Freiheitsimpuls: Investieren in Leidenschaften
In Leidenschaft investieren … und das Hobby zur Anlageklasse machen
von David Andres drucken
Gold und Silber sind auf einem Allzeithoch, das Geld stirbt und der digitale Euro erhebt sein dämonisches Haupt. In reale Werte zu investieren ist jetzt Pflicht, doch aus einem Asset lässt sich auch die Kür machen.
Wenn Sie jemals an Videospielen interessiert waren, kennen Sie neben dem italienischen Klempner Super Mario oder dem grün bemützten Helden Link aus den Zelda-Abenteuern wahrscheinlich auch die dunkle und bedrohliche Seite. Mitte der Neunzigerjahre startete die Spielereihe Resident Evil den sogenannten Survival Horror – dämmerige Flure, in denen Zombies warten, feucht-finstere Unterwelten, raschelnde Gärten im fahlen Mondschein. Mit ihren wie Bühnenbilder fest gestalteten Hintergründen und zuvor bestimmten Kameraperspektiven waren die frühen Teile der Serie tatsächlich inszenatorische Meisterwerke. Hitchcock trifft Horror – entschleunigt, durchdacht und fesselnd.
Aber wären Sie bereit, für ein perfekt erhaltenes Exemplar des ersten Teils auf der PlayStation 1 den Gegenwert einer soliden Eigentumswohnung oder eines neuwertigen Rolls-Royce Ghost zu zahlen? Nein? Ein Mensch hat dies vor einigen Jahren getan und für eine sehr rare Version des Spiels in einer bestimmten Box satte 260.000 Euro auf den Tisch gelegt.
Derlei Wertsteigerungen sind natürlich die Spitze des Eisbergs, aber wer vor drei oder vier Jahrzehnten die damaligen Spiele in der Originalverpackung verwahrt hätte, würde heute auf einen Kapitalstock blicken, der sich bereits in Sachen normal steigender Kurse sehen lassen kann. Gleiches gilt für Actionfiguren, für bestimmte Sammelkarten, für antikes Spielzeug oder für so manche Schallplatte.
Je nachdem, für welches Gebiet Sie sich interessieren, finden Sie Plattformen oder Foren, in denen sich schnell ein Überblick darüber gewinnen lässt, wo es besonders viel „Bares für Rares“ hagelt. Nerds und Spezialisten drehen stundenlange Videos zu allen Bereichen, die eine wahre Wohlfühloase gegen die tägliche Dosis Angst und Panik bilden, die uns eingeredet werden soll. Der Gang auf spezielle Messen kann nicht nur zum Bummelvergnügen werden, sondern auch zur Investitionsoffensive.
Was kleine und portable Objekte angeht, sind vor allem die Trödelmärkte einen Blick wert. Oftmals verkaufen Menschen dort Dinge, deren tatsächlichen Wert sie nicht erkennen. Haushaltsauflösungen spülen eine Vielzahl von Waren auf die Tische, für welche die Verkäufer nicht spezialisiert sind. Immer wieder finden sich darunter Retro-Spiele, wertiges Vinyl, Kultobjekte früherer Jahrzehnte.
Wer genau hinschaut und die Angebote auf sein Interessensgebiet hin abscannt, kann das gute, alte Prinzip „günstig einkaufen, teurer verkaufen“ zur gewinnbringenden Gewohnheit machen.
Haben Sie mehr Kapital in der Tasche und „erwachsenere“ Hobbys, schießen die Summen auf beiden Seiten der Rechnung freilich nach oben. Hier kommt einem als Erstes die faszinierende Welt der Oldtimer und Youngtimer in den Sinn, die tagtäglich mehr Fahrt aufnimmt und einen echten Geheimtipp für spielerische Profite in der Zukunft darstellt. Drei Gründe sprechen dafür, wieso Autokenner in den kommenden Jahren ihr Hobby zum händlerischen Nebenberuf machen können.
Erstens: Abseits der absurd hochpreisigen Supercars und der von Unternehmen wie Abt oder Brabus veredelten Serienmodelle wird der Markt für Neufahrzeuge aufgrund der politisch erzwungenen Transformation Richtung des flächendeckenden E-Autos zugrunde gehen. Die Nachfrage stockt selbst bei politischer Subventionsförderung, sie sind unsexy, instabil und versagen oftmals im Winter.
Zweitens: Die noch zugelassenen, neuwertigen Benziner sind im Verhältnis zur heutigen Qualität gnadenlos überteuert und vor allem – sie entmachten den Fahrer in jeder Hinsicht. Das Cockpit ist ein Erziehungsinstrument geworden, das einen gleich in vielfacher Hinsicht „auf Spur bringt“, das Fahrzeug sammelt und sendet mehr Daten als ein Handy-Spiel, und der Hersteller kann aus der Ferne auf den Wagen zugreifen.
Drittens: Die demografische Entwicklung erzeugt immer mehr noch halbwegs zahlungskräftige Exemplare der „Boomer“ und der „Generation X“, die sich an die goldenen Zeiten von Autos erinnern, die Charakter hatten, nicht am Netz hingen und zudem gut reparierbar waren. Stehen diesen Menschen solide Budgets zur Verfügung, suchen sie nach einem Youngtimer statt einem Neuwagen. Sind sie richtig reich, legen sie für spezifische Oldtimer und Kultmodelle hohe Summen auf den Tisch.
Die Interessensgebiete, mit denen Sie nebenher spekulativ verdienen können, lassen sich endlos weiterführen. Antike Möbel, Parfüms, Whiskey und andere Spirituosen, Designerklamotten, Uhren. Was ist Ihr Ding?
Selbstverständlich ist es für jeden wachen Menschen, der den Niedergang des heutigen Geldsystems beobachtet, nahezu Pflicht, jeden verfügbaren Euro in Edelmetalle, in Grundstücke und Immobilien oder auch in Rohstoffzertifikate zu packen. Doch der Freiheitsimpuls diese Woche lautet, als Kür-Assetklasse im Gebiet der eigenen Leidenschaften zu agieren.
Quellen:
Videospiele: Die teuersten Sammlerstücke aller Zeiten | t3n - digital pioneers
Oldtimerpreise und Oldtimerbewertungen - classic-analytics - Ihre Experten
Das sind die 50 teuersten Vinyl-Platten der Welt
Videospiele: Die teuersten Sammlerstücke aller Zeiten | t3n - digital pioneers
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