12. Januar 2026 16:00

Britische Regierung gegen X Des Premierministers neue Kleider

Unsere Lebensmanager verkalkulieren sich bei ihrem Kampf gegen die Meinungsfreiheit

von Robert Grözinger drucken

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Bildquelle: e-Redaktion Die neuen Kleider des britischen Premierministers Keir Starmer, empfohlen von Elon Musk: Ein Bikini

Es ist kein Geheimnis, dass westliche Staaten sich seit vielen Jahren im Wandel befinden, und zwar von einer konstitutionellen Demokratie hin zu einem totalitären „Regime der Manager“. Jede menschliche Regung muss geregelt sein. Freie, also ungeregelte, Meinungsäußerungen, gar solche mit einer Reichweite, die in die Millionen gehen kann, stören da nur. Für unsere Lebensmanager ist das ein großer Dorn im Auge. Selbst wenn die aktuell bekämpfte Plattform keine wirklich umfassende Meinungsfreiheit bietet, so zeigt die Intensität des Kampfes gegen sie, dass sie für unsere Freiheit einen nicht unbeachtlichen Wert besitzt. Umso erfreulicher ist es, mit anzusehen, wie dieser Kampf scheitert.

Während in Deutschland der schleswig-holsteinische Ministerpräsident sich in Sachen Meinungsfreiheit als Verfassungsfeind outet, findet andernorts ein neuer Angriff auf die Nachrichtenplattform X statt. Und zwar von der britischen Regierung, deren Oberhaupt Keir Starmer die tote Hand des Managerstaates bereits körperlich ausstrahlt.

Der Aufhänger: Grok, also die mit X verbandelte KI, ermöglichte es Nutzern, von im Internet gefundenen Bildern von Menschen ohne deren Zustimmung eine Nacktversion zu erstellen und diese zu veröffentlichen. Das ist, insbesondere für die Betroffenen, unschön. Und erst recht, wenn auch, wie man hört, Kinder betroffen sind. Als dies vergangene Woche in den Nachrichten kursierte und die Empörung darüber ventiliert wurde, reagierte die Firma xAI, indem sie kundtat, diese Bilderstellungsfunktion auf zahlende Kunden zu beschränken.

Musk hatte bereits in der vorvergangenen Woche, als erste Beschwerden aufkamen, reagiert und geäußert, dass „jeder, der Grok nutzt, um illegale Inhalte zu erstellen, mit denselben Konsequenzen rechnen muss, als würde er illegale Inhalte hochladen“. Diese von Schmierfinken genutzte Funktion auf zahlende, also namentlich und mit Kontaktdaten bekannte Kunden zu beschränken, dürfte solche Aktivitäten deutlich minimieren. Dann noch immer laufende Versuche dieser Art könnten auf diese Weise relativ schnell vom Netz genommen und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Diese Lösung hätte einen weiteren Vorteil. Bei einem Totalverbot solcher Bilder ist es schwer bis unmöglich, genau zu definieren, wo die Grenze des Erlaubten ist. Bei der Muskschen Lösung wäre es eine Sache der Gerichte, diese Grenze anhand von Einzelfällen auszuloten.

Aber den Berufsempörten reichte das nicht. Sie wollen eine Managementlösung von oben und vermutlich ein ihren Forderungen immer nachgebendes X. Politiker der Regierungsfraktion bezeichneten die Maßnahme als schlechten Witz und Verhöhnung der Opfer. Sie drohten, Grok und gar X in ganz Großbritannien zu sperren. Inzwischen hat sich die britische Regierung Schützenhilfe aus Kanada und Australien geholt.

Dann kam der Gegenschlag. Musk zeigte seinen Widersachern und dem Rest der Welt, wie die Machtlage wirklich aussieht. Er teilte auf X ein Bild von Starmer im Bikini und fügte hinzu: „Die wollen einfach nur die freie Meinungsäußerung unterdrücken.“ Die Regierung suche nach einem Vorwand, Zensur auszuüben, schrieb er weiter. Dann postete er eine Grafik, die Länder zeigt, in denen Menschen aufgrund von Onlineveröffentlichungen festgenommen wurden – und auf der das Vereinigte Königreich an der Spitze steht. Dazu fragte er: „Warum ist die Regierung des VK so faschistisch?“

