06. Juli 2026 11:00

Gestahlfedert: {ununterbrochen} von Ben 2 Alles für Deppenland

Der Zensurstaat schlägt zu – Steinhöfel schlägt zurück

von Michael Werner drucken

Medienaufsicht: Drohbrief an Podcaster
Bildquelle: e-Redaktion Medienaufsicht: Drohbrief an Podcaster

Dass sich der Podcaster Benjamin Berndt viereinhalb Stunden mit dem gefürchteten Oppositionspolitiker Björn Höcke unterhält, einfach so, von Mensch zu Mensch, ohne diesen ständig zu unterbrechen oder das Gesagte „einzuordnen“ (also linken Geistesmüll reinzuplärren), konnte das totalitäre, faschistoide BRD-Unrechtsregime natürlich nicht auf sich sitzen lassen, das war klar. Auch, dass es nicht dabei bleiben würde, dass die Faschistin Saskia Esken in feinster „Deutsche, kauf nicht beim Juden“-Manier direkt aus dem Bundestag die Werbepartner von YouTube zum Boykott des Podcasters aufgerufen hat. Der nicht minder faschistoide Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der – offensichtlich in Absprache mit Kanzlerdarsteller Merz – die gegen ihn vorgebrachten, gut belegten Korruptionsvorwürfe einfach aussitzt, hat sich dafür stark gemacht, dass die Landesmedienanstalt hier doch mal beigehen sollte.

Und das ist nun geschehen: Ben flatterte ein unverschämter Drohbrief dieser nutzlosen, zwangsgebührenfinanzierten Kasperbude aus Nordrhein-Westfalen ins Haus. Ich habe keinen Originalscan des vollständigen Schreibens gefunden, öffentlich belastbar auffindbar ist aber der von „NIUS“ als „wörtlich“ wiedergegebene zentrale Passus; „t-online“ bestätigt dazu Kontext, Datum und Frist: E-Mail der Rechtsabteilung der Landesanstalt für Medien NRW an die ungeskriptet media GmbH vom 15. Juni 2026, Antwortfrist 30. Juni 2026. Der entscheidende Wortlaut-Ausschnitt beginnt laut „NIUS“ so: „Wir sind auf folgenden Beitrag auf dem o.g. Telemedienangebot aufmerksam gemacht worden: ‚Ich habe mich getraut, Björn Höcke einzuladen.‘“ Danach beanstanden die Möchtegern-Zensoren laut dieser Wiedergabe die Passage ab 4:24:46, in der Höcke sinngemäß sagt, niemand habe wissen können, dass „Alles für D.“ das Motto der SA gewesen sei, weil die SA kein Motto gehabt habe. Die Behörde bezeichnet das als überprüfbare Tatsachenbehauptung und führt aus, nach gefestigten wissenschaftlichen Erkenntnissen sei „Alles für Deutschland“ eine zentrale Losung der SA gewesen. Sie moniert weiter, der Ausschnitt werde ohne kritische Einordnung oder Richtigstellung abgespielt.

Der weitere, praktisch wichtigste Teil lautet inhaltlich: Wegen erheblicher Zweifel am Wahrheitsgehalt gebiete die journalistische Sorgfalt, die Aussage entweder schon im Interview kritisch zu hinterfragen oder nachträglich eigene Recherchen anzustellen und für Nutzer eine Einordnung/Erläuterung vorzunehmen, etwa per eingeblendetem Hinweis. Anschließend verlangt die LfM NRW Mitteilung bis 30.06.2026, ob die Beiträge angepasst und die Informationen ergänzt wurden oder warum dies unterbleibt.

Der Schlusssatz wird unter anderem von der „Berliner Zeitung“ /und „ApolloNews“ ausdrücklich zitiert: „Wir bitten Sie, Ihre gesamten Angebote auf die Einhaltung der journalistischen Sorgfalt hin zu überprüfen […]“ Die „Berliner Zeitung“ gibt ihn weitergehend so wieder, dass diese Sorgfalt „bei zukünftigen Beiträgen“ zu beachten sei.

