03. November 2026 18:00

Kommentar Die AfD auf dem Weg zum Sozialismus

Autor warnt vor Antisemitismus im rechten Lager

von Sascha Blöcker drucken

Höcke & Tillschneider im Anarcho Late Night Stil
Bildquelle: Eigenes Bild Höcke & Tillschneider im Anarcho Late Night Stil

Wer den Kampf gegen die Islamisierung aufgibt, beginnt, Juden zu hassen.

Deutschland, ein Land voller Rückgratloser und Entmutigter. Immer wenn ich mir die Entwicklung in Deutschland ansehe, stelle ich eine Verschlechterung fest. Meine These in diesem Artikel wird sein, dass allem voran der deutsche Mann aus Furcht nicht bereit ist, sich dem übermächtig wirkenden, aber in der Realität destruktiv für Deutschland agierenden „Widersacher“ zu stellen, und dass er sich deshalb einen Widersacher gesucht hat, für dessen Bekämpfung es eine Mehrheit gibt und der auch keineswegs bedrohlich wirkt.

Die alte Garde der rechten Influencer ist abgelöst, sie spielt keine Rolle mehr. Männer, mit denen ich gewiss nicht immer übereinstimme, wie zum Beispiel Michael Stürzenberger, denen ich aber aufgrund ihrer mutigen Aktionen und ihrer Standhaftigkeit ewig Respekt zollen werde. Nun haben wir die neue Garde, mehr Influenza als rechts, mehr Sozialisten als Marktwirtschafter und durchsetzt mit den Positionen der alten Linken. Letzteres eher nicht aus Überzeugung, sondern mehr der Ängste wegen. Der Russe ist so stark, wir müssen ihm huldigen. Der Amerikaner ist so böse, wir müssen ihn ablehnen. Frauen sind von mir nicht angetan, deshalb müssen wir ihre Möglichkeiten beschränken – Angst vor dem Alleinsein, Angst vor dem Aussterben der Deutschen, Angst um die Rente, aber vor allem Versagensängste. Die Stürzenberger des rechten Deutschlands wären nie auf die Idee gekommen, AfD-Politikern zu huldigen, die plötzlich nicht mehr Deutsch sprechen, sondern Arabisch wie Hans-Thomas Tillschneider oder Türkisch wie Maximilian Krah. Dass „gut integriert“ das Beherrschen der deutschen Sprache beinhaltet, ist abgeräumt. Ähnlich wie die Linke in Berlin mühen sich diese Kräfte mit der J-Frage, jetzt Israel-Frage, darum, Wählerstimmen zu erringen. Wer ernsthaft glaubt, dass diese Anbiederung beim Griff nach der Macht endet, sobald eine Wahl gewonnen wurde, der glaubt auch, dass es ohne Staat keine Straßen gäbe. Einen Teufel werden sie tun und ihr „israelkritisches“ Klientel abschieben oder die doppelte Staatsbürgerschaft in Frage stellen. Kopftuchverbot, obwohl ich um die Stimmen jener Kräfte buhle, welche davon betroffen wären? Den Leuten Grenzen aufzeigen, die doch mitverantwortlich für meine grenzenlose Macht sind und die ich in vier Jahren wieder brauche? Gegen die Kinderehe vorgehen oder Inzest bekämpfen? Ich glaube nicht.

Die zwei Lager

Eigentlich sind es drei Lager, aber wir schauen uns heute nur zwei an. Auf der einen Seite gibt es einfach überzeugte Sozialisten und Sozialisten sind in 96,5 Prozent der Fälle Antisemiten. Wenn Marx „Kapital“ schrieb, meinte er auch die Juden und wenn Hitler „Juden“ sagte, meinte er auch das Kapital. Im sozialistischen Jargon ist das quasi derselbe Begriff. Bekennende Sozialisten wie Björn Höcke und Hans-Thomas Tillschneider würde ich hier nicht ausnehmen. Positiv möchte ich aber anmerken, dass ich von Höcke noch nichts Dummes über Israel gehört habe. Aber nicht, dass es bei ihm an Reden mangelte, welche einen allein beim Zuhören fünf Intelligenzquotienten-Punkte kosten. So hielt Höcke am 3. Oktober 2026 in Fürstenwalde eine Rede. Hier ist ein Auszug daraus.