Es ist unwesentlich, ob Musk recht hat oder nicht, oder ob er selber die Meinungsfreiheit nicht ganz so absolut sieht, wie er manchmal tut. Das Wesentliche ist: Ein einzelnes Individuum führt angeblich mächtige Menschen vor. Verhöhnt sie, stellt sie weltweit sichtbar wortwörtlich bloß und entlarvt ihre Heuchelei. Diese angeblich mächtigen Menschen wollen unser Leben regeln. Vielleicht will auch Musk unser Leben regeln, nur anders. Ich bezweifle das, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass, während auf der politischen Ebene ein intensiver Kampf um die globale Hegemonie läuft, und gleichzeitig das „Regime der Manager“ mit Siebenmeilenstiefeln auf seinen logischen Endpunkt zusteuert, ein von technischer Entwicklung geleiteter Prozess abläuft, der diese Bestrebungen auf einer anderen Ebene konterkariert.

Musk will mit X Geld verdienen. Freie Meinungsäußerung, die oft verletzend und mit harten Bandagen ausgeführt wird, stört das Regime der Manager, belebt aber das Geschäft von X. Wer dem reichsten Mann der Welt in sein Geschäftsmodell reinpfuschen will, muss sich darauf gefasst machen, dass er sich mit allen Mitteln wehrt, die ihm zur Verfügung stehen.

Hinzu kommt, dass Musk vor wenigen Jahren geschworen hat, den „woken Hirnvirus“ zu vernichten. Und zwar, weil dieser „Virus“ ihm seinen Sohn geraubt hat, der jetzt als Frau „gelesen“ werden will, wie man jetzt so sagt. Musk Senior sagte in einem Gespräch mit dem Psychologen Jordan Peterson, er sei ausgetrickst worden, als man ihm sagte, wenn sein damals noch minderjähriger Sohn keine Pubertätsblocker bekäme, liefe dieser erhöhte Gefahr, Selbstmord zu begehen. Er wisse jetzt, dass das eine Lüge war. Und dass die Verabreichung von Pubertätsblockern einer Sterilisation gleichkam.

Zyniker würden einem Mann, der mit Staatsknete Milliarden gemacht hat, absprechen, sich von Gefühlen, die solche Entwicklungen auslösen, leiten zu lassen. Man sollte diese Möglichkeit allerdings nicht außer Acht lassen. Genau das tun aber unsere Lebensmanager. Manager, die nichts gegen die Verbreitung des „woken Hirnvirus“ getan haben. Die daher für viel aktuelles Leid auf dieser Welt verantwortlich sind, angefangen von den unzähligen von meist pakistanischstämmigen Männern vielfach vergewaltigten minderjährigen Mädchen aus der englischen Unterschicht über die vielen Messermorde in letzter Zeit in ganz Europa bis hin zum aktuellen Blackout in Berlin, weil man die Gefahr von „rechts“ für so viel größer hielt als die vom Linksextremismus.

Diese Manager haben eventuell auch nicht bedacht, dass es Musks Starlink ist, welches der Welt einen Einblick in den Iran ermöglicht, trotz Internetsperre, wo gerade der Versuch einer Revolution gegen die Mullahs läuft. Sie kommen damit womöglich jenem Mann in Washington in die Quere, der gerade unzweideutig gezeigt hat, dass er die gesamte westliche Hemisphäre von Grön- bis Feuerland als sein Machtbereich beansprucht und die Hegemonie seines Regimes gegen die letzten beiden verbleibenden diesbezüglichen globalen Rivalen durchzusetzen gedenkt. Musk kann sich, wenn seine Publikumsbespaßung mit Starmer-Bikini-Bildern nicht hilft, bei diesem seinem Big Buddy im Weißen Haus beschweren, dass ihm ein paar von dessen kleinen Vasallen in London, Ottawa und Canberra auf die Pelle rücken. Die ihm das Leben schwermachen, während er ihm hilft, seine Hegemonie auszubauen. Spätestens dann wird Schicht im Schacht sein mit dem gegenwärtigen Angriff auf eine der noch freiesten Meinungsplattformen der Welt.

Quellen:

Musk says Labour looking for 'any excuse for censorship' amid X row

Keir Starmer THREATENED with SANCTIONS as X ban looms amid Grok AI outrage sparking US tension - NEW


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