Die Sprache der Macht: Bullshittismus
Wie Bullshitting die politische Kommunikation prägt
Zwischen Lüge und Wahrheit gibt es eine gefährlich wachsende Grauzone: Bullshitting. Sie ist die Universalsprache von Politik, Verwaltung und des Mainstreams.
Wer auf diese Weise kommuniziert, will nicht informieren, sondern formen. Während Lügner und Ehrliche zumindest an derselben Wahrheit andocken, sind Fakten für den Bullshitter lediglich ein Teil seiner Melange aus Halbwahrheiten und Lügen.
Die Ignoranten
Um zu verstehen, weshalb die politische Debatte so vernebelt wirkt, muss man beim Verhalten der Dümmsten beginnen. Bei Robert Habeck und Annalena Baerbock entstand nie der Eindruck, dass sie lügen. Sie wussten es einfach nicht besser. Ihr Leben in der linksgrünen Bubble spielte sich immer weit entfernt von der Realität des Volkes ab. Bei den Pressekonferenzen erzählten sie dann das, was ihnen ihre Berater am Schminktisch kurz vor der Pressekonferenz einhauchten. Nein, sie waren keine Lügner! Auch Joe Biden war keiner, denn er wusste von nichts – Veranstalter der Show waren andere. Nicht einmal selbst unterschreiben musste er.
Die Betrüger
Dann gibt es die Betrüger. Lügner und Ehrliche haben eines gemeinsam: Sie wissen, dass es die eine Wahrheit gibt. Beide kennen sie, der eine spricht sie aus, der andere verschweigt sie.
Die dritte Sorte: Die Bullshitter!
Den Bullshittern ist es egal, ob etwas wahr oder falsch ist. Wenn sie etwas sagen, dann geht es ihnen nur darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Archetyp des Bullshitters ist der deutsche Bundeskanzler. Friedrich Merz ist die Wahrheit vollkommen egal. Sein einziges Ansinnen ist es, die Bevölkerung in seinem Sinne zu manipulieren. Ob das Resultat sein Volk in den Abgrund führt, ist ihm einerlei – Hauptsache, er bleibt im Sattel. Das Ziel heiligt die Mittel.
Das Umfeld dafür ist günstig. Die uniforme Mainstream-Presse wird sein Narrativ unhinterfragt weiterverbreiten. Einige Medien werden etwas kritisch sein, aber das ist nur eine Minderheit. Demokratie funktioniert bekanntlich nach dem 50-Prozent-Prinzip. 30 Prozent sind Profiteure und werden sowieso zustimmen. Dann braucht es nur noch 20 Prozent Denkfaule, und die Hürde ist geschafft. Für alles andere gibt es den Fraktionszwang.
Crans-Montana
Bullshitting ist keine Erfindung von Merz – er ist nur der Schamloseste. Als das Unglück in Crans Montana geschah, fingen die Behörden wie selbstverständlich an zu bullshitten: Betroffenheitsfloskeln – „Es ist noch zu früh, um konkret etwas zu sagen“ – Betroffenheitsfloskeln – „Wir haben sofort reagiert“ – Betroffenheitssprüche usw. Das klassische Programm.
Die Sprache der Verwaltung
Bullshitting ist das Kommunikationsprinzip öffentlicher Verwaltungen schlechthin.
Ein Meister ist das Bundesamt für Statistik: Die Zahlen sind schöngerechnet und zweckdienlich dargestellt. Zunächst werden die guten Absichten der Verwaltung gelobt, dann werden Auszüge präsentiert, die deren Effizienz belegen sollen. Es folgen zahlreiche prozentuale Statistiken, die nichts aussagen. Ganz am Schluss, wenn 90 Prozent der Leser bereits eingeschlafen sind, werden schließlich noch die nackten Zahlen präsentiert. Journalisten lesen das kaum. Sie haben diesen Beruf nicht ergriffen, weil sie besonders gut in der Mathematik waren. Kenntnisse der Ökonomie haben sie erst recht nicht.
Ein Beispiel ist die schweizerische Bundesverwaltung: Auf circa 100 akkreditierte Journalisten kommen fast 500 Presseverantwortliche.
… auch der Privatwirtschaft
Die Wirtschaft betreibt ebenfalls intensiv Bullshit-Kommunikation. Ein Blick in die Finanzberichte reicht. Besonders unterhaltsam waren die Geschäftsberichte der Credit Suisse kurz vor deren Ende. Sie sind schon fast fiktionale Meisterwerke. Es hat funktioniert. Die zuständigen Behörden, selbst Bullshitter, haben alles geglaubt.
Da stellt sich die Frage, woher die Politiker, Behörden und letztlich auch die Firmen diese Sprache gelernt haben. Wo wohl? Bei den Mainstream-Medien.
Ja, wir leben im Zeitalter des Bullshitismus.
Kommentare
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