Da packt man sich nur noch fassungslos an den Kopf…

Während des Schauprozesses der Firma „Freislers Erben & Co.“ gegen Höcke wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen (Paragraph 86a StGB) äußerten sich zahlreiche Historiker, denen man nun wirklich keine Sympathien für Höcke nachsagen konnte, öffentlich dahingehend, dass auch sie noch nie etwas davon gehört haben, es habe eine Losung der SA gegeben und die hätte „Alles für Deutschland“ gelautet. Einzig nachweisbar ist, dass diese drei Worte einseitig in die Dolche der SA eingraviert waren. Und ja, die Nationalsozialisten verwendeten diese drei Worte, jedoch, wie Ansgar Neuhof am 13. Mai 2024 in seinem Artikel für die „Achse des Guten“ hervorhob, war die Wortfolge „Alles für Deutschland“ nicht exklusiv nationalsozialistisch; sie wurde unter anderem im sozialdemokratisch-republikanischen Reichsbanner-/Eiserne-Front-Milieu in der Formel „Nichts für uns – alles für Deutschland“ verwendet. Das widerlegt zwar nicht, dass die SA sich „Alles für Deutschland“ als eigene Losung bzw. Kennzeichen zu eigen machte, jedoch gibt es nach meiner Kenntnis keinen Beleg dafür, dass es die einzige oder satzungsmäßig offiziell festgelegte Losung der SA gewesen ist. So hätte Höcke das mal besser formuliert. Aber egal, auch wenn es tatsächlich Unsinn wäre, darf er das sagen, so wie sich ja auch ein Flatearther in einen Podcast setzen und behaupten darf, die Erde sei eine Scheibe. Es gibt halt kein staatliches Wahrheitsministerium – aber das hat sich leider noch nicht bis zum totalitären, faschistoiden BRD-Unrechtsregime herumgesprochen.

Die Landesmedienanstalt hat es jedoch als wissenschaftlichen Fakt bezeichnet, dass es diese SA-Losung als solche gegeben habe – mit der Begründung, Höcke sei schließlich deswegen rechtskräftig verurteilt worden. Das ist der mit Abstand dämlichste Zirkelschluss, den ich jemals gehört habe. Dann war der Holocaust auch rechtens, den hat schließlich die Regierung angeordnet. Außerdem muss ich bereits bei „Wissenschaft“ kotzen – spätestens seit Clownsgrippen-Fake-Pandemie.

Ich lobe hier offiziell 500 Euro aus für den ersten, der mir einen belastbaren, seriösen, zeitgenössischen Beleg dafür liefert, dass „Alles für Deutschland“ die offizielle Parole oder Losung der SA war.

Der Leiter der Landesanstalt für Medien NRW, Dr. Tobias Schmid, gab dem „Spiegel“ ein bemerkenswertes Interview, in dem er alles hat raushängen lassen, was aus libertärer Sicht für die sofortige Abschaffung des Staates spricht. Die Frage lautete: „Sie haben den YouTuber auch aufgefordert, seine mehr als 300 veröffentlichten, teils stundenlangen Videos auf die Einhaltung der Sorgfaltspflichten zu überprüfen. Ist das ernst gemeint?“ Schmid antwortete: „Das ist sein Job! Wenn man ein solches Geschäftsmodell betreibt, muss man das tun. Ich bin nicht dafür da, Herrn Berndt auf den Keks zu gehen, er ist mir sozusagen wurscht. Es soll so erfolgreich sein wie irgend möglich. Ich habe ihn nur freundlich darauf hingewiesen, dass er neben der Pflicht, Steuern zu zahlen, auch die Pflicht hat, die journalistische Sorgfalt einzuhalten.“

Ich konnte es mir nicht verkneifen, Herrn Schmid anzuschreiben:

