Mental gewappnet:: Die hybride Bedrohung
Woran wir mit diesem Schlagwort ständig erinnert werden
von Christian Paulwitz drucken
Sie ist real und sie ist ernst zu nehmen. Es handelt sich beileibe nicht nur um einen Modebegriff aus den Mainstream-Medien. Jedes Mal, wenn ich von ihr höre oder lese, mache ich mir bewusst, worum es geht, zumal der mitgelieferte Text in der Regel ein Teil ebendieser hybriden Bedrohung ist.
Der territoriale Gewaltmonopolist bedroht und entzieht Freiheit und Eigentum nicht nur direkt durch Raub und räuberische Erpressung; verschlechtert das Geld, das er für den Tausch von Gütern in seinem Territorium zur Verwendung vorgibt, und erzwingt die Zahlung von Steuern; erlässt Regeln für den freiwilligen Austausch friedlicher Menschen und setzt mit Gewalt deren Einhaltung durch. Würde er sich darauf beschränken, so bliebe der Schaden, den er anrichten kann, überschaubar, da sich die Menschen viel früher dagegen auflehnen und den Schaden begrenzen würden.
Doch er kann sich nicht damit begnügen, denn er will immer weiter wachsen und stärker werden auf Kosten seiner Wirte. Dazu muss er die Köpfe der Menschen gewinnen und ihr Denken zersetzen, damit sie ihn gewähren lassen und sich nicht gegen ihre Ausbeutung zur Wehr setzen – zumindest nicht in Einigkeit. Er stiftet Verwirrung, bedient sich der Mittel von Täuschung und Lüge, vor allem aber öffnet er dazu die Köpfe, in die er sich Zugang verschaffen will, indem er Emotionen anspricht. Zunächst waren es süße Versprechungen von hehrer Hilfe für andere hilfsbedürftige Menschen – wer könnte sich da dagegenstellen? Unter Ausnutzung der Sorge um den Verlust persönlicher Unabhängigkeit machte er im Laufe der Zeit immer mehr Menschen abhängig. Je stärker er wurde, umso mehr sprach er dann die niederen Emotionen an, insbesondere Neid und Angst. Der Neid schürt Zwietracht und stärkt die Macht dessen, der dies auszunützen versteht, und die Angst blockiert die Vernunft und macht die Menschen gefügig, sodass sie sich besser bewirtschaften lassen.
Bereits in der Vergangenheit war er mit diesem hybriden Vorgehen erstaunlich erfolgreich. Ich kenne Menschen, die sogar heute noch angesichts der hohen Steuerlast, die ihnen auferlegt wird, einen gewissen Stolz über ihren Beitrag für das Wohlergehen des Gewaltmonopolisten verspüren. Das Stockholm-Syndrom ist auf die eine oder andere Weise ein psychisches Massenphänomen geworden. Es mag lächerlich erscheinen, aber angesichts der zielgerichteten Zerstörung der inneren Sicherheit, nicht zuletzt durch die provozierte Massenzuwanderung von Menschen, die durch das Versprechen auf ein Leben auf Kosten der Steuerbeute bereits von Beginn an negativ selektiert oder aber später ethisch und charakterlich korrumpiert wurden, wird den Menschen nun als Lösung scheinbar ernsthaft ihre zunehmende Überwachung und Kontrolle im öffentlichen Raum angeboten. Während der Gewaltmonopolist Kraftwerke sprengen ließ und sich gleichgültig zu der Zerstörung von Transportinfrastruktur für günstige Energieträger verhielt, deren Import er danach sogar für grundsätzlich unerwünscht erklärte, reguliert und verteuert er weiter die Energie als unabdingbare Grundlage des Wohlstands mit der Begründung, dadurch das Wetter verbessern zu wollen.
Das sind Beispiele, die sich in beliebiger Anzahl aneinanderreihen lassen. Das Ausmaß geisteskranker Debatteninhalte, die im öffentlichen Diskurs zu finden sind, lässt eine hohe Erfolgsquote angewandter Gehirnwäsche vermuten. Noch nicht ganz klar ist jedoch, ob davon die Masse der Durchschnittsbürger stärker betroffen ist oder das politische Personal und die medialen Helfer des Gewaltmonopolisten. Jüngst debattierten diese über die Einführung einer Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke. Das hervorgerufene Unverständnis ließ die Protagonisten zwar zumindest davon zurückrudern, schwächte allerdings gleichzeitig den Widerstand gegen die Abpressung einer Zuckersteuer auf tatsächlich zuckerhaltige Getränke. Derartige Debatten haben System und sind auch in ihrem vollständig irreal erscheinenden Anteil gar nicht so abwegig. Gegeben hat es unter anderem immerhin schon eine Gewinnsteuer auf – aufgrund Ignorierens von Zinskosten – gar nicht vorhandene Gewinne. Gängige Praxis – siehe Erbschaftsteuer – ist die Besteuerung willkürlich festgesetzter Buchwerte. Es kommt natürlich zu Exzessen, wenn die Menschen in breiter Masse unwissend bezüglich des Umstands sind und bleiben wollen, dass keine Steuer rechtmäßig sein kann.
Ironischerweise ist die zunehmende Präsenz des Begriffs der hybriden Bedrohung im medialen Raum Ausdruck des drohenden Kontrollverlusts des Gewaltmonopolisten in seiner hybriden Kriegsführung gegen die Menschen, die er bewirtschaftet. Neben dem Monopol auf Gewaltanwendung, das er zwar formal beansprucht, tatsächlich aber auch stets sehr selektiv eingefordert hat, sieht er sich genötigt, auch die Anwendung von Täuschung und Lüge zu seinen Gunsten zu monopolisieren und damit gegen die Wahrheit in Stellung zu bringen, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können. Es ist gut, wenn sich nun immer mehr Menschen dieser hybriden Bedrohung bewusst werden.
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