Gestahlfedert: Zombie-Apokalypse: Liebesgrüße aus der Ewigen Arschhölle
The Return of the Rautenhexe
Zur Feier des Tages – diese Kolumne erscheint am Pfingstmontagmorgen – möchte ich einleitend allen Frühlesern ein frohes Restpfingsten wünschen: Möge der Heilige Geist auch unter Ihrem Dach einkehren – je nach Gusto entweder spirituell oder spirituos; beides in Kombination geht selbstverständlich auch. Wer meinen etwas unkonventionellen Pfingstsegen nun anstößig oder gar blasphemisch findet, möge sich bitte vor Augen führen, dass sich der Herrgott in seiner unendlichen Weisheit sicher etwas dabei gedacht haben wird, in seinen ausgeklügelten Schöpfungsakt auch die alkoholische Gärung einzubeziehen. Selbst sein Filius hat sich am Vorabend seines größten Auftritts, der ihn unsterblich machen sollte (heute ist wohl mein Tag der Doppeldeutigkeiten), oberamtlich die Kante gegeben. Was absolut nachvollziehbar ist, denn ein stattlicher Restalkoholpegel könnte so eine Kreuzigung, die per se schon mal nichts für Luschen ist, ein klein wenig geschmeidiger gestalten.
Nun komme ich gerade von Pontius zu Pilatus, dabei hatte ich doch nur nach einer Einleitung mit einer funktionierenden Überleitung gesucht, nämlich vom Geist zum Gespenst, die ungefähr so geplant war: Ich hoffe, dass alle vom Heiligen Geist wieder auf die richtige Spur gesetzt wurden, nachdem wir letzte Woche von einem Gespenst heimgesucht wurden.
Mit dem Ende ihrer Kanzlerschaft war die Rautenhexe zunächst in der Versenkung verschwunden, oder wie ich vermutete oder besser gesagt hoffte, in die ewige Arschhölle gefahren, doch zeitgleich zur Götterdämmerung der Ampel entstieg sie plötzlich jenem Höllenschlund, um ihre Autobiographie zu präsentieren, der sie völlig unironisch den Titel „Freiheit“ verpasste, wohl zur Zementierung ihrer eigenen Wortschöpfung vom „postfaktischen Zeitalter“, in dem wir angeblich leben. Alle Achtung: Trug der Teufel früher wenigstens noch Prada, so beleidigt er heute zuerst unser Auge mit Hosenanzügen von Bettina Schoenbach und sodann unseren Intellekt mit einer verdammt miesen George-Orwell-Parodie. So schön kann Freiheit sein, Genossen!
Seitdem spuckt das Höllenmonster sie vornehmlich anlässlich irgendwelcher Ordensverleihungen in unregelmäßigen Abständen in die Festsäle dieser Welt, so wie anfangs beim Bundesgrüßaugust in Berlin und jüngst bei Beton-Uschi in Brüssel. Ich möchte mir einbilden, sie tut das nur zur Verifizierung meiner These, totalitäre Drecksregimes seien zuverlässig daran zu erkennen, dass sich die größten Verbrecher zur Verklärung und Heroisierung ihrer größten Verbrechen gegenseitig tonnenweise wertloses Lametta an die Brust tackern.
Dann schauen wir doch mal, ob an meiner These was dran ist:
Anfang Februar 2023 holte Merkel sich in Yamoussoukro, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, den ihr am 23. August 2022 verliehenen Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis der UNESCO ab – für ihre Rolle bei der Aufnahme von „Flüchtlingen“. Also für die von ihr im Alleingang verfügte verfassungswidrige und mörderische Flutung Deutschlands mit kulturfremden Asylbetrügern, die in weiten Teilen vornehmlich in unsere Sozialkassen und Kriminalitätsstatistiken einwandern. Für exakt dasselbe Verbrechen wurde sie gleich nochmal am 10. Oktober 2022 vom Flüchtlingshochkommissar der Vereinten Nationen mit dem UNHCR Nansen Refugee Award ausgezeichnet.