Rede Höcke

„… die dem sogenannten militärisch-industriellen Komplex dienen, einem militärisch-industriellen Komplex, der sich in der Ukraine an Waffentechnik bereichert, der dort investieren will und der ein Interesse daran hat, dass dieser Krieg nicht endet.

Wir, liebe Freunde, wollen diesen Fleischwolf stoppen. Dieser Krieg liegt nicht im deutschen Interesse. Er steht den deutschen Interessen diametral entgegen und er muss enden – und er würde morgen enden, wenn die Deutschen aufhören würden, Geld an die Ukraine zu überweisen. Dann wäre der Krieg morgen vorbei, und wir als AfD werden diesen Weg gehen.

Ja, es gibt einen militärisch-industriellen Komplex, der sich zwischen Volk und Staat geschoben hat. Und es gibt noch einen weiteren Komplex, den ich den journalistisch-industriellen – nein, den journalistisch-militärischen Komplex nennen will. Und ich will euch ein Beispiel für diesen Komplex geben.

Vor zwei Wochen wurde in Berlin im Hochhaus des Springer-Konzerns, des größten Medienkonzerns der Bundesrepublik Deutschland, der Axel-Springer- beziehungsweise Springer-Award verliehen. Der Springer-Konzern gibt unter anderem die ‚Welt‘, die ‚Bild‘-Zeitung und andere Publikationen heraus. Und wer hat diesen Preis bekommen? Peter Thiel.

Eine deutsche Zeitung vergibt einen Preis und gibt diesen Preis an Peter Thiel. Peter Thiel hat 2004 mit Unterstützung des amerikanischen Geheimdienstes, der Central Intelligence Agency, die Firma Palantir gegründet. Palantir ist das innovativste militärtechnologische Unternehmen und ist in der Ukraine und in diesem Krieg unverzichtbar, weil das Schlachtfeld mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz aufgeklärt wird, was den Ukrainern die Kriegsführung überhaupt erst ermöglicht.

Dieser Peter Thiel hat natürlich ein Interesse daran, dass der Krieg in der Ukraine weitergeht, erstens um seine Militärtechnologie zu testen. Ziemlich perfide, aber es ist tatsächlich so, dass es solchen Leuten offenbar völlig egal ist, dass dort Menschen sterben, dass dort schon Millionen Menschen gestorben sind, junge Männer, die ihr Leben noch nicht gelebt haben. Sie wollen ihre neue Technologie testen und sie wollen sich die Taschen vollmachen.

Und Matthias Döpfner, der Chef des Springer-Konzerns, und seine Familie haben bekanntlich viel Geld in die Rüstungsindustrie investiert. Wer Böses dabei denkt …“

Anmerkung des Autors

Nun ist mir gänzlich unklar, warum Firmen, die in der Ukraine investieren wollen, an einem langen Krieg interessiert sein sollten, aber diese ökonomische Unwissenheit gestehe ich jemandem zu, der noch nie etwas getan hat, das Menschen freiwillig gekauft hätten. Viel interessanter ist seine Sichtweise auf Peter Thiel, die sich so gar nicht von der von Andreas Kemper unterscheiden lässt. Das Interessanteste aber ist natürlich seine Sichtweise auf den Krieg. Denn was er hier sagt, ist: Weil die Ukrainer sich mit mittelmäßig funktionierender Militärtechnologie verteidigen können, dauert der Krieg länger. Das ist inhaltlich richtig. Die Alternative ist allerdings, dass schlecht oder gar nicht ausgerüstete Kräfte einfach von einer Übermacht überrannt werden. Sollte Deutschland Geld geben und, wenn ja, wie viel? Und welche Bodenschätze sollte man sich dafür sichern, wenn man sich denn für eine Unterstützung entscheidet? Die Feststellung aber, dass bewaffnete Kräfte eine längere Durchhaltefähigkeit haben als unbewaffnete, ist in etwa so erhellend wie die Tatsache, dass 1933 weniger gut dokumentiert wurde als 2025, wo jeder eine hochauflösende Kamera in der Hosentasche hat.

