26. Februar 2024

Zwei plus acht Jahre Krieg in der Ukraine Sie wollen keinen Frieden

Das westliche Regime der Manager hat sich gegen Russland böse verzockt

von Robert Grözinger

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Bildquelle: Shutterstock Ukraine-Krieg: Bitte alles, nur nicht Frieden

Einen „taktischen Rückzug“ der ukrainischen Armee hat es also kürzlich gegeben, soso. Aus der Stadt Awdijiwka, von der zuvor diesseits der Weichsel kein Mensch gehört hat. Vor 80 Jahren gab es in der selben Region einen anderen Euphemismus für einen derartigen Vorgang: „Frontbegradigung“, wie mein Vater, ein im November 1943 bei Kiew schwer verwundeter Wehrmachtsveteran, sich gelegentlich süffisant entsann.  

Dieser Tage vor zwei Jahren marschierten russische Truppen in die Ukraine ein. Aber der Krieg dort begann nicht vor zwei, sondern vor zehn Jahren, mit den Maidanunruhen, als ein demokratisch gewählter Präsident von einem aufgebrachten Mob gestürzt wurde. Ein Vorgang, der von den Westmächten zumindest mit Wohlwollen und propagandistischen Lügen begleitet, sehr wahrscheinlich aber auch handfest, also finanziell unterstützt wurde. In dessen Verlauf sie von der kalten russischen Übernahme der Krim kalt erwischt wurden. Und seither nichts dazugelernt haben.

Hunderttausende Tote, unzählige Verletzte, tief gestörte diplomatische Verhältnisse zu der Nuklearmacht Russland und, nicht zuletzt, zerstörte Infrastruktur wie die Gasrohrleitungen in der Ostsee später wissen wir eines mit Sicherheit: Die westliche Herrscherkaste will keinen Frieden mit Russland. Allenfalls einen Siegfrieden. Den sie nicht bekommen wird, was sie aber nicht davon abhält, diesen weiterhin anzustreben. Denn: Der Weg ist das Ziel. Das wirkliche Ziel: Totalitäre Herrschaft – wenn nicht über die ganze Welt, dann doch zumindest über jene Hälfte, die sie bereits fest in ihren Klauen hat. Der Weg dazu: Krieg, Chaos und Krisen noch und nöcher. 

Wir wissen heute mehr als vor zwei Jahren über die sofort nach Moskaus offener Invasion anlaufenden Friedensbemühungen. Auf „anti-spiegel.ru“ hat Thomas Röper im vergangenen November einen ausführlichen und lesenswerten Artikel über den Verlauf und Abbruch der Friedensverhandlungen im März/April 2022 veröffentlicht, siehe Link unten. Der Autor bezieht sich dabei selbst auf einen Artikel, den drei „angesehene Männer“ geschrieben haben, „die nicht als ‚russische Propagandisten‘ bekannt sind.“ Es sind „General a.D. Harald Kujat, den ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, Michael von der Schulenburg, ein angesehener deutscher Diplomat, der Jahrzehnte für die UNO und die OSZE gearbeitet hat. Und der dritte Autor ist der emeritierte Professor für Politikwissenschaften des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin, Hajo Funke.“

Hier die Schlussfolgerungen Röpers:

„Dass drei angesehene, nicht als ‚russische Propagandisten‘ bekannte deutsche Experten einen solchen Artikel verfassen, die deutschen Medien ihn aber verschweigen, ist verräterisch. Die deutschen Medien – und auch die deutsche Regierung – wollen verhindern, dass diese Dinge bekannt werden. Die deutsche Regierung (und die meisten europäischen Staaten) hat die Friedensverhandlungen im März so lange unterstützt, bis US-Präsident Biden die Europäer auf dem NATO-Gipfel am 24. März 2022 angewiesen hat, gegen einen Frieden zu sein.

Das Ergebnis ist bekannt: Über hunderttausend tote ukrainische Soldaten, Zerstörungen in der Ukraine, wirtschaftlicher Niedergang in Deutschland und Europa, Verlust von Wohlstand in Europa, Millionen ukrainischer Flüchtlinge und hunderte sinnlos in der Ukraine versenkte Steuermilliarden. Und all das ist geschehen, weil die USA einen geopolitischen Sieg über Russland erreichen wollten, was zu allem Überfluss nicht geklappt hat.

Würden die Deutschen das wissen und darüber nachdenken, könnte ihnen klar werden, dass den USA nicht nur das Leben hunderttausender Ukrainer egal ist, sondern dass der angebliche ‚Freund und Verbündete‘ USA auch die Europäer nur als Verfügungsmasse betrachtet, die die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der geopolitischen Interessen der USA zu tragen haben.“

Die westliche Herrscherkaste hat sich über viele Jahrzehnte einen Machtapparat gebaut, der auf die Entstehung einer Weltregierung ausgerichtet ist. Und der jetzt undurchdringlich und uneinnehmbar erscheint. Dieser Machtapparat ist der moderne Staat, jenes „kälteste aller kalten Ungeheuer“. An die hier mitlesende und -schreibende, unsere Steuergelder, in Wahrheit aber nur unseren Hohn und Spott verdienende Armbinden-Faeser-Truppe: Das ist keine Verhöhnung des Staates, sondern seine Beschreibung. Sie stammt von Friedrich Nietzsche. Kennen Sie den?

Die Herrscherkaste ist jenes „Regime der Manager“, über das ich im Juli 2022 bei eigentümlich frei schrieb – siehe Link unten. Ein Regime der Geist- und Seelenlosen. Ein Regime, das, voll fixiert auf Machterhalt, keine Vision einer besseren Welt hat. Ein Regime, das deswegen falsche Visionen erfinden und verbreiten zu müssen glaubt, etwa die Rettung des Klimas oder die Perfektionierung des Menschen, auch Transhumanismus genannt. Oder auch die „Demokratisierung“ von Staaten, deren Herrscherkasten nicht nach der Pfeife des westlichen Regimes tanzen. Visionen, denen eines gemein ist: Sie benötigen zu ihrer Realisierung die Ausübung globaler, totalitärer Macht; das wahre Ziel der Mitglieder dieses Regimes.

Das Repräsentantenhaus in den USA blockiert eine 60-Milliarden-Dollar-Spritze, und den Ukrainern geht, so hört man, die Munition aus. Das Westregime scheint sich in der Ukraine böse verzockt zu haben. Sein Weltbeherrschungsplan hat eine ernsthafte Delle erlitten. Das ist der Silberstreifen am Rand unserer düsteren Ära. Deswegen die hysterischen Volkssturm-Demos gegen die AfD und das völlig unrealistische Wehrdienstgewaber. Deswegen die außer Rand und Band geratenen Zensurmaßnahmen im Internet.

Die jetzt unweigerliche relative Schwächung des Westens wird zwar keine neue Ära der Freiheit und des Wohlstands einläuten. Dafür sind die Regime der jetzt im Aufstieg befindlichen Mächte viel zu autoritär. Dafür ist das westliche Regime viel zu tief und fein verästelt. Die Freiheit wird in den Bruchstellen zwischen den rivalisiernden Regimen eine neue Chance bekommen.       (anti-spiegel)

Thomas Röper: Die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im März 2022 (Anti-Spiegel)

Robert Grözinger: Das Regime der Manager (eigentümlich frei)


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