Am 17. April 2023 verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihr das „Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Ausführung“ – diese besondere Ausführung hatten vor Merkel nur Konrad Adenauer und Helmut Kohl als frühere Bundeskanzler erhalten. In seiner Laudatio begründete Steinmeier die Verleihung mit Merkels politischem Lebenswerk, insbesondere ihren 16 Jahren als Bundeskanzlerin. Also jene Zeit, die man getrost als eine Aneinanderreihung epochaler Fehlentscheidungen und schwerster Rechtsbrüche bezeichnen kann. Gleich dreimal lobte er dabei Merkels Verdienste um die Demokratie – nachdem das Bundesverfassungsgericht zehn Monate zuvor Merkels 2020 angeordnete „Rückgängigmachung“ der Wahl Thomas Kemmerichs zum Ministerpräsidenten von Thüringen für verfassungswidrig erklärt hatte.
Jetzt mal Hand aufs Herz: Wäre ich mal Bundeskanzler gewesen und dann vom höchsten Gericht des Landes wegen Verfassungsbruchs verurteilt worden, und das auch noch aufgrund einer Handlung, die einen direkten Angriff auf das Demokratieprinzip darstellt, also auf eine der fünf Säulen unserer Verfassung, auf die ich einen Eid geleistet habe, dann würde ich mich so dermaßen in Grund und Boden schämen, dass ich mich zunächst einer Gesichtsoperation unterzöge, nach der mich niemand mehr erkennt, und dann trotzdem nach Timbuktu auswanderte, nur zur Sicherheit. Der Grad an Schmerzfreiheit und Verkommenheit, der nötig wäre, um mir stattdessen bei einem öffentlichen Festakt sogar den höchsten Orden des Landes, dessen Verfassung ich mit Füßen getreten habe, umhängen zu lassen und ihn damit völlig zu entwerten, ist für mich schlichtweg nicht vorstellbar. Gleiches gilt für den unwürdigsten Bundespräsidentendarsteller der bisherigen Geschichte, der eine solche Ehrung für eine Verfassungsbrecherin mit erkennbar totalitären Zügen, die das Land auf so ziemlich allen Gebieten komplett vor die Wand gefahren hat, verramscht. Vielleicht ist es aber auch besser so, dass ich mir das nicht vorstellen kann, sonst ginge ich am Ende noch in die organisierte Kriminalität, also in die Politik.
Am 16. Mai 2023 verlieh Ministerpräsident Hendrik Wüst den Staatspreis, die höchste Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen, an Merkel. In seiner Begründung ließ Wüst wirklich keine von Merkels epochalen Fehlentscheidungen und keines ihrer größten Verbrechen aus, um alles zum Verdienst umzulügen – weil’s so schön ist, gibt’s ein wörtliches Zitat: „Als Bundeskanzlerin hat Angela Merkel Deutschland – und maßgeblich auch die Europäische Union – durch tiefgreifende Krisen und Phasen voller Umbrüche geführt. Ob nach der Katastrophe von Fukushima, während der Euro- und Finanzkrise, der Flüchtlingskrise 2015 oder in den Jahren der Corona-Pandemie: Angela Merkel hat unser Land mit Beharrlichkeit, diplomatischem Geschick und entschlossenem Handeln in herausfordernden Zeiten sicher auf Kurs gehalten. Mit ihrer Entscheidung im Jahr 2015, Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen, hat Angela Merkel den Abschottungstendenzen in Europa aus christlicher Grundüberzeugung Mut und Menschlichkeit entgegengesetzt. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen, eine humanitäre Krise zu verhindern. Durch ihren von Zuhören und Abwägen geprägten Politikstil, ihr Einfühlungsvermögen und ihre Verbindlichkeit hat sich Angela Merkel großes Vertrauen, Respekt und Anerkennung in der Bevölkerung erworben.“
Die Laudatio bei der Verleihungszeremonie hielt übrigens Christine Lagarde, ihres Zeichens Chefin einer kriminellen Vereinigung zur Geldentwertung namens „Europäische Zentralbank“. Und das verdientermaßen, weil sie für diesen Job die denkbar beste Qualifikation mitbringt, nämlich eine rechtskräftige, aber aufgrund ihrer herausragenden Persönlichkeit straflose Verurteilung wegen des fahrlässigen Zulassens des Verschwindens von Abermillionen an Steuergeldern in Ausübung ihres Amts als ehemalige französische Finanzministerin.