Warum bin ich diesen Teil mit Ihnen durchgegangen?

Warum bin ich diesen Teil mit Ihnen durchgegangen? Nun, die AfD war vor dem Aufmarsch der rechten Sozialisten eine Partei, von der man durchaus sagen konnte: Vieles, was die sagen und machen, hat logische Ansätze. Das ist vorbei. Durch den Einfluss der Sozialisten wurde vieles gestrichen. Nicht nur, dass die Vorbilder für die geplante Energiepolitik die Regierungen Merkel sind, sondern man hat sich auch vom DEXIT, vom Euro-Austritt und von der Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verabschiedet. Die Rente soll größtenteils ein Schneeballsystem bleiben und auch sonst kann man schon jedwede Hoffnung auf einen kleineren Staat fahren lassen. Die AfD hat das Minimum an Vernunft, welches in der Politik überhaupt möglich ist, über Bord geworfen. Warum?

German Angst

Es ist zu beobachten, dass das Wachstum der AfD nicht unbedingt ein intelligenteres Klientel anlockt. Die Basis der AfD ist simpel gestrickt wie mein Ugly-Christmas-Sweater und folgerichtig sind Antworten der österreichischen Schule nicht mehr angesagt. Jetzt heißt es Umverteilung. Ja, aber an mich, den Deutschen. Die Sozialisten in der AfD haben die Partei auf das intellektuelle Niveau der alten NPD abgesenkt: Geld für die Oma statt für Sinti und Roma. Wirtschaftspolitik spielt bei öffentlichen Veranstaltungen kaum noch eine Rolle, da jeder in der AfD weiß, dass er mit seinen Vorstellungen den Teil mit den gegenteiligen Ansichten verstoßen würde. Und genau da kommt die Angst ins Spiel. Jene, die es besser wussten als die Wut-Boomer-Basis, brauchen das gar nicht mehr zu erwähnen, denn die wird jeden Marktwirtschaftler dafür gnadenlos abstrafen und, wie für Deutsche üblich, nach einem Kurs verlangen, der zwar nicht funktionieren kann, sich aber bequem anhört. Es ist simpel: die Angst vor dem Verlust der Stellung innerhalb der AfD.

Fazit

Die AfD hat inzwischen nahezu jede wichtige Position aufgegeben und ich prophezeie, dass die Migrationskritik auch noch fallen wird. Man fühlt sich einem Jürgen Elsässer, der auf seinem X-Profilbild den Rotfrontkämpfergruß performt, näher als einem Julian Reichelt. Ja, Reichelt lag vor zehn Jahren dramatisch falsch, aber Elsässer lag noch nie richtig. Die Verbindungen sind inzwischen eindeutig, es sind der Verbund und die Verbrüderung gegen Israel. Abschließend möchte ich noch erwähnen, weil es immer wieder als plumper Vorwurf vorgebracht wird, dass ich natürlich der Meinung bin, dass es Israel als Privatrechtsgesellschaft besser ginge. Aber ich bin auch der Meinung, dass Israels Umgang mit jenen Menschen, die einfallen, um zu töten, zu plündern und zu vergewaltigen, nicht nur deutlich besser ist als der mit Deradikalisierungs-Coaches gepflasterte deutsche Umgang, sondern dass dieses Vorgehen gar ein Vorbild für die gesamte westliche Welt ist. Ich bedanke mich fürs Lesen.


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