04. März 2026 06:00

Propaganda Käuflich aus Schwäche

Warum klassische Medien sich Regierungen andienen

von Oliver Gorus drucken

Medienwandel: Der Einfluss der Digitalisierung auf klassische Medien
Bildquelle: Redaktion Medienwandel: Der Einfluss der Digitalisierung auf klassische Medien

Die Reichweiten der klassischen Medien, also der Print- und Rundfunkmedien, haben sich in den letzten 20 Jahren ganz grob halbiert, Tendenz weiter stark fallend. Ihr Publikum ist außerdem deutlich gealtert. Die Medien, die die Öffentlichkeit des 20. Jahrhunderts dominiert haben, siechen heute ihrem nahen Ende entgegen. Das wirkt sich finanziell dramatisch aus. Ihre Werbeeinnahmen sinken generell noch krasser als ihre Reichweiten. Und das seit Jahren.

Der Grund dafür ist natürlich das Internet in Verbindung mit der nahezu hundertprozentigen Verbreitung des Smartphones seit 2007.

Das zentrale Problem der Medien heute ist: Sie sind als Werbeträger nicht mehr attraktiv, auch dann nicht, wenn sie eine Website und Social-Media-Kanäle haben. Sie sitzen mit ihren Werbeplätzen am Katzentisch des Online-Marketings. Die stark gestiegenen Online-Marketing-Umsätze gehen zu einem großen Teil an die Social-Media-Plattformen und an die Influencer, nicht an die Medien. Denn interessant ist im 21. Jahrhundert die Persönlichkeit selbst, nicht seine Medienmarke, sein Verlag oder seine Redaktion.

Die Medienunternehmen haben große Probleme, ihre Online-Aktivitäten zu monetarisieren, insbesondere die Verluste aus dem Print-Geschäft zu kompensieren. Neben dem schwierigen Geschäft mit den Werbeplätzen gibt es da noch das Paid-Content-Modell: Die hinter Paywalls versteckten Bezahlangebote funktionieren aber sehr unterschiedlich.

Am besten ist da in Deutschland noch der Axel-Springer-Konzern unterwegs, der mit seinen Angeboten Bild Plus und Welt Plus so langsam den Bogen raus hat und einen vergleichsweise einigermaßen substanziellen Umsatz macht. Aber für kleinere Medien ist das nach wie vor schwer umsetzbar.

Wenn nun so eine Zeitung oder so eine Redaktion Schwierigkeiten hat, sich zu refinanzieren und klamm ist, wird sie zwangsläufig käuflicher. Unterfinanzierte Medien sind weltweit anfällig dafür, sich mit staatlichen Transfers kaufen zu lassen. Natürlich wird das dann mit „Kulturförderung“, „Journalistenförderung“ oder Ähnlichem etikettiert und geht Umwege, zum Beispiel über Stiftungen und insbesondere Parteistiftungen, aber die Staatsferne und die Unabhängigkeit ist dann natürlich genauso dahin wie beim zwangsgebührenfinanzierten ÖRR oder wie bei den kirchensteuerfinanzierten Kirchen.

Wenn das Regierungsprogramm dann „Go woke“ lautet, werden die abhängigen Organisationen eben woke. Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird.

Und das erklärt beispielsweise, was aus Spiegel oder FAZ geworden ist, die beide nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und versuchen, ihre gesellschaftliche Rolle darin zu finden, für Mutti Staat Volkspädagogik zu betreiben und Abweichler vom Mittelstrahl auszusondern und abzuwerten.


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