Bereits am 21. Juni 2023 legte Markus Söder nach und händigte Merkel den Bayerischen Verdienstorden aus: „Angela Merkel war 16 Jahre Bundeskanzlerin und hat unser Land und ganz Europa gut durch schwerste Krisen geführt. Gerade in der Corona-Krise hat sie unser Land beschützt und durch größte Herausforderungen geleitet.“ Das ist allerfeinster Orwell-Sprech: Diese vielzitierten Krisen inklusive der Clownsgrippe hat Merkel mit ihrer Politik überhaupt erst verursacht, und bei ihrem „Krisenmanagement“ dann nichts zur Schadenmaximierung ausgelassen. Verglichen mit ihr hat selbst ein pyromanischer Feuerwehrmann mehr Anstand im Leib, denn der löscht wenigstens noch die Brände, die er selbst gelegt hat.
Den regional bedingten Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern lassen wir mal aus und springen direkt zum 9. Dezember 2025, wo der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann Merkel die Große Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg verlieh. Hervorgehoben wurde vor allem ihr politisches Handeln in der Corona-Zeit – also auch wieder eine Belohnung für ein Verbrechen.
Kommen wir zum (vorläufigen) großen Finale: Am 19. Mai dieses Jahres erhielt Angela Merkel den „Europäischen Verdienstorden des Europäischen Parlaments“. Allerdings nicht allein, sondern zusammen mit 19 weiteren Ordensträgern. Streng genommen sogar 23, denn auf Position 20 auf der Liste der Geehrten stehen gleich vier Herren mit den bürgerlichen Namen Paul David Hewson, David Howell Evans, Adam Clayton und Larry Mullen Jr. – da klingelt es nicht sofort bei jedem, jedoch spätestens, wenn man die ersten beiden bei ihren weltbekannten Künstlernamen Bono und The Edge ruft. Also wurde die irische Band „U2“ ausgezeichnet.
Dieser „Europäische Verdienstorden des Europäischen Parlaments“, der hier zum ersten Mal überhaupt verliehen wurde, ist übrigens eine gelebte Dreiklassengesellschaft, da es ihn in drei Ausführungen gibt:
Die höchste Kaste heißt „verdienstvolle Mitglieder des Ordens“ und besteht aus Angela Merkel, Lech Wałęsa und Wolodymyr Selenskyj. Optisch ist das Ding ein größeres vergoldet-silbernes Abzeichen am blauen Band mit drei gelben Streifen und wird um den Hals getragen.
Den Mittelrang belegen die „ehrenhaften Mitglieder des Ordens“, zehn Auserwählte, von denen man spontan nur den österreichischen Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel kennt. Die kriegen ein vergoldet-silbernes Abzeichen am blauen Band mit zwei gelben Streifen.
Von den noch übrig gebliebenen zehn Personen, die als einfache „Mitglieder des Ordens“ quasi den Pöbel repräsentieren und mit einem silbernen Abzeichen am blauen Band mit einem gelben Streifen abgespeist werden, kennt man auch nur die vier Musikanten der irischen Tanzkapelle. Auch wenn sie es nur in die Schweineklasse geschafft haben, sind sie zum Ausgleich berühmter und wahrscheinlich auch reicher als alle anderen zusammen. Wobei ich mir da bei Selenskyj nicht so sicher bin…
Jedoch ist bis hierher alles irgendwie nur Boulevard, denn der entscheidende Aspekt ist die Begründung: Angela Merkel wurde als frühere Bundeskanzlerin Deutschlands zum „verdienstvollen Mitglied“ des Europäischen Verdienstordens ernannt, weil die Jury sie zu den Personen zählt, die einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Integration beziehungsweise zur Förderung und Verteidigung der europäischen Werte geleistet haben.
