Nach dem Fall Arday: Staatlich finanzierte Scheinwissenschaft in der Kritik
Cambridge-Absolvent und Soziologe entlarvt ideologische Vereinnahmung und unsinnige Forschung
Schon lange krankt das höhere Bildungswesen in Europa und Nordamerika an der feindlichen Übernahme durch den links-woken Neokommunismus. Insbesondere die Sozial- und Geisteswissenschaften fallen damit auf, statt seriöser Forschung immer mehr ideologieschwangere Märchen und Propagandaerzählungen zu produzieren. Diese vermitteln sie ihren Studenten als ernst gemeinte Wissenschaft. Studenten gerade dieser Fakultäten steigen nach ihrem Abschluss, wenn sie nicht Lehrer werden, in andere Zweige des öffentlichen Dienstes ein, der sich mit nutzlosen bis wirtschaftsschädlichen Beschäftigungen aufbläht, um die selbst gezüchtete Akademikerschwemme zu absorbieren. Oder sie werden Mitarbeiter in angrenzenden, steuergeldgestützten Institutionen zweifelhafter Brauchbarkeit, in den Medien oder im Kulturbetrieb. Von dort aus bestimmen sie mindestens das Narrativ, wenn nicht gar handfeste Politik entscheidend mit.
Eine tiefgreifende Reform des höheren Bildungswesens – seine Privatisierung – ist eine der zwei historischen Hauptaufgaben des Westens, die zur Rettung beziehungsweise Wiederbelebung seiner Zivilisation notwendig sind. Die andere ist die Zerschlagung des Zentralbankwesens und die damit einhergehende Wiederherstellung echten Wettbewerbs im Geldwesen. Beides zwänge den Staat unweigerlich zu einer radikalen Schrumpfung: Ersteres personell, Zweiteres finanziell. Aber nur, wenn beides mehr oder weniger gleichzeitig passiert. Sonst übernähme die staatlich verbliebene Säule die „Privatisierung“ der anderen, und nichts wäre gewonnen.
Wie dem auch sei: Während das Zentralbankwesen noch fest im Sattel zu sitzen scheint – ich betone: scheint –, bröckelt das Bildungswesen im Westen erkennbar an allen Ecken und Enden. Der tragische Fall des Cambridge-Professors Jason Arday, den ich vor zwei Wochen hier kommentierte, ist in dieser Hinsicht sehr bezeichnend. Nicht nur das. Der Fall scheint eine Lunte entzündet zu haben, die das gesamte höhere Bildungssystem in Großbritannien zu sprengen droht.
Ein britischer Cambridge-Absolvent namens Max Klinger führt einen Substack, in dem er, der sich dort als Rechtsanwalt und politischer Analyst ausweist, schon seit Jahren über „Groupthink, akademischen Betrug und islamischen Extremismus“ berichtet und kommentiert.
Auf der Seite eines YouTube-Shorts schreibt Klinger über sich, dass er in Cambridge Soziologie studiert habe. Sowohl diese Fakultät als auch die der Erziehungswissenschaften, der Arday „angegliedert“ war, waren Teil der übergeordneten „Schule“ für Sozialwissenschaften in Cambridge. Was Klinger mit seinem Substack vermitteln möchte, sei das Ausmaß der „ideologischen Vereinnahmung und des Unsinns, der an den soziologischen Instituten sowie in den Sozialwissenschaften im weiteren Sinne in Cambridge (und anderswo) gelehrt“ werde – und zwar „sogar schon zu der Zeit, als ich dort war“.
Der Fall Arday scheint Wasser auf die medialen Mühlen von Klingers Substack getrieben zu haben. Vergangene Woche postete er dort Folgendes: „Ich habe mich gerade mit einem Journalisten einer großen Mainstream-Zeitung getroffen, der sich mit der ideologischen Vereinnahmung an unseren Universitäten beschäftigt. Wir haben uns ausführlich unterhalten und konkrete Beispiele für jene schreckliche, aktivistisch geprägte Forschung aufgezeigt, die durch die akademische Welt geschleust wird.“
Klinger fügt hinzu: „Der Arday-Skandal hat einen kleinen Riss geöffnet.“ Trotz aller Bemühungen der Universitätsangehörigen selbst, jeden, der darauf hinweist, als „Rassisten“ zu bezeichnen, „beginnen die Menschen zu begreifen, wie unrechtmäßig das, was an diesen Orten vor sich geht, tatsächlich ist. Ich werde mein Bestes tun, um den Druck aufrechtzuerhalten.“ Zu diesem Druck tragen auch Kommentatoren bei, die unter seinen Beiträgen schreiben und ihm Beispiele haarsträubender Fälle von Bildungsunfug an Universitäten zutragen.