Sehr geehrter Herr Dr. Schmid, dazu habe ich ein paar Fragen: Diese „journalistische Sorgfalt“, befindet die sich gerade mit Ihnen im Raum? Wenn ja, dann fragen Sie sie doch bitte, warum sie auch für jemanden gilt, der gar kein Journalist ist. Und wo wir gerade dabei sind: Belegen Sie doch bitte die Behauptung Ihrer Behörde, es sei so etwas wie Stand der Wissenschaft, dass Björn Höcke eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt hat. In welchem vor der Verurteilung Björn Höckes aufgelegten Geschichtsbuch genau steht das denn mit diesem „Motto der SA“? Ich konnte bisher leider keine Urquelle finden. Dass die – bereits zuvor unter anderem von der SPD verwendete – Parole „Alles für Deutschland“ einseitig auf den Dolchen der SA eingraviert war, belegt nicht, dass dies auch deren Motto oder Losung war. Eine Frage hätte ich noch: Warum schreitet Ihre Behörde eigentlich nie ein, wenn Politiker der Sozialistischen Deutschen Einheitspartei CDUCSUSPDFDPSEDGrüne Falschbehauptungen aufstellen, die von den Systemlutschern der Lücken- und Lügenpresse komischerweise auch nie „eingeordnet“ oder gar „faktengecheckt“ werden? Um zur Veranschaulichung ein sehr einfaches Beispiel zu bemühen: Der renommierte österreichische Ökonom Ludwig von Mises hat bereits im Jahre 1922 – also vor über 100 Jahren – in seiner wissenschaftlichen Abhandlung „Die Gemeinwirtschaft – Untersuchungen über den Sozialismus“ in der Theorie bewiesen, dass Sozialismus nicht funktioniert, und dabei nachvollziehbar begründet, warum er niemals funktionieren kann. Bis heute konnte kein Wissenschaftler von Mises’ Aussage und Begründung falsifizieren – weder in der Theorie, noch in der Praxis, die von Mises vielmehr ausnahmslos bestätigt hat. Insofern kann man mit Fug und Recht postulieren, dass die Aussage „Sozialismus kann nicht funktionieren“ seit über 100 Jahren Stand der Wissenschaft ist. Nun hatte ausgerechnet der von Ihnen kritisierte Podcaster Benjamin Berndt auch äußerst prominente und exponierte Politiker der viermal umbenannten Stasi- und Mauermörder-Partei SED, derzeit firmierend unter „Die Linke“, bei sich zu Gast, zum Beispiel Gregor Gysi, Jan van Aken und Heidi Reichinnek. Und sie alle durften dort ihre sozialistischen Spinnereien so schwärmerisch anpreisen, dass beim Zuhörer die irrige Annahme verfangen könnte, es handele sich dabei um mit einer realistischen Erfolgschance umsetzbare Konzepte, obwohl das glatte Gegenteil der Fall ist. Warum wurde bei Falschbehauptungen über den Sozialismus noch nie eine „Einordnung“ oder gar „Richtigstellung“ gefordert, obwohl die aktive Bewerbung einer menschenfeindlichen, genozidalen Verelendungs-Ideologie wesentlich gefährlicher ist als die (bisher unbelegte) Behauptung einer mehr als 80 Jahre alten historischen Randnotiz von denkbar marginaler Relevanz in Zweifel zu ziehen? Es geht mir nicht darum, dass Sie mir diese Fragen beantworten. Mein Anliegen ist vielmehr, dass Sie sich diese Fragen selbst beantworten. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie den Weg zu den richtigen Antworten finden. Mit freundlichen Grüßen, Michael Werner, Kolumnist bei „Freiheitsfunken“.

Und während ich dem Leiter des NRW-Wahrheitsministerium ein bisschen auf den Keks gegangen bin, hat Ben Berndt das einzig Richtige getan: Den renommierten Medienanwalt Joachim Steinhöfel von der Kette gelassen. Dieser vertritt nämlich die Auffassung, dass es im Grundgesetz gar keine Legitimationsbasis für die Existenz dieser Landesmedienanstalten gibt. Und dafür wird er jetzt hoffentlich ein Exempel statuieren, damit Herr Dr. Schmid sich endlich einen anständigen Job suchen kann.


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