Achtung, jetzt wird es spannend, denn an der Stelle drängt sich die Frage auf, was denn diese ominösen „europäischen Werte“ sind. Europa ist nämlich nur eine kontinentale Landmasse und hat als solche per se keine Werte. Europa ist auch keine Wertegemeinschaft. Und tatsächlich reden wir auch gar nicht von Europa, wie so oft, wenn von Europa die Rede ist, sondern nur von der Europäischen Union, die sich in ihrem pathologischen Größenwahn aber gerne als Synonym mit Europa versteht. Doch auch die Europäische Union ist keine Wertegemeinschaft, sondern lediglich eine Vertragsgemeinschaft, da sie auf einer stattlichen, fast schon unübersichtlichen Anzahl bilateraler Verträge basiert. Und jetzt wird es endlich lustig, denn die EU betrachtet dieses Vertragswerk als ihren „Wert“, oder besser gesagt, dessen Einhaltung. Dazu meint sie auch Werte, die sie selbst in ihre Verträge hineingeschrieben hat – Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den ganzen normativen Werkzeugkasten.
Man wird also zum „verdienstvollen Mitglied“ des Europäischen Verdienstordens ernannt, wenn man nach Lesart der EU besonders viel für Integration, Vertragswerte und die Selbstvergewisserung des Brüsseler Werteapparats geleistet hat. Selbstverständlich brüllt einen an der Stelle die Frage an, was denn Selenskyj – als Regierungschef eines Nicht-EU-Landes – für die EU geleistet hat, das seine Mitgliedschaft in der höchsten Kaste dieses Kaspervereins auch nur ansatzweise rechtfertigen könnte. Nun, es gibt tatsächlich Fragen mit einfachen Antworten, und diese lautet hier: Nichts. Absolut nichts. Egal, wie man zu Selenskyj steht, muss man verstehen, dass er in diese erlauchte Runde nur aus einem einzigen Grund aufgenommen wurde: Um den Vladimir zu zanken. Dabei scheint es den Verantwortlichen in der EU völlig wurscht zu sein, dass sie ihren tollen neuen Orden auf diese Weise bereits vor der ersten Verleihung beliebig machen und damit gegen minus unendlich entwerten – wobei das immerhin so ziemlich der einzige Vorgang ist, für den man in der EU über echte Expertise verfügt, wie man am Euro bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.
Wem das zu negativ klingt: Selenskyj mag nichts Positives zu den „europäischen Werten“ beigetragen haben, aber man muss ihm positiv attestieren, dass er auch nichts Negatives beigetragen, also geschadet hat.
Und damit gehört er streng genommen sogar eher in die Runde als Merkel, denn die – und damit sind wir endlich beim entscheidenden Punkt angelangt – hat auch hier massiven Flurschaden angerichtet. Wenn man eine Frau, die maßgeblich zum Bruch des Maastrichter Vertrags und zur flexiblen Auslegung von Abkommen wie Schengen und Dublin beigetragen hat, für ihren bedeutenden Beitrag zur Verteidigung der europäischen Werte – also der Einhaltung der Europäischen Verträge – ehrt, dann ist das schon eine Mischung aus Orwell und Kafka.
Insofern lässt sich im Ergebnis feststellen, dass Merkel mit ihrer Ordens-Odyssee meinen Spruch tatsächlich bestätigt und damit im Alter von 71 Jahren erstmalig etwas Positives bewirkt hat. Zumindest für mich…
Ansonsten sieht es leider dystopisch aus, denn Merkel wäre nicht Merkel, wenn sie sich einfach nur ein weiteres Verdienstblech abgeholt hätte, ohne zumindest den Versuch zu unternehmen, die in ihrer umstrittenen FDJ-Funktion, die sie als Kulturarbeit beschreibt, während Zeitzeugen sie als Sekretärin für Agitation und Propaganda einordnen, erworbenen Fertigkeiten in freiheitszersetzenden Maßnahmen zur Anwendung zu bringen, oder wenigstens ein Stinkbömbchen abzulassen.
Und das hat sie getan, am vergangenen Dienstag, dem 19. Mai, und als Forum dafür instrumentalisierte sie ihre Dankes- beziehungsweise Annahmerede anlässlich der Verleihung des EU-Lamettas im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg.