In seinem Short sieht Klinger ungefähr 45 Jahre alt aus und sagt dort, dass er als Student in Cambridge, vermutlich also schon vor mindestens zwanzig Jahren, unter anderem Folgendes zu tun hatte: einen Essay darüber zu schreiben, wie Kindercomics, Jazzlieder und andere Kulturprodukte als „Instrumente kapitalistischer Unterdrückung dienen“. Er habe dafür eine Bestnote bekommen, „obwohl ich wusste, dass ich kompletten Schwachsinn schrieb“. Er sei in einem anderen Zusammenhang mit einer „herausragenden Anthropologin“ aneinandergeraten, als sie argumentierte, dass man den Glauben eingeborener Stämme „nicht in Frage stellen sollte, wenn sie behaupteten, sie könnten zaubern und zwischen den Bäumen fliegen“.
Er berichtet zudem von einer Studie „namhafter Soziologen“, die zu dem Schluss kommt, „dass ‚Voreingenommenheit‘ und ‚Rassismus‘ für die Ungleichheit bei den Schulverweisquoten zwischen schwarzen und weißen Schülern verantwortlich sind“, also dafür, dass schwarze Schüler häufiger von der Schule verwiesen werden. Jedoch: Diese Studie, so Klinger weiter, enthalte im Anhang eine vollständige Aufschlüsselung der Ausschlussquoten nach ethnischer Zugehörigkeit. Aus dieser Aufschlüsselung gehe hervor, „dass Kinder mit asiatischem Hintergrund weitaus seltener ausgeschlossen werden als weiße Kinder.“ Mit anderen Worten: „Es besteht eine ähnliche Diskrepanz zwischen weißen und asiatischen Kindern. Dies wird buchstäblich nirgendwo anders als in einer Tabelle im Anhang erwähnt und wird nicht als Beweis dafür angesehen, dass das Schulsystem in irgendeiner Weise rassistisch gegenüber weißen Kindern ist oder asiatische Kinder bevorzugt.“
In seinem letzten Studienjahr habe ihm ein Dozent gesagt, da Klinger aus der Arbeiterschicht stamme, solle er sich um seine Abschlussnoten keine Sorgen machen und stattdessen „linke Revolutionstheorie lernen und sich für das Proletariat einsetzen“.
Das ist das Niveau und sind die Zustände, die an der weltweit führenden Eliteuniversität Cambridge vermutlich schon vor 20 Jahren herrschten, jedenfalls in den Sozialwissenschaften. Wichtig dabei ist zu bedenken, dass auch in Großbritannien, wo an den Universitäten hohe Studiengebühren fällig sind, der Staat kräftig mitfinanziert. Eine KI-Anfrage des Autors dieser Zeilen ergab, dass die Universität Cambridge ungefähr 30 Prozent ihres Budgets von 2,66 Milliarden Pfund aus öffentlichen Mitteln erhält.
Der Rückgang des durchschnittlichen Intelligenzquotienten im Westen mag etwas mit unserem Umgang mit Medien zu tun haben, wie eine jüngere Metaanalyse zeigt. Doch die nun seit vielen Jahrzehnten und über mehrere Generationen bestehende staatliche Finanzierung der Bildung und höheren Bildung geht an den Menschen ebenfalls nicht spurlos vorüber. Machthaber haben von Natur aus nur ein begrenztes Interesse an der Fähigkeit ihrer Untertanen, kritisch zu denken. Das Einpflanzen machterhaltender Narrative in möglichst viele Gehirne und deren feste Verwurzelung sind ihnen viel wichtiger.
Was Aktivisten wie Klinger machen, ist ein wichtiger und notwendiger Schritt aus dieser bildungspolitischen Todesspirale. Aber nur ein erster Schritt. Der vollständige Weg aus ihr heraus ist nur mit einer recht entbehrungsreichen, von Individuen selbst initiierten Privatisierung möglich. Auf den Staat zu warten, sich selbst aus dem Bildungswesen herauszunehmen, wird vergeblich sein; zu sehr profitiert er von der Schein- und Fehlbildung, die er verabreicht. In Nordamerika gibt es erste Ansätze zu einer privaten Sezession, wie die von Jordan Peterson und Tom Woods aufgebauten Akademien zeigen. Auch das Homeschooling ist Teil dieses Weges.
Ob Klinger ein einsamer Rufer in der Wüste bleiben wird oder ob das Interesse mindestens einer etablierten Zeitung zu mehr als nur performativer Empörung führt, muss sich noch zeigen. Die Initiativen zur Errichtung von Privatakademien und zur Heimbildung, die selbst am Verbotsland Deutschland nicht mehr vorübergehen, legen jedoch nahe, dass sich in dieser Hinsicht ein Gezeitenwechsel ankündigt.
Quellen:
Insane things I learnt at Jason Arday’s Cambridge department - YouTube
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