine Arbeit in Cambridge in einem typischen „Diversitätsfach“ aufnahm.

Auffällig war die Zurückhaltung seiner Arbeitgeber, als ihre Drohung mit Anwälten nach der neuerlichen Aufnahme der Recherche durch eine andere Person nicht mehr fruchtete. Hätte Ardays Arbeit und Lebenslauf ein solides Fundament gehabt, darf man davon ausgehen, dass Cambridge eine weitaus robustere Verteidigung seines Starprofessors aufgestellt hätte. Stattdessen duckten sie sich weg, wohl in der Hoffnung, dass der Mediensturm vorüberziehen würde, ohne großen Schaden anzurichten. Doch er endete in einem Todesfall. Wie es derzeit scheint, zerschellte eine institutionalisierte Realitätsverweigerung – DEI – schon wieder an der Realität, so wie die Betonmauer in Berlin anno 1989.

In dieses Bild passt auch, dass Ardays Universität nach seinem Tod sofort die Medien – die alternativen wie die etablierten – als Schuldige ausmachte und öffentlich anklagte. Selbstreflexion? Eigenverantwortung? Demut? Absolute Fehlanzeige, bisher jedenfalls. Am Trafalgar Square in London fand eine entsprechende Demonstration statt, wohl in der Hoffnung, einen neuen George-Floyd-Moment heraufzubeschwören. Eine Petition wurde für ein Gesetz gestartet, das Medien verbieten soll, über einzelne Personen innerhalb einer zu bestimmenden Frist mehr als eine zu bestimmende Zahl an Beiträgen zu veröffentlichen. Diese Zensurpetition bekommt nur geringen Zulauf und hat nach einer Woche nur einige Tausend Unterstützer gesammelt. Der George-Floyd-Moment bleibt aus.

Diese schwachbrüstige Reaktion zeigt: Die neokommunistische Brandmauer bröckelt auch in Großbritannien. Aber die Institutionen sind noch immer fest in der Hand der DEI-Brigaden. Und die zeigen kein Pardon. Das sieht man an den jetzt kursierenden Listen von Journalisten, die eigene Recherchen über Arday vornahmen und veröffentlichten. Auf der Veranstaltung am Trafalgar Square sprach ein prominenter Aktivist und Mitglied des Oberhauses, Simon Woolley, davon, dass Arday einem „Attentat in aller Öffentlichkeit“ und einem „Lynchmord“ zum Opfer gefallen sei. Dann ist da derjenige, der den Stein in diesem Sommer wieder ins Rollen brachte: ein Akademiker namens Nathan Cofnas, der früher in Cambridge arbeitete, jetzt aber an der Universität im belgischen Ghent tätig ist. Er wurde nun von seinem dortigen Forschungsposten suspendiert, während seine diesbezüglichen – und alle anderen – öffentlichen Äußerungen auf „Rassismus“ geprüft werden.

Wie gesagt: Die abendländischen Institutionen, allen voran die im Bildungs- und Medienbereich, sind weitgehend von Neokommunisten besetzt. Deshalb, und so schließt sich der Kreis zur aktuellen Lage in Deutschland, ist es bemerkenswert, dass die AfD in Sachsen-Anhalt die Legalisierung des Hausunterrichts vorschlägt. Im aktuellen Wahlprogramm der Partei steht: „Wir werden in Anlehnung an das österreichische Modell eine Wahlfreiheit zwischen Schul- und Hausunterricht schaffen.“ Das ist im Grunde nichts anderes als ein „Rübermachen“, weg von einer zentralen, vom Neokommunismus besetzten Institution. Und im Übrigen auch ein Bruch mit dem Nationalsozialismus – ein Bruch, den alle anderen Parteien, die der AfD gerne „Rechtsextremismus“ vorwerfen, seit 1945 sträflich versäumt haben. Denn dieser, der verfeindete Blutsbruder des Kommunismus, vollendete die flächendeckende, ausnahmslose Schulpflicht in Deutschland.

Die AfD ist keine libertäre Partei. Im Wahlprogramm von Sachsen-Anhalt werden zum Beispiel die Ausweitung und staatliche Finanzierung von Kita- und Krippenplätzen gefordert. Doch die Bildung nicht nur vor dem Neokommunismus im Besonderen zu retten, sondern vor dem Staat im Allgemeinen, ist eine zentrale Aufgabe aller, denen die westliche Zivilisation etwas wert ist. Denn die staatliche Übernahme der Bildung war notwendige Voraussetzung für ihre Besetzung durch Freiheitsfeinde.

Hier macht die regionale AfD unter ihrem Vorsitzenden Ulrich Siegmund einen bemerkenswerten ersten entscheidenden Schritt. Bemerkenswert an ihrer Hausschulinitiative ist, dass sie zumindest ansatzweise anerkennt, dass die Bildung nicht innerhalb des Staates reformierbar ist, sondern aus ihm herausgebrochen werden muss. Auch das ist beziehungsweise wäre eine Mauerüberwindung.

Diese Initiative reiht sich übrigens in einen Trend ein. Andere Bildungsprojekte im Westen lassen den Staat und die Neokommunisten einfach zurück; sie lasse diese im eigenen Saft schmoren. Beispielhaft zu nennen seien hier die Jordan-Peterson-Akademie und das „Ron Paul Curriculum“, speziell – aber nicht nur – für Hausschüler.

Es tut sich etwas in der vom Neokommunismus übermäßig beeinflussten westlichen Welt. Insbesondere im zentralen und entscheidenden Bereich der Bildung tun sich Lücken in der neuen Realitätsverweigerungsmauer auf. Sie wird, wie ihre Vorläuferin, über kurz oder lang an der Realität zerschellen.

Quellen:

No, Jason Arday Wasn't Lynched. He Was Protected To Death. - YouTube

The truth about Jason Arday - How the woke exploited the disgraced Cambridge professor - YouTube


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