Notabene: Da es auch im EU-Parlament noch ein paar Aufrechte gibt, die sich zum Schutze ihres Nervenkostüms und ihrer mentalen Gesundheit die sozialistische Scheißhauspropaganda dieser Ausgeburt der ewigen Arschhölle mit ihrer üblichen Totalumkehr sämtlicher Werte sowie der Kausalpaare Ursache/Wirkung und Opfer/Täter, garniert mit dreisten Lügen und jeder Menge Orwell-Sprech mit doppeltem Salto am Hochreck, nicht anhören konnten oder wollten und daher ihr Seelenheil in der Flucht suchten, man aber keine „unschönen Bilder“ von einer vor herrenlosen Sitzen agitierenden Rautenhexe haben wollte, wurde der Leerstand nicht etwa als politisches Signal sichtbar gelassen, sondern durch zugelassene Gäste und Personal als bereitwillige Ersatz-Jubelperser aufgefüllt. Ein Schelm, wer da gleich an kommunistische Taschenspielertricks oder gar Potemkinsche Dörfer denkt…
Doch nun müssen Sie ganz stark sein, verehrte Leser, denn nun brauchen Sie tatsächlich den Beistand des eingangs erwähnten Heiligen Geists, oder zumindest etwas Hochgeistiges, um sich das, was nun folgt, angemessen schönzutrinken. Weil – um meinem Ruf gerecht zu bleiben – bei mir niemand verschont bleibt, präsentiere ich Ihnen zum krönenden Abschluss dieser denkwürdigen Kolumne an diesem denkwürdigen Pfingstmontag die vollständige, ungekürzte Rede von Frau Dr. Angela Dorothea Merkel im Original-Wortlaut. Doch nicht nur das: Obendrein mache ich noch den Ben beim Bernd und verzichte auf eine Einordnung, da ich niemandes Lese- und Denkbetreuer bin, und meine geschätzte Leserschaft auch keinen solchen braucht, sonst wäre sie nicht hier, sondern beim Schmiergel oder der Waffen-SZ. Nur ein kleiner Generalhinweis für mögliche Erstleser, zur eigenständigen Dechiffrierung von Orwell-Sprech: Wenn sie sagen „regulieren“, meinen sie in Wahrheit immer „zensieren“.
Now listen to Angie:
„Liebe Präsidentinnen, liebe Jury, liebe Mitglieder des Europäischen Parlamentes,
ich möchte erst einmal danken für die wunderbare Idee, 75 Jahre nach der Schuman-Erklärung, zu sagen, wir wollen Menschen ehren, die für dieses inzwischen große und wunderbare Mosaik der Europäischen Union gearbeitet haben. Und ich glaube, ich spreche in aller Namen, dass wir wissen, dass wir nur Ausgewählte sind und dass es viel, viel mehr dieser Menschen gibt.
Ich glaube, dass diese Idee deshalb so gut war, weil wir gerade in Zeiten leben, in denen sich alles zu ändern scheint. In denen Gewissheiten zerbrechen und in denen es vielleicht gut ist, sich daran zu erinnern, dass trotz aller wechselnden Zeiten, es Konstanten gibt, in der Arbeit für diese Europäische Union.
Und für mich sind das drei Versprechen an die Menschen in unseren Mitgliedsstaaten. Das erste Versprechen war von Anfang an das Friedensversprechen. Und dieses Versprechen war am Anfang eine großartige Sache und alles andere als selbstverständlich. Dann wurde es normal. Und durch den barbarischen Angriff Russlands auf die Ukraine ist uns abschließend vor Augen geführt worden, dass es alles andere als selbstverständlich, sondern fragil ist.
Und durch die neue Sicherheitsdoktrin der Vereinigten Staaten von Amerika ist klar geworden, dass ein sicher geglaubter Pfeiler nicht mehr so in Zukunft zur Verfügung stehen wird, wie wir daran gewöhnt waren. Und paradoxerweise kehren wir zu so etwas wie einer Verteidigungsunion zurück, die ganz am Anfang der Geschichte gescheitert ist, aber dieses Friedensversprechen wird bleiben.
