21. Juli 2026 11:00

Freiheitstagebuch Das Ende des Fußballs?

Spanien ist Weltmeister und das Publikum verwirrt

von David Andres drucken

Der Ball wird immer rollen ...
Bildquelle: Michal Jarmoluk / Pixabay Der Ball wird immer rollen ...

Der Regisseur Gianni Infantino und seine korrupte FIFA haben Argentinien bis ins Finale getragen, wo tapfere Spanier dem manipulierten Spuk ein Ende setzen. So lautet die Geschichte. Doch war selbst sie geplant?

Vor Beginn der Weltmeisterschaft waren sich wichtige Verschwörungsportale sicher: Portugal ist als Champion bereits geplant und Cristiano Ronaldo der Star, den die dämonische Elite zu Finale seiner Karriere an die Spitze trägt. Spätestens allerdings, als dieser nach dem Ausscheiden seines Teams mit bitterem Blick, begleitet von der aufdringlichen Kamera, in die Kabine schritt, musste das Narrativ umschwenken. Fortan war es der andere Megastar, den die FIFA bevorzugte, und die Indizien dafür nahmen in der Tat kein Ende. Vor allem wer die Spiele von Argentinien gegen Ägypten oder die Schweiz verfolgt hat, erlebte hanebüchene Entscheidungen der Schiedsrichter für die Südamerikaner und gegen ihre Gegner. Doch bereits zu Beginn des Turniers hätte Lionel Messi für einen Wadentritt bereits vom Platz fliegen müssen, ob Absicht oder nicht, denn im heutigen Regelwerk entscheidet bereits das Trefferbild.

Zu Beginn der WM empfahl ich auf diesem Portal, sich das Turnier ganz bewusst mit kindlicher Unschuld zu gönnen und die Verschwörungstheorien zu ignorieren. Weil man ihnen allein durch Beachtung Kraft gibt und weil die Dominanz offener, christlicher Gebete der Spieler auf dem Rasen zumindest den dämonischen Kräften im Hintergrund ein Schnippchen schlug. Die auf die neue Storyline umschwenkenden Verschwörungs-Influencer betonen, dass der Begriff GOAT nicht nur für „Greatest of all Time“ steht, sondern auch für den Ziegenbock, also den Teufel. Sie zeichneten ein neues Bild der geplanten Geschichte und gruben ein Foto aus, auf dem Lionel Messi in jungen Jahren bei einem Fotoshooting für die UNICEF ein Baby badet. Dieser kleine Mann war Lamine Yamal, heute Superstar der Spanier, gerade während des Turniers 19 Jahre alt geworden. Während eines Turniers, dessen Finale am 19. Juli stattfand, spielend mit der Rückennummer 19, die Messi damals als junger Spieler ebenfalls trug. Unnötig zu erwähnen, dass die 19 in dieser numerologischen Orgie noch häufiger auftaucht. Sogar ein Kinderbuch sei vor der WM erschienen, das dieses Finale vorhersagte. Yamal habe ein Foto seines Trikots und der heutigen Nummer 10 von Messi gepostet, die gemeinsam zu 19 fusionieren. Wichtig nur die frische These: Von langer Hand geplant, sollte Argentinien zwar ins Finale kommen, dort aber gegen Spanien verlieren, damit der alte GOAT abdankt und der neue „Messi(as)“ der Ersatzreligion Fußball mit ihren falschen Idolen sozusagen einen Initiationsritus abschließt. Dieser Ritus habe vor 18,5 Jahren mit der Babytaufe begonnen.

Gruselig, nicht wahr? Welche lange Hand kann so etwas planen? Was feststeht, ist allerdings, dass die Manipulationen zugunsten Argentiniens statistisch erwiesen wurden und sogar erste Untersuchungen gegen die FIFA beginnen, nicht nur deswegen, sondern auch wegen krimineller Kooperation mit dem argentinischen Fußballverband. Nach Recherchen von „La Nación“ und US‑Medien steht der argentinische Verband AFA im Rahmen der WM 2026 unter Beobachtung des FBI, das mutmaßliche Geldwäsche über US‑Briefkastenfirmen und Banken prüft. Zugleich erinnern Fußballhistoriker daran, dass Argentinien auch seine früheren Erfolge nur unter Zuhilfenahme fauler Tricks errungen habe. Die bekannteste Bevorteilung bestand darin, Diego Maradona im Finale 1986 sein Handspieltor durchgehen zu lassen. Es nachträglich als „die Hand Gottes“ zu framen, die eingegriffen habe, bringt wieder die Blasphemie in die Sache zurück. Zugleich blühen die antisemitischen Motive vom strippenziehenden Israel, das gemeinsam mit Trump und Infantino den Erfolg in Richtung von Javier Milei geschoben habe, der ja sogar einst sagte, er sei stolz, „der zionistischste Präsident“ dieses Planeten zu sein. Sogar das Klischee der „Brunnenvergiftung“ kommt historisch auf, ebenfalls mit wahrem Kern, denn während der WM 1990 hat wohl Argentiniens Masseur dem brasilianischen Mittelfeldspieler Branco eine Trinkflasche gereicht, in die Brechmittel gemischt worden sein soll. Doch all der vermeintlich jüdisch gesteuerte Aufwand, um dann ausgerechnet die Spanier zu krönen? Ein sozialistisch geführtes Land, das dem Islam den Teppich ausrollt, auf dem wahrscheinlich auch ein Lamine Yamal betet?

Was immer nun stimmt oder nicht stimmt – spätestens diese Weltmeisterschaft hat sogar für eine breitere Öffentlichkeit dem Fußball jeden Rest von Unschuld und Glaubwürdigkeit genommen. Zumindest dem FIFA‑Fußball. Denn im Spiel um Platz 3 zeigten Frankreich und England mit einem furiosen und fairen 10‑Tore‑Spiel, wie schön es auf dem Platz noch zugehen kann. Viele nannten das Match im Netz „das eigentliche Finale“. Spätestens seit den Konflikten um Super League und Klub‑WM betonen führende UEFA‑Vertreter ohnehin immer wieder, man wolle eigene Wege gehen und den Einfluss der FIFA begrenzen – eine Entflechtung, die sich mit jeder neuen WM‑Kontroverse beschleunigt.

Wir Fußballsüchtige gehen jetzt in die Sommerpause, tun so, als widmeten wir uns bald nur noch den lokalen Amateurspielen … und werden dann ab dem fortschreitenden August mit Neugier den Start der deutschen Profiligen verfolgen, als ginge dort alles mit rechten Dingen zu.

Quellen:

https://www.instagram.com/p/Da8B8tkShQ2/

Argentine Football Association is under the FBI scanner for suspected money laundering

‘One in a billion’: Photographer who captured Lionel Messi with a baby Lamine Yamal details rare shoot after photos resurface - CNN

WM-Skandal: Wie Argentinien 1990 Brasilien lahm legte


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