Das zweite Versprechen steht genauso unter Druck. Das ist das Versprechen für Wohlstand an unsere Bürgerinnen und Bürger. Ich will mal nicht ganz zurückgehen, sondern nur bis zum Jahr 2000 als die Regierungschefs in Lissabon wieder erklärt haben, dass Europa der wirtschaftlich stärkste und wissensbasierteste Kontinent der Welt sein soll. Ehrlich gesagt, sind wir von diesem Versprechen ein ganzes Stück entfernt. Deshalb wartet viel Arbeit auf sie, damit wir dem Versprechen wieder näherkommen. Denn ohne Wohlstandsversprechen, ohne wirtschaftliche Prosperität, werden wir den Klimaschutz nicht durchsetzen können, werden wir die Artenvielfalt nicht erhalten können. Das heißt, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg sind Voraussetzung dafür, dass die Menschen Europa als einen Mehrwert betrachten, als einen Gewinn für ihr Leben. Deshalb war es so wichtig, dass Mario Draghi in seinem Wettbewerbsbericht nochmal vor Augen geführt hat, wo die hebbaren Potentiale liegen und ich setze auf Sie, dass Sie sie auch wirklich heben werden, sowohl an die Kommission als auch an das Parlament und natürlich den Europäischen Rat gewandt.
Das dritte Versprechen ist das Versprechen der Demokratie, der Menschenwürde, der Menschenrechte, der Würde jedes einzelnen Menschen der Minderheitenrechte und der multilateralen Zusammenarbeit auf der Welt. Freiheit ohne Demokratie wird es nicht geben. Und auch die Demokratie steht unter Druck.
Und hier will ich nur einen Bereich nennen, bei dem die Europäische Union heute für mich Vorreiter ist. Das ist die Entwicklung der sogenannten sozialen Medien, in denen plötzlich Fakten nicht mehr Fakten sind, Wahrheiten Lügen genannt werden können, Lügen Wahrheiten. In denen Gefühle und Fakten vermischt werden und damit die Grundlagen der europäischen Aufklärung in Gefahr geraten.
Dies alles wird noch dadurch verstärkt, durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Und ich kann Sie alle nur ermutigen, gehen Sie weiter auf dem Weg der Regulierung dieser sozialen oder vermeintlich sozialen Medien. Gehen Sie weiter auf dem Weg der Regulierung der Künstlichen Intelligenz.
Vielleicht werden Fehler gemacht. Ja, aber nur durch Fehler wird man lernen. Aber zu glauben, dass Verantwortlichkeiten für das Verbreiten von Informationen nicht mehr nötig sind, dass man für Lügen nicht zur Rechenschaft gezogen wird, das wird die Grundlagen der Demokratie untergraben.
Dies sind Maßstäbe, für die, die heute Verantwortung tragen, weil es konstante Dinge sind, die sich durch 75 Jahre europäischen Denkens ziehen: Frieden, Wohlstand und Demokratie.
Herzlichen Dank!“
Ja, auch ich sage herzlichen Dank für 357 während der Lektüre dieser Zeilen qualvoll verendete Gehirnzellen! Und insbesondere herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Orden! Eigentlich hat sie sich ihn doch mehr als redlich verdient, zumindest im Orwellschen Sinne. Und da hier längst alles Peak Orwell ist, passt es auch.
Früher dachte ich immer, man hat die Merkel zwar irgendwie aus der DDR rausgekriegt, aber man wird die DDR niemals aus der Merkel rauskriegen. So mag es auch zunächst wirken, aber mittlerweile bin ich auf der Meta-Ebene angekommen, was Hand in Hand geht mit der Erkenntnis, dass Merkel uns nur vorgespielt hat, man habe sie aus der DDR rausgeholt, während sie uns da langsam und unbemerkt reingezogen hat. Wir sind längst angekommen, haben es nur noch nicht realisiert. Merkel ist dieser berühmte Abgrund, in den man starrt, und plötzlich starrt er zurück, und schon ist man drin. Daher bringen auch neu aufflammende „Merkel muss weg“-Rufe nichts, denn nicht Merkel muss weg, sondern wir müssen weg aus ihrer DDR, solange es noch geht. Auch aus ihrer ganz großen DDR, die sich bereits über weite Teile Europas erstreckt.
Oder die DDR muss endlich weg. Nicht nur endlich, sondern vor allem endgültig!
Kommentare
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